Corona und Schlaganfall - Fragen und Antworten

Corona und Schlaganfall

Besorgte Schlaganfall-Patienten und Angehörige fragen uns, was die Pandemie für sie bedeutet. Wir haben die wichtigsten Antworten hier zusammengestellt.

Gut zu wissen

: Was bedeutet das Corona-Virus (COVID-19) für mich als Schlaganfall-Betroffener?

Grundsätzlich gilt: Die meisten Menschen, die vom Corona-Virus (COVID-19) infiziert sind, erholen sich schnell. Aber einige Menschen können schwerere Symptome ausbilden, zum Beispiel eine Lungenentzündung. Auch andere Organe können geschädigt werden und bei einigen Patienten treten neurologische Symptome auf.
Ein Schlaganfall an sich birgt zunächst kein höheres Risiko für Sie. Aber viele Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, gehören einer Risikogruppe an. Ältere und insbesondere hochbetagte Menschen verfügen über ein geschwächtes Immunsystem. Dieses kann auch durch einige Behandlungen wie eine Chemotherapie beeinflusst sein. Alle empfohlenen Schutzmaßnahmen, die man in dieser Zeit ohnehin befolgen sollte, gelten für diese Risikogruppen deshalb in ganz besonderer Weise.



: Kann eine Infektion mit dem Corona-Virus Schlaganfälle auslösen?

Schwere Infektionen, auch zum Beispiel eine Grippe, können das Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko erhöhen. Inzwischen weiß man, dass auch COVID-19 neurologische Erkrankungen auslösen kann, darunter auch Schlaganfälle.

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: Was sollten Schlaganfall-Betroffene über die Impfung wissen?

In Deutschland werden die Menschen seit Ende Dezember 2020 geimpft. Die Priorisierung ist mittlerweile aufgehoben. Jeder und jede, die möchten, können zeitnah geimpft werden. Nur durch eine hohe Impfquote werden die Folgen der Pandemie kontrollierbar.

Mehr Informationen zur Impfung für Schlaganfall-Betroffene

Informationsquellen

Im Internet finden Sie eine Fülle von Informationen zu Covid-19, leider nicht immer gute. Wir haben Ihnen seriöse Quellen zusammengestellt, denen Sie vertrauen können.

Hier finden Sie weitere Informationen, wenn Sie an bestimmten Vorerkrankungen leiden:

Aktuelle Informationen und Daten gibt es

Akut-Versorgung

: Ist die gute Akut-Versorgung eines Schlaganfalls durch die Corona-Krise aktuell gefährdet?

Nein. Deutschland hat eines der leistungsfähigsten Gesundheitssysteme der Welt. Wir verfügen über mehr als 330 zertifizierte Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) und die meisten Intensivbetten in Europa. Darüber hinaus haben wir hochqualifizierte Ärztinnen und Ärzte, Pflegende und Therapeuten. Alle Krankenhäuser in Deutschland verfügen über Notfallpläne und haben sich in den vergangenen Wochen gewissenhaft auf die Situation vorbereitet. Sollten Sie oder Ihr Angehöriger akut von einem Schlaganfall betroffen sein, besteht aufgrund der Corona-Krise derzeit kein zusätzlicher Anlass zur Sorge.

: Aber ist denn nicht die Ansteckungsgefahr in der Klinik besonders hoch?

Das kann man so nicht sagen. Corona-Patienten werden isoliert, Kliniken schaffen hierfür gesonderte Bereiche. Im Normalfall werden Sie als Schlaganfall-Patient in der Klinik also nicht mit Corona-Patienten in Kontakt kommen. Ärzte und Pflegende setzen sich zwar ständig der Gefahr aus, schützen sich aber auch besonders davor.

: Thrombektomie ohne Einbußen

Die akute Schlaganfall-Versorgung war in der ersten Phase der Pandemie nicht in Gefahr. Eine Auswertung von Daten zeigt jetzt, dass auch Thrombektomien ohne Einbußen durchgeführt wurden.

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: Neue Leitlinie für Covid-19

Galt Covid-19 anfangs noch als reine Lungenkrankheit, häuften sich Beobachtungen, nach denen das Virus auch zu neurologischen Folgen führen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) fordert die Beteiligung von Neurologen an der Behandlung von Covid-19-Patienten.

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: Stresstest bestanden

Das deutsche Gesundheitswesen hat den ersten „Stresstest Corona-Krise“ bestanden. Das gilt auch für die Schlaganfall-Versorgung, wie ein internationaler Vergleich zeigt.

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Ärztliche Beratung: Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Evangelisches Klinikum Bethel, Bielefeld)

Therapie

: Kann ich meine ambulanten Therapien fortsetzen?

In der ersten Phase des Lockdowns war die ambulante Therapie stark betroffen, wie unsere Umfrage unter Schlaganfall-Patienten zeigte. Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt. Wenn Sie zu einer besonderen Risikogruppe zählen, können Sie mit Ihren Therapeuten auch besprechen, ob Alternativen zu einer Behandlung vor Ort angeboten werden – zum Beispiel Sitzungen über Skype, per Videotelefonie oder verstärktes Eigentraining.
Fitness-Studios dürfen ihre Programme für Reha-Sport fortsetzen – auch, wenn eine Schließung der Studios für Freizeitsportler angeordnet wird. Informieren Sie sich ggf. in Ihrem Studio über die aktuelle Situation.



