Seit 20 Jahren – Spenden mit gutem Gefühl

Bereits seit 20 Jahren bestätigt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI) der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe einen transparenten und sorgfältigen Umgang mit Spenden.

Im Interview erklärt Dennis Becker aus dem Team Kommunikation und Fundraising der Stiftung, was die Schlaganfall-Hilfe dafür leisten muss, warum Vertrauen keine Selbstverständlichkeit ist und weshalb auch Verwaltung wichtig ist.

 

Vertrauen beim Spenden

  • Seit genau 20 Jahren trägt die Schlaganfall-Hilfe jetzt schon das DZI-Spendensiegel. Warum ist das für Spenderinnen und Spender – oder Menschen, die es werden wollen – eine wertvolle Info?

    Ich glaub, das geht uns allen so: Vertrauen ist wichtig, wenn es darum geht, ob ich einer Organisation Geld gebe. Das Spendensiegel bestätigt den Menschen, dass sie uns zurecht vertrauen und sie uns guten Gewissens unterstützen können. Denn das Siegel bekommt nur, wer die strengen Kriterien des DZI erfüllt. Und um es zu behalten, müssen wir uns regelmäßig umfangreichen Prüfungen unterziehen. 

     

Was das DZI prüft

  • Was genau wird denn da geprüft?

    Das DZI schaut nicht einfach kurz auf eine Excel-Tabelle und sagt: „Sieht ordentlich aus.“ Sie prüfen sehr genau, wie Organisationen mit Spendengeldern umgehen, wie transparent sie arbeiten und ob nachvollziehbar ist, was mit den Mitteln passiert. 

     

    Es wird also nicht nur auf blanke Zahlen geschaut, sondern auch darauf, ob eine Organisation insgesamt verantwortungsvoll handelt und glaubwürdig ist. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass Öffentlichkeitsarbeit sachlich bleibt und Menschen nicht mit Schuldgefühlen oder künstlichem Druck zu einer Spende bewegt werden sollen. Ich finde das absolut richtig und wichtig. Eine Spende ist eine freiwillige Geste. 

     

    In einem Interview wie diesem lassen sich aber natürlich nicht alle Fragen bis ins letzte Detail beantworten. 

     

Mehr zum DZI-Spenden-Siegel
Ausführliche Informationen zu den Kriterien des DZI-Spenden-Siegels finden Sie auf unserer Seite zum DZI-Siegel.



Genaues Prüfen ist richtig

  • Sollten Menschen Organisationen kritisch prüfen, bevor sie spenden?

    Ja. Unbedingt sogar. Wer einer Organisation etwas spendet oder vererbt, schenkt ihr, wie gesagt, großes Vertrauen. Da darf man Fragen stellen. Seriöse Organisationen haben davor keine Angst. Man sollte prüfen: Gibt es transparente Informationen? Werden Zahlen veröffentlicht? Gibt es unabhängige Kontrollen? Wird gezeigt, wofür die Spenden eingesetzt werden? 

     

    Das DZI-Spendensiegel ist dabei eine wichtige Orientierungshilfe. 

     

Warum Hilfe auch Struktur braucht

  • Viele Menschen wünschen sich, dass die gesamte Spendensumme direkt bei den betroffenen Menschen ankommt. Ganz ehrlich: Geht das überhaupt?

    Nein. Und das sage ich frei raus. Man sollte Verwaltungskosten nicht verheimlichen. Dabei ist wichtig zu verstehen: Gemeinnützige Organisationen unterscheiden zwischen Programmausgaben – also der direkten Hilfe und den Angeboten für die Menschen – sowie Kosten für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit. Diese sollte man nicht verschweigen. Denn es ist ja so: Gute Hilfe braucht Organisation. 

     

    Buchhaltung, Datenschutz, Qualitätskontrolle, Versicherungen und ähnliches erledigen sich nicht von allein. Entscheidend ist nicht, ob Verwaltung existiert, sondern wie verantwortungsvoll damit umgegangen wird. Beim DZI wird geprüft, wie hoch Werbe- und Verwaltungskosten sind und ob sie in einem angemessenen Rahmen liegen. Unsere zuletzt geprüfte Quote lag bei 18 Prozent unserer Gesamtausgaben – und damit klar innerhalb der vom DZI definierten Standards.

