Was machen Schlaganfall-Lotsen?
Schlaganfall-Lotsen unterstützen Betroffene und Angehörige im ersten Jahr nach dem Schlaganfall dabei, sich im Versorgungssystem zurechtzufinden: Sie planen nächste Schritte mit, koordinieren die Nachsorge und helfen dabei, passende Angebote und Anlaufstellen zu finden.
- Orientierung nach Krankenhausaufenthalt: Was ist als Nächstes wichtig?
- Koordination von Nachsorge, Reha, Therapien und Terminen
- Unterstützung bei Fragen zu Hilfsmitteln, Leistungen und Anträgen
- Vermittlung zu passenden Anlaufstellen und regionalen Angeboten
- Begleitung bei Herausforderungen im Alltag und bei der Teilhabe
Schlaganfall-Lotsen arbeiten aktuell in Modellprojekten und sind daher nicht überall verfügbar. Die Lotsinnen und Lotsen sind im Rahmen von Projekten an Partnerkliniken angestellt.
„Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis – für die Betroffenen und ihre Familien“, so Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin, in ihrer Videobotschaft, die die Veranstaltung „Im Dialog: Schlaganfall-Versorgung für die Hauptstadtregion Berlin – Prävention und Nachsorge mit Lotsen neu gedacht“ eröffnete. Für Dr. Czyborra, Schirmherrin von BeLOTSE, ist das erste Schlaganfall-Lotsen-Projekt in der Hauptstadtregion „ein Beispiel dafür, wie innovative Ansätze die Versorgung nach einem Schlaganfall nachhaltig verbessern können“.
Patientenorientierte Versorgung
Brit Ismer, Vorstandsvorsitzende des Jüdischen Krankenhauses Berlin, sieht in den Schlaganfall-Lotsen „eine große Chance für eine patientenorientierte Versorgung“.
Wir steuern die Versorgung.
Auf diese Weise sollen
- Zufriedenheit,
- Lebens- und Versorgungsqualität von Schlaganfall-Betroffenen verbessert,
- sowie ihre Teilhabe gestärkt werden.
Patientensteuerung durch Lotsen
Für Prof. Dr. med. Andreas Meisel, erster Vorsitzender der Berliner Schlaganfall-Allianz, ist die sektorenübergreifende Koordination (Case Management) und Beratung die große Stärke der Schlaganfall-Lotsen. Das Bedarf an der steuernden Funktion der Lotsen besteht, machte PD Dr. med. Christian Dohle vom P.A.N. Zentrum für Post-Akute Neurorehabilitation deutlich: So würden im ambulanten Bereich Medizinerinnen und Mediziner die Steuerung des nicht-ärztlichen Personals nicht erlernen.
Weg in die Regelversorgung
Doch wie können es die Schlaganfall-Lotsen in die Regelversorgung schaffen? Nicolas X. Weber von der Novartis Pharma GmbH hält zwei Aspekte bei der Verstetigung von Modellprojekten für entscheidend: Zum einen brauche es marktwirtschaftliche Anreize, zum anderen eine passende Skalierung der Projekte. „Es ist alles da, wir müssen jetzt einfach mal machen“, forderte PD Dr. med. Gerhard Jan Jungehülsing, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Jüdischen Krankenhaus Berlin.
Und Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Schlaganfall-Hilfe, zeigte sich zuversichtlich, dass die Überführung der Lotsen in die Regelversorgung gelingt.
Auch wenn wir in unsicheren Zeiten leben, lassen wir uns nicht beirren und gehen weiter voran.
„BeLOTSE – Berliner Patientenlotsen für integrierte Schlaganfallnachsorge“ ist ein gemeinsames Kooperationsprojekt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, des Jüdischen Krankenhauses Berlin und der Novartis Pharma GmbH. Gemeinsames Ziel der Projektpartner ist die Etablierung von Patientenlotsen für Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten am Jüdischen Krankenhaus Berlin. Die Patientenlotsen unterstützen wohnortnah Menschen in komplexen und akuten Lebenslagen sowie deren Angehörige, die in unserem unübersichtlichen Gesundheitssystem überfordert sind. Durch eine koordinierte Nachsorge verbessern Patientenlotsen deren gesundheitliche Versorgung, Lebensqualität und soziale Teilhabe.
Impressionen von der Veranstaltung
Fragen für Kliniken und Versorgungsakteure
Die Begleitung beginnt bereits auf der Stroke Unit: Ein Lotse nimmt Patientinnen und Patienten in das Lotsenprojekt auf; in den ersten Tagen findet ein Informationsgespräch statt. Entscheidet sich die betroffene Person für die kostenlose Teilnahme, begleitet der Lotse über ein Jahr – u. a. mit Besuchen in der Reha, zu Hause und regelmäßigem telefonischem Kontakt.
Als Stärke wird die sektorenübergreifende Koordination (Case Management) und Beratung hervorgehoben. Damit zielt das Modell darauf, Übergänge zwischen Klinik, Reha und ambulanter Versorgung zu erleichtern.
Schlaganfall-Lotsen arbeiten aktuell in Modellprojekten (also nicht flächendeckend). Die Lotsinnen und Lotsen sind im Rahmen von Projekten an den jeweiligen Partnerkliniken angestellt.
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Verstehen & VermeidenBasisinformationen zum Thema Schlaganfall
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