Bastian Henschke ist Präventions-Experte der Schlaganfall-Hilfe.
Kann eine Erkrankung im Mund tatsächlich Auswirkungen auf den restlichen Körper haben?
Dafür gibt es Hinweise. Unsere Mundhöhle ist von vielen verschiedenen Bakterien besiedelt. Nehmen Bakterien überhand, die krank machen können, können unter anderem Zahnfleischentzündungen und Parodontitis entstehen. Bei einer Parodontitis ist der Zahnhalteapparat entzündet. Die Mundgesundheit steht dabei in enger Wechselwirkung mit der allgemeinen Gesundheit: Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise dem Schlaganfall.
Wie lässt sich dieser Zusammenhang erklären?
Eine mögliche Ursache sind chronische Entzündungen. Forschende gehen davon aus, dass Bakterien und Entzündungsstoffe aus dem Mund in die Blutbahn gelangen können. Dort könnten sie Prozesse fördern, die Blutgefäße angreifen und eine Verkalkung der Arterien begünstigen. Dieser Vorgang ist wissenschaftlich noch nicht abschließend nachgewiesen. Mehrere Studien weisen aber darauf hin, dass Menschen mit Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
Was kann ich im Alltag für meine Mundgesundheit tun?
Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal täglich gründlich. Wichtig ist auch die tägliche Reinigung der Zahnzwischenräume. Dafür eignen sich vorzugsweise Zahnzwischenraum-Bürsten, auch Interdentalbürsten genannt. Für Zwischenräume, die für Bürsten zu klein sind, können Sie Zahnseide verwenden. Nehmen Sie außerdem regelmäßig die zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wahr. So können Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Und achten Sie auf Ihr Zahnfleisch: Zahnfleischbluten ist nicht normal und sollte zahnärztlich abgeklärt werden.
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