REHACARE 2026: Neuheiten rund um Mobilität, Hilfsmittel und Teilhabe

REHACARE 2026: Neuheiten rund um Mobilität, Hilfsmittel und Teilhabe

Mit der REHACARE 2026 verwandelte sich Düsseldorf Ende September wieder in einen internationalen Treffpunkt für ein selbstbestimmtes Leben. Wir haben uns auf der Messe nach neuen Hilfsmitteln, Angeboten und Entwicklungen umgesehen, die für Menschen nach einem Schlaganfall und ihre Angehörigen interessant sein können.

Fahrzeugumbau für Menschen im Rollstuhl

Ein Messeschwerpunkt lag erneut auf dem Thema Mobilität. Paravan, Experte für individuelle Fahrzeugumbauten, präsentierte als Deutschland-Premiere den VW New Caravelle Extended. Der Umbau punktet mit einem tiefergelegten Fahrzeugboden, der Menschen im Rollstuhl viel Bewegungsfreiheit bietet.

 

Das Fahrzeug ermöglicht den Transport von zwei Rollstuhlfahrerinnen oder -fahrern gleichzeitig – jeweils ein Platz befindet sich auf der Fahrer- und auf der Beifahrerposition. Das Modell kann mit dem Paravan Fahr- und Lenksystem Space Drive sowie verschiedenen Eingabegeräten ausgestattet werden.

 

Dreiräder mit Hilfsmittelnummer

Für Menschen, die kein herkömmliches Fahrrad nutzen können, zeigte die Hase Bikes GmbH aus Waltrop zwei Dreiräder mit Hilfsmittelnummer: das Kettwiesel ONE REHA und das Kettwiesel ONE UP REHA. Beide Modelle können damit ärztlich verordnet werden.

 

Die Dreiräder unterscheiden sich vor allem durch ihren Lenker. Während das Kettwiesel ONE UP REHA mit seinem Obenlenker stärker an ein klassisches Fahrrad erinnert, erleichtert das Kettwiesel ONE REHA durch einen Untenlenker das Ein- und Aussteigen. Außerdem ermöglicht das Modell eine entspannte Haltung von Armen, Schultern und Nacken.

 

Handorthese für Kinder: erster Prototyp vorgestellt

HKK Bionics ist für seine exomotion® hand one bekannt. Die motorisierte Orthese soll trotz gelähmter Hand einfache Greifvorgänge ermöglichen. Ein Sensor auf der Haut erfasst dafür die Muskelsignale.

 

Bislang ist das Hilfsmittel nur für Erwachsene erhältlich. Auf der REHACARE zeigte das Unternehmen nun einen ersten Prototyp für Kinder. Die Testphase soll bald starten.

 

Arbeiten mit chronischer Erkrankung

Die Universität zu Köln und die BAG Selbsthilfe stellten die Anfang des Jahres erschienene „Handlungshilfe für Mitarbeitende mit chronischer Erkrankung und Unternehmen“ vor. Sie ist aus dem vom BKK Dachverband geförderten Projekt „AmiChro – Arbeiten mit chronischer Erkrankung“ hervorgegangen.

 

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit chronischer Erkrankung finden darin Informationen und Reflexionsangebote, die ihnen helfen sollen, ihre Erkrankung mit der Berufstätigkeit zu vereinbaren. Unternehmen erhalten Tipps, wie sie den Arbeitsalltag für Menschen mit chronischer Erkrankung verbessern können.

 

Einhandtastatur für Menschen mit Bewegungseinschränkungen

Die nach Herstellerangabe einzige Tastatur mit deutscher Hilfsmittelnummer präsentierte die TiPY GmbH aus Österreich. Ihre Einhandtastatur soll Menschen mit einseitiger Bewegungseinschränkung eine effiziente Computernutzung ermöglichen.

 

Sie ist sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand bedienbar und bietet eine alternative Maussteuerung über zwei Maustasten mit Scrollfunktion. Dank einer aktuellen Erweiterung ist die TiPY-Tastatur nun in vier verschiedenen Hintergrundfarben und mit einem erweiterten Trainingsprogramm erhältlich.

 

Schlaganfall-Selbsthilfe auf der REHACARE

Auch die Schlaganfall-Selbsthilfe war auf der diesjährigen REHACARE stark vertreten. Ein breites Informationsangebot und die Möglichkeit zum Perspektivwechsel mittels Alterssimulationsanzug gab es am Stand des Schlaganfall Landesverbands Niedersachsen e. V.

 

Der Verein SCHAKI e. V. informierte über seine Unterstützungsangebote für Familien mit einem schlaganfallbetroffenen Kind.

 

REHACARE Report 2026: Hilfsmittelversorgung in Deutschland

Erstmals veröffentlichte die Messe den REHACARE Report 2026 zur Hilfsmittelversorgung in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen: Hilfsmittel stärken Selbstständigkeit und Teilhabe. Bürokratie, Kostendruck und unklare Prozesse können den Zugang zur Versorgung jedoch erschweren.