Mit Hilfsmittel gut versorgt?

Hilfsmittel - Nicht immer gut versorgt

Für viele Schlaganfall-Patienten sind sie unverzichtbar. Doch längst nicht alle sind mit ihren Hilfsmitteln gut versorgt. Wir gehen der Frage nach, worauf es bei der Hilfsmittelversorgung ankommt.

Hilfsmittel sind Gegenstände, die erforderlich sind, um den Erfolg einer Behandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen (§ 33,  Sozialgesetzbuch V). Hilfsmittel bieten Unterstützung bei allen Tätigkeiten des alltäglichen Lebens. Sie sollen Patienten die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag ermöglichen und Angehörigen die Pflege erleichtern.

Hilfsmittel sollen die Folgen eines Schlaganfalls ausgleichen

Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Oft gilt es, die Halbseitenlähmung auszugleichen, eine der häufigsten Folgen des Schlaganfalls.  Orthesen und Gehhilfen unterstützen die Funktionen von Armen und Beinen. Technisch ist heute vieles möglich. Ein Beispiel dafür ist die sogenannte Funktionelle Elektrostimulation (FES), bei der ein elektrischer Impuls das fehlende Nervensignal ersetzt. Doch trotz dieser Möglichkeiten sind längst nicht alle Patienten gut versorgt.

Warum sind Patienten nicht gut versorgt?

Woran liegt das? Beteiligt an dem Versorgungsprozess sind viele: Kliniken, Hausärzte, Therapeuten, Sanitätshäuser, Krankenkassen und letztlich der Patient selbst. Viele kümmern sich also um sein Wohl, doch jeder auf seine Weise. Das ist ein Teil des Problems. Das Gesundheitssystem sieht nicht vor, dass die Beteiligten miteinander reden. Ist ein Patient aus der Klinik entlassen, steuert er seine weitere Versorgung selbst. Über Hilfsmittel weiß er in der  Regel wenig bis nichts.

Hilfsmittelversorgung ist nicht Bestandteil des Medizinstudiums. Insbesondere Hausärzte müssen ein so breites Wissen pflegen, dass sie oft gar keinen Überblick über den Hilfsmittelmarkt haben können.

Therapeuten erleben den Patienten viel häufiger. Doch dass sie ihre Empfehlung dem Arzt zurückmelden, ist an keiner Stelle im System vorgesehen.

Sanitätshäuser befinden sich in einem harten Wettbewerb, sie müssen auf ihre Umsätze achten. Sehr zum Leidwesen der Krankenkassen. Die wünschen sich immer zufriedene Patienten, nur kosten dürfen sie nicht so viel.

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