Zu Beginn des Gesprächs zeigte sie sich sehr vergnügt, doch nach circa zwei Minuten fing sie an zu lallen.
Als Edda Moser das erzählt, ist sie spürbar tief bewegt. Die international gefeierte Opernsängerin telefoniert regelmäßig mit einer langjährigen Freundin. An jenem Donnerstag im Februar klingt zunächst alles wie immer. Doch plötzlich verändert sich die Stimme am anderen Ende der Leitung. Die Worte werden undeutlich, die Sätze unverständlich.
Moser erschrickt. Durch ihre enge Verbundenheit mit Liz Mohn, Präsidentin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, kennt sie die Anzeichen für einen Schlaganfall genau. Sie beendet das Gespräch – und drückt unmittelbar danach den Rettungsknopf, den sie Tag und Nacht am Arm trägt. „Ein Knopf, der Leben retten kann“, sagt sie. Was dann geschieht, zeigt, wie entscheidend Minuten sein können. Der Mann von den Johannitern reagiert sofort: „Wir sind schon unterwegs!“
Eine Stunde später erfährt Edda Moser: Ihre Freundin wurde gefunden und schnell in die Stroke Unit der Universitätsklinik Bonn gebracht. Sie ist in Sicherheit, inzwischen geht es ihr wieder deutlich besser.
Eine große Stimme mit klarer Botschaft
Edda Moser hat auf den bedeutendsten Bühnen der Welt gesungen. Herbert von Karajan holte die Sopranistin an die Metropolitan Opera nach New York, wo sie als Königin der Nacht einen viel beachteten Einstand feierte. Künstlerischer Höhepunkt ihrer Laufbahn war die Münchner Aufnahme der Zauberflöte von 1972.
Weitere wichtige Stationen ihrer Karriere waren die Bayerische Staatsoper München, die Deutsche Oper Berlin, die Grand Opéra de Paris und die Mailänder Scala. In „Don Giovanni“ sang sie die Rolle der Donna Anna auch in der 1979 erschienenen Filmversion unter der Regie von Joseph Losey.
Seit 1977 ist Ihre Stimme im Weltraum: Mit den Voyager-Raumsonden gingen digitale Aufnahmen auf Reisen, die außerirdischen Lebewesen und späteren Generationen Zeugnis unserer Kultur ablegen sollen. Die Aufnahmen haben eine geschätzte Lebensdauer von 500 Millionen Jahren. 1994 beendete sie ihre internationale Karriere mit einer Aufführung von Salome in Wien.
2006 gegründete Edda Moser das „Festspiel der deutschen Sprache“. Seit 2007 findet es auf Empfehlung des früheren Außenministers Hans-Dietrich Genscher jährlich im historischen Goethe-Theater Bad Lauchstädt statt. Zudem widmet sie sich nach ihrem Abschied von den großen Bühnen der Nachwuchsförderung in Meisterklassen. So lernte sich auch Liz Mohn, Stifterin der Schlaganfall-Hilfe, kennen. Edda Moser erfreut sich guter Gesundheit.
Ein medizinischer Notfall kann jeden treffen.
Ausgerechnet die Freundin, die ihr damals den Hausnotruf ans Herz gelegt hatte, verdankt ihm nun womöglich ihr Leben. „Da ich allein lebe, habe ich mich dafür entschieden“, sagt Moser. Eine Vorsichtsmaßnahme, ein stiller Begleiter im Alltag, ein unsichtbares Sicherheitsnetz, das funktioniert, wie dieses Beispiel zeigt – sogar für die liebe Freundin.
Warum ein Hausnotruf so wichtig sein kann
Ein Schlaganfall, ein Sturz, plötzliche Herzprobleme – Notfälle passieren oft unerwartet. Gerade wer allein lebt, kennt vielleicht dieses leise Gefühl: Was, wenn etwas passiert – und niemand merkt es? Ein Hausnotrufsystem sorgt genau hier für Sicherheit: Er bietet rund um die Uhr direkte Verbindung zu einer Zentrale, alarmiert Rettungsdienst oder Angehörige und bietet auch Sicherheit bei Stürzen, wenn das Telefon nicht erreichbar ist.
