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Blutdruckmessen, aber richtig!

 

Der 17. Mai ist Welthypertonietag. Bluthochdruck spüren die Betroffenen in der Regel nicht und doch kann er viele gesundheitliche Folgen haben. Unter anderem gehört Bluthochdruck zu den häufigsten Ursachen für Schlaganfälle. Deswegen ist regelmäßiges Messen wichtig.

 

Der 17. Mai ist Welthypertonietag. Bluthochdruck spüren die Betroffenen in der Regel nicht und doch kann er viele gesundheitliche Folgen haben. Unter anderem gehört Bluthochdruck zu den häufigsten Ursachen für Schlaganfälle. Deswegen ist regelmäßiges Messen wichtig.

In Deutschland hat fast jeder dritte Mensch Bluthochdruck (arterielle Hypertonie). Je höher das Alter, desto größer die Gefahr, da die Arterien im Laufe der Jahre an Elastizität verlieren. Trotzdem ist Bluthochdruck keine Erkrankung, mit der man sich abfinden muss. Durch einen gesunden Lebensstil kann die Erkrankung positiv beeinflusst werden. Darauf macht die Deutsche Hochdruckliga zum Welthypertonietag aufmerksam. Das Motto in diesem Jahr: „Blutdruckmessen, aber richtig! Damit Sie Ihre Blutdruckwerte im Blick behalten."

So messen Sie Ihren Blutdruck richtig:

  • Immer zur gleichen Zeit morgens und abends messen – gegebenenfalls vor der Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln.
  • Vor der Messung fünf Minuten im Sitzen zur Ruhe kommen.
  • Aufrecht auf einen Stuhl setzen, einschnürende Kleidung am Messarm entfernen und den Arm in Herzhöhe lagern.
  • Die Blutdruck-Manschette am Oberarm anlegen. Der untere Rand der Manschette sollte sich zwei Zentimeter über der Ellbeuge befinden.
  • Das Gerät aktivieren, die Messung starten, die Blutdruckwerte ablesen und notieren – zum Beispiel in einem Blutdruck-Pass.

Die zu Hause gemessenen Werte sollten sich am besten unter einem Wert von 135/85 mmHg einpendeln.

Den Blutdruck zu senken kann in vielen Fällen auch ohne Medikamente gelingen – durch ein paar Änderungen der Lebensweise:

  • Das Gewicht regulieren und vor allem das Bauchfett reduzieren.
  • Ausgewogen ernähren mit viel Obst, Gemüse und ungesättigten Fettsäuren.
  • Die tägliche Zufuhr von Kochsalz reduzieren auf maximal sechs Gramm. (Achtung: Fertiggerichte enthalten oft große Mengen Salz.)
  • Regelmäßige Bewegung – egal ob Spaziergänge, Radfahren oder andere Sportarten.
  • Alkohol nur in geringen Maßen konsumieren.
  • Mit dem Rauchen aufhören. (Bereits eine Woche nach der Aufgabe sinkt der Blutdruck!)


Einen kleinen Ratgeber zum Thema Bluthochdruck stellen wir Ihnen an dieser Stelle zur Verfügung ().

Weitere Informationen sowie Broschüren zum Herunterladen finden Sie unter www.hypertonietag.de

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Grandioser Rosenball

 

Gastgeberin Liz Mohn zog eine positive Bilanz aus 25 Jahren Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

7. Mai 2018

Es war ein rauschendes Fest mit einer Prominenten-Dichte, die selbst Berlin nicht alle Tage erlebt. Der „Rosenball" von Liz Mohn und Bertelsmann am vergangenen Wochenende erbrachte eine Rekordspendensumme zum 25-jährigen Jubiläum der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

 
Gastgeberin Liz Mohn zog eine positive Bilanz aus 25 Jahren Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Es war ein rauschendes Fest mit einer Prominenten-Dichte, die selbst Berlin nicht alle Tage erlebt. Der „Rosenball" von Liz Mohn und Bertelsmann am vergangenen Wochenende erbrachte eine Rekordspendensumme zum 25-jährigen Jubiläum der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

 
So viel geballte Kompetenz in Gesundheitspolitik wie nie zuvor (von links): Jens Spahn, Daniel Bahr, Rita Süssmuth und Philipp Rösler.

Das Jubiläum der Schlaganfall-Hilfe wurde mit einem ebenso abwechslungsreichen wie hochkarätigen Bühnenprogramm gefeiert. Adel Tawil, Bryan Ferry und das Tom Gaebel Orchester sangen und spielten für die Gäste. Zu ihnen zählten allein vier aktuelle oder ehemalige Bundesgesundheitsminister: Jens Spahn, Daniel Bahr, Philipp Rösler und Rita Süssmuth.

 
Viel Spaß auf der Tanzfläche hatten Veronica Ferres und Thomas Gottschalk.

Schauspielerin Veronica Ferres kam mit Ehemann Carsten Maschmeyer. Der honorierte den Einsatz der Gäste, die sich an einer Fotoaktion zur neuen Kampagne der Schlaganfall-Hilfe beteiligten, mit einer großzügigen Spende. Die Schauspielerinnen Mariella Ahrens und Gerit Kling waren dabei, ebenso wie die TV-Stars Thomas Gottschalk, Peter Kloeppel, Jenke von Wilmsdorff, Sylvie Meis, Jorge González, Joachim Llambi, Isabel Edvardsson und Wolfram Kons, der einen Spenden-Scheck der Stiftung „RTL – Wir helfen Kindern" überbrachte.

 
Führten gewohnt locker und charmant durch den Abend: die Modertoren Frauke Ludowig und Guido Maria Kretschmer

Dank der großzügigen Spenden der 600 geladenen Gäste kamen mehr als 300.000 Euro zusammen – mehr als je zuvor. Doch nicht nur Promis waren in den Ballsaal des „Interconti" gekommen, auch Schlaganfall-Betroffene feierten mit und gaben auf der Bühne Einblicke in ihr Leben. Eine sichtlich gerührte Stifterin Liz Mohn zog eine positive Bilanz: „Die Gründung der Stiftung war eine der besten Entscheidungen meines Lebens!"

 

Der Geburtstag der Stiftung stellte manchen Gast aber auch vor Herausforderungen. „Was schenkt man einer Frau, die alles hat?" fragte TV-Star Verona Pooth stellvertretend für die vielen dankbaren Patienten und die prominenten Botschafter der Stiftung. Die Antwort präsentierte prompt Patricia Kelly mit Band. Auf der großen Drehbühne präsentierte sie die Welt-Premiere ihres neuen Songs „Togegther now". Dieses Lied schenkte sie der Deutschen Schlaganfall-Hilfe als Hymne. Alle Download-Erlöse im Jubiläumsjahr wird sie der Stiftung spenden. Ein Video der Premiere gibt es hier zu sehen:

 

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Familie Menke und ihr neues Leben

25 Jahre Schlaganfall-Hilfe

17. April 2018

Zwei süße Kinder, ein junger Hund, der tolle Job und ein schönes Haus – genauso hätte es weitergehen können. Ging es aber nicht, ein Tag im Januar 2017 riss Barbara Menke (36) jäh aus diesem Leben. Dank der guten Schlaganfall-Versorgung in Deutschland geht es ihr heute besser. Dazu trug auch die Schlaganfall-Hilfe bei. Anfang Mai feiert der Rosenball in Berlin das Jubiläum der Stiftung. Dort wird auch Barbara Menke zu Gast sein. Schon jetzt traf sie ihre Gastgeberin Liz Mohn in der Klinik, in der man sie vor schwereren Behinderungen bewahrte.

Zwei süße Kinder, ein junger Hund, der tolle Job und ein schönes Haus – genauso hätte es weitergehen können. Ging es aber nicht, ein Tag im Januar 2017 riss Barbara Menke (36) jäh aus diesem Leben. Dank der guten Schlaganfall-Versorgung in Deutschland geht es ihr heute besser. Dazu trug auch die Schlaganfall-Hilfe bei. Anfang Mai feiert der Rosenball in Berlin das Jubiläum der Stiftung. Dort wird auch Barbara Menke zu Gast sein. Schon jetzt traf sie ihre Gastgeberin Liz Mohn in der Klinik, in der man sie vor schwereren Behinderungen bewahrte.

Ein Sonntag im Januar

 
Frauke Ludowig (Mitte) mit der schlaganfall-betroffenen jungen Mutter Barbara Menke und ihren beiden Töchtern Tilda (3) und Amelie (6)

Ein Sonntagsspaziergang mit der ganzen Familie sollte es werden. Doch Ehemann Sebastian wartete vergeblich mit den beiden Töchtern Amelie (6) und Tilda (3) im Schnee. Barbara Menke war im Haus einfach umgekippt und lag hilflos da. Als Sebastian seine Frau fand, rief er geistesgegenwärtig den Notarzt und äußerte gleich seinen Verdacht: Schlaganfall!

„Wer weiß, ob Sie daran gedacht hätten, wenn es die Schlaganfall-Hilfe nie gegeben hätte", sagt Frauke Ludowig. Die RTL-Moderatorin und Botschafterin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist nach Gütersloh gekommen, ins Elisabeth-Hospital. Dorthin, wo man Barbara Menke binnen weniger Minuten brachte und sie auf der Stroke Unit (Schlaganfall-Station) behandelte. 15 Monate später treffen sie hier mit Liz Mohn, Präsidentin der Schlaganfall-Hilfe, und Verantwortlichen der Klinik zusammen.

Schlaganfall kann jeden treffen

 
Eine Torte zum Jubiläum: Dr. Stephan Pantenburg (r.), Geschäftsführer des Gütersloher Sankt Elisabeth Hospitals, und Dr. Thomas Kloß, Chefarzt der Neurologie (l.), gratulieren Liz Mohn zum 25jährigen Bestehen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Anfang Mai werden Liz Mohn und Bertelsmann mit rund 600 Gästen in Berlin auf dem Rosenball das Jubiläum der Deutschen Schlaganfall-Hilfe feiern. Vor 25 Jahren gründete Liz Mohn die Stiftung. Sie hat durch unermüdliche Aufklärungsarbeit und ein flächendeckendes Netzwerk von über 300 Schlaganfall-Stationen bundesweit dafür gesorgt, dass heute doppelt so viele Patienten einen Schlaganfall überleben. Frauke Ludowig wird den Rosenball gemeinsam mit Guido Maria Kretschmer moderieren. In Gütersloh lässt sie sich gemeinsam mit Liz Mohn den aktuellen Stand der Schlaganfall-Versorgung erklären und lernt das Ehepaar Menke kennen.

"Schlaganfall kann jeden treffen" lautet ein Credo der Stiftung und ein Leitsatz der neuen Kampagne, die zum Rosenball starten wird. Stellvertretend dafür steht Barbara Menke – eine junge, gesunde Frau ohne erkennbare Risikofaktoren, die von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen wird. Es war wohl eine Dissektion, eine Schädigung der Gefäßinnenwand, die den Schlaganfall auslöste - ein schicksalhaftes Ereignis. „Ein solcher Schlaganfall kommt plötzlich und unvorhergesehen, er lässt sich kaum vermeiden", erklärt Chefarzt Dr. Thomas Kloß.

Neustart aus dem Rollstuhl

Sprachstörungen und eine halbseitige Lähmung waren die Folgen. Im Rollstuhl kommt Barbara Menke in die Rehabilitation, wo sie sich über viele Wochen zurück ins Leben kämpft. Doch auch nach der Rückkehr ins eigene Heim muss sie feststellen, dass sie weiter auf Hilfe angewiesen ist. „Allein den Kindern die Jacke zuzumachen war eine Herausforderung", sagt sie. Das gilt selbst heute noch, doch es wird immer besser. Eine Haushaltshilfe unterstützte in der ersten Zeit, und stundenweise schaffte die gelernte Erzieherin die Rückkehr in ihren Job im Jugendamt der Stadt Oelde.

Geholfen hat ihr dabei auch Schlaganfall-Lotsin Stefanie Feldmann. Ein Jahr lang begleitete sie die Familie, beriet sie in wichtigen Fragen und unterstützte bei Anträgen. „Eine enorm wichtige Hilfe", sagt Barbara Menke, die überzeugt ist von diesem neuen Modell der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Nachdem die Stiftung in den ersten 25 Jahren maßgeblich dazu beigetragen hat, eine vorbildliche Akutversorgung aufzubauen, will sie jetzt auch die Nachsorge deutlich verbessern.

Neue Therapie-Optionen

 
(v.l.n.r.) Dr. Alexej Titschert (l.), leitender Neuroradiologe im Elisabeth Hospital, CTA Rahel Riker, Liz Mohn, Klinikchef Dr. Stephan Pantenburg und Chefneurologe Dr. Thomas Kloß vor der neuen Angiographie-Anlage.

Entwicklungen gibt es aber weiterhin auch in der akuten Behandlung eines Schlaganfalls. „Thrombektomie" heißt die neueste Option, die Medizinern zur Verfügung steht. Dabei wird ein Gefäßverschluss durch einen Katheter entfernt. 1,2 Millionen Euro investierte das Gütersloher Krankenhaus jetzt in eine Angiographie-Anlage, die diesen Eingriff ermöglicht. Ab heute können die ersten Patienten so behandelt werden.

Darüber und über das große Interesse der Medien am Jubiläum der Schlaganfall-Hilfe freute sich Stifterin Liz Mohn besonders. Denn wenn am 5. Mai ihre 600 Gäste beim Berliner Rosenball über den roten Teppich flanieren, geht es nicht nur darum, einen wundervollen Abend zu verbringen. „Das Schöne mit dem Guten verbinden" lautet ihr Motto. Und so hofft die Stifterin auf großzügige Spenden ihrer Gäste, um noch viel mehr Patienten wie Barbara Menke und deren Familien die Rückkehr ins Leben zu ermöglichen.

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Flächendeckend optimale Versorgung

 

5. April 2018

Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, müssen schnell, vor allem auch durch Spezialisten behandelt werden. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die Akutversorgung bei Schlaganfällen sehr gut sichergestellt ist. Darauf macht die Stiftung zum Weltgesundheitstag am 7. April aufmerksam, der dieses Jahr die flächendeckende Gesundheitsversorgung zum Thema hat.

 

Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, müssen schnell, vor allem auch durch Spezialisten behandelt werden. Deutschland gehört zu den Ländern, in denen die Akutversorgung bei Schlaganfällen sehr gut sichergestellt ist. Darauf macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zum Weltgesundheitstag am 7. April aufmerksam, der dieses Jahr die flächendeckende Gesundheitsversorgung zum Thema hat.

Mehr als 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten in Deutschland werden in spezialisierten Schlaganfall-Einheiten, so genannten Stroke Units, behandelt. Von 95 Prozent der deutschen Städte und Gemeinden aus ist heute eine Stroke Unit innerhalb von 30 Minuten erreichbar. Die Zahl der zertifizierten Stroke Unis wächst kontinuierlich. 310 Kliniken hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bisher zertifiziert. „Damit nimmt Deutschland in der Akutversorgung eine Vorreiterrolle ein", sagt Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Heute sterben nur noch etwa halb so viele Menschen an einem Schlaganfall wie vor 25 Jahren. Jetzt ist es wichtig, flächendeckend auch die mittel- und langfristige Nachsorge weiter zu verbessern."

Deswegen hat die Stiftung unter anderem das ins Leben gerufen. Professionelle Schlaganfall-Lotsen werden bis zum Jahr 2020 insgesamt 2000 Schlaganfall-Patienten in Ostwestfalen-Lippe begleiten – von der Stroke Unit über die Reha bis zur häuslichen Nachsorge. Ein Jahr lang stehen sie den Betroffenen und Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Sie achten auf darauf, dass Patienten ihre Medikamente einnehmen und ihren Lebensstil ändern, sie koordinieren Therapien und die passenden Hilfsmittel und unterstützen auch in der Kommunikation mit den Krankenkassen und Ärzten.

Ziel ist es, nachzuweisen, dass die Lebensqualität der Betroffenen durch die engmaschige Begleitung steigt und das Risiko eines weiteren Schlaganfalls sinkt. „Der Innovationsfonds des Bundes fördert unser Modellprojekt. Das tut er nach eigener Aussage nur bei Projekten, die ein großes Potenzial mitbringen, in die so genannte Regelversorgung überführt zu werden, das heißt die Krankenkassen irgendwann die Kosten übernehmen. Die Stiftung setzt sich dafür ein, dass zukünftig flächendeckend eine optimale Nachsorge gesichert ist", erklärt Brinkmeier.
 

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Auszeichnung für Liz Mohn

 

20. März 2018

Liz Mohn ist am vergangenen Wochenende in Dortmund mit dem „Steiger Award" ausgezeichnet worden. Ministerin Ursula von der Leyen hielt die Laudatio auf die Gründerin und Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

 

Liz Mohn ist am vergangenen Wochenende in Dortmund mit dem „Steiger Award" ausgezeichnet worden. Ministerin Ursula von der Leyen hielt die Laudatio auf die Gründerin und Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Liz Mohn erhielt den Preis für ihr gesellschaftliches Engagement. 1993 gründete sie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, zudem setzt sie sich in Initiativen für ein funktionierendes Gemeinwesen, Integration und Toleranz ein.

Der „Steiger Award" lehnt sich an die Tugenden des Bergmanns an. Geehrt werden Menschen, die in ihrem Handeln und Denken Geradlinigkeit, Offenheit und Toleranz beweisen. Der Preis ehrt auch Werte von Menschen, die sich besonders in den Bereichen Musik, Sport, Medien, Umwelt, Film, sowie in Fragen des Europäischen Zusammenwachsens und des humanitären Engagements verdient gemacht haben.


Dies sind die Preisträger des „Steiger Awards 2018"

Sportliches Lebenswerk: Otto Rehhagel, Horst Eckel
Charity: Liz Mohn
Nachwuchs: Band „Zweikanalton"
Film: Heino Ferch
Toleranz: Avi Primor
Kunst/Fotografie: Anne Geddes
Europa: Xavier Bettel
Musik National: Rolf Zuckowski
Film Lebenswerk: Claus Theo Gärtner
Entertainment: Ina Müller

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Schneller - höher - weiter

Tagung der Stroke Units

Prof. Dr. Darius Günther Nabavi leitet die Stroke Unit Kommission der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Der Berliner Neurologe ist auch stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

13. März 2018

Sehr Gutes noch besser zu machen, ist ein hohes Ziel. In Berlin trafen sich jetzt rund 200 Chef- und Oberärzte der deutschen Schlaganfall-Stationen, um genau das zu erreichen.

 
Prof. Dr. Darius Günther Nabavi leitet die Stroke Unit Kommission der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. Der Berliner Neurologe ist auch stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Sehr Gutes noch besser zu machen, ist ein hohes Ziel. In Berlin trafen sich jetzt rund 200 Chef- und Oberärzte der deutschen Schlaganfall-Stationen, um genau das zu erreichen.

Flächendeckend gut versorgt

310 Stroke Units (Schlaganfall-Stationen) hat die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mittlerweile zertifiziert. Damit ist die Versorgung nahezu flächendeckend hervorragend. Von 95 Prozent der deutschen Städte und Gemeinden aus ist eine Stroke Unit innerhalb von 30 Minuten erreichbar.
Die Erfolge der Stroke Units können sich sehen lassen, sie haben die Sterberate kontinuierlich gesenkt. Nun schauen die Neurologen kritisch auf alles, aus dem sich weitere Verbesserungen herauskitzeln lassen. Dabei richten sie ihren Fokus vor allem auf die neue Methode der Thrombektomie, bei der ein Gefäßverschluss im Gehirn durch einen Katheter entfernt wird.

Thrombektomie braucht Experten

Schon rund vier Prozent der Schlaganfall-Patienten kommt diese Methode zugute. Die Studienlage dazu wird immer besser, entsprechend auch die Ergebnisse. Nun geht es für die Fachgesellschaften darum, die Feinheiten zu regeln. Thrombektomien sollten von Neuroradiologen durchgeführt werden, die speziell zertifiziert sind. Wer die Behandlung anbieten möchte, sollte mindestens zwei Experten vorweisen können. Schlaganfall-Patienten kommen schließlich zu jeder Tageszeit.

