Wo Fortschritt zum Programm wird

Özge Demirezen weiß aus ihrer eigenen Familie, was eine gute Rehabilitation bewirken kann. In ihrem Therapiezentrum Fortschritt in Erlangen begleitet die Physiotherapeutin Menschen mit neurologischen Erkrankungen auf ihrem Weg zurück in den Alltag. 

„Ich liebe meinen Beruf und die Neurologie ist mein Steckenpferd“, sagt Physiotherapeutin Özge Demirezen. Und das merkt man ihr auch sofort an, wenn man mit ihr spricht. Den Anstoß für ihren Berufswunsch gab ein Erlebnis in ihrer Familie: Kurz vor der Rente erlitt Demirezens Großvater einen Schlaganfall. Vor seiner Reha brauchte er Unterstützung beim Essen und beim Zähneputzen. Nach seiner Rückkehr konnte er selbstständig noch 20 Jahre leben. Für seine Enkelin stand fest: Sie wollte Physiotherapeutin werden.
 

 

Doch der Weg in ihren Traumberuf führte Özge Demirezen zunächst über einen Umweg. Weil für die Ausbildung zur Physiotherapeutin Schulgeld anfiel, ließ sie sich zuerst zur Krankenschwester ausbilden. Ihr ursprünglicher Berufswunsch ließ sie jedoch nicht los. Schließlich fand sie doch noch eine kostenlose Möglichkeit für die Ausbildung zur Physiotherapeutin. Während ihrer Ausbildungszeit in einer Klinik machte sie eine Erfahrung, die ihre weitere Laufbahn prägen sollte: Oft sah sie die Betroffenen während ihres stationären Aufenthaltes große Fortschritte machen, die nach Entlassung aber stagnierten. So entstand die Idee zu einer eigenen Praxis.
 

 

Vor zehn Jahren eröffnete Özge Demirezen ihre Praxis Physiotherapie Fortschritt in Erlangen. Seitdem ist die Praxis stark gewachsen: Aus ursprünglich 80 sind mittlerweile 1.100 Quadratmeter geworden. 15 Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten heute im Team, das weiterhin wächst. Im Januar wurde aus der Physiotherapie Fortschritt das interdisziplinäre Therapiezentrum Fortschritt, das neben Physiotherapie auch Ergotherapie anbietet und zudem Kinder behandelt. 
 

 

Der Name des Therapiezentrums ist Programm. Physio- und Ergotherapie arbeiten gemeinsam an den persönlichen Zielen der Patientinnen und Patienten. Dabei geht es immer wieder um Situationen aus dem täglichen Leben. „Da fährt schon mal jemand mit dem Fahrrad durch die Praxis“, erzählt Demirezen. Moderne Therapierobotik ergänzt die Behandlung. Dazu gehören Steh- und Gangtrainer, Geräte für die oberen Extremitäten und funktionelle Elektrostimulation.
 

 

Ein besonderes Angebot sind die Intensivwochen. Sie dauern mehrere Wochen. In dieser Zeit erhalten die Patientinnen und Patienten mehrmals am Tag Therapie und arbeiten an einem konkreten Ziel. Welche Einheiten aus der Physio- und Ergotherapie kombiniert werden, richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Der größte Teil der Behandlung ist auf Rezept möglich.

 

Das Konzept hat Erfolg.

Wir bekommen von den Patientinnen und Patienten so viel Dankbarkeit zurück.
Özge Demirezen

Gleichzeitig erhält sie regelmäßig Übernahmeangebote für ihr Therapiezentrum. Doch ein Verkauf kommt für sie nicht infrage. „Wir sind ein wertegeführtes Unternehmen“, betont die Physiotherapeutin. Und noch etwas ist für sie keine Option: Stillstand. Für die Zukunft hat Demirezen bereits weitere Pläne.

 



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