Was passiert, wenn ich den Notruf wähle?

Was passiert, wenn ich den Notruf wähle?

Bei Verdacht auf Schlaganfall lässt sich der Rettungsdienst unter der gebührenfreien Notruf-Nummer 112 alarmieren. Diese Nummer funktioniert sogar in allen EU-Mitgliedsländern. Doch wie verläuft eigentlich das Gespräch mit der Leitstelle?

Aus der Schule kennen einige sicher noch die sogenannten W-Fragen des Notrufs. „Die muss jedoch niemand auswendig können“, beruhigt Jens Kornhoff, stellvertretender Leiter der Kreisleitstelle des Kreises Gütersloh. Auch wenn sich die Vorgehensweise in den deutschen Leitstellen ein wenig unterscheidet, werden die Anrufenden vom Personal durch das Gespräch geleitet. „Im Kreis Gütersloh nutzen wir dazu die strukturierte Notrufabfrage“, erklärt Kornhoff. Dabei wird zuerst nach Adresse und Rückrufnummer des Anrufenden gefragt, dann folgen Fragen zu der betroffenen Person und ihrem Gesundheitszustand. Zudem gibt es Sonderfragebögen, die beim Verdacht auf bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise Schlaganfall zum Einsatz kommen.

 

Niemand wird alleingelassen

Noch während Anrufende und Leitstelle miteinander telefonieren, erfolgt der Alarm der Leitstelle und der Rettungsdienst sowie bei Bedarf der Notarzt machen sich auf den Weg. Das spart wertvolle Zeit. Falls nötig, unterstützt das Personal der Leitstelle die Anrufenden sogar bis zum Eintreffen der Rettungskräfte vor Ort – zum Beispiel, wenn eine Reanimation notwendig ist. „Wir lassen niemanden allein“, betont Jens Kornhoff. Dafür ist das Personal der Leitstellen entsprechend ausgebildet. Die konkrete Qualifikation ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt, in Nordrhein-Westfalen muss das Personal beispielsweise sowohl eine feuerwehrtechnische als auch eine rettungsdienstliche Ausbildung haben. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind daher alle sehr erfahren“, so Kornhoff.

 

Notruf via App

Übrigens: Der Rettungsdienst, aber auch Feuerwehr und Polizei, lassen sich deutschlandweit auch über „nora“, die offizielle Notruf-App der Bundesländer, verständigen. Das ist auch für Menschen interessant, die nur eingeschränkt sprechen oder hören können: Denn mit der App ist ein Notruf möglich, ohne sprechen zu müssen. Zudem nutzt „nora“ die Standort-Funktion des Mobil-Geräts. So können die Rettungskräfte den Einsatzort leichter finden.

 

Mehr Informationen zur App „nora“ erhalten Sie unter www.nora-notruf.de

Bitte beachten Sie: Zurzeit wird die Notruf-App technisch überarbeitet. Daher kann sie aktuell nicht heruntergeladen werden. Laut Betreiber sind aber Notrufe mit bereits installierten Apps für registrierte Nutzerinnen und Nutzer weiterhin möglich. Nach Ende der Arbeiten soll „nora“ wieder in den App-Stores erhältlich sein.