Eine andere, durchaus kritische Frage, ist die, welche Kliniken überhaupt thrombektomieren sollten. Feste Regelungen fehlen bisher. Aktuell gibt es in Deutschland 340 speziell weitergebildete Neuroradiologen, schon mehr als 180 Kliniken bieten den Eingriff an, Tendenz steigend. Die Fachleute diskutieren nun, ob es Sinn macht, das immer mehr Kliniken sich dafür ausstatten, oder ob man eher die mittleren und großen Zentren stärken sollte.

Mindestmengen im Gespräch

Beide Modelle haben Vor- und Nachteile, wobei aktuell mehr Argumente für eine Fokussierung auf Zentren sprechen. Es ist vor allem die Diskussion um Qualität und Mindestmengen, die es bei anderen Eingriffen bereits gibt. Dahinter steckt der Gedanke: Wer einen Eingriff häufiger durchführt, hat mehr Routine und erzielt die besseren Ergebnisse.

Hinzu kommen neue Studien, wonach die Thrombektomie bis zu 24 Stunden nach dem Schlaganfall noch gut verlaufen kann. Verlegungen von kleinen in größere Kliniken möglicherweise nicht ganz so zeitkritisch, wie ursprünglich befürchtet. Wie die Diskussion ausgeht, ist offen und bleibt spannend. Sicher ist jedoch schon jetzt: Gewinner ist der Patient, denn seine Versorgung wird weiter verbessert.

Neuer Fokus Nachsorge

Relativ neu ist auch eine weitere Bewegung. Dass sich Akutneurologen mit der Frage beschäftigen, wie es den Patienten nach Entlassung aus der Klinik ergeht, ist nicht ihre Aufgabe. Doch über die Pflicht hinaus machen immer mehr Ärzte diese Frage zu ihrer Kür, immer mehr Konzepte und Projekte für eine integrierte, sektorenübergreifende Versorgung entstehen. Denn so gut die Akutversorgung auch ist, in der häuslichen Nachsorge ergeht es vielen Patienten nicht mehr so blendend. Der Nachmittag der Tagung beschäftigte sich mit innovativen Ansätzen, Schlaganfall-Patienten auch langfristig gut zu versorgen.

Das Modell der Schlaganfall-Lotsen (STROKE OWL) der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist einer dieser Ansätze. Finanziert wird das Modell aus Mitteln des Innovationsfonds des Bundes, ebenso wie das Projekt SANO in Ludwigshafen. In beiden Fällen geht es darum, Patienten nach dem Klinikaufenthalt eine Zeit lang zu begleiten, zu beraten und die Behandlung zu koordinieren.

Auch das Projekt INSPiRE der Charité Berlin, gefördert durch die Deutsche Schlaganfall-Hilfe, will nachweisen, dass Patienten besser versorgt sind und seltener wiederholte Schlaganfälle erleiden, wenn sie strukturiert begleitet werden. In Bayern hat man bereits gute Erfahrungen mit dem Modell VERAH gemacht. Dort besuchen Medizinische Fachangestellte mit spezieller Fortbildung die Patienten und beraten sie. In kurzer Zeit ist in der deutschen Schlaganfall-Nachsorge viel in Bewegung geraten, zum Wohle der Patienten. Gut so.

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Kampagne geht weiter

 

9. März 2018

Mit einer Pressekonferenz in Leverkusen startete die von Bayer initiierte Aufklärungskampagne "Rote Karte dem Schlaganfall" jetzt ins siebte Jahr. Rund 150.000 Materialbestellungen gingen in dieser Zeit ein. Impressionen liefert unser kurzes Video.

Mit einer Pressekonferenz in Leverkusen startete die von Bayer initiierte Aufklärungskampagne „Rote Karte dem Schlaganfall" jetzt ins siebte Jahr. Rund 150.000 Materialbestellungen gingen in dieser Zeit ein.

Seit Frühjahr 2012 klärt der Konzern gemeinsam mit seinen Partnern Deutsche Sporthochschule Köln und Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe über die Möglichkeiten der Schlaganfall-Prävention auf. Schwerpunkt des neuen Kampagnenjahres wird das Thema Bewegung sein. Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, machte auf der Pressekonferenz auch die Bedeutung der Sekundärprävention deutlich.

Impressionen der Veranstaltung liefert unser kurzes Video.

 

 

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112 gilt in der gesamten EU

EU-Notruftag

9. Februar 2018

Hätten Sie´s gewusst? In der gesamten EU funktioniert die 112 als Notrufnummer. Bei der letzten EU-weiten Umfrage war das lediglich 42 Prozent der Deutschen bekannt. Deshalb will der EU-Notruftag am 11. Februar darauf aufmerksam machen.

 

Hätten Sie´s gewusst? In der gesamten EU funktioniert die 112 als Notrufnummer. Bei der letzten EU-weiten Umfrage war das lediglich 42 Prozent der Deutschen bekannt. Deshalb will der EU-Notruftag am 11. Februar darauf aufmerksam machen.

2008 wurde der EU-weite Notruf 112 eingeführt. Er funktioniert in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Anfangs hinkten die Deutschen ihren europäischen Nachbarn im Wissen um die EU-weite Notrufnummer hinterher, mittlerweile liegen sie etwa im Schnitt. Das war das Ergebnis des letzten  „Eurobarometers", einer repräsentativen Umfrage unter EU-Bürgern.
 
Den 11. Februar hat die EU-Kommission in Anspielung auf das Datum (11.2.) zum europäischen Notruftag erklärt, um das Wissen über die Notrufnummer zu verbreiten.
Dieses Wissen ist auch in Deutschland noch deutlich ausbaufähig, denn die Deutschen sind bekannt für ihre Reisefreudigkeit. Tatsächlich reisen 52 Prozent mindestens einmal jährlich in ein anderes EU-Land. Berücksichtigt man diesen in der Statistik, fällt das Notfallwissen der Deutschen gegenüber anderen Nationen deutlich ab.

Das Ringen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe um mehr Notfallwissen hat einen sehr ernsten Hintergrund: Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Seit Jahren propagiert die Schlaganfall-Hilfe ihren Leitsatz „Jede Minute zählt". Jeder Schlaganfall ist Notfall, deshalb müssen Patienten so schnell wie möglich in ein Krankenhaus mit einer Stroke Unit (Schlaganfall-Station) gebracht werden.
 
Wie es um das Wissen der Europäer zur EU-weiten Notrufnummer 112 bestellt ist und wie häufig sie innerhalb der EU verreisen, sehen Sie hier in unserer Tabelle ().
 

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Versorgung wesentlich verbessert

Immer weniger Menschen sterben am Schlaganfall

Dr. Thomas Kloß dankte Liz Mohn für ihr großes Engagement. Diese war sichtlich angetan von seinem medizinhistorischen Vortrag. - Foto: Jens Dünhölter

30. Januar 2018

Vor 25 Jahren gab es keine wirksame Behandlung des Schlaganfalls. Für Liz Mohn war das ein Grund, die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu gründen. Heute werden Patienten in Deutschland akut hervorragend versorgt.

 
Dr. Thomas Kloß dankte Liz Mohn für ihr großes Engagement. Diese war sichtlich angetan von seinem medizinhistorischen Vortrag. - Foto: Jens Dünhölter

Vor 25 Jahren gab es keine wirksame Behandlung des Schlaganfalls. Für Liz Mohn war das ein Grund, die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zu gründen. Heute werden Patienten in Deutschland akut hervorragend versorgt.

Mit einem „Forum Schlaganfall" in ihrem Gebäude an der Gütersloher Schulstraße beging die Schlaganfall-Hilfe den Tag der offiziellen Anerkennung der Stiftung vor 25 Jahren am 29. Januar 1993. Neben Bürgermeister Henning Schulz folgten rund 70 Freunde und Förderer der Stiftung aus Gütersloh der Einladung.

"Schlaganfall ist kein Tabu-Thema mehr"

„Es war die richtige Entscheidung, diese Stiftung zu gründen. Wir konnten so vielen Menschen helfen", sagte Stifterin Liz Mohn in ihrem Grußwort. Sie steht der Stiftung bis heute als Präsidentin vor. „In 25 Jahren konnten wir maßgeblich dazu beitragen, den Schlaganfall in die Mitte unserer Gesellschaft zu rücken. Er ist heute kein Tabu-Thema mehr."

Neurologe Dr. Thomas Kloß dankte Liz Mohn und dem Team der Schlaganfall-Hilfe für ihre Arbeit. Der Chefarzt am St. Elisabeth-Hospital und am LWL-Klinikum Gütersloh gab einen kurzen Überblick zur Entwicklung der Schlaganfall-Medizin in den letzten 25 Jahren.

Leitlinien gab es seinerzeit nicht

 
Sprachen über die Schlaganfall-Versorgung in Deutschland (von links): Dr. Bettina Begerow, Dr. Thomas Kloß, Sylvia Strothotte, Liz Mohn, Henning Schulz und Dr. Michael Brinkmeier. - Foto: Jens Dünhölter

Welche Behandlung ein Schlaganfall-Patient vor 25 Jahren erhielt, lag im Ermessen des Chefarztes. Optionen gab es kaum, „und heute wissen wir, dass sie alle dem Patienten nicht geholfen haben", sagte Kloß. Wirksame Medikamente (Thrombolyse) wurden erst ab dem Jahr 2000 zugelassen, ergänzt durch Katheterverfahren (Thrombektomie) ab 2015.

Angewendet werden diese Verfahren auf inzwischen über 300 Schlaganfall-Stationen (Stroke Units), eine davon im St. Elisabeth-Hospital Gütersloh. Die Schlaganfall-Hilfe hat das Modell eingeführt und zertifiziert diese Stationen deutschlandweit. Mit großem Erfolg, denn heute müssen nur noch halb so viele Menschen an einem Schlaganfall versterben wie vor 25 Jahren.

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Ebenso wichtig wie eine gute Behandlung ist eine frühe Erkennung des Schlaganfalls, machte Präventionsexpertin Dr. Bettina Begerow von der Schlaganfall-Hilfe deutlich. Plötzliche Lähmungen und Gefühlsstörungen, Sehstörungen oder Sprachstörungen seien deutliche Anzeichen. „Warten Sie nicht ab, gehen Sie nicht erst zu Ihrem Hausarzt, sondern wählen Sie den Notruf 112", lautete die Botschaft Begerows. Denn mit jeder Minute sterbe wichtiges Hirngewebe.

„Die gute Botschaft lautet: vieles haben Sie selbst in der Hand", ermunterte Begerow ihre Zuhörer zur Prävention. „Mindestens 70 Prozent der Schlaganfälle sind vermeidbar". Dafür stellte die Präventionsexpertin ihren „Supercocktail" vor, der nachgewiesen gegen 26 chronische Erkrankungen helfe. Die Zutaten: die Heilkraft der Bewegung nutzen, nicht rauchen, sich ausgewogen ernähren und Wege gegen den Stress finden. Wer zudem soziale Kontakte pflege, der lebe länger. Auch das wurde wissenschaftlich erwiesen.

Zahlreiche Aktivitäten geplant

Die Vorstände der Schlaganfall-Hilfe, Dr. Michael Brinkmeier und Sylvia Strothotte, kündigten für das Jubiläumsjahr eine Vielzahl von Veranstaltungen an, eine Aufklärungskampagne und eine neue Internetseite für ratsuchende Betroffene und Angehörige.

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Kompetenz in Sachen Schlaganfall

Qualitätssiegel für RAS GmbH

Rolf Drängmann (rechts), Bereichsleiter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, übergab RAS-Geschäftsführer Bert Lange die Urkunde.

8. November 2017

Die RAS GmbH in Melle zählt zu den ersten drei Sanitätshäusern in Deutschland, die von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe das Siegel „Beratungsqualität in der Hilfsmittelversorgung" erhalten haben.

 
Rolf Drängmann (rechts), Bereichsleiter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, übergab RAS-Geschäftsführer Bert Lange die Urkunde.

Die RAS GmbH in Melle zählt zu den ersten drei Sanitätshäusern in Deutschland, die von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe das Siegel „Beratungsqualität in der Hilfsmittelversorgung" erhalten haben.

270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Mehr als 60 Prozent der überlebenden Patienten bleiben auf Hilfsmittel, Therapie oder Pflege angewiesen. Der Beratungsbedarf der Patienten ist hoch und verlangt ein hohes Maß an Wissen rund um den Schlaganfall.

„Wir bemerken immer wieder, dass es viel Unkenntnis in der Hilfsmittel-Beratung von Schlaganfall-Betroffenen gibt", sagte Rolf Drängmann von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe im Rahmen der feierlichen Übergabe der Urkunde in Melle. „Wenig beachtet wird vor allem, dass sich der Bedarf der Patienten mit der Zeit verändert. Hilfsmittel müssen laufend angepasst werden."

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat deshalb ein Modellprojekt aufgelegt. Neun Mitarbeiter des RAS-Teams haben eine Weiterbildung zu Qualitätsmanagementbeauftragten und zusätzliche Schulungsmodule im Krankheitsbild Schlaganfall absolviert.

Mit der einmaligen Schulung ist es nicht getan. In internen Qualitätszirkeln werden sich die RAS-Mitarbeiter laufend fortbilden, um stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu bleiben. Zudem werden Mitarbeiter des Hauses in eine Arbeitsgruppe der Deutschen Schlaganfall-Hilfe berufen, um das Schulungskonzept der Stiftung weiterzuentwickeln.

Drei Jahre ist das Siegel gültig, dann muss es durch die erneute Teilnahme an einem Audit bestätigt werden. Das Modellprojekt der Schlaganfall-Hilfe läuft noch bis Ende 2018. Solange ist die Qualifizierung beschränkt auf einige Modellhäuser. Mit den gewonnenen Erkenntnissen will die Schlaganfall-Hilfe die Schulung anschließend allen Sanitätshäusern in Deutschland anbieten.

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Ein Schlaganfall trifft auch die Seele!

Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober

19. Oktober 2017

270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Über die körperlichen Folgen ist vieles bekannt. Selten jedoch wird über die seelischen Schäden gesprochen. Dabei wäre das so wichtig, denn häufig gefährden sie die Erfolge der Rehabilitation. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Welt-Schlaganfalltags am 29. Oktober hin.

 

270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Über die körperlichen Folgen ist vieles bekannt. Selten jedoch wird über die seelischen Schäden gesprochen. Dabei wäre das so wichtig, denn häufig gefährden sie die Erfolge der Rehabilitation. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Welt-Schlaganfalltags am 29. Oktober hin.

Die Fachwelt bezeichnet sie als Post Stroke Depression (PSD), die Depression nach Schlaganfall. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie mindestens ein Drittel aller Schlaganfall-Patienten trifft. Studien belegen, dass Frauen anfälliger für eine PSD sind. Wer nicht gut eingebettet ist in die Familie oder in ein soziales Netzwerk ist stärker gefährdet. Und depressive Vorerkrankungen stellen ebenfalls ein größeres Risiko dar.

Depression raubt Antrieb zur Therapie

Die neurologische Rehabilitation ist für viele, insbesondere schwerer betroffene Patienten harte Arbeit. Ein gelähmtes Bein zum Gehen oder eine spastische Hand zum Greifen zu bringen, erfordert sehr viel Training und Geduld. Die Depression aber raubt Betroffenen ihren Antrieb und führt dazu, dass sie Therapien nicht mehr wahrnehmen.

Die Beobachtungen vieler Ärzte und Therapeuten sind wissenschaftlich belegt. In der sogenannten FLAME-Studie wurde Schlaganfall-Patienten in einem frühen Stadium ein Antidepressivum verabreicht. Im Vergleich zu anderen Patienten hatte diese Gruppe am Ende nicht nur seltener eine Depression, die Betroffenen hatten sich auch körperlich besser erholt und mehr motorische Fähigkeiten wiedererlangt.

Kritische Phase nach der Entlassung

Häufig wird eine beginnende Depression bereits in der Rehabilitationsklinik erkannt, doch viele Patienten erhalten gar keine stationäre Reha. Und „auch nach der Entlassung aus der Rehabilitation kann sicher eine kritische Phase folgen", weiß Dr. Hans-Peter Neunzig, Ärztlicher Direktor der Waldklinik Jesteburg bei Hamburg. Der Neurologe und Psychiater verfügt über viel Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit einer PSD.

Angehörige müssen Verantwortung übernehmen

Neunzig empfiehlt allen Schlaganfall-Patienten mit Symptomen einer Depression dringend, sich in neurologische Behandlung zu begeben. „Fehlt diese Einsicht oder der Antrieb, sollten Angehörige unbedingt darauf drängen", so Neunzig. Die Behandlungsmöglichkeiten einer PSD sind heute gut. In den meisten Fällen kommt eine Kombination aus medikamentöser und neuropsychologischer Therapie/ Psychotherapie zum Einsatz. „Doch ohne diese professionelle Hilfe wird es sicher nicht gehen", weiß Experte Neunzig.

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Projektleiter vorgestellt

STROKE OWL

13. Oktober 2017

Das Großprojekt STROKE OWL der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist gestartet. Zum Projektleiter berufen wurde Dr. Georg Galle. In den kommenden drei Jahren soll er mit seinem Team in Ostwestfalen-Lippe den Beweis antreten, das Schlaganfall-Lotsen ein Modell für ganz Deutschland sein können.

 

Das Großprojekt STROKE OWL der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist gestartet. Zum Projektleiter berufen wurde Dr. Georg Galle. In den kommenden drei Jahren soll er mit seinem Team in Ostwestfalen-Lippe den Beweis antreten, das Schlaganfall-Lotsen ein Modell für ganz Deutschland sein können.

Der 54jährige Galle vereint langjährige Management- und Projekt-Erfahrungen mit Kenntnissen aus dem Krankenhauswesen. Erste Berufserfahrungen sammelte er im Verlagswesen. Im internationalen Medienunternehmen Bertelsmann leitete er zahlreiche Großprojekte im Media-Bereich und entwickelte innovative digitale Geschäftsmodelle. Unter anderem war Galle im Jahr 2000 federführend an der Gründung des Online-Lexikons wissen.de beteiligt. Ehrenamtlich engagiert ist er als Mitglied des Verwaltungsrats der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen, der drei Kliniken angehören.

„Mit der Problematik rund um das Entlassmanagement bin ich gut vertraut", erklärt Galle. „Viele Patienten fallen nach dem Klinikaufenthalt in ein tiefes Loch. Mit unseren Schlaganfall-Lotsen kümmern wir uns um die Bedürfnisse der Menschen und leisten einen entscheidenden Beitrag zur Versorgungskontinuität für die Betroffenen." In den nächsten Tagen und Wochen wird es für Georg Galle darum gehen, die Weichen für einen erfolgreichen Projektverlauf zu stellen. Parallel muss die Projektstruktur mit Aufgabenverteilung entstehen, Verträge mit den Beteiligten geschlossen und das Team rekrutiert werden.

14 Schlaganfall-Lotsen werden in allen Kreisen Ostwestfalen-Lippes zum Einsatz kommen. Drei von ihnen arbeiten bereits in dieser Funktion. Das Projektmanagement wird voraussichtlich neun Mitarbeiter umfassen. Schlaganfall-Lotsen betreuen Patienten für etwa ein Jahr nach ihrem Schlaganfall. Sie beraten, unterstützen und koordinieren. Ziel ist, dass Patienten ihre Rehabilitationsziele voll erreichen, eine höhere Lebensqualität haben und keinen wiederholten Schlaganfall erleiden. Kann das Modellprojekt diesen Beweis antreten, bestehen gute Chancen, das System der Schlaganfall-Lotsen in die Regelversorgung zu überführen.

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Stiftung unterstützt Studie

 

29. August 2017

Die Schlaganfall-Nachsorge gerät zunehmend in den Fokus. Nicht nur die Deutsche Schlaganfall-Hilfe entwickelt hier Projekte zur Verbesserung der Versorgung. An der Berliner Charité läuft die Studie INSPiRE-TMS, die jetzt durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gefördert wird.

Die Schlaganfall-Nachsorge gerät zunehmend in den Fokus. Nicht nur die Deutsche Schlaganfall-Hilfe entwickelt hier Projekte zur Verbesserung der Versorgung. An der Berliner Charité läuft die Studie INSPiRE-TMS, die jetzt durch die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gefördert wird.

