Unermüdlich aktiv seit 35 Jahren

Ein schwerer Schlaganfall beendet 1988 Fritz Persys Laufbahn als Berufssoldat. Seitdem engagiert er sich im Kampf gegen die Krankheit. Keinen Aktionstag lässt der mittlerweile 83-Jährige aus für seine Aufklärungsarbeit.

Fritz Persy
Stefan Stricker (links von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe) und Fritz Persy

Niemand verteilt mehr Material

Alle paar Wochen ist es wieder so weit: Ein dicker Umschlag liegt im Postkasten der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Lustige Aufkleber und die bunte Beschriftung lassen gleich auf den Absender schließen: Es ist Fritz Persy aus Ellwangen. Der „Regionalkoordinator“ der Schlaganfall-Hilfe, wie er sich selbst seit Jahrzehnten nennt, schickt wieder umfangreiche Zeugnisse seiner Aufklärungsarbeit: Einen langen, handgeschriebenen Brief, in dem er berichtet, wo er seinen Infostand aufgebaut hat und wie viele Menschen er informierte, Fotos des Standes, manchmal ein Zeitungsartikel. Und stets schließt er mit einer neuen Bestellung: Wohl niemand hat in der Geschichte der Deutschen Schlaganfall-Hilfe mehr Informationsmaterial unter die Bevölkerung gebracht als Fritz Persy.

 

Selbsthilfegruppe gegründet

Seit seinem Schlaganfall ist Persy halbseitig gelähmt. Ein Rest seiner Sprachstörung ist bis heute geblieben. Dennoch scheut er keine Mühe, wenn es darum geht, andere Menschen vor einem Schlaganfall zu bewahren. Drei Jahre nach seinem eigenen Infarkt gründet er eine Selbsthilfegruppe und nennt sie „Knospe“ – als Zeichen dafür, dass ein Schlaganfall nicht das Ende bedeuten muss, sondern auch ein neuer Anfang sein kann. Er gründet einen Verein, innerhalb von zwei Jahren steigt die Zahl der Mitglieder auf 45.

 

Hohe Auszeichnung für sein Engagement

2016 schließlich – nach 25-jährigem Einsatz für die Selbsthilfe – folgt die bisher größte Anerkennung seiner Leistung. Bei einem Festakt im Ellwanger Rathaus überreicht ihm Oberbürgermeister Karl Hilsenbek die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Seine Gesundheit hat zu diesem Zeitpunkt bereits weiter gelitten. Ein Jahr später muss er schließlich die Leitung der Gruppe abgeben. 140 Mitglieder zählt der Verein zu diesem Zeitpunkt bereits.

 

Noch immer im Hintergrund aktiv

Mittlerweile hat sich der Verein aufgelöst. Doch Fritz Persy wäre nicht Fritz Persy, würde er das Geschehen tatenlos verfolgen. 2019 gründet sich die neue Selbsthilfegruppe „Phoenix“, unter seiner tatkräftigen Mithilfe. Er steht nicht mehr in der ersten Reihe, denn seine Mobilität ist mittlerweile stark eingeschränkt. Doch im Hintergrund unterstützt Fritz Persy weiter, wo er kann. Und der nächste Aktionstag ist nicht mehr lange hin. Seine Materialbestellung hat er bestimmt schon geschrieben. 



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