Ein zweiter Schlaganfall
2021 erlitt sie einen zweiten Schlaganfall, der eine rechtsseitige Armlähmung und eine Aphasie mit sich brachte. Der Willensstärke der Betroffenen konnte auch dieser zweite gesundheitliche Schicksalsschlag nichts anhaben.
NDR-Berichterstattung hilft
Stephanie Schumacher lebt auf sich alleingestellt im kleinen Wattenbek irgendwo zwischen Neumünster und Kiel. Ganz wesentlich half und hilft die Schwester gerade an den Stellen, wo es Krankenkasse und Behörden nicht gerade einfach machten: Als sowohl die Arbeitsagentur als auch die Krankenkasse die Zahlungen für Stephanie Schumacher einstellten, scheute sich die Schwester nicht, beim NDR um Hilfe zu bitten. Der Senderkontakt hat schlussendlich geholfen, einen Rentenantrag und auch die Reha durchzubekommen.
Fahrrad statt Rolli
Stephanie hat einen starken Willen: Weil sie sich lieber selbst bewegen wollte, verzichtete sie auf einen Elektrorollstuhl, der ihr von der Krankenkasse bezahlt worden wäre. Stattdessen kam sie zu einem E-Dreirad, weil sie sich selbst auch weiter mehr bewegen wollte. Die Finanzierung lief über das Integrationsamt, musste aber auch erst erkämpft werden.
Logopädie ist wichtig
Aufgeben ist für die Frau keine Alternative: Dort, wo es Hilfe braucht, lässt sie die zu – wie beispielsweise beim Schreiben und Rechnen. Sie ist in logopädischer Behandlung. Und da wird tatsächlich auch das Rechnen wieder mittrainiert.
Selbsthilfegruppe gegründet
Stephanie Schumacher hat vor einigen Monaten eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. In Wattenbek gebe es hinreichend Betroffene, von denen aber einige den Weg zur Gruppe nicht finden, „wohl, weil sie mit ihrem Schicksal abgeschlossen, das einfach angenommen haben“, vermutet Stephanie. Derzeit sind sie sechs Leute in der Gruppe. Dann und wann schaltet die Gründerin eine Anzeige im Wochenblatt, um auf das Hilfsangebot hinzuweisen.
Blick auf den Arm hilft
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis bin ich ein Vorbild für Selbstbestimmung und Lebensfreude.
sagt sie so, als sei das alternativlos. Und man fragt sich, woher sie die Kraft nimmt, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und den anderen Schlaganfall-Betroffenen zu helfen. Vielleicht hilft ihr der Blick auf ihren tätowierten Arm: „Wenn du denkst, es geht nicht mehr…“, so motivierte schon Stephanies Mutter.