Dysarthrophonie

Dysarthrophonie ist eine Sprechstörung, die durch eine Hirnverletzung oder -erkrankung verursacht wird. Der Begriff setzt sich aus der Vorsilbe "Dys-" für Störung und dem griechischen "arth-rein" für Artikulieren zusammen. Man findet häufig auch den Begriff "Dysarthrie"; dies ist eine ältere Fachbezeichnung.

  • Woran erkenne ich eine Dysarthrophonie?

Eine Dyartrophonie (früher auch Dysarthrie) genannt, ist eine ist eine Beeinträchtigung der Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen. Betroffene Muskelgruppen sind zum Beispiel die Atemmuskulatur, die Kehlkopfmuskulatur oder die Lippen- und Zungenmuskulatur. Die Artikulation des Betroffenen ist beeinträchtigt, zudem oft auch die Stimme und die Sprechatmung. Die Betroffenen sprechen undeutlich, heiser oder leise und müssen häufig Luft holen.
Aphasien  und Dysarthophien können auch gemeinsam auftreten.

  • Wodurch entsteht eine Dysarthrophonie?

Das Sprechen und gleichzeitige Atmen ist ein komplexer Vorgang, bei dem verschiedene Stellen des Gehirns zusammenspielen. Ist dies durch eine Schädigung nicht mehr möglich, können bestimmte Funktionen eingeschränkt sein oder ganz ausfallen. Dies kann durch verschiedene neurologische Erkrankungen ausgelöst werden, darunter Schlaganfall, aber auch Parkinson.

  • Kann eine Dysarthrophonie unterschiedlich stark ausfallen?

Eine Störung bei der Lautbildung kann genauso unterschiedlich stark ausfallen wie eine Aphasie. Beide Schlaganfall-Folgen können einzeln oder zusammen auftreten, weswegen sie von Laien manchmal verwechselt werden. Bei einer Aphasie liegt eine Sprach- beziehungsweise Sprachverständnisstörung vor. Patienten, die von Dysarthrophonie betroffen sind, können dagegen die notwendigen Muskelbewegungen aufgrund einer Lähmung im Mundbereich oder den Stimmbändern nicht ausführen. Eine gestörte Koordination von Gehirn, Nerven und Muskeln kann die Dysarthrophonie ebenfalls auslösen, da dadurch die Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen beeinträchtigt ist.

  • Kann sich eine Dysartrophonie zurückentwickeln?

Nach einem Schlaganfall sind Verbesserungen durch intensive Therapien sehr gut möglich, bei anderen Krankheitsbildern verschlechtert sich der Zustand tendenziell. Grundsätzlich gilt das gleiche wie beim Aufbau anderer Muskeln: Kontinuierlich üben, damit die erreichten Erfolge nicht wieder verloren gehen.

  • Kann eine Dysarthrophonie weitere Folgen haben?

Ähnlich wie bei der Aphasie kann eine Störung der Lautbildung zu erheblichen Schwierigkeiten in der Kommunikation führen, was sich auch im engeren und weiteren sozialen Umfeld auswirkt. Außenstehende halten die Betroffenen teilweise für alkoholisiert, geistig behindert oder Nicht-Muttersprachler. Bei schweren Störungen muss auf alternative Mitteilungswege wie Aufschreiben, Schreib- und Sprechhilfen oder Kommunikationstafeln zurückgegriffen werden.