Niklas ist ein echtes Vorbild

Gerade ist Niklas 10 geworden. Er ist ein fröhlicher, schlagfertiger Junge aus Gütersloh. Das war bei seiner Geburt so nicht vorhersehbar. Die Ärzte prophezeiten Niklas´ Eltern, er werde vermutlich nie sprechen können, vielleicht nicht einmal laufen. 

Therapie auf der Intensivstation

Niklas erlitt einen Schlaganfall rund um die Geburt. Seine ersten Therapien erhielt er schon auf der Intensivstation. Oft schrie er durchgehend während der Übungen. Kaum auszuhalten für seine Eltern, doch sie wussten, wie wichtig diese Therapie für seine Entwicklung war.

 

Als Kleinkind in die Reha

Niklas konnte lange Zeit keine feste Nahrung zu sich nehmen. Mit eineinhalb Jahren machte er seine erste Reha, lernte dort krabbeln. Mit zweieinhalb Jahren kam die zweite Reha – da machte er seine ersten Schritte. Nach den Therapieeinheiten übte der stundenlang weiter mit seiner Mutter.

 

Niklas trainiert den rechten Arm

Niklas hat eine rechtsseitige Lähmung. Doch akzeptieren wollte er diese Einschränkung nie. Von Beginn an motivierten ihn seine Eltern, die rechte Hand so oft es geht zu nutzen. Heute macht er das ganz selbstverständlich. Beim Basketball versucht er immer wieder, auch mit rechts zu dribbeln. Und besonders stolz ist er auf seine einarmigen Liegestütze.

 

Basketball bring Erfolgserlebnisse

Niklas hat zwei große Brüder, das war eine große Motivation für ihn. Deshalb begann er, Basketball im Verein zu spielen. Der Anfang war schwierig, doch Niklas blieb am Ball. Heute spielt er mit seinem Jahrgang in der Kreisliga und sammelt dort Erfolgserlebnisse, die ihm enorm helfen, sein Selbstbewusstsein aufzubauen.

 

Eine Epilepsie kommt hinzu

Später begann er mit dem Kartsport. Auch hier gab es Anlaufschwierigkeiten, Niklas wechselte den Verein. Mittlerweile erreicht er Podiumsplätze und qualifizierte sich sogar für die NRW-Meisterschaft. Doch sein Weg bleibt herausfordernd. In der Schule kämpft Niklas mit Konzentrationsproblemen und Aufmerksamkeitsstörungen. Seit Anfang dieses Jahres kommt eine weitere Diagnose hinzu: Epilepsie.

 

Der Kinderlotse unterstützt

„Kinder wie Niklas fallen in unserer Gesellschaft häufig durchs Netz“, erklärt seine Mutter Angela Allmann. „Manchen Regel-Anforderungen sind sie nicht gewachsen, doch in Förderangeboten sind sie unterfordert.“ Unterstützt werden Niklas und seine Familie durch den Schlaganfall-Kinderlotsen Philipp Rüffel in Bethel. 

 

Niklas ist ein Vorbild

Im November letzten Jahres erhielt der Kinderlotse hohen Besuch. Deutschlands First Lady Elke Büdenbender, Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, und Liz Mohn, Präsidentin der Schlaganfall-Hilfe, informierten sich in Bethel über seine Arbeit. Mit dabei waren Niklas und seine Mutter.  Er zeigte den Damen, wie toll sich ein Kind trotz Schlaganfall entwickeln kann. 

Sein Humor, seine Lebensfreude und sein unglaublicher Wille, immer wieder aufzustehen, machen Niklas für uns zu einem echten Vorbild.
Mutter Angela Allmann


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