Halbseitenlähmung

Eine Halbseitenlähmung genannt, gehört zu den häufigsten Folgen eines Schlaganfalls. Viele Betroffene leiden vorübergehend oder dauerhaft an halbseitigen Lähmung. Das Ausmaß der Behinderung kann dabei sehr unterschiedlich sein.

  • Woran erkenne ich eine Halbseitenlähmung?

Schlaganfall-Betroffene können oft unmittelbar nach dem Ereignis eine Körperhälfte nicht mehr richtig spüren und/oder kontrollieren. Im Gesicht funktioniert das Lächeln nicht mehr, weil ein Mundwinkel unten bleibt (Fazialisparese). Ein Arm kann nicht gehoben werden und das Bein bietet keinen stabilen Halt mehr. Viele Betroffene berichten auch von einem Kribbeln oder einem „pelzigen Gefühl“ in den Körperteilen.

  • Warum ist der Körper nur auf einer Seite gelähmt?

Jeder Teil des Gehirns ist für bestimmte Funktionen oder Körperteile zuständig. Dabei arbeiten die Gehirnhälften überkreuz. Ist der rechte Teil des Gehirns zum Beispiel durch eine Verletzung oder einen Schlaganfall nicht ausreichend durchblutet, kann es zu Ausfallerscheinungen in der linken Körperhälfte kommen – und umgekehrt.

  • Kann eine Halbseitenlähmung unterschiedlich stark ausfallen?

Ja, die Lähmungserscheinungen sind – je nach Schwere des Schlaganfalls oder der Hirnverletzung – unterschiedlich. Einige Betroffene können weder Arm noch Bein bewegen, dann spricht man von einer Hemiplegie. Andere wiederum können entweder noch den Arm oder das Bein bewegen, dann wird in der Fachsprache meistens das Wort Hemiparese verwendet. Ob es sich um eine Hemiparese oder Hemiplegie handelt sowie der Grad einer Lähmung (leichte Taubheit oder Schwäche bis zur vollständigen Bewegungsunfähigkeit), richtet sich nach Anzahl der betroffenen Gehirnzellen.

  • Kann sich eine Halbseitenlähmung zurückentwickeln?

Je nach Schweregrad der Hirnverletzung und Schnelle der Versorgung, können Lähmungserscheinungen spontan wieder verschwinden oder sich verbessern. Die meisten Betroffenen haben jedoch dauerhafte Lähmungen – manche sehr stark, andere sehr gering. Durch intensive Physio- und Ergotherapie kann das Gehirn wieder neu lernen, die Gliedmaßen zu kontrollieren. Logopädie hilft, die Folgen einer Gesichtslähmung zu reduzieren. Durch stationäre oder ambulante Reha-Maßnahmen können die meisten Patienten Fortschritte erzielen.

  • Welche weiteren Folgen kann eine Halbseitenlähmung haben?

Bei Betroffenen mit Halbseitenlähmung kann sich im Laufe der Zeit eine spastische Bewegungsstörung entwickeln. Diese tritt oft erst Wochen oder Monate nach dem Schlaganfall auf. In diesem Fall sind weitere Behandlungen und Maßnahmen gegen die Spastik notwendig. Zudem kann eine Lähmung im Gesicht zu einer Dyarthrophonie führen.