Eine Sepsis und acht Schlaganfälle
Vor fünf Jahren war der heute 28jährige zunächst durch eine Sepsis schwer krank. Anschließend erlitt er „gleich mehre Schlaganfälle“, wie er sagt. Erst auf Nachfrage lässt er erkennen: Es waren unfassbare acht Anfälle, die zunächst nicht erkannt worden waren. „Man weiß in dem Moment nicht, was da mit einem passiert“, sagt der so hart Getroffene, der sich an Vernichtungskopfschmerzen, Einblutungen, Entzündungen, einen epileptischen Anfall erinnert.
Erschwerte Bedingungen unter Corona
Es war die Zeit von Corona, als all das passierte, der Hausarzt habe zunächst keine richtige Diagnose getroffen, berichtet Lucas. Näheres wäre jetzt Sache der Gerichte, sagt er und konzentriert sich wieder auf die Beschreibung seines aktuellen Ist-Zustandes, bei dem Konzentration nicht immer gleichermaßen möglich ist. Gedächtnisprobleme seien geblieben – und er habe eine Lichtempfindlichkeit.
Andere vor dieser Erfahrung bewahren
Auf den ersten Blick wirkt es etwas schizophren, wenn Lucas Zimmermann sagt, dass er seine Krankheit akzeptiere, aber er die Symptome andererseits gerne verstecke. Andererseits tritt er für die Sichtbarkeit von Krankheit ein.
Ich würde gern verhindern, dass andere die gleiche Erfahrung machen, die ich machen musste. Und ich möchte auch gern diese positive Diskriminierung verhindern.
Für ihn selbst sei nicht schlimm, dass seine Situation schwer ist. Schlimm wäre, wenn er aufgeben würde.
Das Examen überfordert
Beispiel Jura-Studium: Das hatte er nach den Schlaganfällen zunächst wieder aufgenommen, musste aber für sich erkennen, dass er an Grenzen stieß. Von Klausur zu Klausur habe es zunächst gepasst, bei den Examensvorbereitungen aber erkannte er seine Einschränkungen und hörte auf. Der Traumberuf des Anwalts war dahin, Lucas wählte als leistbare Alternative die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten.
Die schönen Momente schätzen
Seine Mentalität habe ihn immer weitergetrieben, er sei ehrgeizig, ohne die frühere Prägung durch den Fechtsport hätte er das Ganze nicht überlebt, sagt Lucas Zimmermann überzeugt. Für sein Leben hat sich der junge Mann ein Motto gegeben: Er macht, was er kann – und er schätze die schönen, glücklichen Momente. Ein Motto, dass nach Langstrecke klingt.