Stellten den Jahresbericht der Schlaganfall-Hilfe vor (von links): Pressesprecher Mario Leisle, stellv. Vorstandsvorsitzende Sylvia Strothotte und Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Brinkmeier.

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe wird ihre Reichweite weiter vergrößern

1,6 Millionen Menschen suchten im Jahr 2025 Rat auf der Website der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. In dieser Woche stellte die 1993 von Liz Mohn gegründete Stiftung ihren Jahresbericht vor – und damit auch ihre ambitionierten Ziele für 2026.

Immer mehr Menschen überleben

Die akute Versorgung von Menschen mit Schlaganfall läuft in Deutschland auf höchstem Niveau. Als Liz Mohn 1993 die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gründete, gab es noch keine spezialisierte Schlaganfall-Versorgung in Deutschland. Bis Ende 2025 hat die Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft 356 Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) zertifiziert. Eine Erfolgsstory ohnegleichen: Fast doppelt so viele Menschen überleben heute einen Schlaganfall wie noch vor 30 Jahren.

 

Fokus auf die Nachsorge

Insbesondere in der Schlaganfall-Nachsorge hat die Stiftung ihre Aktivitäten deutlich verstärkt. 

  • Mit ihrem Förderfonds unterstützt sie Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland. 
  • Mehr als 900 ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer hat sie ausgebildet. 
  • Ein spezielles Förderprogramm ermöglicht Sportvereinen die Gründung von Rehasportgruppen für Schlaganfall-Betroffene. 
  • Und ihrem Programm “Qualifizierte Hilfsmittelberatung nach Schlaganfall” sind bereits 33 Sanitätshaus-Unternehmen in Deutschland beigetreten, die ihre Mitarbeitenden dafür schulen lassen.

 

Patientenlotsen sind ein Leuchtturmprojekt

Einen Meilenstein setzt die Stiftung mit ihrem Leuchtturmprojekt Patientenlotsen. Das vom Innovationsfonds des Bundes mit rund 7 Millionen Euro geförderte Modellprojekt LEX LOTSEN OWL erprobt derzeit in Ostwestfalen-Lippe unterschiedliche Möglichkeiten, wie man Patientenlotsen in das Gesundheitssystem integrieren kann. Es ist bundesweit das einzige Lotsen-Projekt, das diagnoseübergreifend angelegt ist. Neben dem Schlaganfall werden hier auch Herzpatientinnen und -patienten versorgt. Damit möchte die Stiftung den Nachweis erbringen, dass ihr Lotsenmodell unabhängig von der Grunderkrankung auf alle komplexen, chronischen Erkrankungen anwendbar ist. Das große Ziel bleibt die Einführung von Patientenlotsen in die Regelversorgung.

 

Hilfen für Kinder und ihre Familien

Ein Herzensanliegen von Liz Mohn ist die Versorgung schlaganfallbetroffener Kinder. Die großzügige Unterstützung der „Stiftung RTL Wir helfen Kindern e.V.“ in Höhe von 818.000 Euro ermöglicht im Jahr 2026 eine große Informationsoffensive, um betroffene Familien und medizinisches Fachpersonal besser aufzuklären. Dazu zählt eine Reihe von Videos mit Mutmacher-Geschichten und Experten-Interviews, Aufklärungsbroschüren und eine Community-Plattform für den Erfahrungsaustausch.

 

Mehr Reichweite durch Website-Relaunch

Im Jahr 2026 wird die Stiftung einen Relaunch ihrer Website durchführen, um künftig noch mehr Betroffene zu erreichen. Zuletzt besuchten 1,6 Millionen Menschen jährlich die Seite. Der anstehende Relaunch wird die Website barrierefreier machen und durch eine KI-unterstützte Suche wesentlich nutzerfreundlicher.

 

Notfall Schlaganfall im Blick

Der Schlaganfall ist immer zeitkritisch. Noch immer kommen viele Patientinnen und Patienten zu spät für eine wirksame Behandlung in die Klinik. Mehr als 100.000 Menschen haben bisher die kostenlose FAST-Test-App der Stiftung heruntergeladen. Sie ermöglicht Laien die Prüfung eines Schlaganfall-Verdachts. 2026 soll die App zum BE-FAST-Test erweitert werden. Neben Lähmungen und Sprachstörungen berücksichtigt dieser Test auch Gleichgewichts- und Sehstörungen.

 

Aktionstage rücken unsichtbare Folgen und Angehörige in den Fokus

Zwei große Aktionstage greifen in diesem Jahr Themen auf, die in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsent sind. Am bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai geht es unter dem Motto „Ich spüre was, was du nicht siehst“ um die unsichtbaren, neuropsychologischen Folgen des Schlaganfalls. 80 Prozent der Patienten sind von ihnen betroffen. Und zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober lenkt die Stiftung den Fokus auf die Angehörigen. Im Mittelpunkt stehen die Erkenntnisse der ersten, bundesweiten Angehörigenbefragung der Schlaganfall-Hilfe.

 

Jahresbericht als Download und Print

Auf 40 Seiten fasst der Jahresbericht alle Aktivitäten der Stiftung komprimiert und übersichtlich zusammen und berichtet transparent über die Verwendung von Spenden. Sie können ihn an dieser Stelle herunterladen oder in unserem Medien- und Warenkorb bestellen.

 

Stellten den Jahresbericht der Schlaganfall-Hilfe vor (von links): Pressesprecher Mario Leisle, stellv. Vorstandsvorsitzende Sylvia Strothotte und Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Brinkmeier.