So können Frauen ihr Schlaganfall-Risiko senken

Bei Frauen ist nicht alles anders – einiges aber schon! Das gilt auch für ihre Risikofaktoren. Wenn Frauen sie kennen, können sie einem Schlaganfall aktiv vorbeugen.

Viele Risikofaktoren für einen Schlaganfall betreffen Frauen und Männer gleichermaßen. Einige Faktoren sind bei Frauen jedoch häufiger, wirken stärker oder hängen mit bestimmten Lebensphasen zusammen – etwa Schwangerschaft, hormoneller Verhütung oder den Wechseljahren.

 

Die typischen Risikofaktoren für einen Schlaganfall betreffen Frauen und Männer. Viele betreffen den Lebensstil: Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Stress und Übergewicht erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Auch Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Vorhofflimmern erhöhen die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, ebenso eine Migräne mit Aura. Als Aura werden bestimmte Sinnesstörungen bezeichnet, die vor den Kopfschmerzen auftreten können, zum Beispiel Seh-, Sprach- oder Gefühlsstörungen.

 

 

Welche Risikofaktoren bei Frauen besonders wichtig sind

Doch bei diesen Faktoren gibt es auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

  • Stress kann sich bei Frauen und Männern unterschiedlich auswirken.
  • Von einer Migräne mit Aura sind Frauen häufiger betroffen. Und manche Vorerkrankungen wirken sich bei Frauen stärker aus als bei Männern: So ist das Schlaganfall-Risiko bei Frauen mit einer Diabetes-Erkrankung 25 Prozent als bei betroffenen Männern.
  • Bei Vorhofflimmern kann, abhängig von der Ursache, das Risiko bei betroffenen Frauen sogar nahezu doppelt so hoch sein.

 

Dazu kommen geschlechtsspezifische Risikofaktoren: 

  • So steigt das Schlaganfall-Risiko während der Schwangerschaft durch Erkrankungen wie Präeklampsie und Bluthochdruck.
  • Durch die Einnahme von Hormonpräparaten zur Empfängnisverhütung, also Präparaten mit Östrogen und Gestagen, verdreifacht sich das Risiko fast.
  • Besonders riskant ist die „Pille“ für Raucherinnen und Bluthochdruck-Patientinnen.
  • Eine Hormonersatztherapie während der Wechseljahre kann das Schlaganfall-Risiko um 30 Prozent erhöhen. Das Schlaganfall-Risiko hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen, Präparat, Dosierung, Einnahmeweg und Zeitpunkt des Beginns ab.

 

Warum Alter und Lebenssituation eine Rolle spielen

Das Schlaganfall-Risiko steigt mit dem Alter – und Frauen leben im Durchschnitt länger. Deshalb erleben Frauen Schlaganfälle häufiger in einem höheren Lebensalter.

 

Auch ihre soziale Situation kann das Schlaganfall-Risiko beeinflussen. Frauen sind im höheren Alter häufiger alleinlebend. Hinzu kommt ein durchschnittlich niedrigerer Ausbildungsstand sowie ein niedrigeres Einkommen als Männer. 

 

Die gute Nachricht: Viele dieser Risikofaktoren lassen sich durch einen veränderten Lebensstil oder eine Behandlung mit Medikamenten gut beeinflussen. Um einem Schlaganfall vorzubeugen, sollten Frauen daher regelmäßig ihre Früherkennungs- Untersuchungen wahrnehmen und ärztlich empfohlene Therapien umsetzen. Außerdem ist ein gesunder Lebensstil wichtig. Er kann zum Beispiel bei manchen Frauen helfen, Migräne-Auslöser zu verringern und das allgemeine Gefäßrisiko zu senken. Dazu gehören ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf Rauchen, ein möglichst geringer Alkoholkonsum sowie Stressabbau.

 

Quellen:



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Dieser Artikel gehört zu unserem Gesundheitsmagazin-Schwerpunkt „Frauen und Schlaganfall“. Auf der Übersichtsseite finden Sie alle Beiträge zu Symptomen, Risikofaktoren, Vorbeugung, Behandlung und persönlichen Erfahrungen.

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