Darauf macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober aufmerksam. Das Motto: "Ein Schlaganfall trifft nie einen Menschen allein."
Ohne pflegende Angehörige geht es nicht
Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig. Vier Millionen von ihnen werden zu Hause von Angehörigen versorgt. Ohne dieses Engagement würde das Versorgungssystem nicht funktionieren. Nach einem Schlaganfall ist die Situation besonders fragil.
Nach einem Schlaganfall sind Partner besonders gefordert
Deutschlandweit wird die häusliche Pflege in 42 Prozent der Fälle von der Partnerin oder dem Partner geleistet. Das zeigt der WIdOmonitor 2026 „Zur Lage pflegender Angehöriger“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Doch nach einem Schlaganfall sind Partnerinnen und Partner noch deutlich häufiger in der Pflicht: In 67 Prozent der Fälle übernehmen sie die Pflege – oft allein und ohne weitere Unterstützung.
Fällt die Hauptpflegeperson aus, ist die Versorgung gefährdet
Meist ist es die Ehe- oder Lebenspartnerin, die den größten Teil der Versorgung übernimmt.
“Unterstützung durch andere Familienmitglieder oder professionelle Dienste fehlt oder wird nicht genutzt. Das macht diese Menschen sehr verletzlich: Fällt die Hauptpflegeperson aus, gerät schnell die gesamte Versorgung in Gefahr.”
Viele Angehörige sind doppelt belastet
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat pflegende Angehörige von Schlaganfall-Betroffenen deutschlandweit befragt.
- Im Durchschnitt sind sie 59 Jahre alt und
- seit sechs Jahren in der Pflegesituation.
Sie leisten wöchentlich 35 Stunden Pflege, fast ein Drittel sogar mehr als 40 Stunden pro Woche – obwohl 53 Prozent von ihnen berufstätig sind. Eine enorme Belastung.
Schlaganfall-Folgen belasten auch Angehörige
“Viele stellen die Bedürfnisse der Betroffenen konsequent über ihre eigenen. Dabei gerät ihre Gesundheit aus dem Blick”, erklärt Voigt.
Die Pflegesituation nach einem Schlaganfall ist besonders herausfordernd: Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Neben körperlichen Einschränkungen leiden viele Betroffene unter Folgen wie Sprachstörungen oder Konzentrationsproblemen.
Persönlichkeitsveränderungen können Beziehungen stark belasten
Hinzu kommen häufig Wesensveränderungen, die Angehörige besonders belasten. „Wenn sich ein geliebter Mensch verändert, ist das oft schwer auszuhalten“, sagt Voigt. „Lebt man im selben Haushalt und ist täglich in die Pflege eingebunden, fehlen häufig Rückzugsmöglichkeiten.“
Warnsignale beachten – Unterstützung annehmen
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe rät Angehörigen deshalb, Warnsignale wie dauerhafte Erschöpfung, Schlafprobleme, körperliche oder seelische Beschwerden ernst zu nehmen. Sie sollten sich frühzeitig Unterstützung holen, soziale Kontakte pflegen und regelmäßige Auszeiten einplanen.
Viele Angehörige pflegen aus Überzeugung
Die Befragung zeigt aber auch eine andere Seite: 76 Prozent der Angehörigen entscheiden sich freiwillig und bewusst für die Pflege. Viele berichten sogar, dass diese Erfahrung ihre Beziehung vertieft habe. „Viele Angehörige pflegen aus Überzeugung. Es ist ihnen eine Herzensangelegenheit“, sagt Voigt.
Angehörige dürfen stolz sein auf ihre Leistung: Sie sind der größte Pflegedienst Deutschlands – und damit eine tragende Säule unserer Versorgung und der Gesellschaft.
Informationen und Unterstützung für pflegende Angehörige
Weitere Tipps und Services finden Sie auf unserer Aktionsseite.