„Intensivierte Sekundärprävention zur Vermeidung von Rezidiv-Ereignissen nach leichtem Schlaganfall und TIA" – dafür steht die Abkürzung INSPiRE-TMS. Mit 100.000 EUR unterstützt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe diese Studie, an der sich neben der Charité fünf weitere Kliniken beteiligen. Seit Ende 2011 wurden 2.000 Patienten in die Studie aufgenommen. Die Förderung der Schlaganfall-Hilfe soll nun dazu beitragen, dass Ende 2017 die angestrebte Patientenzahl erreicht wird und die Auswertung bis Ende 2018 erfolgen kann.

Therapietreue der Patienten unterstützen

Was will die Studie beweisen? Schlaganfall-Patienten haben ein sehr hohes Risiko für einen wiederholten Schlaganfall, der häufig deutlich schwerer ausfällt. Deshalb kommt der Sekundärprävention eine besonders hohe Bedeutung zu. Hoher Blutdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen müssen konsequent behandelt werden, bei vielen Patienten ist neben einer gerinnungshemmenden Therapie auch eine Umstellung des Lebensstils erforderlich. Doch Studien zeigen, dass bereits kurz nach Entlassung aus der Klinik bei vielen die Therapietreue sinkt.

Hausärzte können Patienten beraten und verordnen, stoßen aber bei einer engmaschigen Begleitung an ihre Grenzen. Unterstützungsprogramme für diese Patienten sind bisher in der Regelversorgung nicht vorgesehen. Hier setzt INSPiRE-TMS an. Die Patienten nehmen nach dem akuten Schlaganfall oder einer transitorisch-ischämischen Attacke (TIA), einer Vorstufe des Schlaganfalls, zwei Jahre an dem Programm teil. In dieser Zeit kommen sie zu acht ambulanten Terminen in die Kliniksprechstunde.

Weniger wiederholte Schlaganfälle erwartet

In den Beratungsgesprächen wird der Status der Sekundärprävention erhoben. Dabei geht es um Fragen wie diese: Nimmt der Patient regelmäßig seine Medikamente? Ist der Blutdruck gut eingestellt? Hat er das Rauchen aufgegeben? Konnte er sein Gewicht wie geplant reduzieren? Alle Patienten erhalten eine schriftliche Zusammenfassung des Beratungstermins für die Besprechung mit ihren Hausärzten. Bei kritischen Messwerten werden Hausärzte auch direkt kontaktiert. Patienten einer Vergleichsgruppe erhalten die übliche ambulante Versorgung.

 

Zwischenzeitliche Vergleiche der Gruppen gibt es nicht, so dass das Ergebnis völlig offen ist. Doch Prof. Dr. Heinrich Audebert von der Berliner Charité ist zuversichtlich, dass positive Effekte nachweisbar sein werden. „Wir glauben, dass die Patienten seltener ein weiteres Gefäßereignis erleiden, wenn sie an einem solchen Unterstützungsprogramm teilnehmen", sagt der Studienleiter. Sollte er Recht behalten, könnte das Projekt in ein sogenanntes Disease Management Programm (DMP) münden, ein strukturiertes Nachsorgeprogramm, das es für andere chronische Erkrankungen bereits gibt.

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1.000 Teilnehmer am Motivationstest

Zwischenbericht

24. August 2017

Finden Sie heraus, welcher Motivationstyp Sie sind! Dieser Einladung folgten schon 1.000 Interessierte. Der Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai fand 2017 unter dem Motto „Gesundheit braucht Motivation. So finden Sie Ihren Weg" statt. Passend dazu veröffentlichte die Schlaganfall-Hilfe einen Motivationstest.

 

Finden Sie heraus, welcher Motivationstyp Sie sind! Dieser Einladung folgten schon 1.000 Interessierte. Der Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai fand 2017 unter dem Motto „Gesundheit braucht Motivation. So finden Sie Ihren Weg" statt. Passend dazu veröffentlichte die Schlaganfall-Hilfe einen Motivationstest.

„Sie stehen morgens im Bad und blicken in den Spiegel. Was denken Sie?" A: Ich bin zwar nicht mehr ganz so fit wie früher, aber ich gebe mein Bestes, um gesund zu bleiben. B: Es könnte besser sein, aber Gesundheit ist nicht alles. Familie und Freunde sind mir wichtiger. C: Es ist, wie es ist. Wir werden alle nicht jünger. D: Ich bin ein bisschen besorgt und denke über den nächsten Arzttermin nach.

Zehn Fragen gilt es zu beantworten, um herauszufinden, ob man der „Der Aktive", „Der Kumpel", „Der Entspannte" oder „Der Denker" ist. Für die obige Frage aus dem Motivationstest fielen die meisten Antworten auf A (44,62%) und C (36,98%) – wobei A für den „Aktiven" Motivationstypen steht und C für den „Entspannten". Auch die Gesamtauswertung spiegelt dieses Ergebnis wider: Nach Beantwortung der zehn Fragen entpuppten sich die meisten der 1.000 Teilnehmer als „Der Aktive" Typ (31,38%). Knapp dahinter folgten mit 27,64% „Der Entspannte" Typ und mit 23,77% „Der Denker". „Der Kumpel" bildete mit 17,21% das Schlusslicht.

Gemeinsam mit Partnern hat die Schlaganfall-Hilfe im Rahmen der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln!" den Motivationstest entwickelt, um Sie zu unterstützen, Ihr persönliches Ziel zu erreichen -  für Ihre Gesundheit! Im Anschluss an den Test können Sie den Newsletter der Schlaganfall-Hilfe abonnieren. Neben Informationen rund um das Thema Schlaganfall bietet dieser für Sie ausgewählte Motivationstipps.

Was hält Sie also noch auf? Finden Sie heraus, welcher Motivationstyp Sie sind und machen Sie sich auf den Weg zu Ihrem Ziel - für Ihre Gesundheit! Gegen den Schlaganfall!

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Bei Verdacht immer die 112 wählen

 

17. August 2017

Schlaganfall-Experte Prof. Dr. Roman Huber informierte über 150 Menschen im Helios-Spital Überlingen zum Thema Schlaganfall.

 

Schlaganfall-Experte Prof. Dr. Roman Huber informierte über 150 Menschen im Helios-Spital Überlingen zum Thema Schlaganfall.

In der vergangenen Woche war das Helios-Spital Überlingen Gastgeber für eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Helios Spital und Lothar Riebsamen MdB, der in seiner Funktion als Mitglied im Gesundheitsausschuss Initiator der Veranstaltung am Bodensee war.

Als Gastgeber begrüßte Klinikgeschäftsführer Sven Axt die Besucher, stellte kurz das Helios-Spital Überlingen vor und ging auch auf die gute und enge Zusammenarbeit mit der Schlaganfall-Versorgungseinheit (Stroke Unit) am Klinikum Friedrichshafen ein. Lothar Riebsamen MdB  hob in seinem anschließenden kurzen Grußwort die große Bedeutung einer guten Schlaganfall-Versorgung – aber ebenso einer ausgeprägten Schlaganfall-Prävention – hervor.

An die Begrüßung schloss sich der Hauptteil der Veranstaltung an, der Vortrag des Friedrichshafener Schlaganfall-Fachmanns Prof. Dr. Roman Huber, Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Dieser gab den Zuhörern wichtige Verhaltensregeln mit auf den Weg. Da bei Schlaganfall jede Minute zählt, erläuterte er den Teilnehmern den so genannten F-A-S-T-Test, bei dem Reaktionen bezüglich Sprache, Bewegung und Mimik getestet werden können. Zudem riet Huber dazu, bei begründeten Verdachtsfällen stets den Rettungsdienst zu rufen. „Lieber einmal zu oft, als einmal zu wenig" so der Neurologe des Klinikums Friedrichshafen.

Dass das Thema von sehr hohem Interesse für die Menschen ist, macht allein die sehr große Anzahl der Besucher und die Mitnahme zahlreicher Informationsmaterialien deutlich. Da man 150 bis 180 Personen begrüßen konnte, mussten sogar einige Menschen stehen. Abgesehen von diesem kleinen Wermutstropfen war die Informationsveranstaltung ein voller Erfolg, vor allem wenn sich dadurch nur ein einziger Schlaganfall vermeiden oder schnell erkennen lässt.

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Weitere Frühreha-Betten in NRW

 

Team der neuen Frührehabilitation in Nümbrecht

16. August 2017

Die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht (Nordrhein-Westfalen) hat die ersten sechs Patienten in der Frührehabilitation aufgenommen. Die neurologische Rehabilitationsklinik verfügt nun auch über eine Krankenhausabteilung.

 
Team der neuen Frührehabilitation in Nümbrecht

Die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht (Nordrhein-Westfalen) hat die ersten sechs Patienten in der Frührehabilitation aufgenommen. Die neurologische Rehabilitationsklinik verfügt nun auch über eine Krankenhausabteilung.

In der neuen Abteilung behandelt das Klinik-Team Betroffene mit zum Beispiel schweren Hirnschädigungen nach einem Schlaganfall. Die Einrichtung nimmt auch beatmungspflichtige Patienten mit dem Ziel des Weanings – der Beatmungsentwöhnung – in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation auf. Sechs der 20 Betten der Abteilung sind für beatmete Patienten geeignet.

Im September 2016 erhielt die Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik den offiziellen Bescheid, dass ihr geplantes Angebot in den Krankenhausplan Nordrhein-Westfalen aufgenommen wurde. Dafür hat die Klinik in den vergangenen Monaten eine bestehende Station zur Krankenhausabteilung umgebaut.  

Die Landesarbeitsgemeinschaft Neurorehabilitation NRW fordert schon lange eine Ausweitung der Kapazitäten für die Frührehabilitation (so genannte Phase B). Gegenüber anderen Bundesländern sieht sie ausgerechnet im einwohnerstärksten Land eine drastische Unterdeckung. 2013 hätten 12.000 Patienten deshalb nicht in NRW behandelt werden können.

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Minister Gröhe lobt OWL-Projekt

Schlaganfall-Lotsen haben viel Potenzial

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (rechts) sprach mit Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Schlaganfall-Hilfe, und Anke Siebdrat über das Projekt Schlaganfall-Lotsen.

9. August 2017

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe begrüßt das Projekt der Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe. Er sieht viel Potenzial darin, die Schlaganfall-Versorgung in ganz Deutschland zu verbessern.

 
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (rechts) sprach mit Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Schlaganfall-Hilfe, und Anke Siebdrat über das Projekt Schlaganfall-Lotsen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe begrüßt das Projekt der Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe. Er sieht viel Potenzial darin, die Schlaganfall-Versorgung in ganz Deutschland zu verbessern.

Im Oktober startet STROKE OWL, ein Projekt der Deutschen Schlaganfall-Hilfe mit vielen Partnerorganisationen, um die Schlaganfall-Versorgung in Ostwestfalen-Lippe zu verbessern. 15 Schlaganfall-Lotsen werden in den kommenden drei Jahren rund 2.000 Patienten ein Jahr lang betreuen. Gefördert wird das Modellprojekt mit 7,1 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Bundes.

„Brücken statt Mauern" – das ist der Kerngedanke des Innovationsfonds", sagte Minister Gröhe am Wochenende in Gütersloh. „Wir brauchen mehr „Mannschaftsspiel" aller Beteiligten zum Nutzen der Patienten. Dazu gibt es eine Reihe von Modellprojekten, wie das der Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe, aus denen wir lernen wollen, wie man die Regelversorgung weiter verbessern kann."

In Gütersloh tauschte sich Gröhe mit dem Vorstand der in Gütersloh ansässigen Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Dr. Michael Brinkmeier, und Anke Siebdrat aus. Sie war die erste Gütersloher Schlaganfall-Lotsin am Sankt Elisabeth Hospital und lässt nun ihre Erfahrungen in das neue Modellprojekt einfließen.

Schlaganfall-Lotsen koordinieren die Rückkehr der Patienten in ein normales Leben. Sie unterstützen sie unter anderem bei der Umstellung ihres Lebensstils und in sozialrechtlichen Fragen. Ein wichtiges Ziel ist es, wiederholte Schlaganfälle zu verhindern.

 

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Weitgehend gute Noten für die Reha

Patientenbefragung der Deutschen Rentenversicherung Bund

3. August 2017

Neurologische Patienten sind mit ihrer stationären Rehabilitation weitgehend zufrieden. Das hat eine Befragung der Deutschen Rentenversicherung ergeben. Die Vorbereitung auf die Zeit nach der Klinik jedoch wird schwächer bewertet.

 
Patienten geben der neurologischen Rehabilitation in Deutschland (im Bild BDH Klinik Elzach) insgesamt recht gute Noten.

Neurologische Patienten sind mit ihrer stationären Rehabilitation weitgehend zufrieden. Das hat eine Befragung der Deutschen Rentenversicherung ergeben. Die Vorbereitung auf die Zeit nach der Klinik jedoch wird schwächer bewertet.

6.500 Patienten in der neurologischen Rehabilitation hat die Deutsche Rentenversicherung Bund zu ihrer Zufriedenheit mit der Maßnahme befragt. Insgesamt gaben die Patienten ihren Kliniken dabei recht gut Noten. Die Rehabilitanden-Befragung ist ein Instrument, das die DRV-Bund regelmäßig zur Qualitätssicherung einsetzt.

Auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (gar nicht zufrieden) gaben die Patienten im Durchschnitt der pflegerischen und der psychologischen Betreuung eine 1,7, den therapeutischen Behandlungen eine 1,8 und der ärztlichen Betreuung eine 2,0. Auch die Gesamtnote der Rehabilitation aus Sicht der Patienten fiel mit 2,1 ordentlich aus.

Ausreißer in dem weitgehend homogenen Bewertungsprofil sind zwei Teilergebnisse. Die Vorbereitung auf die Zeit nach der Reha bewerteten die Patienten lediglich mit 2,8, die Verhaltensempfehlungen für Alltag und Beruf mit 2,9. Das bestätigt die Erfahrungen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, dass viele Patienten nach ihrer Entlassung in eine Krise geraten, weil sie den Anforderungen des Alltags nicht oder nur bedingt gewachsen sind.

Versorgungsmodelle wie die Schlaganfall-Lotsen sollen dafür sorgen, dass Patienten keine Versorgungsbrüche erleben und im ersten Jahr nach ihrem Schlaganfall in ein selbständiges Leben zurückfinden. Der Innovationsfonds des Bundes fördert in den kommenden drei Jahren ein großes Modellprojekt der Schlaganfall-Hilfe in Ostwestfalen-Lippe mit 15 Schlaganfall-Lotsen.

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Auswahl von Pflegeheimen fällt schwer

Umfrage der Bertelsmann-Stiftung

31. Juli 2017

Eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung hat wieder Bewegung in die Debatte um den „Pflege-TÜV" gebracht. Die Hälfte der Deutschen glaubt demnach, mit den zur Verfügung stehenden Informationen keine sichere Auswahl eines Pflegeheimes treffen zu können.

 

Eine Umfrage der Bertelsmann-Stiftung hat wieder Bewegung in die Debatte um den „Pflege-TÜV" gebracht. Die Hälfte der Deutschen glaubt demnach, mit den zur Verfügung stehenden Informationen keine sichere Auswahl eines Pflegeheimes treffen zu können.

Nach welchen Kriterien suchen und finden Betroffene oder Angehörige ein „passendes" Pflegeheim? Anbieter versprechen viel, aber halten sie auch alles? Zahlreiche Berichte über teilweise skandalöse Zustände in manchen Heimen haben die öffentliche Diskussion in den vergangenen Jahren angeheizt und die Bürger verunsichert. Das bisherige System der „Pflegenoten" war in die Kritik von Verbrauchern und Patientenverbänden geraten. Es vergab viele Bestnoten, auch wenn die Erfahrungen der Nutzer etwas anderes nahelegten.

Ausschuss kann noch nicht liefern

Aus diesem Grund hatte der Gesetzgeber den so genannten Qualitätsausschuss eingesetzt. Dessen Aufgabe ist es, bis Ende 2017 eine neue Vereinbarung über die Darstellung von Qualitätskriterien zu erzielen und anschließend umzusetzen. Das Gremium, das aus Vertretern der Pflegekassen und -anbieter besteht, hat jedoch bereits angekündigt, die Frist nicht einhalten zu können." Das geht zulasten der Ratsuchenden. Schon heute wäre es ohne großen Aufwand möglich, entscheidungsrelevante Informationen bereitzustellen", sagt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte der Bertelsmann Stiftung.

Der Umfrage der Bertelsmann Stiftung zufolge verlangen Bürger nach mehr Informationen zu Pflegeheimen, insbesondere zum Personaleinsatz (88 Prozent), zur Pflegequalität (94 Prozent) und der Ausstattung von Pflegeheimen (92 Prozent). "Der vom Gesetzgeber einberufene Qualitätsausschuss sollte sich nicht nur auf die Pflegequalität konzentrieren, sondern auch Angaben zum Personaleinsatz und zu auswahlrelevanten Einrichtungsmerkmalen in die neue Qualitätsberichterstattung einbeziehen", sagt Etgeton.

Konzept für einen hilfreichen Pflege-TÜV

Wie ein Angebot aussehen könnte, das bei der Suche nach dem richtigen Pflegeanbieter alle nötigen Informationen transparent macht, hat die Weisse Liste, ein Projekt der Bertelsmann Stiftung, zusammen mit Experten aus Wissenschaft und Betroffenenverbänden in einem Reformkonzept erarbeitet. Die Weisse Liste schlägt ein Bewertungssystem für Pflegeeinrichtungen vor, in dem Informationen zur gesundheitsbezogenen Pflegequalität, Angaben zum Personaleinsatz und zu Einrichtungsmerkmalen aufgenommen werden, die für die Lebensqualität der Pflegebedürftigen von Bedeutung sein können. Sechs zentrale Reformvorschläge stehen dabei im Mittelpunkt:

  1. Online-Plattform: Anstatt die Pflegequalität wie bisher standardisiert in Papierform beziehungsweise als pdf-Datei zu veröffentlichen, sollten Informationen über Pflegeeinrichtungen online zugänglich, individuell erschließbar und aktuell sein.
  2. Auskunft Lebensqualität: Die Pflegeanbieter sollten verpflichtet werden, über Leistungs- und Ausstattungsmerkmale Bericht zu erstatten, welche die Lebensqualität von Pflegebedürftigen maßgeblich beeinflussen.
  3. Auskunft Personalangaben: Die Pflegeanbieter und -kassen sollten verpflichtet werden, Auskunft darüber zu geben, wie viele Pflegebedürftige ein Pflegender betreut und wie das Personal qualifiziert ist.
  4. Darstellung Pflegequalität: Anstatt die Pflegequalität in Dezimalzahlen oder Noten zusammenzufassen, sollten Empfehlungen und Warnungen für Suchende unmissverständlich aufgezeigt  werden. Der Weisse Liste-Prototyp schlägt hier beispielsweise ein rotes Warndreieck für besonders schlechte und einen grünen Daumen für besonders gute Pflegequalität vor.
  5. Auskunft Erfahrungswissen: Die Erfahrungen von Menschen, die am Pflegeheimalltag teilhaben – beispielsweise Pflegebedürftige, ihre Angehörigen oder Mitarbeiter – sollten erhoben und veröffentlicht werden.
  6. Einführung Open-Data: Die erhobenen Rohdaten über Pflegeanbieter sollten zur freien Verfügung und Nutzung bereitstehen – beispielsweise zu Forschungszwecken oder für Informationsangebote im Internet.

Hilfreiche Informationen zur Auswahl eine Pflegeheimes oder eines ambulanten Pflegedienstes finden Sie auf den Internetseiten der Weissen Liste.

 

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112 in der ganzen EU

Sicher in die Ferien

4. Juli 2017

Wer sicher reisen möchte, sollte auf einen medizinischen Notfall vorbereitet sein. Zum Auftakt der Sommerferien in vielen Bundesländern macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe darauf aufmerksam, dass die Notrufnummer 112 einheitlich in allen EU-Ländern gilt.

 

Wer sicher reisen möchte, sollte auf einen medizinischen Notfall vorbereitet sein. Zum Auftakt der Sommerferien in vielen Bundesländern macht die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe darauf aufmerksam, dass die Notrufnummer 112 einheitlich in allen EU-Ländern gilt.

Ein Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn, bei der Gehirnzellen absterben. Je länger die Störung andauert, desto schwerwiegender sind die bleibenden Folgen. Deshalb ist es so wichtig, bei einem Schlaganfall-Verdacht sofort den Notruf zu wählen.