     

Warum Öffentlichkeitsarbeit zur Hilfe gehört

  • Warum gehören auch Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zur Arbeit der Schlaganfall-Hilfe?  

    Weil Menschen unsere Angebote nur nutzen können, wenn sie wissen, dass es sie gibt. 

     

    Natürlich machen schon viele Fachleute in Kliniken, Reha-Einrichtungen oder der Nachsorge auf uns aufmerksam. Trotzdem erleben wir immer wieder, dass Betroffene oder Angehörige die Schlaganfall-Hilfe gar nicht kennen.

     

    Je mehr Menschen von uns erfahren, desto mehr Menschen können wir helfen. Deshalb gehören Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und auch Werbung ganz selbstverständlich zu unserer Arbeit dazu.

     

Wie Transparenz konkret aussieht

  • Wie zeigt die Stiftung, was mit den ihr anvertrauten Spenden passiert?

    Indem wir offen kommunizieren, was wir tun – und warum wir es tun. Das machen wir zum Beispiel auf unserer Website, in sozialen Medien, in unserem Magazin thala, bei digitalen Info-Veranstaltungen, bei Vorträgen oder in unserem Service- und Beratungszentrum. Dahinter steht keine seelenlose künstliche Intelligenz, sondern immer Kolleginnen, Kollegen und Fachleute, die sich intensiv mit den Themen beschäftigen und die Betroffenen ernst nehmen. 

     

    Und wir veröffentlichen jedes Jahr einen Finanz- und einen Jahresbericht – transparent und verständlich. Schließlich bringt ein Jahresbericht wenig, wenn ihn niemand versteht außer Menschen mit einer besonderen Liebe zu Taschenrechnern und Tabellen.

     

Was Ihre Spende bewirken kann

  • Was wünschen Sie sich von Menschen, die diesen Beitrag lesen?

    Dass sie uns ihr Vertrauen bewusst schenken.
    Und dass sie sehen: Gemeinnützige Arbeit darf professionell und gleichzeitig sehr menschlich sein. Wir sind keine anonyme Behörde. Hinter der Schlaganfall-Hilfe stehen Menschen, die helfen wollen und Verantwortung ernst nehmen.

     

    Wer die Möglichkeit hat zu spenden, kann damit unglaublich viel bewirken. Nicht abstrakt – sondern ganz konkret für Menschen, deren Leben sich schlagartig verändert hat. Und genau dafür setzen wir uns jeden Tag ein. Mit Erfahrung, mit Wissen, mit Herz und seit 20 Jahren auch mit dem DZI-Spendensiegel.

     

Persönliche Motivation

  • Noch eine persönliche Frage zum Abschluss: Warum liegt Ihnen die Arbeit bei der Schlaganfall-Hilfe am Herzen?

    Ich arbeite bei der Schlaganfall-Hilfe im Bereich Kommunikation und Fundraising. Deshalb beschäftige ich mich jeden Tag mit der Frage, wie wir Menschen für unsere Arbeit begeistern und gleichzeitig verantwortungsvoll mit ihrem Vertrauen umgehen.

     

    Mir ist wichtig, dass frühzeitig möglichst viel Hilfe bei den Menschen ankommt, die sie dringend brauchen. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wertvoll und wichtig die Hilfe für Betroffene und ihre Angehörigen sein kann. Meine Mutter hatte vor über 20 Jahren mit 47 Jahren selbst einen schweren Schlaganfall. Wir standen als gesamte Familie von einer Sekunde zur anderen vor unfassbar großen Herausforderungen, die wir allein nicht geschafft hätten.

     

    Die Versorgung eines Schlaganfalls endet nicht mit dem Krankenhausaufenthalt. Die meisten Betroffenen und ihre Angehörigen brauchen auch noch lange danach Unterstützung und genau dafür sind wir da.