Liebe Leserinnen, liebe Leser,
erinnern Sie sich an das alte Kinderspiel? Generationen von Eltern und Großeltern haben ihren Kindern und Enkeln damit die Langeweile vertrieben. „Ich sehe was, was Du nicht siehst …“. Wir haben diesen Satz leicht abgewandelt. Darauf erhielten wir Rückmeldungen von zahlreichen Schlaganfall-Betroffenen. „Ich spüre was, was Du nicht siehst…“ beschreibt ihre Lebenssituation wie kaum ein anderer Satz.
Unsichtbare Folgen eines Schlaganfalls
Menschen mit neuropsychologischen Störungen stehen vor riesigen Herausforderungen. An ihrem Arbeitsplatz sind sie den Anforderungen oft nicht mehr gewachsen. Und selbst die scheinbar einfachen Dinge des Alltags werden zu einer Überforderung.
Kolleginnen, Freunde, Verwandte schauen oft ratlos zu. Sie verstehen das Problem nicht, man sieht es den Menschen nicht an. „Ich bin es einfach leid, mich jeden Tag aufs Neue zu erklären“, sagte neulich eine jüngere Betroffene zu mir.
Wenn selbst einfache Dinge schwer werden
Können Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich vorstellen, dass jemand sehr lange braucht, um die Zahl 46 zu verstehen? Ist doch eigentlich ganz einfach: sechsundvierzig. Aber, Moment: Weshalb spricht man erst die 6, wo doch die 4 vorne steht?
So banal es klingt: Wenn das Gehirn durch einen Schlaganfall verletzt ist, kann allein diese kleine „Übersetzungsleistung“ eine große Herausforderung sein. Und das, obwohl die Betroffene nichts von ihrer Intelligenz oder ihrem Wissen eingebüßt hat. Wer unter neuropsychologischen Beeinträchtigungen leidet, ist gleich doppelt betroffen: durch den schmerzhaften Verlust von Fähigkeiten und das Unverständnis der Umgebung.
Hoffnung durch Rehabilitation und Unterstützung
In unseren Veranstaltungen, Beratungsgesprächen und Medien geht es sehr häufig um dieses Thema. Der Leidensdruck der Betroffenen ist groß, eine Lösung für viele nicht erkennbar. Doch es gibt Anlass zur Hoffnung, dank moderner Therapien, findiger Strategien und Menschen, die anderen ein gutes Beispiel geben.
Mirjams Geschichte: Hoffnung nach dem Schlaganfall
Mirjam ist ein solches Beispiel. Als junge Frau, schwerstbetroffen, kam sie zur Schlaganfall-Hilfe. Das Schicksal hat es nicht gut mit ihr gemeint, doch obwohl Mirjam oft am Ende ihrer Kräfte war, kam Aufgeben für sie nie infrage. Über viele Jahre hat sie hart an sich gearbeitet. Heute ist sie nicht mehr auf die Unterstützung der Schlaganfall-Hilfe angewiesen. Und hat darüber hinaus die Liebe ihres Lebens gefunden.
Ich war jung und wollte die Welt erobern. Da traf mich aus heiterem Himmel ein schwerer Schlaganfall, im Urlaub auf Ibiza. Sprachlos und gelähmt, von einem Moment auf den anderen – ich weiß gar nicht, was schlimmer war. Die Aphasie sah man mir nicht an, das Unverständnis der anderen war oft schwer erträglich. Doch ich habe nie aufgegeben, habe unaufhörlich geübt und Kontakt zur Schlaganfall-Hilfe aufgenommen. Die Veranstaltungen und die neuen Freundschaften, die sich daraus ergaben, haben mir viel Kraft gegeben. Sogar meinen Mann Wolfgang habe ich auf diesem Weg kennengelernt. Heute kann ich sagen: Nichts ist perfekt, aber alles ist gut. Ich habe mich mit meinem neuen Leben arrangiert.
Unterstützung für Schlaganfall-Betroffene schenken
Mirjams Geschichte zeigt, dass es immer Hoffnung gibt. Auch wenn die Fortschritte mit der Zeit kleiner werden: Das Gehirn lernt unser Leben lang und kann sich auch Jahre nach dem Schlaganfall noch entwickeln. Wir beraten, fördern und unterstützen Betroffene und ihre Angehörigen und schenken ihnen damit neue Hoffnung.
Ihre Spende macht den Unterschied
Meine Bitte an Sie: Unterstützen Sie unsere dringend notwendige Arbeit! Entscheiden Sie sich jetzt für eine Spende an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe! Viele betroffene Menschen in Deutschland werden es Ihnen danken!
Ihre Sylvia Strothotte
Danke für Ihre Spende.