Schlaganfall-Lotsinnen in Hanau begleiten 500 Betroffene

Schlaganfall-Lotsinnen in Hanau begleiten 500 Betroffene

Florentina Porcellacchia und Catrin Uchtmann haben einen Meilenstein erreicht: Die beiden Schlaganfall-Lotsinnen am Klinikum Hanau haben inzwischen 500 Patientinnen und Patienten in ihre Betreuung aufgenommen.

„Wir sind sehr dankbar, dass das Klinikum Hanau und die Klinik für Neurologie mit Chefarzt Dr. Sven Thonke so viel Wert auf den Einsatz von Schlaganfall-Lotsen legen“, betont Catrin Uchtmann.

 

Das Klinikum muss das 2019 gestartete Lotsenprogramm vollständig selbst finanzieren und verdient mit diesem Angebot kein Geld. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unterstützt die Hanauer Lotsinnen jedoch mit ihrer Erfahrung aus zahlreichen Lotsenprojekten.

 

 

Ein Jahr Begleitung nach dem Schlaganfall

Schlaganfall-Lotsen begleiten Betroffene ein Jahr lang nach ihrem Schlaganfall. Sie helfen ihnen, sich in der oft komplexen Welt der Therapie, Rehabilitation und Sozialleistungen zurechtzufinden.

 

Uchtmann und Porcellacchia nehmen bereits im Krankenhaus auf der Stroke Unit, der Schlaganfall-Spezialstation, Kontakt zu den Patientinnen und Patienten auf. Sie besuchen die Betroffenen in der Reha-Klinik und nach der Rückkehr nach Hause. Den Rest des Jahres halten sie telefonisch Kontakt. Zum Abschluss bieten die beiden Lotsinnen bei Bedarf einen weiteren Hausbesuch an.

 

Den Betreuungszeitraum von einem ganzen Jahr sieht Florentina Porcellacchia als klaren Vorteil der Lotsen-Begleitung.

 

So können wir die Betroffenen da abholen, wo sie stehen.
Florentina Porcellacchia, Schlaganfall-Lotsin

Einige hätten bereits zu Beginn viele Fragen. Andere müssten das Erlebte zunächst verarbeiten und freuten sich erst später über Informationen.

 

„Eine gute Aufklärung wird immer wichtiger“, beobachtet Catrin Uchtmann. Beiden Lotsinnen ist es daher wichtig, dass alle Betroffenen am Ende der Begleitung wissen, warum ein Schlaganfall ein zeitkritischer Notfall ist. Sie sollen außerdem den FAST-Test kennen und über die Unterstützungsangebote der Selbsthilfe und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe informiert sein.

 

Warum persönliche Besuche wichtig sind

Porcellacchia erlebt regelmäßig, dass Betroffene besonders von den persönlichen Besuchen der Lotsinnen profitieren. „Sie sind besonders hilfreich, wenn wir Betroffene über ihre Risikofaktoren aufklären und ihnen zeigen, wie sie gesünder leben können.“

 

Beide Lotsinnen haben den Eindruck, dass ihre Arbeit auch dazu beiträgt, dass der Schlaganfall für die Betroffenen weniger schambehaftet ist.

Wir schauen in der Begleitung nicht zurück. Unser Fokus liegt darauf, wie die Betroffenen in Zukunft einem weiteren Schlaganfall vorbeugen können.
Catrin Uchtmann, Schlaganfall-Lotsin