Persönlichkeitsveränderungen

Emotionale Veränderungen wirken sich auf das Verhalten einer Person aus, also auf seine Persönlichkeit. Die Veränderungen können äußerst vielfältig sein. Grundsätzlich lassen sich zwei unterschiedliche Richtungen unterscheiden.

  • Woran erkenne ich Persönlichkeitsveränderungen?

Emotionale Veränderungen wirken sich auf das Verhalten einer Person aus, also auf seine Persönlichkeit. Das kann so weit gehen, dass Angehörige den schlaganfallbetroffenen Menschen in seinem gesamten Wesen kaum noch wiederkennen. Familie und Freunde nehmen diese emotionalen Veränderungen oft sehr schnell wahr – und zum Teil intensiver als die Betroffenen selbst. Ob die Betroffenen den Wandel selbst bemerken – und auch darunter leiden – ist individuell unterschiedlich.

  • Was sind Persönlichkeitsveränderungen?

Die Veränderungen können äußerst vielfältig sein. Grundsätzlich lassen sich zwei unterschiedliche Richtungen unterscheiden: Das Minus-Syndrom (antriebsarm, apathisch, desinteressiert, wenige Emotionen, emotionslose Sprechweise oder Mimik) und das Plus-Syndrom (impulsiv, aufbrausend, aggressiv, zum Teil paranoide Verdächtigungen).
Einige Beispiele: Ehemals ausgeglichene Menschen werden aggressiv. Ehemals rationale Denker treffen plötzlich Entscheidungen, die niemand nachvollziehen kann. Ehemals herzliche Menschen werden passiv und emotionslos. Ehemals ruhige Persönlichkeiten haben ihre Emotionen kaum unter Kontrolle, weinen oder lachen lautstark, auch in unpassenden Momenten. Ehemals aktive Menschen werden antriebslos. Ehemals mutige Menschen bekommen Angstzustände und Panikattacken.

  • Wodurch entsteht eine Persönlichkeitsveränderung?

Wesensveränderungen kommen besonders häufig vor, wenn die Schädigung im Bereich des Frontal- und Temporallappens des Gehirns liegt. Sind der rechte und linke Frontallappen betroffen, begünstigt dies ein Plus-Syndrom, Schädigungen der Temporallappen können eher zu einem Minus-Syndrom führen.

  • Können sich Persönlichkeitsveränderungen zurückbilden?

Mit Persönlichkeitsveränderungen verhält es sich so, wie mit vielen Schlaganfall-Folgen. Manche Folgen entwickeln sich wieder zurück, andere nicht. Wichtig ist, die Situation zu thematisieren und Fachleute (Neurologen, Neuropsychologen, Psychologen, Psychotherapeuten etc.) zu Rate zu ziehen, um individuelle Therapien zu entwickeln, die langfristig sowohl den Betroffenen als auch den Angehörigen den Umgang mit den Veränderungen erleichtern.

  • Können Persönlichkeitsveränderungen weitere Folgen haben?

Vor allem für Angehörige, aber auch für die Betroffenen, ist es oft schwieriger, mit den emotionalen Veränderungen nach einem Schlaganfall umzugehen als mit den körperlichen. Wenn eine Person „nicht mehr sie selbst“ ist, betrifft das das komplette soziale Umfeld. Daran können partnerschaftliche, familiäre und freundschaftliche Beziehungen scheitern. Deswegen ist es wichtig, sich frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen und Methoden zu entwickeln, kritische Situationen (gemeinsam) zu entschärfen.