Studie: Tenecteplase verkürzt Behandlungszeit bei Schlaganfall

Studie: Tenecteplase verkürzt Behandlungszeit bei Schlaganfall

Seit rund zwei Jahren ist der Wirkstoff Tenecteplase in Deutschland für die Behandlung eines ischämischen Schlaganfalls zugelassen. Eine große US-Studie zeigt jetzt: Mit Tenecteplase kann die Thrombolyse schneller beginnen.

Warum bei einem Schlaganfall jede Minute zählt

„Time is brain“ heißt es nach einem Schlaganfall. Je mehr Zeit bis zur Behandlung verstreicht, desto schwerer sind die Folgen. Beim Verschluss eines Hirngefäßes (ischämischer Schlaganfall) kommt seit rund 25 Jahren die Thrombolyse zum Einsatz, das ist die medikamentöse Auflösung des Gerinnsels.

 

Tenecteplase als Alternative zu Alteplase bei der Thrombolyse

Über viele Jahre gab es dafür nur einen Wirkstoff, die Alteplase. Seit rund zwei Jahren ist in Deutschland ein zweiter Wirkstoff zugelassen, die Tenecteplase. Eine große Studie in den USA mit mehr als 133.000 Patientinnen und Patienten zeigt jetzt: Tenecteplase kann den Behandlungsablauf in der Klinik beschleunigen. 

 

Der Wirkstoff verkürzt die Zeit bis zur Thrombolyse

Im Vergleich zum bisher verwendeten Medikament Alteplase erhielten Betroffene ihre Thrombolyse im Durchschnitt rund drei Minuten früher. Mussten sie anschließend für eine Katheterbehandlung in eine Spezialklinik verlegt werden, verkürzte sich auch diese Wartezeit um etwa sechs Minuten.

 

Warum Tenecteplase schneller verabreicht werden kann

Der Grund: Tenecteplase ist einfacher anzuwenden. Während Alteplase zunächst als Spritze und anschließend über eine einstündige Infusion gegeben wird, reicht bei Tenecteplase eine einzige Injektion, die nur wenige Sekunden dauert. Das spart wertvolle Zeit im Notfall. Die Studie zeigt, dass Krankenhäuser nach der Umstellung auf Tenecteplase ihre Behandlungszeiten weiter verbessern konnten.

 

Wie sicher und wirksam ist Tenecteplase?

Was bedeutet das für Betroffene? Nach aktuellem Wissensstand ist Tenecteplase genauso sicher und wirksam wie Alteplase. Deshalb wird der Wirkstoff inzwischen in den deutschen Leitlinien als Alternative empfohlen – insbesondere für Patientinnen und Patienten, bei denen zusätzlich eine mechanische Thrombektomie (Entfernung des Blutgerinnsels mit einem Katheter) geplant ist.

 

Viele Kliniken setzen den Wirkstoff bereits ein

Eine spontane Umfrage auf dem Schlaganfall-Kongress 2025 in Berlin zeigte: Viele neurologische Kliniken haben den Wechsel auf den neu zugelassenen Wirkstoff bereits vollzogen.

 



Quelle:
Deutsches Ärzteblatt, 2026: Akuter ischämischer Schlaganfall: Tenecteplase kann gegenüber Alteplase den Workflow verbessern, veröffentlicht am 3. August 2026.