Qualifizierte Sanitätshäuser - Mehr Qualität in der Beratung

Bessere Beratung in Sanitätshäusern

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe will die Hilfsmittelversorgung verbessern. Dafür schult sie Mitarbeitende von Sanitätshäusern in der Beratung von Schlaganfall-Betroffenen.

Egal, ob Orthese, Rollator oder Einstiegshilfe in die Badewanne. Die richtigen Hilfsmittel können Schlaganfall-Betroffenen den Alltag erleichtern. Damit die Hilfsmittel genau auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sind, ist eine intensive Beratung notwendig. Die Schlaganfall-Hilfe qualifiziert Sanitätshäuser für eine optimale, individuelle Versorgung der Betroffenen.

Wie finden Betroffene die passenden Hilfsmittel?

Die Hilfsmittelversorgung ist ein Prozess, bei dem neben der intensiven Beratung auch eine langfristige Betreuung nötig ist. Denn: Entscheidend ist nicht nur die Qualität des Produkts. Wichtig ist, den Betroffenen und gegebenenfalls dessen Angehörige einzubeziehen, deren Ziele und individuellen Lebensumstände zu berücksichtigen. Gemeinsam können alle Beteiligten herausfinden, welche Hilfsmittel optimal für den Betroffenen geeignet sind. Nur so kann eine Über-, Unter-, oder Fehlversorgung vermieden werden. Denn: Die Hilfsmittel sollen auf jeden Fall genutzt werden und nicht in der Ecke liegen, weil der Betroffene beispielsweise mit der Handhabung überfordert ist.

In welchen Bereichen werden die Mitarbeitenden der Sanitätshäuser geschult?

Die Mitarbeitenden durchlaufen die viertägige Präsenzschulung "Fachberater/in Neurologie mit Schwerpunkt Schlaganfall". Dabei erhalten sie unter anderem Schulungen über das Krankheitsbild Schlaganfall und im Bereich Patientenkommunikation. Ein Beispiel: Einige Schlaganfall-Betroffene haben Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten. Dann kann es sinnvoll sein, die Ergebnisse des Beratungsgesprächs schriftlich festzuhalten.

 

Außerdem erfahren die Teilnehmenden mehr über interne und externe Netzwerkarbeit zur besseren Patientenversorgung und die Arbeit der Schlaganfall-Hilfe. Abgerundet wird die Schulung durch interprofessionelle Workshops mit Referenten und Referentinnen aus den Bereichen Orthopädie- und Rehatechnik, Home Care sowie Physiotherapie, die praktisches Wissen zur neurologischen Hilfsmittelversorgung vermitteln.

Woran erkenne ich qualifizierte Sanitätshäuser?

Sanitätshäuser, deren Mitarbeitende an der Schulung teilgenommen haben und hohe Standards zur Qualitätssicherung erfüllen, dürfen ein Siegel der Stiftung führen. Auch nach Beendigung der Qualifizierungsmaßnahme stehen die Sanitätshäuser in Kontakt mit der Stiftung. So bleiben sie in der Beratung auf dem neuesten Stand und können in die Netzwerkaktivitäten der Stiftung (zum Beispiel anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall) eingebunden werden.

 



Folgende Sanitätshäuser sind derzeit qualifiziert:



Wie wird man ein qualifiziertes Sanitätshaus?

Um an der Qualifizierungsmaßnahme teilnehmen zu können, sind zwei Voraussetzungen zu erfüllen:

  1. An den Standorten, die qualifiziert werden sollen, gibt es folgende Fachbereiche: Orthopädietechnik und Rehatechnik oder Homecare.
  2. Das Sanitätshaus muss eine gültige Qualitätsmanagement-Zertifizierung nachweisen (z.B. DIN EN ISO 9001 oder DIN EN ISO 13485). 

 

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, startet die Qualifizierungsmaßnahme, bestehend aus den beschriebenen Schulungen und einer anschließenden Begehung des Sanitätshauses.

 

Anna Engel

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