Die Macherin mit Bildungshunger

Carmen Lange ist ein Glücksfall für Schlaganfall-Patienten. Die Frau hat einen sehr hohen Anspruch an sich selbst, beruflich immer das Beste zu geben. Voraussetzung dafür: die Bereitschaft, lebenslang zu lernen. Und diese Bereitschaft ist bei Carmen Lange fest verankert.

Carmen Lange

Mehr als 20 Jahre Neurologie

Als Krankenschwester ist sie schon seit über 20 Jahren in der Neurologie und der Stroke Unit des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) in Hamburg tätig. Dahin gekommen war sie über die klassische Pflegeausbildung. Vor gut zehn Jahren dann entschied sie sich zum Studium der Pflege und Pflegewissenschaften. Eigentlich wollte sie das immer schon, aber zu ihrer beruflichen Einstiegszeit war das Angebot noch nicht so doll – und der zweite Bildungsweg ohne Abitur war damals kaum möglich.

 

Berufsbegleitendes Studium

Carmen Lange hatte ihr Arbeitsleben ein wenig umstrukturiert und die tägliche Arbeitszeit reduziert, „so dass Kopfkapazitäten freiwurden, die auf Ideen kamen“, beschreibt sie den Anfang des Studiums. Das machte sie dann berufsbegleitend und nicht zuletzt auch, weil neue, erstmals studierte Pflegende in den Beruf kamen. Die Frage, wie sie Studierende oder eben Studierte weiter ausbilden kann, hatte sie schnell beantwortet: „Indem ich auch studiere.“

 

Studium verändert

Carmen Lange merkte schnell, dass das Studium sie veränderte, sie selbstbewusster machte. Ihre Arbeitsweise wurde eine andere, der Überblick ein weiterer, die Selbstwirksamkeit bekam eine hohe Qualität. An ihren Bachelor schloss sie mithilfe eines UKE-Stipendiums den Master an.

 

Carmen will etwas bewegen

Den Weg des Studiums übrigens war sie nicht gegangen, um sich von der Arbeit am Bett zu entfernen. Ganz im Gegenteil: Das Management interessierte sie nicht sonderlich, Carmen Lange wollte die Arbeit besser machen. Mit der gewachsenen Erfahrung und dem nunmehr akademischen Überbau kann sie „etwas bewirken, was für alle Beteiligten besser ist.“

 

Patientenkontakt steht im Vordergrund

Die entwicklungshungrige Frau ist mittlerweile eine Advanced Practice Nurse. Das „P“ sei ihr dabei wichtig, die erweiterte Pflegepraxis, die direkte Versorgung. Für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit in der Schlaganfallbehandlung sei die Weiterentwicklung der eigenen Person und der Pflege bedeutsam. „Ich bin zufriedener mit meiner Arbeit als früher“, sagt Carmen Lange. Die Sichtweise auf die Situationen, aber auch der Umgang mit den Arbeitsthemen im privaten Umfeld seien viel besser geworden.

 

Hoher Anspruch an sich selbst

Carmen Lange will sehr viel erreichen für Schlaganfall-Betroffene – und deshalb verlangt sie auch viel, nicht zuletzt von sich selbst. „Mit jedem erreichten Ziel folgt das Nächste“, sagt sie und gibt sich so die Richtung vor. Immer weiter in der eigenen Professionalität bedeutet auch immer mehr Gutes für die Patienten. 

 

Ein gelungener Arbeitstag

Gelungen ist ein Arbeitstag von Carmen Lange, wenn sie einen Patienten von der Intensivstation in die Stroke Unit begleiten konnte, der ohne Umkehr auf die Intensivstation versorgt werden kann und man frührehabilitativ arbeiten kann, um Komplikationen abzuwenden. Dafür kann sie sich Zeit nehmen, weil sie das in der von ihr erarbeiteten Konzeption so eingerichtet hat.

 

Promotion im Blick

Und dann bleibt da noch ihr ganz persönliches Ziel: Irgendwann möchte sie ein glückliches Berufsleben abschließen mit der Feststellung:

Ich habe etwas erreicht, dass es Menschen künftig besser geht.
Carmen Lange

Und dieses Ziel soll bei Erreichen eine Belohnung bekommen: Carmen Lange will eine Doktorarbeit schreiben. Und niemand, der sie kennen gelernt hat, würde auch nur einen Moment zweifeln, ob ihr die gelingt.

 

Prominente Nominierung

Ach ja, Vorgeschlagen für den Motivationspreis wurde Carmen Lange übrigens von einer Frau, die den Preis selbst schon erhalten hat: Prof. Dr. Waltraud Pfeilschifter, die 1. Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. In ihrer Nominierung schreib die prominente Neurologin über Carmen Lange: „Mit ihr würde eine Pflegefachkraft mit Herz und großem persönlichen Einsatz für die Schlaganfall-Patienten geehrt.“ 

 



: Motivationspreis 2026

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