Vom Experten zum Betroffenen

Heinz Fleck hat eine lange Reise hinter sich, im übertragenen Sinne: Er begann seine Laufbahn in einer Pflegeeinrichtung, stieg zum Pflegemanager auf, bevor er zum Pflegefall wurde. Dazwischen liegen 34 Jahre. Jetzt ist der Arnsberger zurück im Leben. 

Eine schwere Hirnblutung

Einen Freifahrtschein hatte das Leben nicht für diese Reise vorgesehen. Im Gegenteil: Der letzte Teil des Weges forderte seine enorme Willenskraft. Drei Jahre dauert diese Episode nun, seit seiner schweren Hirnblutung. Ironie des Schicksals: Die Krankheit machte ihn auf den Tag genau 34 Jahren nach seinem Einstieg in den Pflegeberuf selbst zum Pflegefall.

 

Plötzlich vor dem Nichts

Heinz Fleck war ein „Macher in der Sozialwirtschaft“, wie er selbst sagt. 16 Jahre lang war er Geschäftsführer des Schmallenbach-Verbundes im sauerländischen Fröndenberg, einem Träger von Pflegeeinrichtungen mit rund 450 Mitarbeitenden. In seiner Freizeit lief er Marathons. Er war Höchstleistungen von sich gewöhnt, bis er plötzlich vor dem Nichts stand.

 

Behandlung in Berlin

Es passierte in Berlin, im Juni 2023, auf einer Tagung. Fleck nennt es „Glück im Unglück“, dass er nach seiner Hirnblutung in Europas größter Universitätsklinik behandelt wurde. An die ersten Tage in der Charité hat er keine Erinnerungen mehr, er lag im Koma. Auch die erste Reha fand noch in Berlin statt, die zweite dann in Bad Oeynhausen. Ein halbes Jahr nach der Blutung saß er immer noch im Rollstuhl.

 

Ein mentaler Extremlauf

Den Weg zurück beschreibt der Langstreckenläufer als einen „mentalen Extremlauf“. Manche hätten ihn auf dieser Strecke im Stich gelassen, nicht aber seine Familie. „Ohne meine Frau, meine beiden Söhne mit ihren Partnerinnen und die Enkelkinder, hätte ich es niemals geschafft.“ Sie waren sein Fundament in dunklen Momenten und die Quelle für den unerschütterlichen Glauben an seine innere Stärke.

 

Die Reha geht weiter

Nach drei stationären Reha-Maßnahmen und täglichem, diszipliniertem Training im Sauerland gelang ihm gut zwei Jahre nach der Hirnblutung sein berufliches Comeback: Seit August 2025 arbeitet Heinz Fleck in Teilzeit im Homeoffice für ein Pflegeunternehmen. In diesem Sommer absolvierte er seine vierte Reha, um weiter an den neurologischen Sehstörungen und seinem Gleichgewicht zu arbeiten.

 

Wissen und Erfahrung weitergeben

„Durch den Schicksalsschlag kenne ich die Pflege nun auch aus der Sicht eines Betroffenen“, sagt der einstige Pflegemanager.

Diese Grenzerfahrung hat mein Fachwissen um tiefe Empathie und Resilienz erweitert.
Heinz Fleck

Nun möchte er sein Wissen und seine Erfahrungen aus 34 Jahren Pflege und Schwerbehinderung ehrenamtlich an Betroffene und Angehörige weitergeben. Das Konzept für seine Website „Vom Experten zum Betroffenen“ steht bereits.

 

Aufgeben ist keine Option

Verdienen will Heinz Fleck damit nichts. Er möchte helfen, Einnahmen will er spenden. Neben vielen Fakten und praktischen Tipps will er vor allem neuen Perspektiven vermitteln. Heinz Fleck über sich selbst: „Ich bin der Mutmacher, der zeigt, dass Aufgeben keine Option ist.“ 

 



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