Bereits 2008 wurde die Notrufnummer 112 in den EU-Mitgliedsstaaten eingeführt, doch viele Europäer kennen sie bis heute nicht. Die 112 funktioniert in allen Ländern ohne Vorwahl aus dem Festnetz wie aus dem Mobilfunknetz und ist in jedem Fall kostenfrei. In der Regel sprechen die Mitarbeiter der Notruf-Leitstellen englisch.

Für Ziele außerhalb der EU rät die Deutsche Schlaganfall-Hilfe, vorab die dort geltende Notruf-Nummer in verlässlichen Quellen zu recherchieren. Viele Informationen über den Notruf weltweit bietet zum Beispiel die Online-Enzyklopädie Wikipedia.

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Schlaganfall-Lotsen auf einem guten Weg

Hauptstadtkongress 2017

Diskutierten auf dem Hauptstadtkongress über das Modell der Schlaganfall-Lotsen (von links): Dr. Michael Brinkmeier, Dr. Claudia Wein, Moderator Dr. Peter Stuckhard und Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz.

22. Juni 2017

Schlaganfall-Lotsen nach dem Modell der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind auf dem besten Weg in die Regelversorgung. Das war eine der Botschaften des Hauptstadtkongresses 2017. Mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus der Politik und dem Gesundheitssektor kamen in Berlin zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung zu diskutieren. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hob noch einmal hervor, wie wichtig der Innovationsfonds des Bundes sei, der das Lotsen-Projekt STROKE OWL fördern wird.

 
Diskutierten auf dem Hauptstadtkongress über das Modell der Schlaganfall-Lotsen (von links): Dr. Michael Brinkmeier, Dr. Claudia Wein, Moderator Dr. Peter Stuckhard und Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz.

Schlaganfall-Lotsen nach dem Modell der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sind auf dem besten Weg in die Regelversorgung. Das war eine der Botschaften des Hauptstadtkongresses 2017. Mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus der Politik und dem Gesundheitssektor kamen in Berlin zusammen, um aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitsversorgung zu diskutieren. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hob noch einmal hervor, wie wichtig der Innovationsfonds des Bundes sei, der das Lotsen-Projekt STROKE OWL fördern wird.

Drei Jahre wird die Deutsche Schlaganfall-Hilfe Zeit haben, den Nutzen von Schlaganfall-Lotsen nachzuweisen. Sie begleiten Patienten für ein Jahr und sollen unter anderem dafür sorgen, dass deutlich weniger Betroffene einen erneuten Schlaganfall erleiden. Lässt sich dies beweisen, wird eine Einführung von Schlaganfall-Lotsen in die Regelversorgung sehr wahrscheinlich. „Die Förderzusage des Gemeinsamen Bundesausschuss´ allein ist bereits ein Qualitätssiegel", erläuterte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, auf dem Hauptstadtkongress. Mit Vergabe der Fördermittel aus dem Innovationsfonds hat der G-BA deutlich gemacht, dass er in dem Projekt ein großes Potenzial sieht.

Weshalb Nachsorge Programme wie die Schlaganfall-Lotsen so wichtig sind, machte auch Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz deutlich. Der renommierte Neurologe aus Bethel ist Sprecher der medizinischen Fachgesellschaft, der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft. „Wir haben weltweit die beste Akutversorgung von Schlaganfall-Patienten", lobte er auf dem Hauptstadtkongress das deutsche Gesundheitssystem. „Aber die Weiterversorgung ist nicht optimal". An seiner Klinik ist seit über drei Jahren bereits eine Schlaganfall-Lotsin erfolgreich im Einsatz.

Erste Schlaganfall-Lotsen soll es bald auch in der Hauptstadt geben. Das kündigte Dr. Claudia Wein vom Betheler Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge an. „Wir haben uns für die Schlaganfall-Hilfe sehr über die Zusage aus dem Innovationsfonds gefreut", sagte die Ärztin und Versorgungsexpertin. „Von den Erfahrungen aus diesem Projekt wollen wir profitieren, um dann in engem Austausch mit der Stiftung auch in Berlin Schlaganfall-Lotsen auf die Spur zu bringen".

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Bamberg beschreitet neue Wege

1. Herz- und Hirnzentrum

15. Juni 2017

In Bamberg hat Ende letzten Jahres das erste Herz- und Hirnzentrum Deutschlands eröffnet. Worüber die Experten und ihre Fachgesellschaften seit Jahren beraten, haben die Chefärzte der Sozialstiftung Bamberg jetzt in die Tat umgesetzt.

In Bamberg hat Ende letzten Jahres das erste Herz- und Hirnzentrum Deutschlands eröffnet. Worüber die Experten und ihre Fachgesellschaften seit Jahren beraten, haben die Chefärzte der Sozialstiftung Bamberg jetzt in die Tat umgesetzt.

 

Im früheren OP-Trakt des Klinikums am Bruderwald ist das neue Zentrum entstanden. „Als klar war, dass der Trakt frei wird, haben wir uns mit unserer Idee beworben und den Zuschlag erhalten", freut sich Prof. Dr. Peter Rieckmann, Chefarzt der Neurologie. Seine Abteilung und die Kardiologie sind jetzt zusammengefasst auf einem Flur, die Chest Pain (Brustschmerzstation) und die Stroke Unit (Schlaganfall-Spezialstation) liegen Tür an Tür. Integriert ist die Radiologie mit der Neuroradiologie. Neurochirurgie, Gefäßchirurgie und Psychiatrie sind konsiliarisch eingebunden.

Was genau verbindet die beiden wichtigsten Organe des Menschen? „Die Ursachen kardiologischer und neurologischer Erkrankungen sind oft sehr ähnlich", erklärt Rieckmann. „Neben hohem Blutdruck und Diabetes können erhöhte Blutfettwerte, Nikotinkonsum und Übergewicht 1. Herz- und Hirnzentrum In Bamberg hat Ende letzten Jahres das erste Herz- und Hirnzentrum Deutschlands eröffnet. Worüber die Experten und ihre Fachgesellschaften seit Jahren beraten, haben die Chefärzte
der Sozialstiftung Bamberg jetzt in die Tat umgesetzt." Nicht nur die Ursachen, auch die Folgen beider Erkrankungen können sich gleichen. „Es ist bekannt, dass sich die chronische Herzschwäche negativ auf zahlreiche Hirnfunktionen auswirkt und zu Demenz oder Depression führen kann", so Rieckmann.

Erfolge beim Vorhofflimmern

In vielen Fällen ist das Herz sogar „schuld" am Schlaganfall. Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern wird für jeden vierten bis fünften Schlaganfall verantwortlich gemacht. Oft wird sie nicht entdeckt, weil sie nur phasenweise auftritt. Die Bamberger haben nach eigener Aussage bayernweit die höchste „Aufklärungsquote", Mediziner sprechen von der Detektionsrate.

Eine weitere Verbindung gibt es zwischen Neurologie und Kardiologie, die häufiger zu Kontroversen führt. Kardiologen arbeiten schon lange „interventionell". Sie eröffnen verschlossene Gefäße am Herzen mittels eines Katheters. Seit relativ kurzer Zeit steht auch der Neurologie dieses Verfahren bei großen Gefäßverschlüssen im Gehirn zur Verfügung, man nennt es Thrombektomie.

Durchgeführt wird es in der Regel von speziell weitergebildeten Radiologen, den Neuroradiologen. Manchmal kommt es vor, dass auch Kardiologen diesen Eingriff durchführen. Neurologen und Neuroradiologen sehen das kritisch, doch spricht etwas dagegen, die Teams zusammenzuführen? Das Bamberger Klinikum hat es getan, hat die Mitarbeiter in der jeweils anderen Disziplin geschult. Die Führung des Katheters wird weiter von einem Kardiologen oder Neuroradiologen durchgeführt, je nachdem, ob der Patient einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten hat.

Bau spiegelt Konzept wider

 
Prof. Dr. Peter Rieckmann (Mitte) und sein kardiologischer Kollege Dr. Martin Braun (rechts) am Tresen ihrer gemeinsamen Anmeldung.

Nicht nur die Patienten profitieren übrigens von der interdisziplinären Zusammenarbeit. Durch die bauliche Umorganisation könnte auch die Klinik gewinnen. Rieckmann hat beobachtet, dass sich die Liegezeiten der Patienten bereits verkürzt haben, weil weite Wege und Zeitverluste wegfallen. Elf Millionen Euro hat das Klinikum verbaut. Das Baukonzept spiegelt die enge Kooperation der
Disziplinen wider. Hell und großzügig sind die Flure. Zwei Wellen an der Wand – eine rote für die Kardiologie, eine graue für die Neurologie – weisen eng umschlungen den Weg zur gemeinsamen Anmeldung, um von dort aus getrennt in die Funktionsbereiche oder Stationen zu schwappen. Einladende, große Wartebereiche mit Fernsehprogramm verkürzen die Wartezeiten auf Untersuchungen.

Eine weitere Besonderheit ist die Kunst auf der Station. Entlang der Flure stoßen die Besucher auf zahlreiche Steinskulpturen. Sie alle haben eine inhaltliche Verbindung zur Klinik. Unter fachlicher Anleitung haben Mitglieder der Selbsthilfegruppe Schlaganfall-Betroffener in Stadt und Landkreis Bamberg rund 1.000 Stunden an den Steinen gearbeitet, teilweise auch eigene Krankheitsbewältigung dadurch betrieben. Das Ergebnis sind beachtliche Kunstwerke, vor denen immer wieder Besucher staunend verharren.

Überleitung in die Nachsorge ist zukunftsweisend

In Vorbereitung ist die Einrichtung eines kleinen telemedizinischen Zentrums. Auch da zeigen die Bamberger Pioniergeist, schlagen so den Bogen in die Nachsorge. Die Idee: Patienten können für eine kurze Zeit nach der Entlassung noch von der Klinik aus überwacht werden. Blutdruck, Herzfrequenz, Gewicht und Bewegungsdaten könnten an die Klinik übermittelt werden. So wäre sichergestellt, dass Patienten das in mder Klinik begonnene Programm zur Sekundärprävention, also zur Vermeidung eines wiederholten Schlaganfalls, zu Hause weiter umsetzen.

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Schlaganfall-Report "Burden of Stroke"

Die "Bürde des Schlaganfalls" - im EU-Parlament vorgestellt

11. Mai 2017

Der Forschungsreport "The Burden of Stroke in Europe" zeigt sehr große Ungleichheiten zwischen, aber auch innerhalb der europäischen Länder. Dr. Markus Wagner von der Schlaganfall-Hilfe stellte die erste, vergleichende Bestandsaufnahme der Schlaganfall-Versorgung in Europa jetzt im EU-Parlament in Brüssel vor.

Der Forschungsreport "The Burden of Stroke in Europe" zeigt sehr große Ungleichheiten zwischen, aber auch innerhalb der europäischen Länder. Dies gilt für die gesamte Schlaganfall-Behandlungskette. In vielen Bereichen schneidet Deutschland vergleichsweise gut ab. Die Schlaganfall-Nachsorge jedoch wird in allen Ländern eindeutig vernachlässigt.

Die europäische Schlaganfall Patienten-Organisation Stroke Alliance for Europe (SAFE) hat gestern den lang erwarteten, ausführlichen Überblick über die Situation der Schlaganfall-Versorgung in Europa vorgestellt. Vor Mitgliedern des EU Parlaments präsentierte das Präsidium von SAFE gemeinsam mit der europäischen Schlaganfall-Fachgesellschaft (ESO) die wichtigsten Forschungsergebnisse des King's College London aus 35 europäischen Ländern.

Die schlaganfall-bedingten Todesraten in Europa sind innerhalb der letzten 20 Jahre kontinuierlich gesunken. Dennoch stellt der Schlaganfall nach wie vor eine große Herausforderung dar. Patienten, die den Schlaganfall überleben, müssen mit teilweise schweren Beeinträchtigungen und Behinderungen umgehen.

Die standardisierten Berechnungen des Reports zeigen auf, dass die Schlaganfall- Zahlen innerhalb der nächsten Jahre dramatisch ansteigen werden, hauptsächlich aufgrund der zunehmenden Alterung der europäischen Bevölkerung. Die von Statistikern erstellten Projektionen des Burden of Stroke Reports zeigen auf, dass zwischen 2015 und 2035 die Gesamtzahl der Schlaganfallereignisse in der EU um 34% ansteigen wird. Europaweite standardisierte Vergleiche sind von zentraler Bedeutung, um eine bessere Versorgung und Unterstützung für alle Schlaganfall-Betroffenen zu erzielen. Sie werden im Report durch gute Praxisbeispiele in einzelnen Ländern ergänzt.

 

SAFE fordert jedes EU-Land auf, ein strukturiertes System der Datenerhebung zu etablieren, an der Schlaganfall-Versorgung beteiligte Einrichtungen regelmäßig im Rahmen von Audits zu überprüfen und sich dabei europaweit abzustimmen, um von guten Beispielen zu lernen. „Ein solches Vorgehen erleichtert die Einordnung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit und beschleunigt den Prozess der Qualitätsverbesserung der Schlaganfall-Versorgung in Europa", sagt Dr. Markus Wagner. Der Experte der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist gleichzeitig Vizepräsident von SAFE und stellte den Bericht im EU-Parlament vor. Viele Millionen Menschen reisten innerhalb Europas von Land zu Land. Es sei eine erschreckende Vorstellung, eine exzellente Versorgung in einem Land oder einer bestimmten Region zu erhalten und in einem anderen Land deutlich schlechtere Strukturen vorzufinden, mit möglicherweise katastrophale Folgen bei einem Schlaganfall.

Die Gesamtkosten des Schlaganfalls in Europa im Jahr 2015 betrugen rund 45 Milliarden Euro. Der Report prognostiziert einen deutlichen Anstieg der direkten Gesundheitskosten als auch der indirekten Kosten. Die Hochrechnungen zeigen weiterhin, dass auch die Zahl der Menschen, die mit dem Schlaganfall als chronische Erkrankungen leben müssen, bis zum Jahr 2035 um ca. 25 Prozent ansteigen wird. Auf diese Welle in einer Größenordnung von rund 1 Million zusätzlicher, mit der Erkrankung lebender Patienten im Jahr 2035 müssten sich die Gesundheitssysteme in Europa möglichst bald einstellen. Ein Schlaganfall-Aktions-Plan sei notwendig, damit der erwartete Anstieg die nationalen Gesundheitssysteme nicht vollkommen überfordere.

Nach Meinung von SAFE braucht jedes einzelne EU-Mitgliedsland eine nationale Schlaganfall-Strategie, die durch die jeweilige Regierung unterstützt und getragen wird. Diese Strategie muss den gesamten Versorgungspfad abbilden: von der Bevölkerungsaufklärung und Prävention über die Diagnose und Behandlung in einer spezialisierten Schlaganfall-Station sowie der systematischen Überleitung in eine spezialisierte Rehabilitation bis in die strukturierte, ambulante Nachsorge. „Der Report zeigt auf, dass in der Akutversorgung des Schlaganfalls in den letzten Jahren viel in Europa getan worden ist und Deutschland im Vergleich eine sehr gute  Versorgungsstruktur besitzt", resümiert Markus Wagner. „Es wird aber auch sehr deutlich, dass die Strukturen der Langzeitversorgung und Unterstützung der Patienten z.B. in Bezug auf die soziale Integration in praktisch allen europäischen Ländern deutlich vernachlässigt worden sind und eine konzertierte Entwicklung von patientennahen Modellen und Strategien notwendig ist".

Den Burden of Stroke Report finden Sie hier: www.strokeeurope.eu - www.safestroke.eu


Sponsors of the Burden of Stroke Report

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Bund fördert Akutneurologie

 

Schlaganfall-Versorgung geschieht bereits in einigen Regionen Deutschlands mit telemedizinischer Unterstützung, so wie hier am RoMed Klinikum Rosenheim.

11. Mai 2017

Neben dem Projekt STROKE OWL (Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe) der Schlaganfall-Hilfe fördert der Innovationsfonds auch ein akutneurologisches Projekt der Charité in Berlin. Am 10. Mai erfolgte der Startschuss.

 
Schlaganfall-Versorgung geschieht bereits in einigen Regionen Deutschlands mit telemedizinischer Unterstützung, so wie hier am RoMed Klinikum Rosenheim.

Neben dem Projekt STROKE OWL (Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe) der Schlaganfall-Hilfe fördert der Innovationsfonds auch ein akutneurologisches Projekt der Charité in Berlin. Am 10. Mai erfolgte der Startschuss.

Am bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall" war Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, einer der Referenten zum Projektauftakt in der Charité. Er wird das Projekt als Beiratsmitglied begleiten. ANNOTeM heißt das mit 6,9 Millionen Euro für drei Jahre geförderte Vorhaben. Die Abkürzung steht für Akutneurologische Versorgung in Nordostdeutschland mit telemedizinischer Unterstützung.

Time is brain

Neurologische Akutkrankheiten wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, Querschnittssyndrome, epileptische Anfälle sowie Gehirn- und Hirnhautentzündungen sind die häufigsten Ursachen für bleibende Behinderungen. Gemeinsam ist diesen Erkrankungen, dass die Zeit des ersten Auftretens von Krankheitsanzeichen bis zum Behandlungsbeginn kritisch ist: „Time is brain". Je früher eine Behandlung beginnt, desto größer sind die Erfolgsaussichten auf eine Erholung.

Gerade im ländlichen Raum ist die rasche neurologische Versorgung vor Ort aber nicht immer gewährleistet. Abhilfe schaffen hier sogenannte telemedizinische Netzwerke, in denen Fachärzte weit weg vom Geschehen die regionalen Notfallambulanzen bei Diagnose und ersten Behandlungsschritten unterstützen. Für den Schlaganfall sind solche Zentren schon erfolgreich getestet worden.

„Tele-Doktor" rund um die Uhr

Im Projekt ANNOTeM wird das Konzept der telemedizinischen Zentren zusätzlich auf andere neurologische Notfallerkrankungen ausgeweitet. Das neue Versorgungsmodell umfasst somit neben der Einrichtung spezialisierter Behandlungseinheiten für neurologische Akuterkrankungen mit elektronischen Übertragungsmöglichkeiten und fachübergreifenden Teams eine standardisierte Notfalldiagnostik für neurologische Akuterkrankungen sowie die telemedizinische Vernetzung durch einen Telekonsildienst rund um die Uhr.

Nach einer Testphase von zwei Jahren wird geschaut, ob der telemedizinische Einsatz die Versorgung akuter neurologischer Krankheitsbilder, verglichen mit dem Zeitpunkt vor Projektbeginn, verbessert hat. Eine begleitende Kostenanalyse ermöglicht die Berechnung einer kostendeckenden Erlösstruktur. Im Erfolgsfall kann das Konzept in weiteren strukturschwachen Regionen übernommen oder angepasst werden. In Regionen, in denen bereits telemedizinische Schlaganfallszentren existieren, kann die telemedizinische Beratung auf andere neurologische Notfallerkrankungen ergänzt werden.

Innovationsfonds verbessert Versorgung

Insgesamt werden durch den Innovationsfond bundesweit 300 Millionen Euro jährlich vergeben. Hiervon sind 225 Millionen Euro für die Förderung neuer Versorgungsformen und 75 Millionen Euro für die Versorgungsforschung vorgesehen. Der Fonds wurde von der Bundesregierung ins Leben gerufen, um eine künftig bessere gesundheitliche Versorgung in Deutschland zu schaffen. Ziel ist es, neue gesundheitliche Versorgungsmodelle zu fördern, die über die Regelversorgung hinausgehen und darauf ausgerichtet sind, die  Versorgung gesetzlich Krankenversicherter zu verbessern.

Die Konsortialpartner des Projekts ANNOTeM sind:

  • Universitätsklinikum Greifswald
  • Unfallkrankenhaus Berlin
  • Epilepsiezentrum Berlin-Brandenburg
  • MEYTEC GmbH Informationssysteme
  • AOK Nordost
  • BARMER GEK
  • Techniker Krankenkasse

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Bund fördert zukunftsweisendes Schlaganfall-Projekt

Ostwestfalen-Lippe wird Modellregion für Deutschland

20. April 2017

Berlin/Gütersloh. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat in Berlin 26 geförderte Projekte zu der in 2016 ausgeschriebenen zweiten Welle der neuen Versorgungsformen bekannt gegeben. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit Sitz in Gütersloh hat eine Förderzusage für ein einzigartiges Schlaganfall-Versorgungsprojekt in ihrer Heimatregion erhalten. 