Moderne Systeme bestehen meist aus einer Basisstation in der Wohnung und einem kleinen, wasserdichten Funksender – als Armband oder Kette tragbar. So kann auch im Bad oder Schlafzimmer Hilfe gerufen werden. Neben klassischen Hausnotrufen gibt es inzwischen mobile Geräte für unterwegs, etwa für Spaziergänge oder Einkäufe.
Für wen ist ein Hausnotruf sinnvoll?
Ein Hausnotruf ist nicht nur für Hochbetagte gedacht. Er kann sinnvoll sein für Menschen, die allein leben, Personen mit Vorerkrankungen oder erhöhtem Sturzrisiko, für Seniorinnen und Senioren, die möglichst lange selbstständig wohnen möchten und für Angehörige, die sich mehr Sicherheit für ihre Liebsten wünschen. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern das Bedürfnis nach Sicherheit.
Kleiner Knopf – große Sicherheit
„Ich berichte diese Geschichte, weil es sehr wichtig ist, wenn man allein lebt“, sagt Edda Moser. Ein Hausnotruf verhindert keinen Schlaganfall, aber er kann dafür sorgen, dass im entscheidenden Moment Hilfe kommt und so vielleicht ein Leben retten. Wie an jenem Donnerstag im Februar…
So funktioniert der Hausnotruf
Einen Druck auf den Knopf am Sender – und eine Notrufzentrale meldet sich sofort. Geschulte Mitarbeitende wissen, was zu tun ist. Sie alarmieren Angehörige, Nachbarn oder direkt den Rettungsdienst. Rund um die Uhr. Jeden Tag.
Ein großer Vorteil: In vielen Notrufzentralen sind wichtige Informationen bereits hinterlegt – Adresse, Kontaktdaten von Angehörigen und Hinweise zur gesundheitlichen Situation. In einem Moment, in dem vielleicht jede Sekunde zählt und Worte schwerfallen, sind diese Angaben von unschätzbarem Wert. Sie helfen, die Lage schneller zu verstehen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und genau die Hilfe zu schicken, die Betroffene in diesem Augenblick brauchen.
Damit gibt ein Hausnotruf Sicherheit in den eigenen vier Wänden – jeden Tag, zu jeder Zeit. Er schenkt das beruhigende Gefühl: Ich bin nicht allein. Hilfe ist nur einen Knopfdruck entfernt. Und auch für Angehörige ist er oft eine große Erleichterung.
Wer übernimmt die Kosten?
Für Menschen mit anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse die Kosten für den Hausnotruf, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind:
- Die betroffene Person lebt den ganzen Tag oder große Teile des Tages allein.
- Sie lebt mit einer Person zusammen, die im Notfall keine Hilfe verständigen kann.
- Ohne Hausnotruf wäre es nicht möglich, selbstständig Hilfe zu rufen.
Worauf Sie vor Vertragsabschluss achten sollten
Damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert, wird der Hausnotruf in der Regel über einen Vertrag mit einem Anbieter geregelt. Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl – es geht um Ihre Sicherheit oder die eines nahestehenden Menschen.
Diese Fragen helfen bei der Auswahl:
- Notrufzentrale: Ist die Zentrale rund um die Uhr professionell besetzt – oder wird der Notruf lediglich an hinterlegte Telefonnummern weitergeleitet?
- Vertragslaufzeit und Kündigung: Wählen Sie möglichst einen Vertrag ohne Mindestlaufzeit. Ist eine kurzfristige Kündigung möglich (z. B. zwei Wochen zum Monatsende)?
- Haftung und Vertragsbedingungen: Lesen Sie das Kleingedruckte aufmerksam, besonders die Haftungsregelungen.
- Kosten und Zusatzleistungen: Welche Leistungen sind im Grundpreis enthalten? Welche Extras – etwa Schlüsselservice oder Einsatzdienst – kosten zusätzlich?
Quelle: Verbraucherzentrale
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