Das Team Versorgungsforschung der Schlaganfall-Hilfe stellte dort aktuelle Forschungsergebnisse zu drei wichtigen Themen nach einem Schlaganfall vor: zur Beteiligung von Betroffenen an der Forschung, zur Belastung pflegender Angehöriger und zur beruflichen Wiedereingliederung.
Betroffene stärker in die Schlaganfall-Forschung einbinden
Christina Franzisket stellte eine Befragung von Leistungserbringern und Forschenden in Deutschland zum Thema „Patienteneinbindung in der Schlaganfall-Forschung“ vor. Aus Sicht der Befragten werden Betroffene bislang nicht ausreichend beteiligt – obwohl sie gute Möglichkeiten für eine stärkere Einbindung sehen.
Wie weit die Beteiligung reichen sollte, wird unterschiedlich bewertet: Die Antworten reichen von der reinen Information über Forschungsergebnisse bis hin zur Mitgestaltung von Studien. Trotz verschiedener Hürden bei der Umsetzung betonten die Befragten die Vorteile einer stärkeren Patienteneinbindung in die Forschung.
Pflegende Angehörige nach einem Schlaganfall brauchen Entlastung
Christian Voigt präsentierte Ergebnisse einer anonymen Online-Umfrage zur zeitlichen Belastung und Lebensqualität von pflegenden Angehörigen nach einem Schlaganfall. Die Ergebnisse zeigen, dass ihre Lebensqualität im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung geringer ist. Hinzu kommen häufig eigene gesundheitliche Einschränkungen und eine hohe zeitliche Belastung durch die Pflege.
Entlastungs- und Unterstützungsangebote werden noch nicht in vollem Umfang genutzt und sind teilweise unbekannt. Die Ergebnisse zeigen damit auch, wie wichtig gut erreichbare und bekannte Unterstützungsangebote für Angehörige sind.
Was die Rückkehr in den Beruf erleichtert
In einem weiteren Vortrag widmete sich Christian Voigt den Ergebnissen einer gemeinsam mit der ZNS-Stiftung durchgeführten Betroffenenbefragung zur beruflichen Wiedereingliederung nach erworbener Hirnschädigung.
Die Ergebnisse: Viele Betroffene sind in ihrer Erwerbsfähigkeit eingeschränkt und nicht mehr in der Lage, mehr als sechs Stunden täglich zu arbeiten. Als wichtige Voraussetzungen für die Rückkehr in den Beruf gaben die Befragten die frühzeitige Einbindung des Arbeitgebers, eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und eine offene Kommunikation im Kollegenkreis an.
Neu im Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung
Die Schlaganfall-Hilfe ist seit Kurzem Mitglied im Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung e. V. (DNVF). Im Rahmen des Kongresses konnte die Stiftung zum ersten Mal an einer Mitgliederversammlung teilnehmen und dort die Arbeit der Schlaganfall-Hilfe vorstellen.
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