Sanitätshaus-Qualifizierung

Mehr Qualität in der Beratung

Ein Projekt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe soll die Hilfsmittelversorgung von Schlaganfall-Betroffenen verbessern.

Egal, ob Orthese, Rollator oder Einstiegshilfe in die Badewanne. Die richtigen Hilfsmittel können Schlaganfall-Betroffenen den Alltag erleichtern. Damit die Hilfsmittel genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind, ist eine intensive Beratung notwendig. Um diese zu gewährleisten entwickelt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Qualitätskriterien für Sanitätshäuser. Denn der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter.

Spezielles Wissen rund um die Erkrankung Schlaganfall

Eine gute Versorgung mit Hilfsmitteln ist für die Lebensqualität der Betroffenen von entscheidender Bedeutung. In einem Pilotprojekt mit der Sanitätshaus Aktuell AG hat die Stiftung Module zur Schulung von Sanitätshaus-Mitarbeitern erarbeitet. Durch diese Module erhalten sie spezielles Wissen rund um die Erkrankung Schlaganfall und den besonderen Beratungsbedarf von Patienten. Die Module werden verknüpft mit spezifischen Inhalten aus Weiterbildungen im Qualitätsmanagement.

Hilfsmittelversorgung ist ein Prozess

„Die Hilfsmittelversorgung ist ein Prozess, bei dem eine intensive Beratung und eine langfristige Betreuung nötig sind“, erklärt Christina Habig, gelernte Physiotherapeutin und Projektleiterin bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Denn: Entscheidend ist nicht nur die Qualität des Produkts. Wichtig ist es, den Betroffenen und dessen Angehörige einzubeziehen, seine individuellen Lebensumstände zu berücksichtigen und gemeinsam herauszufinden, welches Hilfsmittel für ihn optimal geeignet ist. „Nur so ist gewährleistet, dass der Patient das Hilfsmittel auch wirklich nutzt. Und nur so kann eine Über-, Unter-, oder Fehlversorgung vermieden werden“, sagt Habig.

Ziel der Qualifizierung

Ziel der Qualifizierung ist es, innerhalb des Sanitätshauses Prozesse zu beschreiben und überprüfbar zu machen. Die Sanitätshäuser Klein in Dieburg (Hessen), Klinz in Bernburg (Sachsen-Anhalt), Willecke in Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) und RAS in Melle (Niedersachsen) haben die Qualifizierung im Rahmen des Projekts bereits durchlaufen. Qualitätsmanagement-Beauftragte dieser Häuser arbeiten jetzt in einem Qualitätszirkel der Schlaganfall-Hilfe gemeinsam mit externen Experten an einer Weiterentwicklung der Standards.

Abschluss der Projektphase

Nach Abschluss der Projektphase im Sommer 2019 steht die Sanitätshaus-Qualifizierung allen Sanitätshäusern in Deutschland zur Verfügung. „Wir hoffen, dass sich viele beteiligen, damit Schlaganfall-Patienten in der Nachsorge künftig besser versorgt sind“, sagt Christina Habig.

Mit dem Institut für medizinische Information und Versorgungsforschung (Schulungen) und der Zertifizierungsgesellschaft 3Cert GmbH (Audits) hat die Deutsche Schlaganfall-Hilfe zwei Partner für die Umsetzung gefunden. Nach erfolgreicher Absolvierung dürfen die teilnehmenden Sanitätshäuser das Qualitätssiegel der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe führen. Alle drei Jahre muss es durch eine erneute Qualifizierung bestätigt werden.

Schlaganfall qualifizierte Sanitätshäuser

Mitarbeiterportrait von Miriam Mashkoori

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