: Was kann ich machen, wenn ich derzeit lieber nicht zur ambulanten Therapie gehen möchte?

Therapien nach dem Schlaganfall sind ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge – vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach dem Schlaganfall, aber auch darüber hinaus. Deswegen müssen Sie abwägen, ob Sie die Therapiesitzungen wahrnehmen möchten oder nicht. Unabhängig von der aktuellen Corona-Situation ist es immer hilfreich, zu Hause zu trainieren. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Therapeuten, welche Übungen Sie zu Hause ausführen können und setzen Sie diese eigenständig und regelmäßig um.



Wie kann ich zu Hause aktiv bleiben?

: Neuropsychologische Therapie in der Corona-Krise

Funktioniert kognitives Training daheim, ohne therapeutische Begleitung? In einigen Bereichen ja, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, meint die Leipziger Neuropsychologin Juliane Weicker.

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Juliane Weicker

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Kinder und Junger Mensch

Bei Kindern verläuft eine Corona-Infektion meist harmlos. Gehören Kinder mit Schlaganfall dennoch zur Risikogruppe?

Das Risiko für Kinder, durch das Corona-Risiko schwer zu erkranken, ist sehr gering – daran ändern auch eventuelle Schlaganfall-Folgen wie eine halbseitige Lähmung nichts. Es gibt allerdings individuelle Ausnahmen. Da eine Lungenentzündung auch das Herz belastet, können unter anderem Kinder mit Herzerkrankungen oder Herzfehlern ein erhöhtes Risiko haben. Das gilt auch für Kinder, die bestimmte Medikamente einnehmen, die die Abwehrkräfte schwäche, zum Beispiel Kortison. Kinder, die durch den Schlaganfall im Rollstuhl sitzen oder bettlägerig sind, haben eine weniger gut trainierte Lunge und deswegen ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Ärztliche Beratung: Dr. Roland Sträter (Oberarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Münster)

Sind Moyamoya-Patienten bei Corona besonders gefährdet?

Experte Prof. Dr. Markus Krämer gibt Tipps für Moyamoya-Patienten.

 

Soziale Kontakte

: Die Informationen über das Coronavirus machen mir Angst. Außerdem fällt es mir sehr schwer, ausgerechnet in dieser Zeit auf soziale Kontakte zu verzichten. Was kann ich tun?

Das Corona-Virus versetzt Menschen weltweit in eine Ausnahmesituation. Das trifft erst recht zu, wenn man selbst zur Risikogruppe zählt. Jeder muss für sich einen Weg finden, die zahlreichen Informationen zur aktuellen Situation zu verarbeiten und mit der häuslichen Isolation umzugehen. So kann es zum Beispiel helfen, einen festen Tagesrhythmus einzuhalten, soziale Kontakte durch (Video-)Telefonate aufrecht zu erhalten und seinen Medienkonsum zu begrenzen.

Welche psychologischen Hilfen für Einzelpersonen und Familien dazu beitragen, die kommende Zeit gut zu überstehen, haben Mitarbeiter der Psychologischen Hochschule in Berlin zusammengefasst.

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Das Tool „iFightDepresssion“, das Betroffene mit Depressionen im Alltag helfen soll, ist normalerweise nur mit Begleitung eines Arztes oder Psychotherapeuten nutzbar. Da dies aufgrund der Corona-Pandemie nicht immer möglich ist, ist das Programm für eine sechswöchige Nutzung auch ohne professionelle Begleitung freigeschaltet.

Hier finden Sie weitere Infos


: Ich traue mich derzeit nicht mehr aus dem Haus bzw. stehe unter Quarantäne. Wer kann die Einkäufe, den Gang zur Apotheke oder das Gassi gehen mit dem Hund für mich übernehmen?

Unzählige Menschen deutschlandweit, sind bereit, anderen durch diese schwierige Zeit zu helfen. Bitte trauen Sie sich, andere um Hilfe zu bitten, wenn Sie selbst gewisse Tätigkeiten nicht mehr übernehmen können oder wollen! Verlassen Sie keinenfalls die Wohnung, falls Sie unter Quarantäne stehen. Falls Familie und Freunde nicht einspringen können, gibt es viele Möglichkeiten, Hilfe zu finden.

1. Fragen Sie die Nachbarn in Ihrem Haus bzw. im Haus nebenan oder hängen Sie einen Zettel auf. Vielleicht hat sogar bereits ein Nachbar von sich aus einen Notiz in den Hausflur gehangen, dass er seine Hilfe anbietet.

2. Informieren Sie sich vor Ort in Ihrer Stadt oder Gemeinde nach Angeboten. Viele Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände, Vereine und andere Organisationen organisieren derzeit lokale Nachbarschaftshilfen. Auch die Tageszeitungen berichten darüber.

