Austausch auf Augenhöhe

270.000 Menschen erleiden jährlich einen Schlaganfall. Bei etwa 30 Prozent von ihnen hinterlässt er eine Sprachstörung. Für sie wurden die Würzburger Aphasie-Tage vor 25 Jahren ins Leben gerufen. 

Zentrum für Aphasie & Schlaganfall Unterfranken
Das Organisationsteam der Würzburger Aphasie-Tage ist für den Motivationspreis der Deutschen Schlaganfall-Hilfe nominiert (von links): Beate Hechtle-Frieß, Ursula Peichl, Thomas Hupp, Marina Geob, Sabine Hecke-Vorndran.

Größte Tagung im deutschsprachigen Raum

Sie sind die wohl bekannteste deutschsprachige Fachtagung rund um Aphasie und Schlaganfall. 1997 organisierte das Zentrum für Aphasie & Schlaganfall Unterfranken zum ersten Mal einen internationalen Aphasie-Kongress in Würzburg. Daraus entwickelten sich die jährlichen „Würzburger Aphasie-Tage“. Mittlerweile besuchen jedes Jahr rund 600 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz den Kongress.

 

Nicht über, sondern mit Aphasikern kommunizieren

Bei dem Kongress geht es um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Aber auch Begegnung und Austausch stehen im Vordergrund. Denn die Würzburger Aphasie-Tage sind keine reine Fachveranstaltung, das ist wohl ihr Alleinstellungsmerkmal.

Bei uns geht es darum, dass man nicht über die Aphasie und die Aphasiker spricht, sondern mit ihnen in Kontakt kommt.
Mit-Organisatorin Beate Hechtle-Frieß

„Bei uns geht es darum, dass man nicht über die Aphasie und die Aphasiker spricht, sondern mit ihnen in Kontakt kommt“, erklärt Mit-Organisatorin Beate Hechtle-Frieß. „Für Studierende ist das häufig sehr spannend, dass sie nach der ganzen Theorie bei uns die Gelegenheit haben, auf aphasische Menschen zu treffen. Das ist einmalig, dass wir bereits seit 25 Jahren Betroffene, Angehörige und Fachleute zusammenbringen.“

 

Drei Tage dichtes Programm

Ein Austausch auf Augenhöhe soll es sein, so das Konzept der Veranstalter. Auch wenn das oft eine Herausforderung ist, wenn Menschen mit Sprachstörungen beteiligt sind. Unter dem Fachpublikum befinden sich Sprachtherapeutinnen und -therapeuten, Ärztinnen und Ärzte, Neuropsychologinnen und -Psychologen und Studierende. Drei Tage lang besuchen sie gemeinsam mit Betroffenen und deren Angehörigen Fachvorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen, Lesungen und Begegnungsabende. 

 



: Motivationspreis 2026

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