Als Karl-Heinz Görlitz 2016 in Rente geht, rät ihm seine Frau: „Du musst jetzt etwas Soziales machen.“ Als er in der Zeitung die Ankündigung für eine Schulung zum Schlaganfall-Helfer liest, hat er seine neue Aufgabe gefunden. Schlaganfall-Helfer sind Ehrenamtliche, die Schlaganfall-Betroffene und ihre Angehörigen in der Nachsorge unterstützen. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit regionalen Partnern. Im Oberbergischen Kreis ist das die OASe - Offene Arbeit für Senioren der Stadt Wiehl.
Seit der Schulung steht Karl-Heinz Görlitz regelmäßig Schlaganfall-Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem stellt er das Projekt der Schlaganfall-Helfer in nahegelegenen Kliniken vor. Doch das ist längst nicht alles. Denn genau genommen hat der Zeitungsartikel Görlitz nicht nur eine neue Aufgabe beschert, sondern gleich zwei: Um sich auf sein neues Ehrenamt als Schlaganfall-Helfer vorzubereiten, besucht er als Gast die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Wiehl. Als deren Organisator überraschend aufhört, übernimmt er kurzerhand das Amt: „Man kann so etwas schließlich nicht sterben lassen.“
„Ich bin dafür zuständig, dass alles vernünftig läuft“, erklärt der Reichshofer seine Aufgabe. Jeden zweiten Montag im Monat trifft sich die Gruppe, meist sind zwischen 12 und 14 Teilnehmende dabei. Gemeinsame Aktivitäten wie Spieleabende oder ein Ausflug in den Zoo ergänzen das Programm. „Ich versuche alles zu organisieren, was den Mitgliedern der Selbsthilfegruppe Freude bereitet, sie allein aber nicht unternehmen würden“, so Görlitz. Neue Interessierte besucht er zunächst zu Hause, um ihnen den Einstieg in die Gruppe zu erleichtern. „Dann kennen sie beim ersten Treffen wenigstens schon eine Person“, erläutert er.
„Einfach selbstverständlich“ sei sein Engagement, findet Karl-Heinz Görlitz. Neben seinem Einsatz für Schlaganfall-Betroffene ist er zusätzlich noch im Sprecherrat der Paritätischen Selbsthilfe – Kontaktstelle Oberbergischer Kreis, als Schiedsrichter im Fußball und im Wassersport des Behindertensportvereins aktiv. Ihm ist es wichtig, an der Basis zu sein.
Sein Antrieb:
Menschen, die sich nicht selbst helfen können, unterstützen und die Freude in ihren Augen sehen.