Projekt "SPORTnachSchlag" für Patienten

"SPORTnachSchlag" für Betroffene

Rehabilitationssport als ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation wird ärztlich verordnet und von Sportvereinen in Gruppen mit speziell ausgebildeter Übungsleitung angeboten.

Rehasport bietet Ihnen die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen durch Bewegung, Spiel und Sport Ihre Bewegungsfähigkeit zu verbessern, den Verlauf Ihrer Erkrankung positiv zu beeinflussen und damit weiter am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Rehabilitationssport ist Hilfe zur Selbsthilfe. Die ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation wird ärztlich verordnet, von Rehabilitationsträgern finanziert und von Sportvereinen in Gruppen mit speziell ausgebildeter Übungsleitung angeboten.

Vorteile & Ziele von Rehasport für Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten

Rehabilitationssport hat das Ziel, Ihre Ausdauer, Kraft, Koordination und Flexibilität zu verbessern. Von folgenden Vorteilen können Sie als Schlaganfall-Patient ebenfalls profitieren:

  • (Wieder-) Entdecken von Spaß und Freude an Bewegung
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Wiederherstellung motorischer Funktionen und Mobilisierung von Gelenken
  • Verringern neurologischer Folgen (z. B. Spastik)
  • Festigung von (wieder-) erlernten Bewegungen für den Alltag (z. B. Sturzprophylaxe)
  • Wiedererlangung von Körpergefühl und Wahrnehmung
  • Schaffung neuen Selbstvertrauens und Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Günstige Effekte auf die Schlaganfall-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Bewegungsmangel

In einer Rehabilitationssportgruppe für Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten haben die Betroffenen zudem die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und ihre Erfahrungswerte zu teilen.

Was erwartet Sie?

  • Der Rehabilitationssport wird in einer festen Gruppe mit max. 15 Teilnehmenden durchgeführt und dauert mindestens 45 Minuten.
  • Angebotene Sportarten können Gymnastik, Bewegungsspiele, Gymnastik im Wasser oder Schwimmen sein.
  • Qualifizierte Übungsleitungen entwickeln ein individuelles Programm, das von „einfacheren“ Bewegungsspielen, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sein können, bis hin zu komplexeren Bewegungsabläufen reichen kann. In jedem Fall erfolgt eine Orientierung an Ihren Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten!

Was müssen Sie tun?

Rehabilitationssport steht Ihnen als Patient zu, es handelt sich hierbei um eine zuzahlungsfreie Sachleistung, die von der Krankenkasse übernommen werden muss. Voraussetzung ist eine Verordnung Ihres Arztes.

So läuft Ihr Weg ab:

  1. Der Arzt muss das Formular „Muster 56“ ausfüllen und folgendes eintragen:
    • Diagnose nach ICD 10 und ggf. die Nebendiagnosen
    • Gründe und Ziele des Rehasports
    • Dauer der Maßnahme
    • Empfehlung zur geeigneten Art des Rehasports
  2. Jetzt können Sie sich eine Rehasportgruppe in Ihrer Nähe suchen. Diese sollte eine Schlaganfall-Rehasportgruppe sein und auch eine entsprechende Bezeichnung haben.
  3. Geeignete Schlaganfall-Rehasportgruppen der BRSNW-Mitgliedsvereine finden Sie bei der Rehasport-Suche des Verbandes.
    Bitte wählen Sie bei Diagnose/Krankheitsbild „Schlaganfall“ aus.
  4. Geeignete Schlaganfall-Rehasportgruppen der LSB-Mitgliedsvereine finden Sie hier  www.rehasport-in-nrw.de
    Bitte wählen Sie bei Indikationsbereich „Peripheres Zentrales Nervensystem“ aus.
  5. Wenn Sie eine Gruppe gefunden haben, übergeben Sie das ausgefüllte Formular Ihrer Krankenkasse und lassen sich die Verordnung genehmigen.
  6. Sprechen Sie uns gerne an, falls Sie keine geeignete Gruppe finden – wir versuchen, Ihnen weiterzuhelfen!
  7. Möchten Sie eine eigene Rehasportgruppe für Schlaganfall-Patienten gründen? Wir helfen Ihnen.

Wie lange kann Rehasport verordnet werden?

Grundsätzlich ist die Verordnung von Rehabilitationssport zeitlich begrenzt:

  • Im Regelfall werden 50 Übungseinheiten (ÜE) innerhalb von 18 Monaten verschrieben.
  • Bei Erkrankungen oder Behinderungen mit starker Beeinträchtigung oder mit Notwendigkeit komplexerer Übungen, erhöhen sich diese Werte auf 120 Einheiten in 36 Monaten.
  • Sollten die im ersten Antrag genehmigten Stunden aufgebraucht sein, die Beschwerden jedoch anhalten, so muss erneut ein Arzt aufgesucht und ein neuer Antrag gestellt werden. Dieser muss eine ausführliche Begründung dafür beinhalten, warum eine Verlängerung notwendig und unumgänglich ist.

Informationen, wie Sie Ihren Weg (wieder) zum Sport finden, finden Sie in unserem Flyer.

Mitarbeiterportrait von Miriam Mashkoori

Kontakt zu Miriam Hilker