Die Reha-Revolution

Die Reha-Revolution

Monotones Üben war gestern. Heute ermöglichen innovative Therapiesysteme Betroffenen neue Perspektiven.

Aufgaben von robotikgestützten Trainingssystemen

Robotikgestützte Trainingssysteme unterstützen gezielt gelähmte Gliedmaßen, indem sie Bewegungen führen oder assistieren. Dabei erhalten Patientinnen und Patienten unmittelbares Feedback – ein wichtiger Reiz für die Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu bilden.

 

"Gamification" in der Reha

Besonders wirksam ist die Kombination aus Robotik und sogenannter „Gamification“. Therapie wird zu einem interaktiven Erlebnis: Statt eintöniger Wiederholungen steuern die Übenden Spielfiguren, absolvieren Aufgaben oder treten gegen virtuelle Gegner an. Studien zeigen, dass spielerische Elemente die Trainingsintensität und Motivation deutlich erhöhen – zwei zentrale Erfolgsfaktoren in der Neurorehabilitation.

Die Verbindung von Training und Spiel erleichtert die Therapie.

Hat ein Patient früher manchmal mehr als eine Therapeutin benötigt, kann diese heute mehrere Patienten gleichzeitig betreuen. Anfängliche Kritik an dieser Entwicklung ist mittlerweile fast verstummt. Auch Traditionalisten kommen an den positiven Studienergebnissen und der erlebten Realität nicht vorbei. Betroffene machen so spürbar mehr Fortschritte. Und in Zukunft werden noch weniger Therapierende noch mehr Betroffene versorgen müssen. Auch darauf brauchen wir Antworten.

 

Viele Sinne werden gleichzeitig stimuliert

Auch virtuelle Realität (VR) wird zunehmend therapeutisch genutzt. In computergestützten Szenarien können Patientinnen und Patienten gezielt Alltagssituationen trainieren, etwa das Greifen nach Gegenständen oder das Gehen auf unterschiedlichen Untergründen. VR-Training unterstützt das motorische Lernen auch deshalb, weil Sehen, Hören und Fühlen gleichzeitig stimuliert werden – das Gehirn lernt „multisensorisch“.

 

Hightech trifft Alltag

Nach der stationären Reha ermöglichen digitale Anwendungen das selbstständige Weitertrainieren zu Hause.

 

  • Reha-Apps erinnern an Übungen, dokumentieren Fortschritte und können Daten mit Therapeuten und Ärztinnen teilen.
  • Betroffene mit Sprachstörungen können täglich mit ihrer App üben. Dadurch wird die Therapie kontinuierlicher – eine hohe Wiederholungsfrequenz ist der Motor des Lernerfolgs.
  • Moderne Hilfsmittel wie Exoskelette oder Systeme zur funktionellen Elektrostimulation (FES) ergänzen die Therapie. Sie aktivieren Muskeln durch elektrische Impulse und unterstützen so Bewegungsabläufe. Das gilt sowohl für das Gehen als auch für das Greifen. Betroffene erlangen deutlich an Mobilität zurück. Und viele alltägliche Aktivitäten sind wieder möglich, wenn eine gelähmte Hand zumindest als Assistenzhand wieder zur Verfügung steht.

 

Technik bewegt viel

Die Neurorehabilitation befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Sie kann einen Schlaganfall nicht ungeschehen machen, aber Betroffenen immer mehr an Mobilität zurückbringen. Der Schlaganfall bleibt eine ernste Erkrankung, doch es gibt viele gute Nachrichten für Betroffene und Angehörige.