Nadine Hunting

Risikofaktor Zuckerkrankheit

Diabetes mellitus, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt, ist einer der gefährlichsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Wie es zu einem Diabetes kommt, warum das Schlaganfall-Risiko steigt und wie sich der Erkrankung vorbeugen lässt, erklärt die Präventionsexpertin der Stiftung Nadine Hunting.

  • Was ist ein Diabetes mellitus?

Bei einem Diabetes sind die Blutzuckerwerte dauerhaft zu hoch: Der Zucker gelangt nicht in die Körperzellen. Das kann zwei Gründe haben. Entweder bildet die Bauchspeicheldrüse nicht genug Insulin, das als „Schlüssel“ den Zucker aus dem Blut in die Zellen schleusen würde. Man spricht hier von Diabetes mellitus Typ 1. Oder die Zellen reagieren nicht (mehr) auf das Hormon Insulin. Das ist der sogenannte Diabetes mellitus Typ 2.

  • Wie entstehen Typ 1 und 2?

Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung und tritt meistens schon im Kindes- und Jugendalter auf. Der Körper bildet Antikörper, die die Bauchspeicheldrüse, die für die Insulinproduktion verantwortlich ist, angreifen. Typ 2, der meist schleichend beginnt, tritt in späterem Lebensalter auf. Hier wird zunächst genug Insulin gebildet, über die Zeit reagieren die Zellen jedoch immer schlechter darauf (Insulinresistenz).

  • Warum wird das Schlaganfall-Risiko erhöht?

Da der Zucker im Blut verbleibt, greift er die Gefäße an. Es kann zu Mikro- und Makroangiopathien kommen. Diese Schädigungen verengen und verkalken die Arterien (Arteriosklerose). Bleibt an diesen Stellen im Gehirn ein Blutgerinnsel „hängen“, führt das zu einem Schlaganfall. Das Schlaganfall-Risiko ist für Diabetikerinnen und Diabetiker daher um das Zwei- bis Dreifache erhöht.

  • Was kann ich tun, um nicht zu erkranken?

Da Diabetes mellitus Typ 1 durch eine Immunstörung bedingt ist, lässt sich nur die Entstehung von Typ 2 beeinflussen. Der Typ 2-Diabetes wird vor allem durch die Lebensweise gefördert. Hierzu zählen die Ernährung, Übergewicht und Bewegung. Wer sich also gesund ernährt, das eigene Gewicht kontrolliert und sich jeden Tag ca. 30 Minuten bewegt, kann schon viel zur Vorbeugung tun. Im Übrigen lassen sich so, auch trotz bereits bestehender Diabetes-Erkrankung, die eigenen Werte verbessern und das Schlaganfall-Risiko reduzieren.