 

Berlin/Gütersloh. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat in Berlin 26 geförderte Projekte zu der in 2016 ausgeschriebenen zweiten Welle der neuen Versorgungsformen bekannt gegeben. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit Sitz in Gütersloh hat eine Förderzusage für ein einzigartiges Schlaganfall-Versorgungsprojekt in ihrer Heimatregion erhalten. 

Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus dem Gesundheitswesen sollen 2.000 Schlaganfall-Patienten aus der Region in den kommenden drei Jahren durch Schlaganfall-Lotsen betreut werden. Das Fördervolumen für das Projekt STROKE OWL wird rund 7 Millionen Euro betragen. Die Mittel stammen aus dem Innovationsfonds der Bundesregierung. Mit ihm sollen zukunftsweisende Projekte in der Gesundheitsversorgung gefördert werden. Ziel des Fonds ist es, die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen zu verbessern, vor allem über die Grenzen der einzelnen Gesundheitssektoren hinaus. Ambulante und stationäre Versorgung, Kliniken und niedergelassene Ärzte und Therapeuten sollen besser kooperieren, zugunsten ihrer Patienten.

Voraussichtlicher Projektstart im Herbst

 
Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, leitet das Projekt STROKE OWL.

Vor der endgültigen Förderzusage muss die Deutsche Schlaganfall- Hilfe ihre Projektplanung noch einmal überarbeiten und einige Positionen kürzen. Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsitzender der Stiftung, erwartet aber keine wesentlichen Hürden. Er rechnet mit einem Projektstart im Herbst 2017. In OWL erleiden pro Jahr 6.000 bis 7.000 Menschen einen Schlaganfall. Jährlich 1.000 von ihnen sollen künftig durch 15 Schlaganfall-Lotsen betreut werden. Zum Hintergrund: Akut werden Schlaganfall-Patienten in Deutschland auf mehr als 300 zertifizierten Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) hervorragend versorgt. Auch die neurologische Rehabilitation hat ein hohes Qualitätsniveau. Probleme bereitet den Patienten unser komplexes Gesundheitssystem in der Nachsorge, wenn sie mit den Folgen ihrer Erkrankung leben müssen. Vielen fehlt es an Begleitung, Beratung und an der Organisation ihrer Versorgung.

Lotsen beraten und koordinieren

 
Die Gütersloherin Stefanie Feldmann (rechts) gehört zu den ersten Schlaganfall-Lotsen in Deutschland. Hier berät sie eine ihrer Patientinnen.

Schlaganfall-Lotsen kommen aus einem Gesundheitsberuf (Pflege, Therapie oder ähnlich) und absolvieren eine Zusatzqualifikation in „Case Management". Ein solches Fall-Management folgt einem klaren Ablaufschema. Es bietet sich immer dann an, wenn die Versorgung besonders komplex wird und viele Beteiligte über einen längeren Zeitraum hinweg koordiniert werden müssen: Akutklinik, Rehaklinik, Hausarzt, Neurologe, verschiedene Therapeuten, das Sanitätshaus, die Krankenkasse, die Rentenversicherung. Die meisten Patienten sind damit überfordert, diesen Prozess selbst zu steuern. Ihre Hausärzte sind es in der Regel allein zeitlich. Integrierend, koordinierend und anwaltschaftlich setzen sich die Schlaganfall-Lotsen für ihre Patienten ein. Sie sorgen für reibungslose Abläufe und für einen Kommunikationsfluss, beraten die Patienten und schalten sich insbesondere bei Problemen ein.

Uni Bielefeld leitet die Studie

 
Prof. Darius Günther Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit Kommission der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft, erhofft sich durch STROKE OWL eine Verbesserung der Schlaganfall-Nachsorge in ganz Deutschland.

Verbunden mit dem Projekt ist eine wissenschaftliche Studie, durchgeführt durch die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Dazu werden zu Beginn und am Ende der Betreuung viele Daten der Patienten erhoben, zum Beispiel Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte. Gemessen werden auch die Lebensqualität und die Selbständigkeit der Patienten. Alle Werte werden mit zwei Vergleichsgruppen von Patienten aus dem Siegerland verglichen, deren Alter und Lebensbedingungen den ostwestfälischen Patienten ähneln. Erwartet wird, dass die OWLGruppe gesünder abschneidet und vor allem deutlich weniger wiederholte Schlaganfälle erleidet. Auch die Fachwelt begrüßt das Projekt der Schlaganfall-Hilfe. „Deutschland soll weltweit nicht nur in der Akutversorgung des Schlaganfalls einen Spitzenplatz einnehmen, sondern künftig auch in der Nachsorge. Dazu kann dieses Projekt einen wichtigen Beitrag leisten", sagt der Berliner Neurologe Prof. Dr. Darius Günther Nabavi. Als Vorsitzender der Stroke Unit Kommission der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft ist er zuständig für die Qualitätskriterien in der klinischen Akutversorgung des Schlaganfalls.

Nahezu alle in der Region sind beteiligt

Die meisten Krankenkassen in OWL beteiligen sich an dem Projekt, ebenso wie nahezu alle neurologischen Akut- und Rehabilitationskliniken. Sollten sich die Annahmen der Deutschen Schlaganfall-Hilfe bestätigen, werden die Krankenkassen voraussichtlich die Finanzierung der Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe dauerhaft übernehmen. Das wäre modellhaft für ganz Deutschland, andere Regionen werden nachziehen. Ziel der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist es, dass Schlaganfall-Lotsen generell in den Leistungskatalog der Krankenkassen aufgenommen werden und allen Patienten in Deutschland zur Verfügung stehen. Darüber hinaus wäre das Modell möglicherweise auf andere Krankheitsbilder übertragbar.

Projekt STROKE OWL

Antragsteller und Projektleitung:

  • Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Konsortialpartner (Mitantragsteller):

  • Universität Bielefeld / Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie
  • TK
  • IKK classic
  • OFFIS Institut für Informatik Oldenburg

Weitere Projektpartner:

  • Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) in OWL
  • Neurologische Rehabilitationskliniken in OWL
  • Verschiedene Ärztenetze in OWL
  • Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
  • AOK Nordwest
  • Barmer GEK
  • DAK
  • Arbeitsgemeinschaft der Betriebskrankenkassen in Ostwestfalen-Lippe (BKK OWL)

 

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Schlaganfall-Spezialeinheiten

Ausgezeichnete Schlaganfallversorgung in Deutschland - 300. Stroke Unit zertifiziert

9. März 2017

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall. Akute Fälle werden in Deutschland zunehmend an spezialisierten Einrichtungen - sogenannten Stroke Units - durchgeführt. Nun haben die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Schlaganfall-Hilfe bereits die 300. deutsche Einrichtung zertifiziert.

 

Gemeinsame Presseinformation der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall  – in Akutsituationen zählt jede Minute. Je weniger Zeit zwischen den ersten Symptomen und dem Beginn der Behandlung liegt, desto günstiger ist die Prognose für den Patienten. Akute Fälle werden in Deutschland zunehmend an spezialisierten Einrichtungen – sogenannten Stroke Units – durchgeführt. Nun haben die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit der Klinik für Neurologie und Frührehabilitation an den Kreiskliniken Reutlingen bereits die 300. deutsche Einrichtung zertifiziert. Ein Zeichen für eine qualitativ sehr hochwertige Schlaganfall-Versorgung, so die Experten.

Akute Schlaganfälle werden oft mit der sogenannten Lysetherapie behandelt. Hierbei wird Patienten eine Infusion mit einem Enzym gegeben, welches das Blutgerinnsel in den Blutgefäßen des Gehirns auflöst. Da diese Therapie sehr schnell eingeleitet und Betroffene dafür sorgfältig ausgewählt werden müssen, sind die Anforderungen an die Schlaganfallbehandlungskompetenz eines Krankenhauses hoch. „Um akute Schlaganfälle per Lysetherapie besonders erfolgreich behandeln zu können, ist es wichtig, dass Betroffene rechtzeitig in spezialisierte Stroke Units gelangen", sagt Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG und Chefarzt in der Bielefelder Klinik für Neurologie im Evangelischen Klinikum Bethel. Dafür steht in Deutschland nun ein Netz von 300 zertifizierten Einrichtungen zur Verfügung, das entspricht  einer nahezu flächendeckenden Versorgung. Mit dieser Struktur ist Deutschland weltweit führend. Stroke Units ermöglichen eine umfassende Behandlung. Zudem sind sie auch die regionalen Organisationszentralen für das Management von Schlaganfallpatienten.

Bei den Stroke Units wird zwischen regionalen und überregionalen Einrichtungen sowie telemedizinisch vernetzten unterschieden. „Wichtig für die Zertifizierung zu einer überregionalen Stroke Unit ist unter anderem, dass mindestens zwei Neuro-Interventionalisten vor Ort sind, die eine der modernen und effektivenSchlaganfallbehandlungen – die Thrombektomie – anbieten können", so Schäbitz. Mit der Thrombektomie können selbst schwere Schlaganfälle erfolgreich behandelt werden: Anhand eines minimalinvasiven Verfahrens werden große Blutgerinnsel mithilfe eines Katheter-systems entfernt. Dabei schieben Neurointerventionalisten von der Leiste aus einen Katheter bis an die Stelle des Hirngefäßes, wo das Blutgerinnsel die Arterie blockiert hat. Der Katheter durchbohrt den Thrombus und umschließt das Gerinnsel anschließend mit einem Stent wie ein Drahtkäfig, sodass der Blutpfropfen herausgezogen werden kann.

„Die immer stärkere Verbreitung der Stroke Units zeigt, dass sich diese Einrichtungen als Spezialeinheiten zur Behandlung von Schlaganfällen längst bewährt haben", sagt Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Selbst schwere Krankheitsfälle können hier auf hohem internationalen Niveau und mit großen Erfolgsaussichten behandelt werden."
Zwar sprechen die Experten mittlerweile von einer fast flächendeckenden Versorgung mit Stroke Units in Deutschland, jedoch sehen sie bei Einrichtungen in ländlichen Regionen momentan noch Nachholbedarf. „Akute Schlaganfallpatienten müssen in Krankenhäusern mit Stroke Units behandelt werden. Damit ausreichend Patienten in allen Regionen aufgenommen werden können, müssen gegebenenfalls die bestehenden Stroke Units vergrößert werden", meint Schäbitz. Zudem sollte sichergestellt werden, dass der Rettungsdienst oder der Notarzt die Betroffenen nur in Kliniken mit Stroke Units bringe. Ausschließlich in diesen Strukturen sei es möglich, die Sterblichkeit beim schweren Schlaganfall weiter zu senken – und das abschließende Behandlungsergebnis für Patienten zu verbessern.
 

Fachlicher Kontakt bei Rückfragen

Prof. Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz
Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
Evangelisches Klinikum Bethel
Klinik für Neurologie
Haus Gilead I | Bethel
Burgsteig 13
33617 Bielefeld
Telefon: 0521/77278301
E-Mail: Wolf.Schaebitz@evkb.de


Dr. Michael Brinkmeier
Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Schulstraße 22
33311 Gütersloh
Telefon: 05241/ 97700
E-Mail: info@schaganfall-hilfe.de

Kontakt für Journalisten

Pressestelle der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft
Friederike Gehlenborg
Tel.: +49 (0)711 8931-295, Fax: +49 (0)711 8931-167
E-Mail: gehlenborg@medizinkommunikation.org
www.dsg-info.de

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Rote Karte dem Schlaganfall

 

9. März 2017

Die von Bayer Vital initiierte Aufklärungs- und Präventionskampagne geht weiter. Auf einer Pressekonferenz erfolgte jetzt der Startschuss für das 6. Kampagnenjahr. Partner sind die Deutsche Sporthochschule Köln und die Schlaganfall-Hilfe.

 

Die von Bayer Vital initiierte Aufklärungs- und Präventionskampagne geht weiter. Auf einer Pressekonferenz in Leverkusen erfolgte jetzt der Startschuss für das 6. Kampagnenjahr. Partner sind die Deutsche Sporthochschule Köln und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Die Kampagne will möglichst viele Menschen über Risikofaktoren und Präventionsmöglichkeiten aufklären. Betroffene, Angehörige und Interessierte erhalten gleichermaßen Informationen sowie praktische Tipps. Neben einer Website mit monatlichem Newsletter bietet „Rote Karte dem Schlaganfall" unter anderem zahlreiche Broschüren und ein Übungsposter.

„Ein besonderes Augenmerk werden wir ab sofort auf das Thema Vorhofflimmern legen, denn jeder fünfte Schlaganfall lässt sich darauf zurückführen", erklärt dazu Helmut Schäfers, Leiter Communications Bayer Vital. „Die für 2017 geplanten Aktivitäten stehen unter dem Motto „am Ball bleiben". Passend dazu liegt der Fokus der Kampagne in diesem Jahr verstärkt auf dem Thema Therapietreue. Daneben werden herzgesunde Ernährung und Bewegung eine wichtige Rolle spielen".

Vorhofflimmern - die heimliche Volkskrankheit?

So trägt zum Beispiel die aktuelle Broschüre von „Rote Karte dem Schlaganfall" den Titel „Mit Ernährung und Bewegung in die Offensive – Prävention von Schlaganfall und Vorhofflimmern". Weitere Broschüren zum Vorhofflimmern sind bereits in Arbeit. Aus gutem Grund, denn Vorhofflimmern ist die häufigste klinisch relevante Herzrhythmusstörung in Deutschland. Experten warnen: sie könnte sich zu einer Volkskrankheit entwickeln.

Aktuell sind hierzulande etwa 1,8 Millionen Menschen davon betroffen. Da das Risiko für Vorhofflimmern mit zunehmenden Alter steigt, wird – bedingt durch den demografischen Wandel und die Zunahme von Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Übergewicht – mit einer Verdoppelung der Patientenzahl in den nächsten 50 Jahren gerechnet. Zudem geht man von einer relativ hohen Dunkelziffer aus, da die Symptome für Betroffene nicht immer spürbar sind.

Neues Online-Angebot

Auch im bewährten monatlichen Online-Newsletter der Aufklärungskampagne werden die Themen Ernährung, Bewegung und Therapietreue über das gesamte Jahr 2017 hinweg eingehend beleuchtet. Zugleich erfolgt eine Auswertung des Online-Angebots von „Rote Karte dem Schlaganfall", um dem veränderten Informationsverhalten von Betroffenen, Angehörigen und Interessierten Rechnung zu tragen.
Unter der neuen Rubrik „Das rote Sofa" kommen sie alle ab sofort selbst zu Wort. Ähnlich wie in einem Blog können sie hier von ihren persönlichen Erfahrungen berichten und hilfreiche Tipps aus der Praxis geben. Jeden Monat gibt es einen neuen Gastbeitrag, beispielsweise in Form einer Kolumne, einer persönlichen Mutmach-Geschichte oder eines Videos. Abgerundet wird das Informationsangebot durch passende Expertenbeiträge.

Alle Materialien der Kampagne können kostenlos angefordert werden über die Website: www.rote-karte-dem-schlaganfall.de

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Alkohol vernebelt die Diagnose

Deutsche Schlaganfall-Hilfe warnt

17. Februar 2017

Lallen, Schwindel, Ohnmacht – nichts Ungewöhnliches in der Karnevalszeit. Doch nicht immer ist der Alkohol schuld. Auf diese Gefahr weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hin.

Lallen, Schwindel, Ohnmacht – nichts Ungewöhnliches in der Karnevalszeit. Doch nicht immer ist der Alkohol schuld. Auf diese Gefahr weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hin.

 

„Alkohol birgt die Gefahr, andere Diagnosen zu verschleiern", warnt Privatdozent Dr. Andreas Bohn. „Man ist immer geneigt, sich von der Umgebungssituation beeinflussen zu lassen". Der Notarzt ist Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Münster.

Bohns Sorge wird durch Zahlen belegt. Statistisch werden sich allein zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch 5.000 Schlaganfälle in Deutschland ereignen. Deshalb sensibilisiert er gemeinsam mit der Deutschen Schlaganfall-Hilfe das Rettungspersonal in dieser Zeit ganz besonders, sich den klaren Blick auf die Symptome zu bewahren.
 

 

Körperliche Ausfälle sollten nicht zu schnell auf Alkoholkonsum geschoben werden. „Nun schlafen Sie sich erst mal aus", kann unter Umständen der schlechteste Rat sein, denn bei einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an, um wichtige Hirnfunktionen zu retten. Bewährte Screening-Verfahren wie der so genannte FAST-Test bei Schlaganfall-Verdacht funktionierten auch bei alkoholisierten Patienten.

Bei einem Verdacht auf Schlaganfall sollte immer der Notruf 112 gewählt werden.

Hilfe und Informationen für unterwegs finden Sie auch in unserer App.

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Unwissen noch weit verbreitet

EU-Notruf 112

8. Februar 2017

Noch immer kennen zu wenig Europäer den Notruf 112. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages am 11. Februar hin. Seit 2008 gilt die Notrufnummer 112 in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Doch das Wissen darüber ist sehr ungleich verteilt.

 

Noch immer kennen zu wenig Europäer den Notruf 112. Darauf weist die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages am 11. Februar hin.

Seit 2008 gilt die Notrufnummer 112 in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Doch das Wissen darüber ist sehr ungleich verteilt. Das zeigt eine Erhebung der Europäischen Kommission (COCOM 16-01). Nur 48 Prozent aller EU-Bürger wussten demnach von der europaweiten Notrufnummer.

In Deutschland waren es immerhin 61 Prozent der Bevölkerung. Gemeinsam mit Rumänien, Bulgarien und den Niederlanden teilen sich die Deutschen in dieser Statistik Rang 9. Führend sind die Polen, von denen 83 Prozent die EU-Notrufnummer kennen. Schlusslicht ist Griechenland. Dort ist die Nummer lediglich 13 Prozent der Bürger bekannt.

Mehr als die Hälfte der Deutschen reist mindestens einmal jährlich in ein anderes EU-Land. Für sie kann das Wissen um die 112 besonders wichtig werden, denn bei einem Schlaganfall kommt es auf jede Minute an, um Hirnfunktionen zu retten. Durch das symbolische Datum des Aktionstages (11.2.) soll sich die Notrufnummer weiter verbreiten.

 

Das Ranking zur Bekanntheit der EU-Notrufnummer

Kenntnis der europaweiten Notrufnummer 112

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Ehrenamtliche helfen nach Schlaganfall

Projekt der Deutschen Schlaganfall-Hilfe

Christiane Mais vom Schlaganfall-Büro Rhein-Ruhr am Katholischen Klinikum Essen und Stefan Stricker von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe stellten das Projekt Ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer vor.

24. Januar 2017

Das Katholische Klinikum Essen bildet ab März ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer aus. Am Montag stellte die Klinik ihr Kooperationsprojekt mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe vor. Essen wird bereits die fünfte Region in Deutschland, in der ausgebildete Ehrenamtliche Schlaganfall-Patienten unterstützen.

 
Christiane Mais vom Schlaganfall-Büro Rhein-Ruhr am Katholischen Klinikum Essen und Stefan Stricker von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe stellten das Projekt Ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer vor.

Das Katholische Klinikum Essen bildet ab März ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer aus. Am Montag stellte die Klinik ihr Kooperationsprojekt mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe vor. Essen wird bereits die fünfte Region in Deutschland, in der ausgebildete Ehrenamtliche Schlaganfall-Patienten unterstützen. Schlaganfall-Helfer sind bisher aktiv im Oberbergischen Kreis, in Ostwestfalen, in Oberfranken und in Schleswig-Holstein. In Kürze laufen auch in Berlin die ersten Schulungen an. Weitere Regionen haben bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe bereits Interesse an dem Konzept angemeldet.

270.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall. Die Betroffenen sind schlagartig mit vielen Fragen und Problemen konfrontiert. Oft sind sie in ihrer Mobilität eingeschränkt und drohen zu vereinsamen. Angehörige sind durch die Betreuung häufig überlastet. Hier sollen ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer unterstützen: durch die Vermittlung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten, durch praktische Hilfen wie Einkaufen, durch die gemeinsame Freizeitgestaltung und die Entlastung von Angehörigen.

