„Komm, komm, komm“, feuert die Therapeutin den jungen Patienten an. Eine zweite Kollegin im Hintergrund und die Mutter des Jungen stimmen lautstark ein. Endlich ertönt das erlösende Signal, die Gruppe jubelt, der Patient lacht. Szenen einer Therapiesitzung in der Schön Klinik München Harlaching. Seit 2004 wendet das Team um Ralf Nickel die Brucker Biofeedback Methode (BBFM) an.
Wie funktioniert die Brucker Biofeedback Methode?
Biofeedback-Verfahren sind in der Neurorehabilitation verbreitet. BBFM ist eine spezielle Form, von der auch Menschen nach einem Schlaganfall profitieren könnten. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Nervenbahnen zwischen Gehirn und Muskel gestört sind. Elektroden auf der Haut messen dabei die Ströme, die zum Beispiel im gelähmten Arm ankommen, wenn das Gehirn versucht, den Muskel anzusteuern.
Auch wenn die Spannung aufgrund der Schädigung gering ist, ist sie doch messbar und für die Patientinnen und Patienten auf dem Bildschirm sichtbar. Therapeuten ziehen dann eine sogenannte „Trainerlinie“. Sie ist das Trainingsziel für den Rehabilitanden. Durch Konzentration soll die gemessene Muskelaktivität über diese Linie gebracht werden.
„Wir setzen die Linie bewusst nicht zu hoch“, sagt Ralf Nickel. „Frustriere niemals einen Patienten!“, lautet sein Motto.
Steigt die Kurve über die Linie, gibt es neben dem optischen Beweis zur Belohnung das beschriebene Tonsignal, den Jubel der Therapeuten und die Freude des Patienten darüber, dass es sich lohnt, weiter zu trainieren.
Wir erzielen in jeder Sitzung eine Verbesserung.
Die Brucker-Methode schafft dabei erst die Voraussetzung für Bewegung. Nach Ende der Therapie müssen Betroffene intensiv physio- und ergotherapeutisch üben, um die Nervenaktivität in funktionelle Bewegung umsetzen zu können.
Welche Erfahrungen gibt es mit der Brucker Biofeedback Methode?
Klinische Erfahrungen zeigen: Das Training kann die Muskelkontrolle verbessern und Spastik reduzieren.
Für interessierte Patientinnen und Patienten bieten Nickel und sein Team zunächst eine Probestunde an, in der eine Kurzanamnese entsteht. Ist die Einschätzung vielversprechend, können die Patienten die Therapie beginnen.
Eine Therapiesitzung dauert 50 Minuten, ein Therapieblock besteht in der Regel aus fünf bis zehn Sitzungen. Üblich ist eine Sitzung am Tag, wer dazu in der Lage ist, kann auch zwei absolvieren.
Bei stationären Patientinnen und Patienten ist eine Behandlung im Rahmen der Fallpauschale möglich. Wer ambulant kommt, muss leider selbst zahlen. 175 Euro beträgt der Stundensatz.