Auf einen Blick:
- Viele pflegende Angehörige fühlen sich stark belastet und gesundheitlich beeinträchtigt.
- Entlastung kann im Alltag durch ambulante Pflegedienste oder Tagespflege entstehen.
- Kurzzeit- und Verhinderungspflege können Pflegezeiten überbrücken (Voraussetzung: Pflegegrad 2–5).
- Pflegekurse vermitteln Grundwissen und Techniken zur Entlastung.
- Pflegeberatung unterstützt bei Orientierung, Finanzierung und passenden Angeboten
Wie ist es um die Gesundheit pflegender Angehöriger bestellt?
Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass sich 70 Prozent der pflegenden Angehörigen stark belastet fühlen. Fast die Hälfte gab zudem an, sich körperlich überfordert zu fühlen und gesundheitlich zu leiden, schreibt das Deutsche Ärzteblatt.
Sollten Sie selbst eine angehörige Person pflegen, ist es daher sehr wichtig, dass Sie frühzeitig für Entlastung sorgen und Unterstützung in Anspruch nehmen, um Ihre Gesundheit zu schützen. Das ist auch zum Wohl der pflegebedürftigen Person.
Was gibt es für Unterstützungsangebote?
Die Möglichkeiten sind vielfältig.
Entlastung im Alltag
- Ambulante Pflegedienste
- Tagespflege-Einrichtungen
Wenn Pflege zeitweise nicht möglich ist
- Kurzzeitpflege
- Verhinderungspflege
Voraussetzung: Ihr Angehöriger hat einen Pflegegrad zwischen zwei und fünf.
Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
- Familienpflegezeit (gesetzliche Regelung)
Wissen & körperliche Entlastung
Hilfreich kann auch ein Pflegekurs sein. Hier erwerben Sie nicht nur Grundkenntnisse der Pflege, sondern lernen auch, wie Sie die pflegebedingte körperliche und seelische Belastung verringern können, beispielsweise mithilfe rückenfreundlicher Pflegetechniken. Die Pflegekassen sind verpflichtet, solche Pflegekurse für Angehörige kostenlos anzubieten.
Austausch
Sinnvoll ist auch der Austausch mit anderen Betroffenen, beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe.
Wie finden pflegende Angehörige die passende Unterstützung?
Schritt 1: Überblick verschaffen
Informieren Sie sich zunächst gut über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten und gegebenenfalls ihre Finanzierungsmöglichkeiten, zum Beispiel über die Pflegeversicherung.
Schritt 2: Beratung nutzen
Wer Leistungen der Pflegeversicherung erhält oder diese beantragt hat, hat Anrecht auf eine kostenlose Pflegeberatung durch die Pflegekasse oder in einem Pflegestützpunkt. Stimmt die pflegebedürftige Person zu, können auch pflegende Angehörige diese Beratung in Anspruch nehmen.
Schritt 3: Weitere Anlaufstellen einbeziehen
Beratungsangebote gibt es zudem auch von anderen Anbietern, wie Kommunen oder Verbraucherzentralen.
Schritt 4: Vor Ort suchen
In der Datenbank der gemeinnützigen Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege können Sie nach Beratungsstellen in Ihrer Nähe suchen.
In der Datenbank der gemeinnützigen Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege können Sie nach Beratungsstellen in Ihrer Nähe suchen.
Quelle:
Bohnet-Joschko, Sabine; Bidenko, Katharina. Pflegende Angehörige: Hoch belastet und gefühlt alleingelassen. Deutsches Ärzteblatt. 2019; 116(46): [20]; DOI: 10.3238/PersOnko.2019.11.15.04
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