Das Werkzeug dafür erhalten sie in drei bis vier Wochenendschulungen. Medizinische Aspekte, Grundlagen des Sozialrechts und Techniken der Gesprächsführung werden dort vermittelt. Das Schulungskonzept entwickelte die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in einem Modellprojekt mit der Hochschule für Gesundheit Bochum.

„Ergebnisse einer wissenschaftlichen Begleitforschung zeigen, dass unser Konzept aufgeht", erklärte Projektleiter Stefan Stricker von der Deutschen Schlaganfall-Hilfe am Montag in Essen. Der Einsatz ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer trägt demnach zu einer besseren Lebensqualität bei. Die emotionale Belastung der Betroffenen nimmt tendenziell ab und Angehörige lernen, besser mit ihrer starken Belastung umzugehen. Eigene Bedürfnisse werden wieder stärker wahrgenommen.

„Nach dem erfolgreichen Start wollen wir das Projekt in möglichst vielen Regionen in Deutschland umsetzen", so Stricker. Dafür suche die Stiftung Partner vor Ort. Sie sollen die Tätigkeit der Ehrenamtlichen koordinieren.

Eine Übersicht aktueller Projekte und Ansprechpartner in den Regionen finden Sie an dieser Stelle.

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Case Management nach Schlaganfall

Zukunftsmodell Schlaganfall-Lotsen

26. Oktober 2016: Case Management nach Schlaganfall

Schlaganfall-Patienten sollen in Deutschland nach dem Klinikaufenthalt künftig besser versorgt werden. Fachleute aus ganz Deutschland berieten darüber am Mittwoch in Dresden mit Vertretern von Krankenkassen und Rentensicherungen. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe möchte bundesweit so genannte Schlaganfall-Lotsen etablieren.

Schlaganfall-Patienten sollen in Deutschland nach dem Klinikaufenthalt künftig besser versorgt werden. Fachleute aus ganz Deutschland berieten darüber am Mittwoch in Dresden mit Vertretern von Krankenkassen und Rentensicherungen. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe möchte bundesweit so genannte Schlaganfall-Lotsen etablieren.

Mit 270.000 Betroffenen jährlich ist der Schlaganfall eine der großen Volkskrankheiten. Akut und in der Rehabilitation sind Schlaganfall-Patienten gut versorgt. Doch in der häuslichen Nachsorge gehen viele Effekte verloren. Patienten sind oft überfordert, sie scheitern an den Hürden unseres Gesundheitssystems und benötigen dringend Beratung und Begleitung. Was ihnen fehlt, ist eine sektorenübergreifende Organisation ihrer Behandlung mit einem festen Ansprechpartner. Hausärzte sind mit dieser Aufgabe in der Regel zeitlich überfordert.

Schlaganfall-Lotsen sind wirksam

Ein so genanntes Case Management mit einem Schlaganfall-Lotsen nach dem Modell der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe könnte die Lösung sein. Der Lotse begleitet und berät die Patienten, bis sie in der Lage sind, ihre weitere Versorgung selbst zu organisieren. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat ein Projekt mit Schlaganfall-Lotsen in ihrer Heimatregion Ostwestfalen-Lippe erfolgreich durchgeführt. Nun soll durch ein Folgeprojekt, von dem deutlich mehr Patienten profitieren werden, der positive Effekt der Lotsen-Betreuung wissenschaftlich nachgewiesen werden.

In den vergangenen Jahren sind in Deutschland verschiedene regionale Projekte mit ähnlichen Ansätzen entstanden. Auf der Dresdner Tagung präsentierten sie ihre Ergebnisse. Dort in Ostsachsen konnte bereits nachgewiesen werden, wie wirksam die Begleitung durch einen Lotsen sein kann. Seit 2011 läuft in Dresden ein Lotsenprogramm. Eine erste Evaluation zeigte, dass die so betreuten Patienten weniger wiederholte Schlaganfälle erleiden und eine höhere Lebensqualität haben.

Voll auf Linie von Politik und Kostenträgern

 
Setzen sich für eine bessere Versorgung von Schlaganfall-Patienten in der Nachsorge ein (v. l.): Dr. Michael Brinkmeier (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe), Olaf Müller (Geschäftsführer Carus Consilium Sachsen), Dr. Brigitte Mohn (Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe), Michael Bockting (Abteilungsleiter Sächsisches Staatsministerium für Soziales) und Prof. Dr. Darius Nabavi (Tagungsmoderator und stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, Berlin).

Wie sehr die Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die regionalen Akteure mit ihren Projekten auch politisch auf Linie liegen, zeigt der von der Bundesregierung aufgelegte Innnovationsfonds. Die Bundesregierung will damit neue Versorgungsformen fördern. Ziel ist insbesondere die Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung in Deutschland. Auch Vertreter von Krankenkassen und Rentenversicherung machten deutlich, dass sie Case Management für ein zukunftsweisendes Modell halten. Ziel der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist es, dass mittelfristig allen Schlaganfall-Patienten in Deutschland ein Lotse zur Seite stehen kann und Kostenträger das Lotsen-Programm in ihren Leistungskatalog aufnehmen.

Schlaganfall-Hilfe ist zuversichtlich

„Ich sehe uns auf dem richtigen Weg, das bestätigen uns alle Beteiligten", bilanzierte Dr. Michael Brinkmeier, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Unser Netzwerk wird immer größer. Gemeinsam werden wir in den kommenden Jahren immer mehr Nachweise liefern. Ich kann ich mir nicht vorstellen, dass man an diesem Versorgungsmodell noch vorbeikommt".

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Thrombektomie weckt Hoffnungen

 

Dr. Michael Brinkmeier auf dem Podium der „Neurorad 2016" in Köln. Bild: DGNR/Dirk Lässig

13. Oktober 2016: Thrombektomie weckt Hoffnungen

Die Thrombektomie wird viele Schlaganfall-Patienten retten und vor Behinderungen schützen. Auf dem Kongress der Deutschen Neuroradiologen begrüßte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, die neue Therapie-Option. Damit allerdings dürfe es nicht enden.

 
Dr. Michael Brinkmeier auf dem Podium der „Neurorad 2016" in Köln. Bild: DGNR/Dirk Lässig

Die Thrombektomie wird viele Schlaganfall-Patienten retten und vor Behinderungen schützen. Auf dem Kongress der Deutschen Neuroradiologen begrüßte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, die neue Therapie-Option. Damit allerdings dürfe es nicht enden.

Am vergangenen Wochenende diskutierten in Köln anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie Experten aus Medizin, Gesundheitspolitik und Krankenkassen die Versorgungssituation, die sich aus dem Erfolg der relativ jungen Methode der mechanischen Gerinnselentfernung (Thrombektomie) ergibt. Unter den Experten: Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Einig war man sich, dass Deutschland bereits heute über eine hervorragende Struktur der minimalinvasiven Schlaganfall-Versorgung verfüge und dass es vor allem darum geht, die Qualität zu halten und auszubauen: Hierzu zählt für die Experten aus der Medizin vor allem das klare Statement, dass Schlaganfall-Patienten von Fachärzten aus Neurologie und Neuroradiologie behandelt werden müssen. Brinkmeier betonte, dass die hohe Qualität der Akutversorgung ihre Verlängerung in der Rehabilitation und Eingliederung in den Alltag des Patienten finden sollten: „Es darf nicht sein, dass die Autobahn auf einem Feldweg endet", sagte er in Köln. In der Schlaganfall-Nachsorge gebe es noch einigen Nachholbedarf.

Vor knapp zwei Jahren erschienen mehrere internationale Studien, die die Wirksamkeit der Thrombektomie - also der mechanischen Entfernung des Blutgerinnsels beim Schlaganfall - eine hohe Wirksamkeit bescheinigten. Mit diesen Studien brach in der Schlaganfallversorgung ein neues Zeitalter an: Eine Methode die bis dato nur als experimentell eingestuft war, hatte fortan einen sehr hohen Evidenzlevel. Ausgeführt wird die Thrombektomie von Fachärzten aus Radiologie und Neuroradiologie, die unter Bildkontrolle einen Katheter an das betroffene Gefäß führen und mittels verschiedener Mikrotechniken den Thrombus bergen.  Von der Methode profitieren fünf bis zehn Prozent aller Patienten mit einem akuten Gefäßverschluss im Gehirn.

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Neurologie wird immer jünger und größer

89. DGN-Kongress in Mannheim

21. September 2016: Neurologie wird immer jünger und größer

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter, eine Herausforderung für die Medizin. Die Zahl der neurologisch erkrankten Patienten liegt bereits bei über 2 Millionen. Kaum ein anderes Fach in der Medizin entwickelt sich zurzeit so schnell wie die Neurologie. Die Anzahl von Fachärztinnen und Fachärzten für Neurologie wachse jetzt jährlich um rund 500, sagte DGN-Präsident Prof. Ralf Gold zum Auftakt des Kongresses. Frauen seien dabei mittlerweile in der Mehrheit.

 

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter, eine Herausforderung für die Medizin. Die Zahl der neurologisch erkrankten Patienten liegt bereits bei über 2 Millionen. Kaum ein anderes Fach in der Medizin entwickelt sich zurzeit so schnell wie die Neurologie. Die Anzahl von Fachärztinnen und Fachärzten für Neurologie wachse jetzt jährlich um rund 500, sagte DGN-Präsident Prof. Ralf Gold zum Auftakt des Kongresses. Frauen seien dabei mittlerweile in der Mehrheit.

Neurologen: Immer mehr, immer jünger

Gab es 1993 noch 1.200 Fachärzte für Neurologie in Deutschland, werden es Ende dieses Jahres bereits 7.000 sein. Das starke Wachstum der Neurologie macht aus ihr ein junges Fach: zwei Drittel der Neurologen sind unter 50 Jahre alt. Gute Voraussetzungen also für eine qualifizierte Versorgung der Patienten. Die jungen Mediziner bringen aktuelles Wissen mit und werden noch lange für ihre Patienten da sein.

Zu den häufigsten Krankheitsbildern zählen Schlaganfälle, Epilepsien, Multiple Sklerose, die Parkinson-Krankheit, Alzheimer und andere Demenzen, ebenso wie Kopfschmerzen und Migräne, Schwindel- und Schmerzsyndrome, Schlafstörungen oder Hirntumoren. Für viele dieser Erkrankungen gibt es immer bessere Behandlungsmöglichkeiten.

Erfolgsgeschichte Thrombektomie

Ein Beispiel für eine Erfolgsgeschichte sei der Schlaganfall, sagte Gold. Mit der Thrombektomie, die im vergangenen Jahr als Revolution in der akuten Schlaganfall-Therapie gefeiert wurde, können Neurologen gemeinsam mit Neuroradiologen nun jährlich bis zu 13.000 weitere Patienten in Deutschland mit schweren Schlaganfällen erfolgreich behandeln und vor gravierenden Behinderungen oder gar dem Tod bewahren.

Bei der Thrombektomie wird ein Blutgerinnsel, das eine blutversorgende Hirnarterie verstopft, mechanisch mit einem Katheter und einer kleinen Greifzange entfernt. Mit schnellen Fortbildungsmaßnahmen und dem zügigen Ausbau der Thrombektomie im bereits gut funktionierenden Netz der Stroke Units konnte innerhalb eines Jahres eine erstaunliche Infrastruktur für diese Methode geschaffen werden. Mehr als 140 Schlaganfall-Zentren bieten sie inzwischen an.

Im nächsten Schritt wird es nun darum gehen, wie die Thrombektomie möglichst allen Patienten, die dafür infrage kommen, zu Gute kommen kann. Die medizinischen Fachgesellschaften diskutieren bereits intensiv darüber, welche Qualifikationen für die Methode erforderlich sind und welche Regeln es für den weiteren Ausbau der Versorgungsstruktur geben soll.

Neuigkeiten rund um den Schlaganfall

Das Wissenschafts-, Diskussions- und Fortbildungsprogramm des Kongresses umfasst 580 Vorträge in 82 Symposien und 315 Poster-Präsentationen. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe wirft an dieser Stelle ein Schlaglicht auf interessante, neue Aspekte rund um den Schlaganfall.

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Deutsche Schlaganfall-Hilfe zeichnete Neurologen aus

Motivationspreis 2016

13. September 2016: Deutsche Schlaganfall-Hilfe zeichnete Neurologen aus

15 Neurologen aus vielen Teilen Deutschlands wurden in Gütersloh mit dem Motivationspreis der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ausgezeichnet. Prämiert wurde ihr besonderes Engagement in der Schlaganfall-Versorgung.

15 Neurologen aus vielen Teilen Deutschlands wurden in Gütersloh mit dem Motivationspreis der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ausgezeichnet. Prämiert wurde ihr besonderes Engagement in der Schlaganfall-Versorgung.

 

Stiftungsgründerin Liz Mohn nahm die Ehrung persönlich vor. „Als Regionalbeauftragte sind Sie Teil der Arbeit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe", erklärte die Präsidentin. „Dank Ihnen ist es uns möglich, in ganz Deutschland Menschen über den Schlaganfall zu informieren und Schlaganfälle zu verhindern."

Alle Preisträger sind leitende Ärzte, Chefärzte oder Direktoren bedeutender Akut- oder Rehabilitationskliniken. Neben dem herausfordernden Klinikalltag und ihren Forschungsaufgaben engagieren sie sich ehrenamtlich als Regionalbeauftragte der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Sie begleiten Selbsthilfegruppen, führen Expertensprechstunden durch, klären auf in Informationsveranstaltungen oder unterstützen Projekte der Schlaganfall-Hilfe in anderer Weise.

 

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, und Prof. Dr. Rolf Schneider (Aschaffenburg), Koordinator der Regionalbeauftragten, dankten den Ausgezeichneten für ihr vorbildliches Engagement. Erstmalig wurden mit dem Motivationspreis in diesem Jahr Neurologen ausgezeichnet. Seit 2012 wird der Preis an Menschen verliehen, die besondere Verdienste in der Schlaganfall-Versorgung erworben haben und durch ihr gutes Beispiel auch andere dazu motivieren.
 

Mit dem Motivationspreis 2016 ausgezeichnet wurden:

  • Dr. Iris Adelt

Chefärztin Neurologische Klinik; Klinikum Lünen, St.-Marien-Hospital

  • Dr. Gabriele Bender

Ärztliche Direktorin Neurologie; Reha Centrum Hamburg

  • Dr. Florian Bethke

Chefarzt Klinik für Neurologie; Klinikum Ibbenbüren

  • Dr. Ulf Bodechtel

Chefarzt Neurologie; Klinik Bavaria Kreischa

  • Dr. Elmar Busch

Chefarzt Klinik für Neurologie; St. Josef Krankenhaus Moers

  • Dr. Rüdiger Buschfort

(Chefarzt der Neurologischen Abteilung; Aatalklinik Wünnenberg)

  • Dr. Alexander Hemmersbach

Leitender Chefarzt; Johanniter-Ordenshäuser Bad Oeynhausen

  • Prof. Dr. Jan Marek Jauß

Chefarzt der Neurologischen Klinik; Ökumenisches Hainich Klinikum

  • Prof. Dr. Jürgen Klingelhöfer

Direktor der Klinik für Neurologie; Klinikum Chemnitz

  • Prof. Dr. Christoph Redecker

Chefarzt der Klinik für Neurologie; Klinikum Lippe

  • Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz

Chefarzt Klinik für Neurologie; Ev. Krankenhaus Bielefeld

  • Prof. Dr. Mario Siebler

Leitung Neurologie; MediClin Fachklinik Rhein/Ruhr, Essen

  • Prof. Dr. Robert Stingele

Chefarzt Klinik für Neurologie; DRK Kliniken Berlin Köpenick

  • Dr. Ingrid H. Sünkeler

Stv. Ärztliche Direktorin; BDH-Kliniken Braunfels GmbH

  • Dr. Kai Wohlfarth

Direktor Klinik für Neurologie; BG Klinikum Bergmannstrost Halle
 

Weitere zehn Ärzte wurden mit dem Motivationspreis ausgezeichnet, konnten der Feierstunde jedoch nicht beiwohnen:

  • Prof. Dr. Bernd Griewing

Medizinischer Vorstand Rhön Kliniken AG, Bad Neustadt

  • Prof. Dr. Michael Jöbges

Ärztlicher Direktor, Brandenburg Klinik-Waldfrieden GmbH, Bernau

  • Prof. Dr. Zaza Katsarava

Chefarzt Klinik für Neurologie, Evangelisches Krankenhaus Unna

  • Dr. Christoph Kley

Chefarzt Klinik für Neurologie; St. Johannes Krankenhaus, Troisdorf

  • Prof. Dr. Rainer Kollmar

Direktor der Klinik für Neurologie, Klinikum Darmstadt GmbH

  • Prof. Dr. Thomas Postert

Chefarzt der Klinik für Neurologie, St. Vincenz-Krankenhaus GmbH, Paderborn

  • Dr. Carsten Schröter

Chefarzt Neurologische Abteilung, Klinik Hoher Meissner, Bad Sooden-Allendorf

  • Prof. Dr. Matthias Sitzer

Chefarzt Klinik für Neurologie, Klinikum Herford

  • Prof. Dr. Ulrich Tebbe

ehemaliger Chefarzt Kardiologie, Klinikum Lippe Detmold    

  • Dr. Jens Weise

Chefarzt Klinik für Neurologie, HELIOS Vogtland-Klinikum Plauen GmbH

 
Dr. Iris Adelt
 
Dr. Gabriele Bender
 
Dr. Florian Bethke
 
Dr. Ulf Bodechtel
 
Dr. Elmar Busch
 
Dr. Rüdiger Buschfort
 
Dr. Alexander Hemmersbach
 
Prof. Dr. Jan Marek Jauß
 
Prof. Dr. Jürgen Klingelhöfer
 
Prof. Dr. Christoph Redecker
 
Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz
 
Prof. Dr. Mario Siebler
 
Prof. Dr. Robert Stingele
 
Dr. Ingrid H. Sünkeler
 
Dr. Kai Wohlfarth

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Reges Interesse an der Schlaganfall-Hilfe

 

12. September 2016: Reges Interesse an der Schlaganfall-Hilfe

Mit einem Tag der offenen Tür stellte die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am vergangenen Wochenende der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. Erstmalig konnten Besucher auch einen Blick in das neue Stiftungsgebäude im Herzen von Gütersloh werfen.

 

Mit einem Tag der offenen Tür stellte die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am vergangenen Wochenende der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. Erstmalig konnten Besucher auch einen Blick in das neue Stiftungsgebäude im Herzen von Gütersloh werfen.

Rund 1.000 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über den Schlaganfall zu informieren oder verschiedene Checks durchzuführen. Dabei ging es um die Prävention des Schlaganfalls ebenso wie um das richtige Verhalten im Notfall und um die Behandlung und das Leben mit den Folgen eines Hirnschlags. Vorgestellt wurden die Akutbehandlung, die ambulante Rehabilitation und die Versorgung mit Hilfsmitteln.
 
Anfang Juni bezog die Deutsche Schlaganfall-Hilfe ihren neuen Stiftungssitz in der Gütersloher Innenstadt. Die Bertelsmann Stiftung hatte das Gebäude erworben und für die Schlaganfall-Hilfe restaurieren lassen. Stadtverwaltung, Stadtbibliothek und Kunsthaus des Städtischen Gymnasiums waren die bisherigen Nutzungen in der bewegten, über 100jährigen Geschichte des Hauses. Viele Gütersloher Bürginnen und Bürger verbinden persönliche Erinnerungen mit dem denkmalgeschützten Haus. Hier haben sie als Kinder in der ehemaligen Stadtbücherei Bücher ausgeliehen. Entsprechend groß war der Andrang bei den Führungen durch das Haus.

 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Informationen, Checks und Führungen

Tag der offenen Tür der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

6. September 2016: Informationen, Checks und Führungen

Mit einem Tag der offenen Tür stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am Samstag, 10. September, der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. Von 10 bis 15 Uhr erwartet die Besucher in der Schulstraße 22 ein umfangreiches Programm.

 

Mit einem Tag der offenen Tür stellt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe am Samstag, 10. September, der Öffentlichkeit ihre Arbeit vor. 

