Nico lebt sein zweites Leben

Eine Hirnblutung hätte Nico Mohr fast das Leben gekostet. Nun hat er ein zweites, und setzt sich darin für andere Betroffene ein.

Wer die vielen Nominierungen für Noah Berber liest, merkt schnell: Es geht nicht nur um eine lange Liste von Aktivitäten. Es geht vor allem um die Haltung dahinter. Noah fragt nicht zuerst, was nicht geht. Er fragt, wie es trotzdem gehen kann. Bemerkenswert ist das besonders, wenn man seine Vorgeschichte kennt.

 

Seit der Geburt eingeschränkt

Noah ist rechts halbseitig gelähmt, die Folge eines Schlaganfalls bei seiner Geburt. „Manche Dinge müssen anders bewältigt werden. So ist das einfach, wenn man gefühlt nur einen Arm zur Verfügung hat“, sagt er selbstbewusst. Für Noah gehört das zu seinem Leben einfach dazu. Er hat von Anfang an gelernt, damit umzugehen.

 

„Ich habe Noah als sehr engagierten und motivierten Menschen kennengelernt, der sich von nichts – und besonders nicht von seiner Behinderung – aufhalten lässt“, heißt es in einer der Nominierungen. Noah selbst sagt über sich: „Ich bin eine Kämpfernatur.“

 

Feuerwehrmann aus Leidenschaft

Besonders deutlich wird Noahs Haltung bei der Freiwilligen Feuerwehr Wemding. Dort ist er aktives Mitglied und übernimmt regulären Übungs- und Einsatzdienst. Der Vorsitzende und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr schreibt in seiner Nominierung: „Sein körperliches Handicap gleicht er vor allem durch eine äußerst starke Willenskraft und Beharrlichkeit aus.“ Knoten und Stiche habe er mit einer Hand so lange geübt, bis sie nach denselben Vorgaben saßen wie bei allen anderen in der Wehr.

 

Neben dem Einsatzdienst liegt ihm die Kinder- und Jugendarbeit besonders am Herzen. Er leitet Gruppenstunden in der Kinderfeuerwehr und gestaltet als stellvertretender Leiter gemeinsam mit den Betreuerinnen und Betreuern das ganze Jahr über Veranstaltungen und Events.

 

2025 übernahm Noah außerdem die Hauptprojektleitung der „Stickerstars-Aktion“. Dabei entstand ein Stickeralbum über die Freiwillige Feuerwehr Wemding mit Mitgliedern, Fahrzeugen, Ausrüstung und Geschichte. „Es war viel Arbeit und ich war ein ganzes Jahr gut damit beschäftigt, aber es hat sich gelohnt“, sagt Noah.

 

Immer offen für Neues

Noahs Einsatz endet aber nicht bei der Feuerwehr. Er ist Gruppenleiter in der Kolpingjugend, einem katholischen Jugendverband. Auch beruflich bringt er sich ein: Im Landratsamt gestaltet er den Landkreis aktiv mit und ist da, wenn er gebraucht wird. In der Schwerbehindertenvertretung setzt er sich für seine Kolleginnen und Kollegen ein und hat immer ein offenes Ohr. 

Zur Ruhe kommt Noah dabei selten.

Stillstand oder Feierabend gibt es in meinem Wortschatz nicht.
Noah Berber

Kaum ist ein Projekt abgeschlossen, entstehen in seinem Kopf schon wieder neue Ideen.

 

Auch Sport gehört zu seinem Alltag. „Das Klettern ist ein toller Ausgleich zu dem sonst vollen Alltag“, erklärt er. An der Kletterwand ist Noah fokussiert und kämpft sich senkrecht seinen Weg nach oben. „Jede Route ist eine neue Herausforderung“, sagt der begeistere Kletterer. Mit Ehrgeiz und Durchhaltevermögen ist der 25-Jährige dort angekommen, wo er heute ist.

 

Auch als Netzwerker ist Noah immer offen für neue Begegnungen. Deshalb findet man ihn regelmäßig auf Netzwerktreffen, wo er schnell mit anderen ins Gespräch kommt. „Es ist einfach toll, neue Leute kennenzulernen. Dabei ergeben sich oft so großartige Möglichkeiten und Chancen“, erklärt er.

 

Diese Offenheit ist auch dem Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange aufgefallen. Er lernte Noah 2022 in seinem Berliner Büro kennen, bei einer politischen Praxiswoche der Kolpingjugend. Lange beschreibt ihn als „faszinierenden jungen Mann“, der sich „nicht nur jeder Herausforderung stellt, sondern auch immer selbst auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist“ – beruflich, privat und im Ehrenamt.

 

Und wenn doch einmal etwas nicht klappt? Noah lacht: „Ich habe immer noch einen Plan B und manchmal auch Plan C in der Tasche.“

 

Was andere an Noah schätzen

Auf seine Einschränkung möchte Noah nicht reduziert werden. Er will mitgestalten, helfen und einfach dazugehören. Für Ulrich Lange ist er ein „Paradebeispiel für Zusammenhalt, Einsatz und Engagement“. Er verkörpere das, was die nordschwäbische Heimat lebenswert mache, schreibt der Abgeordnete in seiner Nominierung. 

 

Mein Lebensmotto: „Das mach ich doch mit links!“



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