Öffentlichkeit ist wichtig
Etwas Sinnvolles wollte er beruflich anstellen – und er weiß, dass er sich bei Schlaganfall-Patientinnen und -patienten häufig zwischen Ach und Weh bewegt.
Die Krankheit hat es an sich, dass sie jederzeit jeden erwischen kann.
Natürlich gebe es die bekannten Risikofaktoren – aber Nichtraucher, Nichttrinker und Gesundesser seien trotzdem nicht frei davon, einen Schlaganfall zu bekommen. Um das der Öffentlichkeit zu vermitteln, findet der Öffentlichkeit und eine Sensibilisierung der Menschen enorm wichtig.
Patienten heilen als Aufgabe
An seiner Arbeit genießt Lukas Heinze, wenn Patienten nach Monaten oder sogar Jahren wiederkommen und von ihrem Weg erzählen, auf dem sie oft eine umfassende Heilung erreicht hätten. Die Frau, die den Experten für den Motivationspreis 2026 nominiert hat, ist selbst so ein Fall: Nevena Lautenschläger-Petrovic heißt sie. 2024 kam sie nach zwei Schlaganfällen in die Reha. Zunächst war sie laufunfähig. Noch gravierender aber war die globale Aphasie – der Totalausfall ihres Sprechvermögens.
Man sollte nichts verstecken
Mithilfe ihres Logopäden habe sie sich die Sprechfähigkeit innerhalb von drei Wochen wieder zurückgeholt, „ein absoluter Wahnsinn und leider nicht der normale Durchschnitt“, betont Lukas Heinze. Vor der Entlassung appelliert der Logopäde an Patienten: „Verstecken Sie nichts. Tun Sie nicht so, als habe es die letzten Wochen nicht gegeben!“ Und er macht Mut, auch sichtbare Auffälligkeiten öffentlich zu zeigen. Damit ist der Schlaganfall bzw. dessen Folgen da, wo er passiert: inmitten der Gesellschaft.
Patienten „abholen“
An Patientin Nevena erinnert sich Lukas Heinze gut: „Ein sehr junge, sehr engagierte Patientin war das. Die war bereit, alles auszuprobieren“, sagt er. Ihr musste er nicht erklären, dass eine Aphasie nicht blöd, dumm oder doof mache. Eine Aphasie sei der Ausfall einer Funktionalität. Die lasse sich wiederherstellen, sagt Heinze. Wenn man die Patienten an Tag 1 nach dem Schlaganfall wirklich „abhole“, die grundlegenden Dinge übe und sie ermutige, sich zu bewegen.
Kassen wollen Defizite sehen
Bei seiner Arbeit sieht Lukas Heinze die Ressourcen von Patienten, die er zu erschließen versucht. In der Verhandlung mit den Krankenkassen sei allerdings immer erforderlich, die Defizite von Patienten zu benennen, um eine Reha zu begründen – und eben nicht die Potenziale.
Der Einsatz lohnt sich
Seine mustergültige Patientin Nevena Lautenschläger-Petrovic ist ihrem Logopäden ausgesprochen dankbar: Im Dialog mit den Klinikärzten hatte er den doppelten Satz an Therapiestunden herausgeholt. Und sie hat all ihre Motivation in diese Stunden gegeben. Der Einsatz hat sich gelohnt – für beide.