Von 10 bis 15 Uhr erwartet die Besucher in der Schulstraße 22 ein umfangreiches Programm. Im Vordergrund steht natürlich die Gesundheit. So werden verschiedene Gesundheits-Checks mit Beratungen angeboten, ebenso wie ein Aktivprogramm zum Mitmachen. Infostände bieten unter anderem das Zentrum für ambulante Rehabilitation Bielefeld, der Hilfsmittelversorger PVM und die Diakonie an. Ein Vortragsprogramm und Filmpräsentationen ergänzen das Informationsgebot. Essen, Trinken und ein Kinderprogramm machen einen Besuch auch für Familien interessant. Nicht nur Kindern stellt das Rote Kreuz seinen Sanitätswagen vor.

Viele Gütersloher Bürginnen und Bürger verbinden persönliche Erinnerungen mit dem denkmalgeschützten Gebäude in der Schulstraße 22. Sparkasse, Stadtverwaltung, Stadtbibliothek und Kunsthaus des Städtischen Gymnasiums waren die bisherigen Nutzungen in der bewegten, über 100jährigen Geschichte des Hauses. Jetzt wurde das Gebäude umfangreich historisch restauriert. Interessenten haben am Tag der offenen Tür die Gelegenheit, das Gebäude bei drei Führungen (11.00, 12.00 und 14.00 Uhr) zu erkunden.

 

Vortragsprogramm

10.00 Uhr „Selbsthilfearbeit in Gütersloh"
Annette Harnischfeger (Leiterin der Selbsthilfegruppe Gütersloh)

10.45 Uhr „Als Lotsin im Einsatz für Schlaganfall-Betroffene"
Stefanie Feldmann (St. Elisabeth Hospital)

11.30 Uhr „Wie Stroke Units arbeiten"
Dr. Thomas Kloß (Chefarzt Neurologie St. Elisabeth-Hospital/LWL-Klinikum Gütersloh)

12.15 Uhr „Versorgung mit Hilfsmitteln in Pflege und Therapie, die richtige Auswahl und Anwendung"
Markus Wendler und Markus Krahl (PVM Patienten Versorgung Management GmbH)

13.00 Uhr „Therapieformen in der ambulanten Rehabilitation"
Dr. Martin Falkenberg (Chefarzt Neurologie, ZAR Zentrum für ambulante Rehabilitation Bielefeld GmbH)

13.45 Uhr „Notfallwissen kompakt vermittelt"
Günter Göpfert (Vorstand, DRK Kreisverband Gütersloh)

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Stiftung aufgenommen

 

29. Juli 2016: Stiftung aufgenommen

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist jetzt außerordentliches Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe. Die Mitgliederversammlung beschloss die Aufnahme der Schlaganfall-Hilfe einstimmig.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist jetzt außerordentliches Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe. Die Mitgliederversammlung beschloss die Aufnahme der Schlaganfall-Hilfe einstimmig.

Die BAG Selbsthilfe ist die Dachorganisation von 113 Organisationen behinderter und chronisch kranker Menschen und ihren Angehörigen, die bundesweit Aktivitäten entfalten. In dem Verband sind mehr als 1.000.000 körperlich, geistig, psychisch behinderte und chronisch kranke Menschen organisiert, die auf örtlicher Ebene in Selbsthilfegruppen und -vereinen zusammengeschlossen sind.

Da die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe kein eingetragener Verein ist, wurde sie als außerordentliches Mitglied aufgenommen. In der BAG ist sie die erste Organisation, die sich mit dem Krankheitsbild Schlaganfall befasst. Die BAG Selbsthilfe vertritt als bundesweiter Zusammenschluss dieser Organisationen die Interessen der Gesamtheit der behinderten und chronisch kranken Menschen, unabhängig von parteipolitischen oder konfessionellen Bindungen als freier Verband.

Feierliche Übergabe

Neues Zuhause für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

 

Aart De Geus (rechts), Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, und Liz Mohn (2.v.r.) übergeben den Schlüssel für das neue Zuhause der Schlaganfall-Hilfe an die Kuratoriumsvorsitzende Dr. Brigitte Mohn und den Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Brinkmeier.

28. Juni 2016: Neues Zuhause für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat ein neues Zuhause. Nach 13 Monaten Sanierungszeit übernahm sie jetzt offiziell das Gebäude Schulstraße 22 in Gütersloh von der Bertelsmann Stiftung. Diese hatte das Haus im Mai 2015 auf Veranlassung von Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Schlaganfall-Hilfe, von der Stadt Gütersloh gekauft. 200 geladene Gäste nahmen an der feierlichen Übergabe teil.

 
Aart De Geus (rechts), Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, und Liz Mohn (2.v.r.) übergeben den Schlüssel für das neue Zuhause der Schlaganfall-Hilfe an die Kuratoriumsvorsitzende Dr. Brigitte Mohn und den Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Brinkmeier.

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe hat ein neues Zuhause. Nach 13 Monaten Sanierungszeit übernahm sie heute offiziell das Gebäude Schulstraße 22 in Gütersloh von der Bertelsmann Stiftung. Diese hatte das Haus im Mai 2015 auf Veranlassung von Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Schlaganfall-Hilfe, von der Stadt Gütersloh gekauft. 200 geladene Gäste nahmen an der feierlichen Übergabe teil.

Aart De Geus übergab als Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung den symbolischen Schlüssel für das Haus an Liz Mohn. Diese bedankte sich sehr herzlich bei allen Beteiligten. „Es ist ein Moment, auf den ich mich lange gefreut habe, weil es mir eine besondere Herzensangelegenheit ist", so die Präsidentin. Sie wolle die Arbeit der Stiftung langfristig sichern und in der Heimatstadt sichtbar machen. „Ich möchte ein Haus, mit dem die Schlaganfall-Hilfe noch mehr für die Menschen in Gütersloh und Umgebung da sein kann."

Auch Güterslohs Bürgermeister Henning Schulz freute sich sehr über das Engagement der Bertelsmann Stiftung: „Sie erhalten der Stadt ein herausragendes Baudenkmal, das nun auch innen seine architektonische Qualität wiedergewonnen hat. Dass damit die bundesweit bekannte Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe vom Stadtzentrum aus agiert, registriere ich mit Stolz und Freude."

Mit der Schlaganfall-Hilfe freute sich auch ihre prominente Botschafterin Verona Pooth. Und Kinderbotschafterin Jule Köhler (15) berichtete den Gästen auf der Bühne des Festaktes eindrucksvoll, wie sie mit sechs Jahren ihren Schlaganfall im Kindergarten erlebte und sich danach wieder zurück ins Leben kämpfte. Durch das Programm führte TV-Moderatorin Birte Karalus.

Das neue Gebäude der Stiftung wurde 1912/13 durch die Stadtsparkasse Gütersloh errichtet. Stadtverwaltung, Stadtbücherei und Städtisches Gymnasium Gütersloh folgten als Nutzer in der über 100-jährigen Geschichte, bis die Bertelsmann Stiftung das Haus im vergangenen Jahr für rund 900.000 Euro erwarb. Die Sanierung des Gebäudes leitete der Gütersloher Architekt Walter Hauer.

Die denkmalgeschützte Fassade des Hauses blieb unverändert. Im Inneren wurde das Gebäude entkernt und etwa 80cm nach unten verlängert, um auch den Keller als Vollgeschoss nutzen zu können. Dachkonstruktion und -deckung sowie die Fenster wurden authentisch erhalten, viele historische Details restauriert. 31 Arbeitsplätze beherbergt das Haus nun. Herz des neuen Stiftungsgebäudes ist die ehemalige „Schalterhalle" im Erdgeschoss. Sie soll künftig für die verschiedenen Veranstaltungsformate der Schlaganfall-Hilfe genutzt werden.

Die Schlaganfall-Hilfe konnte sich am Dienstag noch über eine weitere Schenkung freuen. Sie erhielt wenige Wochen nach der Charity-Gala „Rosenball 2016" einen umweltfreundlichen Dienstwagen: einen vollelektronischen BMW i3. Den Wagen hatte Margit Tönnies Ende April bei der Rosenball-Tombola gewonnen und umgehend einem guten Zweck zugesprochen. Nun machte sie ihre Ankündigung wahr und reichte ihren Hauptgewinn im Beisein von Liz Mohn und BMW-Manager Hans-Reiner Schröder an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe weiter.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Kunst in der Stiftung

 

26. Juni 2016: Kunst in der Stiftung

Die Schlaganfall-Hilfe hat ein neues Zuhause. Mitarbeiter und Besucher der Stiftung können sich künftig nicht nur über ein schönes Gebäude im Herzen von Gütersloh freuen, sondern auch über die Kunst in der Stiftung. 35 Werke des verstorbenen Künstlers Herbert Schlimgen zieren die Wände.

Die Schlaganfall-Hilfe hat ein neues Zuhause. Mitarbeiter und Besucher der Stiftung können sich künftig nicht nur über ein schönes Gebäude im Herzen von Gütersloh freuen, sondern auch über die Kunst in der Stiftung. 35 Werke des verstorbenen Künstlers Herbert Schlimgen zieren die Wände.

 

 
Vorstandsvorsitzender Dr. Michael Brinkmeier freut sich über die Dauerleihgabe von 35 Kunstwerken des Bielefelder Galeristen Alexander Baumgarte (rechts).

Die zwischen 30 x 30 Zentimeter und 1,80 x 1,20 Meter großen Originale sind eine Dauerleihgabe des bekannten Bielefelder Galeristen Alexander Baumgarte. Der Inhaber der 1975 von seiner Mutter Ruth gegründeten Samuelis Baumgarte Galerie hatte den Nachlass des 2007 in Gütersloh verstorbenen Künstlers erstanden. Ein paar Tage vor der feierlichen Übergabe des Gebäudes verteilten Baumgarte und sein Team die Werke im Haus.

Für Alexander Baumgarte schaffen die Bilder eine ideale Verbindung zum Arbeitsschwerpunkt der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: "Das Thema der Haptik und kognitiven Wahrnehmung ist sowohl in der Kunst als auch in den Behandlungsmethoden der Patienten sehr ausgeprägt". Erst im vergangenen Jahr veranstaltete der Kunsthistoriker und Jurist ein Charity-Dinner zugunsten der Schlaganfall-Hilfe. Dabei kamen unter anderem durch die Versteigerung eines Bildes von Heinz Mack stolze 70.000 Euro zusammen.
Das Team der Schlaganfall-Hilfe hat seinen neuen Sitz in dieser Woche bezogen. Auf Veranlassung von Präsidentin Liz Mohn hatte die Bertelsmann Stiftung, deren stellvertretende Vorstandsvorsitzende sie ist, das stadtbildprägende Gebäude (Baujahr 1913) gekauft und saniert. Kommende Woche wird es der Schlaganfall-Hilfe feierlich zur Nutzung überlassen. (ausführlicher Bericht folgt)

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Initiative Schlaganfallvorsorge

Stiftung und MdB auf Stroke Unit Emden

15.Juni 2016: Initiative Schlaganfallvorsorge

Heiko Schmelzle hält, was er verspricht. Im vergangenen Jahr lernte der Bundestagsabgeordnete aus Norden (Ostfriesland) Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, in Berlin kennen und sagte ihm Unterstützung im Kampf gegen den Schlaganfall zu. Jetzt besuchten die beiden gemeinsam im Rahmen der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" die Schlaganfall-Station in Emden.

Heiko Schmelzle hält, was er verspricht. Im vergangenen Jahr lernte der Bundestagsabgeordnete aus Norden (Ostfriesland) Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Schlaganfall-Hilfe, in Berlin kennen und sagte ihm Unterstützung im Kampf gegen den Schlaganfall zu. Jetzt besuchten die beidem gemeinsam im Rahmen der "Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln" die Schlaganfall-Station in Emden.

"Zwei von drei Schlaganfällen könnten verhindert werden, wenn die Vorsorge optimiert wird", weiß Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Schlaganfall-Hilfe und Vertreter der "Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln". Um diesem Ziel näher zu rücken und die Versorgung von Schlaganfall-Patienten insgesamt zu verbessern, engagiert sich die Stiftung seit langem mit zahlreichen Initiativen in ganz Deutschland. Unter anderem sollen Akteure aus Gesundheitswesen, Politik und Wirtschaft auch auf regionaler Ebene zusammengebracht und vernetzt werden.

Heiko Schmelzle, Mitglied des Gesundheitsausschusses des Bundestags, unterstützt dieses Vorhaben und besuchte diese Woche die Stroke Unit (Schlaganfallstation) des Klinikums Emden. Ziel des Termins war es zum einen, sich einen Überblick über die Patientenversorgung in der Region zu verschaffen, zum anderen die große Bedeutung der Prävention hervorzuheben.

"Es ist sehr wichtig, sich gemeinsam dafür einzusetzen, die Menschen über den Schlaganfall zu informieren. Denn viele kennen die Symptome nicht oder trauen sich bei Beschwerden nicht, rechtzeitig in die Klinik zu gehen", erklärte Heiko Schmelzle. Ihm sei es daher ein wichtiges Anliegen, hier als Multiplikator aufzutreten. Er versprach, sich auch im Bundestag weiter für das Thema einzusetzen. Beim Besichtigungstermin vor Ort zeigte sich der Bundestagsabgeordnete beeindruckt von der hervorragenden Akutversorgung und der Nachsorge auf der Stroke Unit in Emden.

Prof. Dr. Thomas Büttner, Chefarzt der Klinik für Neurologie im Klinikum Emden, unterstrich die Notwendigkeit, bei einem Schlaganfall schnell zu reagieren. "Wer Warnzeichen wie zum Beispiel Seh- oder Sprachstörungen oder Lähmungen bemerkt, sollte nicht warten, sondern sofort den Notruf 112 wählen", rät er. Denn nur wer die Akutstation für Schlaganfall-Patienten schnell erreiche, habe gute Chancen, die Folgen eines Schlaganfalls möglichst gering zu halten.

 
Hans Freese (49) erlitt einen Schlaganfall während seiner Arbeit im Küstenschutz. Auf der Stroke Unit in Emden berichtete er Heiko Schmelzle (sitzend) bereitwillig von seiner Erkrankung. Aufmerksame Zuhörer (stehend von rechts) sind Dr. Michael Brinkmeier, Prof. Dr. Thomas Büttner und Oberarzt Dr. Michael Bauerle, Regionalbeauftragter der Schlaganfall-Hilfe.

Auf der Stroke Unit des Klinikums können Patienten nach Auskunft von Prof. Büttner mit Hilfe optimaler Überwachungsmöglichkeiten behandelt werden. "Diese Station, die zehn Betten umfasst, ist als einziges Zentrum in Ostfriesland für die Schlaganfall-Therapie zertifiziert", so der Chefarzt. Neben den zehn Plätzen für Akutpatienten gebe es einen Nachsorgebereich mit acht Betten in derselben räumlichen Einheit. Dabei stehen laut Büttner eine frühe Mobilisationsbehandlung sowie neuro-physiologische und -psychologische Rehabilitationsmaßnahmen im Vordergrund, um den Schlaganfallpatienten eine kontinuierliche Behandlungskette anbieten zu können.

"Diese umfassende integrierte Versorgung ist genau der richtige Weg, um die Behandlungsergebnisse weiter zu verbessern", lobte Michael Brinkmeier die Arbeit der Klinik. Es sei sehr wichtig, dass alle Beteiligten den gesamten Behandlungsprozess des Patienten im Blick haben – von der Aufklärung bis zur häuslichen Nachsorge. Die Schlaganfall-Hilfe ist gemeinsam mit der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft für die Zertifizierung von Stroke Units verantwortlich.

Mehr Informationen zur "Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln": www.schlaganfall-verhindern.de

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Berliner Schlaganfall-Lotse in Sicht

Hauptstadtkongress

(von links) Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Ev. Krankenhaus Bielefeld), Mario Czaja (Gesundheitssenator Berlin), Moderator Dr. Peter Stuckhard und Dr. Michael Birnkmeier.

10. Juni 2016: Berliner Schlaganfall-Lotse in Sicht

Die Hauptstadt soll ihren ersten Schlaganfall-Lotsen bekommen. Das kündigte Dr. Claudia Wein, Referentin des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg, auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit an.

 
(von links) Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Ev. Krankenhaus Bielefeld), Mario Czaja (Gesundheitssenator Berlin), Moderator Dr. Peter Stuckhard und Dr. Michael Birnkmeier.

Die Hauptstadt soll ihren ersten Schlaganfall-Lotsen bekommen. Das kündigte Dr. Claudia Wein auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit an. Die Referentin des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin-Lichtenberg war gemeinsam mit Schlaganfall-Hilfe-Vorstand Dr. Michael Brinkmeier und Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja auf dem Podium.

Erste beratende Gespräche zwischen der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und der Berliner Klinik fanden bereits Anfang des Jahres statt. Nun plant das KEH, das Konzept der Schlaganfall-Hilfe zu übernehmen und Ende des Jahres einen Lotsen einzustellen. Das von der Schlaganfall-Hilfe entwickelte Nachsorge-Modell des Schlaganfall-Lotsen wurde bereits in einem Modelprojekt in Ostwestfalen-Lippe erfolgreich getestet. Zwei Lotsinnen des Projektes arbeiteten im Ev. Krankenhaus Bielefeld - eine Klinik der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, zu denen auch das KEH gehört.

Eine dieser Bielefelder Lotsinnen, Petra Tarrach-Rieks, berichtete auf dem Forum aus ihrer praktischen Arbeit. Viele Patienten seien nach der Entlassung aus der Klinik orientierungslos. Plötzlich müssten sie ihre Versorgung selbst organisieren – eine Situation, die sie völlig überfordere. Ihr Chefarzt Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz unterstrich, dass ein solches Betreuungsmodell auch aus ärztlicher Sicht Sinn mache. Insbesondere in der Sekundärprävention, der Vermeidung weiterer Schlaganfälle, könne man Erfolge erzielen, indem man durch Information und Motivation die Therapietreue der Patienten erhöhe.

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, freut sich sehr über die Ankündigung aus Berlin. „Dass wir unser Lotsenmodell auf diese Weise nun auch in die Hauptstadt tragen können, wird dem gesamten Projekt nochmals einen kräftigen Schub verleihen". Unerwartete Unterstützung erhielten er und das KEH von Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja. Er begrüße das Projekt sehr, sagte der Politiker, und könne sich auch eine Zusammenarbeit mit der Schlaganfall-Hilfe vorstellen, wenn es um weitere Lotsen-Projekte ginge.

Ziel der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ist es, den Lotsen zu einem Teil der Regelversorgung zu machen. Um Kostenträger von der Wirksamkeit des Lotseneinsatzes zu überzeugen, braucht es jedoch noch mehr Projekte und eine wissenschaftliche Auswertung.

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Schlaganfall-Hilfe auf dem Hauptstadtkongress

 

Das Präventionsforum auf dem Hauptstadtkongress mit (von links) Rudolf Henke, Thomas Altgeld, Dr. Michael Brinkmeier, Dr. Dietrich Garlichs, Dr. Heidrun Thaiss und Moderator Guido Pschollkowski.

9. Juni 2016: Schlaganfall-Hilfe auf dem Hauptstadtkongress

„Das neue Präventionsgesetz ist wichtig, doch damit darf es nicht enden", sagte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, auf dem Podium des Hauptstadtkongresses. Beim wichtigsten gesundheitspolitischen Ereignis in Deutschland machte Brinkmeier klar, dass man Prävention nicht allein durch Gesetze regelt.

 
Das Präventionsforum auf dem Hauptstadtkongress mit (von links) Rudolf Henke, Thomas Altgeld, Dr. Michael Brinkmeier, Dr. Dietrich Garlichs, Dr. Heidrun Thaiss und Moderator Guido Pschollkowski.

„Das neue Präventionsgesetz ist wichtig, doch damit darf es nicht enden", sagte Dr. Michael Brinkmeier, Vorstand der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, auf dem Podium des Hauptstadtkongresses. Beim wichtigsten gesundheitspolitischen Ereignis in Deutschland machte Brinkmeier klar, dass man Prävention nicht allein durch Gesetze regelt.

Mehr als 8.000 Entscheidungsträger aus Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft kamen in Berlin zusammen. Brinkmeier war eingeladen, an einer Diskussionsrunde zum neuen Präventionsgesetz teilzunehmen. Die Bundesregierung stellt künftig mehr Geld für die Prävention zur Verfügung. Das Augenmerk soll stärker auf individuelle Belastungen und Risikofaktoren gelegt werden. Deshalb setzen die Maßnahmen in den Lebenswelten der Menschen an, in Kitas, Schulen und Betrieben. Auch die Unterstützung für die Selbsthilfe soll um 30 Millionen Euro aufgestockt werden.

