Therapie ist nicht leicht
Die 59-jährige ist überzeugt: „Meine Patienten müssen viel aushalten. Das Leben ist hart genug, da darf die Therapie wenigstens Spaß machen.“ Trotzdem gibt es natürlich die intensive Arbeit daran, dass die Betroffenen ihre früheren Fertigkeiten möglichst gut wiedererlangen. „Die Therapie ist ja nicht leicht“, sagt Birgit Rauchfuß, aber: „Pillepalle gibt’s nicht bei mir.“
Es braucht Vertrauen
Kommunikation auf Augenhöhe, die sei ihr wichtig: „Wir sehen Patienten sehr häufig, verbringen viel Zeit mit ihnen. Da braucht‘s Vertrauen, gute Kommunikation und Wertschätzung.“
Innovative Therapien
Sowohl die Anforderungen als auch die Möglichkeiten, dem Schlaganfall wirksam zu begegnen, hätten sich im Laufe der Jahre verändert. „Es gibt viele Therapeuten, die immer noch das gleiche Zeug wie vor 30 Jahren machen“, sagt Birgit Rauchfuß. „Aber es gibt auch viel Innovatives. Wer aus seiner Komfortzone kommt, findet Möglichkeiten.“
Die Perfetti-Methode
Die Fachfrau aus Recklinghausen hat gesucht. Und sie hat gefunden: Die sogenannte Perfetti-Therapie ist eine neurokognitive Rehabilitation. Sie basiert auf der Überzeugung, dass Bewegung im Kopf entsteht, man sie also auch mental plant, bevor eine Bewegung zur Ausführung gelangt.
Es geht in meiner Praxis nicht darum, nur durchzubewegen. Vielmehr wollen wir mit Kopfarbeit nachhaltig etwas erreichen.
Viele Nominierungen
Birgit Rauchfuß ist eine, die mehr will – und die sich dafür auch über das Normalmaß hinaus in ihrer Profession engagiert. Sie habe viel Fortbildung in Italien genossen – und tatsächlich macht sie einen sehr engagierten Eindruck, wenn sie von ihrer Arbeit und von der Besonderheit der Perfetti-Therapie erzählt. „Wir suchen mittels kognitiver Fähigkeiten nach Lösungen. Einfluss zu nehmen auf die eigene, veränderte Bewegung, das ist reine Kopfarbeit.“ Und die verlangt Birgit Rauchfuß ihren Patienten so intensiv ab, dass die danach „richtig fertig sind.“ Und sie sind wohl auch sehr beeindruckt, was die Menge an Nominierungen für den Motivationspreis 2026 eindrucksvoll belegt.
Raus aus der Komfortzone
Der Schlaganfall sei nicht das Ende, sagt die Therapeutin. Das Leben gehe ja immer weiter, weshalb Patienten vor der Entscheidung stünden: Resignieren oder annehmen und weitermachen? Wer sich für Letzteres entscheidet, der wird bei Birgit Rauchfuß gefordert: „Hier muss jeder raus aus der Komfortzone und Perfetti machen.“
Therapie wie ein Medikament
Die Therapeutin selbst ist in ihrer Mission gegen den Schlaganfall rastlos: Mittlerweile hat sie 48 Videos erstellt, in denen sie auf ihre Art ihre Arbeitsweise näherbringt. Beim Betrachter wir die Rauchfuß-Überzeugung schnell zur Erkenntnis: Bewegung ist kein Zufall, sondern ein Ergebnis der Hirnarbeit. Birgit Rauchfuß ergänzt: „Meine Therapie ist wie ein Medikament. Wir zeigen das Medikament, der Patient entscheidet die Dosis.“ Alles reine Kopfsache.