Enge Kooperation mit Schlaganfall-Hilfe
Die Stiftung Schlaganfall-Hilfe und die DSG als medizinische Fachgesellschaft arbeiten seit vielen Jahren eng zusammen, beispielsweise bei der Zertifizierung von Stroke Units. Mehr als 350 dieser Schlaganfall-Spezialstationen gibt es mittlerweile in Deutschland. Als Chefärztin der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie am Klinikum Lüneburg leitet Prof. Waltraud Pfeilschifter eine von ihnen.
Nach der Stroke Unit: Was jetzt wichtig ist
Ein Wegweiser für die Versorgung nach der Schlaganfall-Spezialstation. Auf 8 Seiten.
Kostenlos zu bestellen oder zum Download: Faltblatt “Schlaganfall. Stroke Unit. Wie geht es weiter?”
Erste Frau an der Spitze
Waltraud Pfeilschifter ist die erste Frau an der Spitze der Fachgesellschaft. Die Neurologin hat sich für ihre Amtszeit klare inhaltliche Schwerpunkte gesetzt:
- den Erhalt einer hochspezialisierten Akutversorgung mit noch besserer Versorgungsgerechtigkeit,
- mehr Verantwortung für die Nachsorge,
- die weitere Stärkung interprofessioneller Teams auf der Stroke Unit sowie
- speziell die Förderung von Frauen und Nachwuchs in der Schlaganfall-Medizin.
Schlaganfall-Therapie braucht Expertise
In der Schlaganfall-Behandlung kann man in den entscheidenden Stunden der Akutbehandlung für Patientinnen und Patienten ein gutes Behandlungsergebnis erreichen – oder verspielen, wenn sie nicht in einer spezialisierten Einheit behandelt werden.
Die vergangenen zwei Jahrzehnte hätten hierzulande gezeigt, wie hochwirksam moderne Schlaganfall-Medizin ist: Sterblichkeit und Folgeschäden sind deutlich gesunken. Diese Erfolge gelte es zu sichern, weiterzuentwickeln und flächendeckend zu halten. Dabei bezieht die 1. Vorsitzende klar Position für die neurologische Expertise: „Die Therapien von Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten sind von uns Neurologinnen und Neurologen etabliert, geprüft und gesichert – und gehören deshalb auch zukünftig immer in die Hand unseres Fachbereichs.“
Versorgung auf dem Land sichern
Interdisziplinäre Strukturen seien wichtig, dürften aber nicht zulasten der notwendigen Spezialisierung gehen – insbesondere bei risikobehafteten Therapien, ist Pfeilschifter überzeugt. Deutschland nimmt hier international eine Vorreiterrolle ein, die nicht aufs Spiel gesetzt werden dürfe. Damit einher geht auch das Thema Versorgungsgerechtigkeit: „Die hochwirksame Akuttherapien müssen für alle Patientinnen und Patienten in einem kurzen Zeitfenster erreichbar sein. Gleichzeitig muss dieses System finanzierbar bleiben. Netzwerke zwischen spezialisierten Stroke Units und kleineren Kliniken sind entscheidend, um die Versorgung auch im ländlichen Raum auf hohem Niveau zu sichern.“
Mehr Verantwortung für Nachsorge übernehmen
Gleichzeitig richtet Waltraud Pfeilschifter den Blick auf eine bislang oft vernachlässigte Phase.
Wenn Patientinnen und Patienten nach der Reha zu Hause ankommen, wird vielen erst richtig bewusst, was alles noch fehlt in der Nachsorge.
Modelle wie Schlaganfall-Lotsinnen und -Lotsen, die Patientinnen, Patienten und Angehörige begleiten, vernetzen und unterstützen, seien hierfür ein wichtiger Ansatz. Diese Verantwortung in der Nachsorge wolle die Fachgesellschaft künftig stärker mitdenken.
Interprofessionelles Team stärken
Besonders am Herzen liegt Waltraud Pfeilschifter zudem die interprofessionelle Teamarbeit auf der Stroke Unit – so leitete sie zum Beispiel mehrere Jahre die DSG-Kommission „Fortbildung für Pflegekräfte auf der Stroke Unit“. „Mit spezialisierter Pflege, passgenauer Therapie und sorgfältiger Begleitung kann man enorm viel für die Patientinnen und Patienten erreichen“, weiß die Chefärztin. Die Fachgesellschaft wolle diese Berufsgruppen weiter stärken durch Fortbildungsprogramme, Sichtbarkeit und aktive Beteiligung.
Auszeichnung durch Bundesgesundheitsminister
Bereits 2018 zeichnete die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe Waldtraud Pfeilschifter mit ihrem Motivationspreis aus. Die damals noch an der Uniklinik Frankfurt tätige Neurologin hatte gemeinsam mit dem Pflegeteam der Stroke Unit ein Trainingsprogramm entwickelt, um die Abläufe zu verbessern und die kritische Zeit bis zur akuten Therapie weiter zu verkürzen. Ausgezeichnet wurde sie durch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Festveranstaltung der Schlaganfall-Hilfe.
Mehr Frauen und Nachwuchs stärken
Strukturell möchte Waltraud Pfeilschifter in den kommenden zwei Jahren Kraft ihres Amtes weitere Akzente setzen: Sie ist fest entschlossen mehr Frauen für die aktive Mitarbeit und für Führungsaufgaben in der Fachgesellschaft zu gewinnen. Und in der „Jungen DSG“ sieht die neue Präsidentin zudem eine wichtige Plattform für den Nachwuchs. Junge Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen ihre Forschung präsentieren, sich vernetzen und früh mitgestalten können.
„Schlaganfall-Medizin lebt von Spezialisierung, Teamarbeit und Verantwortung über den Akutbereich hinaus. Wenn wir diese Stärken zusammenbringen, können wir die Versorgung der Patientinnen und Patienten auch in Zukunft auf hohem Niveau sichern“, so die neue 1. Vorsitzende.
Häufige Fragen zur Versorgung nach Schlaganfall
Eine Stroke Unit ist auf akute Schlaganfälle spezialisiert und auf schnelle Diagnostik und Therapie ausgerichtet.
Mehr dazu: Stroke Unit
Nach Entlassung folgen häufig Reha, Therapien und die Organisation der weiteren medizinischen Versorgung – je nach Einschränkungen sehr individuell.
Mehr dazu: unser Faltblatt “Wie geht es nach der Stroke Unit weiter?”
Therapien sind für viele Betroffene wichtig; je nach Bedarf kommen u. a. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie zum Einsatz.
Mehr dazu: Therapeutische Disziplinen - Wer macht was?
Nach Entlassung übernimmt in der Regel die hausärztliche Praxis wieder die Versorgung und koordiniert weiter – auf Basis der Klinikberichte.
Mehr dazu: Medizinische Versorgung nach Schlaganfall
Lotsen begleiten, vernetzen und unterstützen Betroffene direkt ab der Stroke Unit – als professionelle „Kümmerer“.
Mehr dazu: Schlaganfall-Lotsen
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Verstehen & VermeidenBasisinformationen zum Thema Schlaganfall
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