Ein Schlaganfall trifft Menschen meist völlig unerwartet und bringt viele Fragen und Unsicherheiten mit sich. Die Schlaganfall-Lotsinnen leisten hier eine unschätzbare Arbeit. Dass wir dieses Angebot im Kreis Lippe haben, ist ein großer Gewinn für Betroffene und ihre Familien. Die Patenschaft übernehme ich deshalb sehr gern.
LEX LOTSEN OWL: Versorgung nachhaltig verbessern, Regelversorgung etablieren
Initiiert wurde das innovationsfondsgeförderte Projekt LEX LOTSEN OWL von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Gemeinsam mit allen Kreisen in Ostwestfalen-Lippe, der Stadt Bielefeld und den Kliniken in OWL erprobt sie, wie genau der Einsatz von Patientenlotsen am besten organisiert werden kann.
Wir möchten zeigen, dass strukturierte Lotsenmodelle die Versorgung nachhaltig verbessern können. Die Erfahrungen aus Ostwestfalen-Lippe sollen helfen, perspektivisch bundesweit tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Ziel ist es, Patientenlotsen langfristig als festen Bestandteil der Regelversorgung zu etablieren.
Eng begleitet in der Region – mehr Aufmerksamkeit durch Patenschaft
Auch regional wird das Projekt eng begleitet. „Die Lotsenarbeit zeigt, wie wichtig gute Vernetzung im Gesundheitswesen ist. Wenn medizinische, therapeutische und soziale Angebote koordiniert werden, profitieren die Patientinnen und Patienten unmittelbar“, sagt Uwe Borchers vom Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG OWL). Mit der Patenschaft des Landrats erhält das Projekt zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit.
Lotsinnen begleiten bis zu zwölf Monate nach Schlaganfall
Im Kreis Lippe begleiten die Lotsinnen Patientinnen und Patienten bis zu zwölf Monate nach einem Schlaganfall – vom Klinikaufenthalt über die Rehabilitation bis in die häusliche Nachsorge.
Sie helfen dabei,
- medizinische Informationen verständlich aufzubereiten,
- klären über Risikofaktoren auf und
- unterstützen bei organisatorischen Fragen rund um Therapie, Pflege oder Sozialleistungen.
„Die medizinische Behandlung ist nur ein Teil der Versorgung nach einem Schlaganfall. Ebenso wichtig ist eine gute Nachsorge. Die Lotsinnen sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten sowie Angehörige Orientierung bekommen und notwendige Hilfen tatsächlich ankommen“, unterstreicht Prof. Dr. Christoph Redecker, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie am Klinikum Lippe, die Bedeutung der Lotsinnen am Klinikum Lippe.
Am Standort Lemgo sind die Lotsinnen an der Stroke-Unit im Einsatz
Am Standort Lemgo, wo die bei Schlaganfällen wichtige Stroke-Unit angesiedelt ist, sind aktuell die Lotsinnen Birgit Gilke, Meike Finkler und Carola Riesenberg tätig. Seit Projektstart im Mai 2024 begleiten sie kontinuierlich Patientinnen und Patienten – derzeit rund 60 gleichzeitig, jeweils über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten.
Viele Betroffene fühlen sich nach der Entlassung aus der Klinik zunächst überfordert. Wir helfen dabei, den Überblick zu behalten, erklären Abläufe und sind eine feste Ansprechpartnerin – oft auch einfach zum Zuhören.
“Es geht darum, Menschen Sicherheit zu geben. Wenn jemand weiß, an wen er sich wenden kann, fällt der Umgang mit der neuen Lebenssituation deutlich leichter”, ergänzt ihre Kollegin Birgit Gilke.
In Kürze:
- Standort: Lemgo
- Lotsinnen: Birgit Gilke, Meike Finkler, Carola Riesenberg
- Projektstart: Mai 2024
- Begleitung: bis zu 12 Monate
- Aktuell: rund 60 Patientinnen und Patienten gleichzeitig
Das Lotsenbüro in Oerlinghausen bündelt Organisation und Qualitätssicherung
Unterstützt wird die Arbeit durch das regionale Lotsenbüro im Gesundheitszentrum des Kreises Lippe in Oerlinghausen.
Dort werden
- organisatorische Aufgaben gebündelt,
- Netzwerke gepflegt sowie
- Auswertungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen koordiniert.
Der direkte Patientenkontakt erfolgt über die Lotsinnen im Klinikum. „Unser Lotsenbüro sorgt dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Therapieeinrichtungen, Beratungsstellen und weiteren Akteuren reibungslos funktioniert. So entsteht eine stabile Versorgungsstruktur für die Region“, sagt Sabine Beine, zuständige Abteilungsleiterin beim Kreis Lippe.
Hintergrund zum Lotsenmodell
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Verstehen & VermeidenBasisinformationen zum Thema Schlaganfall
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