Dem Krebs die Stirn geboten
Die Frau ist verheiratet, lebt im lippischen Bad Salzuflen. Sie hat drei erwachsene Kinder, eine 30-Stunden-Aufgabe in der öffentlichen Verwaltung, ein hohes Gesundheitsbewusstsein. Freizeit und Beruf hat sie in Einklang gebracht, zwei Sabbatjahre in ihre berufliche Laufbahn eingebaut. Und sie ist kampferprobt: Um 1990 herum hatte sie einem Lymphdrüsenkrebs die Stirn geboten, sich geduldig die Gesundheit zurückgeholt.
Sportliche Ziele
„Ich habe viele Freunde, mache häufig Urlaub – und mein Hobby, das Wandern, ist mir wichtig“, sagt Christine Kositza. Die sportliche Frau mit den hohen Gesundheits-Ambitionen hatte sich ein nicht zu kleines Ziel gesetzt: Der „Pacific Crest Trail“ sollte es sein, eine sechs Monate dauernde Wanderung, 4.265 Kilometer von der mexikanischen bis zur kanadischen Grenze, bei der man das Zelt auf dem Rücken mit sich trägt.
Dann kam der Schlaganfall
Auf diesen Event hatte sich Christine Kositza vorbereitet, indem sie an 100 Kilometer-Wanderungen teilgenommen hatte, wie sie in Deutschland und Europa mittlerweile zum Sporttrend geworden sind. Doch dann kam 2023 der Schlaganfall. Durch ihn fiel die rechte Körperhälfte erstmal aus, der Rollstuhl ersetzte das eigene Laufen – und der Kopf vergaß vieles: Zahlen, Uhrzeiten, Termine, Worte, Fähigkeiten…
Nach Krankenhausaufenthalt, sechs Wochen Anschlussheilbehandlung und drei Wochen Reha hat sie sich schon vieles zurückgeholt. Während sie nach wie vor nervt, dass sie die Zähne mit links putzen muss, weil die rechte Hand noch nicht will. Oder dass sie eine Tablette einnehmen muss, obwohl sie gerne medikamentenfrei durchs Leben gehen möchte. Doch andere Dinge hat sie beeindruckend gut zurückgeholt. Und Christine Kositza hat wohl erkannt, dass manchmal auch das Machbare ein gutes Stück des Ziels ist.
Teilziel erreicht
Der „Pacific Crest Trail“ in seiner Gänze bleibt ihr Ziel. Aber vom großen Traum hat sie zwischenzeitlich schon mal ein Stück erwandert: 500 Kilometer von Kalifornien in Richtung Norden in drei Monaten. Die Motivation von Christine Kositza ist stark – und sie resultiert aus einer Überzeugung:
Man muss ein Ziel haben, für das man sich einsetzt.