Corona und Schlaganfall - Fragen und Antworten

Corona und Schlaganfall

Besorgte Schlaganfall-Patienten und Angehörige fragen uns, was die aktuelle Krise für sie bedeutet. Wir haben die wichtigsten Antworten hier zusammengestellt.

Gut zu wissen

: Was bedeutet das Corona-Virus (COVID-19) für mich als Schlaganfall-Betroffener?

Grundsätzlich gilt: Die meisten Menschen, die vom Corona-Virus (COVID-19) infiziert sind, erholen sich schnell. Aber einige Menschen können schwerere Symptome ausbilden, zum Beispiel eine Lungenentzündung.
Ein Schlaganfall an sich birgt zunächst kein höheres Risiko für Sie. Aber viele Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, gehören einer Risikogruppe an. Ältere und insbesondere hochbetagte Menschen verfügen über ein geschwächtes Immunsystem. Dieses kann auch durch einige Behandlungen wie eine Chemotherapie beeinflusst sein. Alle empfohlenen Schutzmaßnahmen, die man in dieser Zeit ohnehin befolgen sollte, gelten für diese Risikogruppen deshalb in ganz besonderer Weise.

Informationquellen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat die wichtigsten Hinweise für Sie zusammengestellt:



Vorerkrankungen

Hier finden Sie weitere Informationen, wenn Sie an bestimmten Vorerkrankungen leiden:



Aktuell

Ich höre immer wieder, dass es viele Falschmeldungen zum Thema Corona gibt. Bei welchen seriösen Quellen kann ich mich informieren?

Aktuelle Informationen und Daten gibt es

Akut-Versorgung

: Ist die gute Akut-Versorgung eines Schlaganfalls durch die Corona-Krise aktuell gefährdet?

Nein. Deutschland hat eines der leistungsfähigsten Gesundheitssysteme der Welt. Wir verfügen über mehr als 330 zertifizierte Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) und die meisten Intensivbetten in Europa. Darüber hinaus haben wir hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Therapeuten. Alle Krankenhäuser in Deutschland haben Notfallpläne und bereiten sich gewissenhaft auf die Situation vor. Sollen Sie oder Ihr Angehöriger akut von einem Schlaganfall betroffen sein, besteht aufgrund der Corona-Krise kein zusätzlicher Anlass zur Sorge.

: Aber ist denn nicht die Ansteckungsgefahr in der Klinik besonders hoch?

Das kann man so nicht sagen. Corona-Patienten werden isoliert, Kliniken schaffen hierfür gesonderte Bereiche. Im Normalfall werden Sie als Schlaganfall-Patient in der Klinik also nicht mit Corona-Patienten in Kontakt kommen. Ärzte und Pflegende setzen sich zwar ständig der Gefahr aus, schützen sich aber auch besonders davor.

Reha und Nachsorge

: Ist die stationäre Rehabilitation nach einem Schlaganfall durch die Corona-Krise aktuell beeinflusst?

In Teilen ja, wobei die Situation regional sehr unterschiedlich sein kann. Rehabilitationsreinrichtungen nehmen teilweise keine neuen Patienten auf, weil sie Kapazitäten für eine mögliche Ausweitung der Corona-Krise freihalten. Das gilt offensichtlich insbesondere für die Frührehabilitation (Phase B), in der Patienten teilweise noch beatmungspflichtig sind. Die Entwicklung kann dazu führen, das prinzipiell rehabilitationsfähige Patienten länger als üblich in der Akutklinik verbleiben müssen. Vereinzelt verlangen Rehabilitationskliniken auch einen Corona-Test, bevor sie einen Patienten aus der Akutklinik übernehmen.

: Ist die häusliche Nachsorge für mich als Schlaganfall-Patient aktuell beeinflusst?

Die Situation in den Arztpraxen ist momentan angespannt. Ohne besonderen Grund sollte sich ohnehin kein Patient der Gefahr einer Ansteckung in einer Praxis aussetzen, die auch unter normalen Umständen gerade während der „Grippesaison“ besteht. Vor dem Praxisbesuch sollten Patienten zunächst dort anrufen.

Ärztliche Beratung: Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Evangelisches Klinikum Bethel, Bielefeld)

Soziale Kontakte

: Die Informationen über das Coronavirus machen mir Angst. Außerdem fällt es mir sehr schwer, ausgerechnet in dieser Zeit auf soziale Kontakte zu verzichten. Was kann ich tun?

Das Corona-Virus versetzt Menschen weltweit in eine Ausnahmesituation. Das trifft erst recht zu, wenn man selbst zur Risikogruppe zählt. Jeder muss für sich einen Weg finden, die zahlreichen Informationen zur aktuellen Situation zu verarbeiten und mit der häuslichen Isolation umzugehen. So kann es zum Beispiel helfen, einen festen Tagesrhythmus einzuhalten, soziale Kontakte durch (Video-)Telefonate aufrecht zu erhalten und seinen Medienkonsum zu begrenzen.

Welche psychologischen Hilfen für Einzelpersonen und Familien dazu beitragen, die kommende Zeit gut zu überstehen, haben Mitarbeiter der Psychologischen Hochschule in Berlin zusammengefasst.

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Service

: Leben nach Schlaganfall – was gibt es Wissenswertes darüber hinaus?

Grundlegende Informationen und praktische Ratschläge zum Leben nach einem Schlaganfall finden Sie auf unserer Website. Finden Sie hier nicht die gewünschte Informationen, können Sie sich telefonisch oder per Mail an unser Service- und Beratungszentrum wenden.

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