Stress reduzieren mit Achtsamkeit

Stress gehört zum Leben und lässt sich nicht immer vermeiden. Problematisch wird er, wenn die Anspannung zum Dauerzustand wird. 

Warum chronischer Stress auch das Schlaganfall-Risiko erhöhen kann und wie Ihnen Achtsamkeit dabei hilft, mehr Ruhe in den Alltag zu bringen, erklärt Ihnen unser Präventions-Experte Bastian Henschke.

 

Bastian Henschke

Bastian Henschke ist Präventions-Experte der Schlaganfall-Hilfe.

 

  • Warum kann Stress zum Gesundheitsrisiko werden?

Kurzfristiger Stress ist eine ganz natürliche Reaktion. In belastenden Situationen schüttet der Körper Stresshormone wie Adrenalin und Kortisol aus. Dadurch steigen Herzschlag und Blutdruck, die Muskeln spannen sich an und der Körper stellt schnell Energie bereit. So können wir für kurze Zeit besonders leistungsfähig sein. Problematisch wird es, wenn diese Alarmbereitschaft über längere Zeit anhält und Erholungsphasen fehlen. Denn chronischer Stress kann Puls und Blutdruck dauerhaft erhöhen. Das fördert die Entstehung von Arteriosklerose und das Risiko für einen Schlaganfall steigt.

 

  • Wie kann Achtsamkeit gegen Dauerstress helfen?

Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment zu richten – etwa auf den eigenen Atem oder Körperempfindungen – und das Wahrgenommene nicht sofort zu bewerten. Mit einem regelmäßigen Achtsamkeitstraining, zum Beispiel mit einem MBSR-Programm, können Sie Ihr Stresslevel langfristig senken. Denn bei mentalen Entspannungsübungen wird der Parasympathikus aktiviert – der Teil unseres Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist. Herzschlag und Atmung verlangsamen sich, die Muskelspannung nimmt ab.

 

  • Was genau ist MBSR?

MBSR ist eine Abkürzung für „Mindfulness-Based Stress Reduction“. Übersetzt bedeutet das „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“. MBSR verbindet verschiedene Achtsamkeitsübungen wie Atemübungen, Body Scan und sanftes Yoga, um Stress zu verringern. Auch Achtsamkeit bei alltäglichen Aktivitäten wie Gehen oder Essen gehört dazu. Kennenlernen können Sie MBSR in einem achtwöchigen Gruppen-Programm. Sie müssen aber nicht gleich ein umfangreiches Programm beginnen, um Achtsamkeit auszuprobieren. Einfache Übungen für den Start finden Sie im Internet oder in Fachbüchern.