Facio-orale Therapie

Facio-orale Therapie

 

Die facio-orale Therapie ist zur Anwendung bei Störungen des Schluckvorgangs geeignet (Dysphagie).

Zusammenfassung

Die facio-orale Therapie ist zur Anwendung bei Störungen des Schluckvorgangs geeignet (Dysphagie). Hierbei soll aber nicht nur der Schluckvorgang, sondern auch Atmung und Kommunikation des Betroffenen verbessert werden.

Was ist die facio-orale Therapie (FOT)?

Das Konzept der facio-oralen Therapie wurde von der Logopädin Kay Coombes in Kooperation mit Karel und Bertha Bobath entwickelt und dient der Behandlung von Patienten mit Störungen beim Schluckvorgang (Dysphagie). Sie steht in enger Verbindung zum Bobath-Konzept und ist ein zusätzlicher Bestandteil eines umfassenden Therapiekonzepts. Darüber hinaus sollen Atmung und Kommunikation verbessert werden. Dabei werden alltägliche Bewegungsabläufe genutzt. Der Schluckvorgang wird in einige Phasen unterteilt, die unter anderem die Stimulationsphase (Hunger, Durst), das Kauen bzw. Abbeißen, den Transport über Mund, Speiseröhre bis in den Magen beinhalten. Bei diesen einzelnen Schluckphasen hat die Therapie ihre Ansatzpunkte.

Therapieverlauf

Zu Beginn einer jeden Therapie steht die Befunderhebung des Schluckvorgangs. Im Idealfall geschieht dies durch einen Therapeuten, der eine Zusatzausbildung hinsichtlich der FOT besitzt. Die Diagnostik kann beispielsweise mithilfe einer Zeitlupenaufnahme des Schluckvorgangs unter Kontrastmittelgabe erfolgen, einer Untersuchung im Mund oder des Kehlkopfes. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung der verschiedenen Phasen eines Schluckvorgangs. Die Behandlung setzt demzufolge direkt bei den einzelnen Phasen an und stärkt beispielsweise durch Stimulation mit Eiswürfeln die Wangen- und Zungenmuskulatur. Die Stimulationsphase kann durch therapeutisches Führen angeregt werden. Hier steht der Therapeut hinter dem Betroffenen und unterstützt den Patienten beim Zubereiten und Zuführen der Nahrung (z.B. Brot schmieren und zum Mund führen).

Ziele

Ein Ziel ist eine aktive Verbesserung des Schluckvorgangs, um somit die Nahrungsaufnahme zu verbessern. In diesem Zusammenhang spielen der Genuss von Lebensmitteln und die soziale Komponenten (Kommunikation, Geselligkeit) von Essen und Trinken eine wichtige Rolle. Darüber hinaus soll die psychische Verfassung der Betroffenen gestärkt und neuropsychologische Defizite (z.B. Neglet) sowie die Gesamtmotorik wiederhergestellt werden. Außerdem werden die Atmung, die Mundpflege und die Kommunikation durch FOT gestärkt.

Nebenwirkungen

Es sind derzeit keine Nebenwirkungen bekannt.

Ausschlusskriterien

Die Schlucktherapie kann nur durchgeführt werden, wenn der Patient über einen Würge- und Hustenreflex verfügt.

Kosten

Es liegen derzeit keine Angeben zu Kosten vor. Daher ist es wichtig, sich vor Beginn einer Behandlung zu informieren und mit der eigenen Krankenkasse abzustimmen, ob eine Kostenübernahme möglich ist oder ob Therapiekosten privat bezahlt werden müssen.

Wirksamkeit

Seidl et al. (2007) untersuchten bei 10 Patienten mit Dysphagie die Wirksamkeit der Schlucktherapie nach einer dreiwöchigen Behandlung (15 Sitzungen von jeweils 1 Stunde). Die Schluckrate, Aufmerksamkeit und Schluck-Fähigkeit der Probanden konnten insgesamt signifikant verbessert werden.

Quellen