3. Mehrere Internetplattformen vermitteln Nachbarschaftshilfen:
www.nebenan.de, Hotline 0800-866 55 44
wirhelfen.eu
www.quarantaenehelden.org
www.nachbarschaftshilfe.nrw (nur für NRW)

4. Wer einen Facebook-Account hat kann unter Stichworten wie „Coronahilfe“, „Einkaufshilfe“, „Nachbarschaftshilfe“ etc. und unter Eingabe seiner Region entsprechende Gruppen finden. Diese gibt es inzwischen für zahlreiche Städte und Gemeinden.

Bei jeder Hilfe sollten die allgemeinen Hygieneregeln eingehalten werden, u.a. ein Mindestabstand von 1,5 Metern oder mehr. Sollte sich ein direkter Kontakt nicht vermeiden lassen, z.B. aufgrund einer Geldübergabe, unmittelbar danach gründlich die Hände waschen.

Medikamente

: Ich möchte aus Vorsicht Arztbesuche so weit wie möglich vermeiden. Welche Möglichkeiten gibt es?

Für niedergelassene Ärzte gibt es aufgrund der derzeitigen Pandemie zahlreiche Sonderregelungen, die allerdings jeweils nur begrenzt gültig sind.

Aktuell gilt derzeit unter anderem (bis 30. September 2021):

  1. Eine telefonische Beratung ist bei bereits bekannten Patienten in vielen Fällen möglich.
  2. Eine Krankschreibung ist für Patientinnen und Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen ggf. telefonisch für bis zu sieben Kalendertage möglich.
  3. Folgeverordnungen sind nach telefonischer Rücksprache möglich. Diese werden per Post zugestellt.
  4. Video-Sprechstunden können – vor allem bei chronisch erkrankten Menschen – helfen, Kontakte zu vermeiden.
  5. Verordnungen von Heilmitteln verlieren nicht ihre Gültigkeit, wenn die Behandlung länger als 14 Tage unterbrochen wird.

Die aktuellen Regelungen sind bundesweit gültig. Sie finden diese unter anderem auf den Seiten der regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen: Sonderregelung für die ambulante Versorgung | KVWL - Corona

 

: Ich habe gehört, dass meine Medikamente den Verlauf des Corona-Virus verschlechtern können. Was soll ich tun?

Derzeit sind Gerüchte im Umlauf, wonach bestimmte Medikamente beziehungsweise Wirkstoffe für einen schwereren Verlauf einer Corona-Infektion verantwortlich sein sollen. Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Beweise, die diese Behauptungen stützen. Setzen Sie daher unter keinen Umständen Ihre Medikamente eigenständig ab, sondern halten Sie bei Fragen Rücksprache mit Ihrem Arzt.

: Gibt es inzwischen Medikamente gegen Corona?

Die Forschung nach Medikamenten gegen das Corona-Virus läuft weltweit auf Hochtouren. Die Mediziner haben in den vergangenen Monaten immer mehr Erfahrung mit der Behandlung des Virus gesammelt und die Behandlungsmethoden weiter verbessert. Auch einige deutsche Kliniken beteiligen sich an entsprechenden Studien. Ein bewiesener Maßen wirksames Medikament gegen die Erkrankung gibt es noch nicht, es gibt allerdings vielversprechende Entwicklungen.

Mund-Nasen-Schutz

Mund-Nasen-Schutz richtig tragen

  • Vor dem Anziehen der Maske gründlich die Hände waschen
  • Die Maske möglichst nicht an der Innenseite berühren.
  • Die Maske immer mit über die Nase ziehen, nicht nur über den Mund.
  • Die Maske sollte vor allem an der Nase, aber auch insgesamt eng anliegen.
  • Die Maske nach Durchfeuchtung bzw. nach jedem Gebrauch wechseln.
  • Beim Abnehmen nicht die Vorderseite berühren, sondern die Bänder/Gummis anfassen.
  • Nach der Abnahme gründlich die Hände waschen
  • Die Maske bei mindestens 60 Grad waschen.

Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht

Es hängt u.a. von den aktuellen Inzidenzwerten ab, in welchen Bereichen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, z.B. in Geschäften oder öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Regel ist damit ein medizinischer Mund-Nasenschutz oder eine FFP2-Maske gemeint. Bitte informieren Sie sich über die aktuellen Regelungen bei Ihnen vor Ort.

    Wie Masken das Gegenüber schützen können und wo sie getragen werden müssen, erklärt die Bundesregierung.

    Hand-Hygiene

    : Händewaschen mit Halbseitenlähmung

    Gemeinsam mit Experten der Aatalklinik hat die Schlaganfall-Hilfe Tipps für die Hand-Hygiene für Menschen mit einer Halbseitenlähmung zusammengestellt.

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    Unterstützen Sie uns

    Wir sind in Krisenzeiten für die Menschen da

    : Wir sind in Krisenzeiten für die Menschen da

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    Service

    : Leben nach Schlaganfall – was gibt es Wissenswertes darüber hinaus?

    Grundlegende Informationen und praktische Ratschläge zum Leben nach einem Schlaganfall finden Sie auf unserer Website. Finden Sie hier nicht die gewünschte Informationen, können Sie sich telefonisch oder per Mail an unser Service- und Beratungszentrum wenden.

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