Starke Unterstützung für Schlaganfall-Lotsen im Kreis Lippe
© Kreis Lippe

Starke Unterstützung für Schlaganfall-Lotsen im Kreis Lippe

Mit ihrem Projekt LEX LOTSEN OWL testet die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in der Modell-Region Ostwestfalen-Lippe (OWL), wie Schlaganfall-Lotsen in die normale Gesundheitsversorgung überführt werden können. Im Kreis Lippe übernimmt nun Landrat Meinolf Haase offiziell die Patenschaft für die Lotsinnen.

Ein Schlaganfall trifft Menschen meist völlig unerwartet und bringt viele Fragen und Unsicherheiten mit sich. Die Schlaganfall-Lotsinnen leisten hier eine unschätzbare Arbeit. Dass wir dieses Angebot im Kreis Lippe haben, ist ein großer Gewinn für Betroffene und ihre Familien. Die Patenschaft übernehme ich deshalb sehr gern.
Landrat Meinolf Haase

LEX LOTSEN OWL: Versorgung nachhaltig verbessern, Regelversorgung etablieren

Initiiert wurde das innovationsfondsgeförderte Projekt LEX LOTSEN OWL von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Gemeinsam mit allen Kreisen in Ostwestfalen-Lippe, der Stadt Bielefeld und den Kliniken in OWL erprobt sie, wie genau der Einsatz von Patientenlotsen am besten organisiert werden kann.

Wir möchten zeigen, dass strukturierte Lotsenmodelle die Versorgung nachhaltig verbessern können. Die Erfahrungen aus Ostwestfalen-Lippe sollen helfen, perspektivisch bundesweit tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Ziel ist es, Patientenlotsen langfristig als festen Bestandteil der Regelversorgung zu etablieren.

 

Eng begleitet in der Region – mehr Aufmerksamkeit durch Patenschaft

Auch regional wird das Projekt eng begleitet. „Die Lotsenarbeit zeigt, wie wichtig gute Vernetzung im Gesundheitswesen ist. Wenn medizinische, therapeutische und soziale Angebote koordiniert werden, profitieren die Patientinnen und Patienten unmittelbar“, sagt Uwe Borchers vom Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG OWL). Mit der Patenschaft des Landrats erhält das Projekt zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit.

 

 

(v.l.) Susanne Aniol (Lotsenbüro Gesundheitszentrum Lügde, Kreis Lippe), Tirza Peuker (Fachgebietsleiterin Gesundheitsplanung, Kreis Lippe), Uwe Borchers (ZIG OWL), Lotsin Birgit Gilke, Marianne Petersmeier (Teamleiterin Gesundheitsplanung, Kreis Lippe), Landrat Meinolf Haase, Sabine Beine (Abteilungsleiterin Kreis Lippe), Dr. Michael Brinkmeier (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe), Dr. Kerstin Ahaus (Leiterin Gesundheitsamt Kreis Lippe), Lotsin Meike Finkler, Prof. Dr. Christoph Redecker (Direktor der Uniklinik für Neurologie und Neurogeriatrie am Klinikum Lippe), Dr. Georg Galle (Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe), Monika Depner (Lotsenbüro Gesundheitszentrum Oerlinghausen, Kreis Lippe) und Schlaganfall-Patient Frank Wiemann freuen sich über das Projekt LEX LOTSEN OWL im Kreis Lippe.




Lotsinnen begleiten bis zu zwölf Monate nach Schlaganfall

Im Kreis Lippe begleiten die Lotsinnen Patientinnen und Patienten bis zu zwölf Monate nach einem Schlaganfall – vom Klinikaufenthalt über die Rehabilitation bis in die häusliche Nachsorge

 

Sie helfen dabei, 

  • medizinische Informationen verständlich aufzubereiten, 
  • klären über Risikofaktoren auf und 
  • unterstützen bei organisatorischen Fragen rund um Therapie, Pflege oder Sozialleistungen. 

 

„Die medizinische Behandlung ist nur ein Teil der Versorgung nach einem Schlaganfall. Ebenso wichtig ist eine gute Nachsorge. Die Lotsinnen sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten sowie Angehörige Orientierung bekommen und notwendige Hilfen tatsächlich ankommen“, unterstreicht Prof. Dr. Christoph Redecker, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie am Klinikum Lippe, die Bedeutung der Lotsinnen am Klinikum Lippe.

 

 

Am Standort Lemgo sind die Lotsinnen an der Stroke-Unit im Einsatz

Am Standort Lemgo, wo die bei Schlaganfällen wichtige Stroke-Unit angesiedelt ist, sind aktuell die Lotsinnen Birgit Gilke, Meike Finkler und Carola Riesenberg tätig. Seit Projektstart im Mai 2024 begleiten sie kontinuierlich Patientinnen und Patienten – derzeit rund 60 gleichzeitig, jeweils über einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten.

Viele Betroffene fühlen sich nach der Entlassung aus der Klinik zunächst überfordert. Wir helfen dabei, den Überblick zu behalten, erklären Abläufe und sind eine feste Ansprechpartnerin – oft auch einfach zum Zuhören.
Meike Finkler, Schlaganfall-Lotsin

“Es geht darum, Menschen Sicherheit zu geben. Wenn jemand weiß, an wen er sich wenden kann, fällt der Umgang mit der neuen Lebenssituation deutlich leichter”, ergänzt ihre Kollegin Birgit Gilke.

 

In Kürze:

  • Standort: Lemgo
  • Lotsinnen: Birgit Gilke, Meike Finkler, Carola Riesenberg
  • Projektstart: Mai 2024
  • Begleitung: bis zu 12 Monate
  • Aktuell: rund 60 Patientinnen und Patienten gleichzeitig

     

Das Lotsenbüro in Oerlinghausen bündelt Organisation und Qualitätssicherung

Unterstützt wird die Arbeit durch das regionale Lotsenbüro im Gesundheitszentrum des Kreises Lippe in Oerlinghausen. 

Dort werden 

  • organisatorische Aufgaben gebündelt, 
  • Netzwerke gepflegt sowie 
  • Auswertungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen koordiniert. 

 

Der direkte Patientenkontakt erfolgt über die Lotsinnen im Klinikum. „Unser Lotsenbüro sorgt dafür, dass die Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Therapieeinrichtungen, Beratungsstellen und weiteren Akteuren reibungslos funktioniert. So entsteht eine stabile Versorgungsstruktur für die Region“, sagt Sabine Beine, zuständige Abteilungsleiterin beim Kreis Lippe.