„Ein Schritt in die richtige Richtung", betonte Michael Brinkmeier in Berlin, der das Gesetz begrüßt. Insbesondere beim Schlaganfall mangele es in der Bevölkerung an Wissen. Ein Beispiel dafür ist das Vorhofflimmern. Die Herzrhythmusstörung ist in der Bevölkerung kaum bekannt, obwohl sie verantwortlich gemacht wird für jeden vierten bis fünften Schlaganfall. Deshalb hat die Stiftung gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) und den Pharmaunternehmen Pfizer und Bristol Meyers Squibb die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln!" ins Leben gerufen.

Aufklärung durch Kampagnen würde auch Rudolf Henke, Vorsitzender des Marburger Bundes, gerne mehr sehen. „Ein Drei-Minuten-Spot vor jedem Tatort könnte viel bewirken", so der Bundestagsabgeordnete. Dr. Christine Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, lobte das Gesetz, mahnte jedoch, dass man es nun mit Leben füllen müsse.

 
Politische Gespräche in den Pausen des Hauptstadtkongresses (von links): Dr. Michael Brinkmeier im Gespräch mit Karl-Josef Laumann, dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Dr. Rainer Norden (Vorstand Bethel) und Michael Mielke (Geschäftsführer KEH).

Einig waren sich die Podiumsteilnehmer grundsätzlich über zwei Aspekte. Die Eigenverantwortung der Bürger müsse gestärkt werden, insbesondere die Verantwortung der Eltern für die Gesundheitserziehung ihrer Kinder. Und: Über Steuer- bzw. Preispolitik lassen sich sehr wohl Anreize für gesundheitsbewusstes Verhalten setzen, wie das Beispiel Tabak zeigte. Dieses politische Instrument werde noch zu wenig genutzt. Warum nicht „ungesunde" Lebensmittel höher besteuern, andere dafür von der Steuer befreien? Dr. Dietrich Garlichs von der Deutschen Diabetes Gesellschaft: „Wir haben das mal durchgerechnet und kamen auf das Ergebnis, dass so ein Modell quasi kostenneutral wäre".

Neben dem Podiumsauftritt nutzte Michael Brinkmeier den Kongress auch, um viele Politiker und Entscheidungsträger aus dem Gesundheitswesen zu treffen und sich bei Ihnen für eine verbesserte Schlaganfall-Versorgung einzusetzen.

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Liz Mohn erhält Ehrenbürgerwürde

 

3. Juni 2016: Liz Mohn erhält Ehrenbürgerwürde

Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, wird Ehrenbürgerin von Gütersloh. Dies gab die Stadt heute nach einer Sitzung des Rates bekannt. Mit der Auszeichnung honoriert das Gremium die großen persönlichen Verdienste von Liz Mohn für Gütersloh.

 

Liz Mohn, Gründerin und Präsidentin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, wird Ehrenbürgerin von Gütersloh. Dies gab die Stadt heute nach einer Sitzung des Rates bekannt. Mit der Auszeichnung honoriert das Gremium die großen persönlichen Verdienste von Liz Mohn für Gütersloh.

Als Witwe von Bertelsmann-Nachkriegsgründer Reinhard Mohn führe sie sein Lebenswerk im Konzern fort, heißt es in der Begründung. Wesentliche Gründungen und Stiftungen, die Liz Mohn ins Leben gerufen habe, gingen vom Standort Gütersloh aus und seien hier verankert. Liz Mohn ist die erste weibliche Ehrenbürgerin der Stadt; die Auszeichnung wurde seit 1882 insgesamt 17 Mal verliehen. Auch Reinhard Mohn wurde 1981 mit der Ehrenbürgerwürde von Gütersloh honoriert; Liz und Reinhard Mohn sind damit das erste Ehepaar, das diese Ehrung erhält.

Liz Mohn sagte: „Gütersloh ist meine Heimat, der Stadt gehört mein Herz. Über die Ernennung zur Ehrenbürgerin freue ich mich sehr und bin dankbar; die Auszeichnung ist eine große Ehre für mich. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder seinen Teil zum Gelingen der Zukunft beitragen kann – entsprechend ist es für mich ein Privileg, das Wirken meines Mannes und unserer Familie in fünfter Generation fortzusetzen. Gütersloh ist dabei stets Ausgangs- und Mittelpunkt unserer unternehmerischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Initiativen. Bertelsmann wird sich auch künftig auf vielfältige Art und Weise engagieren – international ebenso wie in der Region Gütersloh."    

Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, erklärte: „Persönlich sowie im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bertelsmann gratuliere ich Frau Mohn herzlich zu dieser Auszeichnung. Ihr Engagement für Gütersloh und für das Haus Bertelsmann ist beispiellos. Nach Reinhard Mohn ist sie die zweite Persönlichkeit unseres Hauses, die mit dieser Ehre der Stadt Gütersloh bedacht wird. Dies zeigt, wie eng Bertelsmann der Region verbunden ist."

Der Rat der Stadt Gütersloh nennt in seiner Begründung verschiedene Punkte für die Auszeichnung von Liz Mohn. Hierzu gehören unter anderem die 1993 erfolgte Gründung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, der internationale Gesangswettbewerb „Neue Stimmen", den Liz Mohn 1987 initiierte sowie das persönliche Engagement für diverse Kultur- und Bildungsprojekte (u. a. „Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung", Förderung lokaler Schulbibliotheken, Einsatz für den Neubau des Gütersloher Theaters). Auch die jährliche Verleihung des Reinhard-Mohn-Preises der Bertelsmann Stiftung, der international wegweisende Lösungen zu gesellschaftlichen und politischen Herausforderung auszeichnet, stellte der Rat heraus.

Die offizielle Übergabe des Ehrenbürgerbriefes an Liz Mohn erfolgt auf einer außerordentlichen Ratssitzung in Gütersloh in der zweiten Jahreshälfte 2016.

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Ein Pass soll Patienten helfen

Modellprojekt der Deutschen Schlaganfall-Hilfe

6. Mai 2016: Ein Pass soll Patienten helfen

Ibbenbüren wird Modellregion der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Am bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall, am 10. Mai, erhalten die ersten Patienten am Klinikum Ibbenbüren einen Hilfsmittelpass. Die Schlaganfall-Hilfe will ihn nach der Testphase bundesweit einführen.

Ibbenbüren wird Modellregion der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Am bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall, am 10. Mai, erhalten die ersten Patienten am Klinikum Ibbenbüren einen Hilfsmittelpass. Die Schlaganfall-Hilfe will ihn nach der Testphase bundesweit einführen.

Jährlich erleiden 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Die Volkskrankheit ist die häufigste Ursache für Behinderungen, viele Betroffene sind auf Hilfsmittel angewiesen. Doch die optimale Versorgung bleibt ein Manko unseres Gesundheitssystems. An der Behandlung und Versorgung eines Patienten sind viele Spezialisten beteiligt. „Eine Zusammenarbeit über die so genannten Sektoren hinweg ist jedoch nicht selbstverständlich", erläutert Christina Habig, Projektleiterin der Schlaganfall-Hilfe. „Häufig ist der Patient selbst das Medium, das die Informationen von A nach B tragen muss". Schwierig werde es dann, wenn er dazu nicht in der Lage ist. Und das trifft auf den Großteil der Patienten zu, sie sind medizinische Laien.

Schlaganfall-Patienten sind in besonderer Weise betroffen. Denn diese chronisch Kranken sind oft ihr Leben lang auf Behandlung, Therapie oder Hilfsmittel angewiesen. Gerade die Versorgung mit Hilfsmitteln aber ist ein komplexes Thema. Hilfsmittel müssen immer individuell angepasst werden, und im Verlauf der Erkrankung können sich Änderungen im Bedarf ergeben. Studien zeigen, dass viele Hilfsmittel schon nach kurzer Zeit ungenutzt in der Ecke landen - traurig für die Patienten, teuer für die Gesellschaft.

Ärzte, Therapeuten und Sanitätshäuser kommunizieren über den Pass

Ein zusätzliches Problem: der Markt an Hilfsmitteln ist heute so groß und spezialisiert, dass sich nur noch Experten wirklich damit auskennen. Umso wichtiger ist es, dass alle an der Versorgung Beteiligten ein Medium haben, über das sie kommunizieren können. Der neue Pass in Heftgröße (DIN A5) enthält alle wichtigen Informationen über Therapien, Therapieziele, Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel des Patienten und dokumentiert die Entwicklungen im Zeitverlauf. Alle Beteiligten können Eintragungen vornehmen. Klinik-, Fach- und Hausärzte, Therapeuten und Sanitätshausmitarbeiter können auf diese Weise miteinander kommunizieren. Datenschutz ist kein Problem, denn der Patient ist Besitzer des Passes und Hüter seiner Daten.

 
Freuen sich über den Projektstart (v.l.): Daniel Koopmeiners, Dr. Florian Bethke, Christina Habig und Prof. Dr. Michael Wessels.

Die Testphase läuft jetzt am Klinikum Ibbenbüren (Betriebsstätte St.-Elisabeth-Hospital) an. Chefarzt Dr. Florian Bethke und sein Team der Neurologischen Klinik werden den Pass an 80 Patienten der Stroke Unit (Schlaganfall-Station) ausgeben, sofern diese bereit sind, an dem Modellprojekt teilzunehmen. „Das gibt uns die Möglichkeit, über den Aufenthalt in der Akutklinik hinaus etwas für die Patienten zu tun", freut sich Bethke.

In rund sechs Monaten wird die Gruppe dann durch Prof. Dr. Michael Wessels von der praxisHochschule Rheine zu ihren Erfahrungen befragt. „Ein spannendes Projekt", urteilt der Hochschullehrer, „ weil es einen echten Mehrwert für die Patienten und die Versorger bieten kann". Auch eine Kontrollgruppe von 80 Patienten ohne Heil- und Hilfsmittelpass wird interviewt. So erhalten die Projektpartner Aufschluss darüber, wie sehr die Patienten von dem Pass profitieren können, und bekommen gleichzeitig Rückmeldungen zur Optimierung des Passes.

Unterstützt wird das Projekt durch das Netzwerk Schlaganfall Steinfurt e.V. (NeSSt). „Wir freuen uns, dass die Schlaganfall-Hilfe uns als Modellregion ausgewählt hat", sagt dessen Vorsitzender Daniel Koopmeiners aus Rheine. „In der Schlaganfall-Nachsorge können wir noch einiges optimieren, deshalb haben wir das Projekt von Beginn an unterstützt". Mit den im nördlichen Kreis Steinfurt gemachten Erfahrungen wird die Deutsche Schlaganfall-Hilfe den Hilfsmittelpass überarbeiten, um ihn 2017 deutschlandweit allen Patienten anbieten zu können.

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Motivationsstrategien helfen

 

4. Mai 2016: Motivationsstrategien helfen

Zum „Tag gegen den Schlaganfall" am 10. Mai empfiehlt Motivationsexperte und Diplom-Psychologe Rolf Schmiel eine Strategie in Form von drei Schritten, die Betroffene bei der Akzeptanz und der Umstellung gewisser Lebensgewohnheiten nach der Diagnose unterstützen kann.

Berlin/München/Gütersloh/Bonn, 04. Mai 2016. Vorhofflimmern ist eine Erkrankung, die viele Betroffene kaum bemerken und die sie zunächst auch nicht einschränkt. Da mit der Diagnose „Vorhofflimmern" jedoch das Risiko für einen Schlaganfall steigt, sollten Betroffene Maßnahmen zur Schlaganfallprävention ergreifen: Das können Änderungen einiger Lebensgewohnheiten sein, wie eine herzgesunde Ernährung, oder – sollten neben Vorhofflimmern noch weitere Risikofaktoren für einen Schlaganfall vorliegen – auch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten. Im Gegensatz zu Erkrankungen wie Diabetes, wo sich der Behandlungserfolg direkt anhand der Blutzuckerwerte nachvollziehen lässt, ist der Effekt von Maßnahmen zur Schlaganfallprävention nicht direkt messbar. Die zentrale Frage ist daher: Wie schaffen es vor allem ältere Betroffene, die womöglich zusätzliche behandlungs-bedürftige Erkrankungen haben, bestimmte Gewohnheiten nachhaltig zu ändern?

Zum „Tag gegen den Schlaganfall" am 10. Mai empfiehlt Motivationsexperte und Diplom-Psychologe Rolf Schmiel eine Strategie in Form von drei Schritten, die Betroffene bei der Akzeptanz und der Umstellung gewisser Lebensgewohnheiten nach der Diagnose unterstützen kann.

Wie alle chronischen Erkrankungen kann auch die Diagnose Vorhofflimmern für einige Betroffene ohne große Änderungen der Lebensgewohnheiten einhergehen. Für manch andere Patienten bedeutet die Diagnose Vorhofflimmern eine größere Umstellung der Lebensgewohnheiten und womöglich eine zusätzliche und gegebenenfalls langjährige Medikamenteneinnahme. Das ist der Fall, wenn zusätzlich zur Diagnose Vorhofflimmern weitere behandlungsbedürftige Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegen, wie Bluthochdruck oder Diabetes. Gerade für Letztere können die vom Experten Rolf Schmiel empfohlenen drei Motivationsschritte hilfreich sein. Diese können möglicherweise helfen, liebgewonnene Gewohnheiten leichter aufzugeben. Diplom-Psychologe und Motivationsexperte Rolf Schmiel empfiehlt eine dreistufige Strategie, die die Patienten individuell an ihre Bedürfnisse anpassen können. Sie kann helfen, Veränderungen im Alltag dauerhaft zu meistern. „Nachhaltig lassen sich Verhaltensweisen oft nur durch den Austausch mit anderen ändern – entweder im Einzelgespräch mit einem Vertrauten oder aber in einer Gruppe." Als Drittes sollten Vorsätze mit positiven Anreizen verbunden werden. „Wichtig ist, die Strategie so anzupassen, dass sie einem zusagt. Jeder Mensch ist schließlich anders."

1. Das Gespräch mit einem Vertrauten - Sorgen ausdrücken und Unterstützung finden

Am Anfang steht das Gespräch mit einem Vertrauten, beispielsweise einem engen Freund, der den weiteren Weg nach der Diagnose mitgeht. „Je nach Bedürfnis des Patienten kann das aber auch der Arzt, ein Therapeut oder der Sportcoach sein, der einem durch regelmäßigen persönlichen Austausch das Gefühl der Überforderung nimmt", so Schmiel. „Ganz gleich, welche Methode der Einzelne wählt: Ängste auszusprechen erleichtert generell die Verarbeitung und ist der erste Schritt zu einer nachhaltigen Lebensumstellung."

Gerade die Kommunikation mit dem Arzt spielt eine große Rolle: Immerhin empfiehlt der Arzt womöglich einen Plan, der den Patienten im Alltag vor Herausforderungen stellt: mehr Bewegung und weniger Alkohol, eine ausgewogene, „herzgesunde" Ernährung, Stressabbau, kein Nikotin und eventuell eine regelmäßige Einnahme der Medikamente. „Hier unterstützt die ‚Initiative Schlaganfallvorsorge‘ Menschen in Gesundheitsfragen, damit sie selbst aktiv werden und möglichst bis ins hohe Lebensalter gesund bleiben", erklärt Dr. Barbara Keck, Geschäftsführerin der BAGSO Service Gesellschaft. Unter www.schlaganfall-verhindern.de finden Interessierte nützliche Informationen. Außerdem können dort kostenlos die Aufklärungsbroschüre „Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern. Erkennen. Handeln. Vorbeugen." sowie ein Flyer heruntergeladen werden. Zur Verbesserung der Erkennung von Vorhofflimmern können folgende Tipps für Betroffene hilfreich sein:

  • Lernen, den eigenen Puls selbst zu ertasten
  • Das eigene Risiko für Vorhofflimmern ab einem gewissen Alter und beim Vorliegen von Risikofaktoren mit dem Hausarzt besprechen
  • Die Notwendigkeit einer weiterführenden Diagnostik mit dem Hausarzt klären

2. Motivation durch "Gleichgesinnte" - Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt in der Gruppe

„Zusätzlich zum Gespräch mit einem festen Vertrauten kann es helfen, sich mit Menschen auszutauschen, die gleiche Erfahrungen machen", so Schmiel. Der zweite Schritt führt daher zu Interessensgruppen, in denen Betroffene nicht nur Gleichgesinnte finden, sondern auch Hilfsbereitschaft und Solidarität. Das können Herzsportgruppen sein, sowie Koch- oder Abnehmtreffs, die über Zeiten hinweghelfen, in denen die nötige Motivation fehlt. Gemeinschaften bieten Identifikation, Tipps und Vorgaben, um sich daran zu orientieren. „Die Gruppe fungiert dabei als wohlwollende ‚Kontrollinstanz‘, die einen unterstützt", erklärt der Psychologe. Interessierte können ihren Arzt nach Abnehmtreffs in der Region fragen. Auch die Krankenkasse kann dazu wertvolle Tipps geben. Sportvereine sind eine gute Anlaufstelle, um nach geeigneten Herzsportgruppen zu fragen.

3. Kleine Schritte zum individuellen Ziel - und nicht vergessen, Erfolge zu feiern

Jeder, der schon einmal versucht hat, ein längerfristiges Ziel zu erreichen, kennt den psychologischen Trick: Das große Ziel in der Ferne wird greifbar, wenn man sich kleine Etappenziele setzt. Rolf Schmiel empfiehlt daher drittens, sich jeweils eine Zeitspanne von drei Monaten zu stecken, um Vorhaben zu verwirklichen. „Je kurzfristiger bzw. schneller die Vorsätze umsetzbar sind, desto höher ist die Motivation, auf das nächste Ziel hinzuarbeiten." Das kann zum Beispiel sein, sich über die nächsten drei Monate strikt an die Einnahme der Medikamente zu halten, einmal die Woche zum Sport zu gehen oder ähnliches. Diät- und Schritttagebücher können helfen, Ernährungsdaten oder sportliche Aktivitäten Tag für Tag zu dokumentieren; auch in Abnehmgruppen kann der Gewichtsverlust gemessen und festgehalten werden. Wer sich damit wohlfühlt, kann Apps oder digitale Fitnessarmbänder nutzen, um Fortschritte festzuhalten.

Auf keinen Fall sollte dabei vergessen werden, sich für erreichte Etappenziele etwas Gutes zu tun. Denn das Erreichen der selbstgesteckten Ziele zu feiern, kann zusätzlich anspornen und motivieren, durchzuhalten. Psychologen nennen das „positives Konditionieren". Worin die Belohnung besteht, entscheidet jeder selbst: ein Wellnesstag, sein Lieblingsessen kochen, der Ausflug mit Freunden oder die Shoppingtour. Nach den ersten Fortschritten folgt das nächste Etappenziel. Mit Hilfe dieser dreistufigen Strategie kann langsam die Akzeptanz der chronischen Erkrankung, die langfristige Lebensumstellung oder Therapie gelingen.

Kontakt

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle, Pressestelle
Carl-Miele-Straße 210, 33311 Gütersloh
Tel.: 05241 9770-12, Fax: 05241 9770-712
E-Mail: presse@schlaganfall-hilfe.de
    

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO)
Ursula Lenz, Pressereferat
Bonngasse 10, 53111 Bonn
Tel.: 0228 249993-18, Fax: 0228 249993-20
E-Mail: lenz@bagso.de


Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Eszter Viragh, Public Affairs
Arnulfstraße 29, 80636 München
Tel.: 089 12142-7036, Fax: 089 12142-262
E-Mail: eszter.viragh@bms.com
    

Pfizer Deutschland GmbH
Dr. Henry Werner, Unternehmenskommunikation
Linkstraße 10, 10785 Berlin
Tel.: 030 550055-51088
E-Mail: presse@pfizer.com

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Neue Leitlinie empfiehlt Thrombektomie

Schlaganfall-Behandlung

14. April 2016: Neue Leitlinie empfiehlt Thrombektomie

Das mechanische Entfernen von Blutgerinnseln im Gehirn mit einem Katheter (Thrombektomie) setzt sich in Deutschland durch. Die bahnbrechende neue Methode kann schwere Behinderungen nach einem schweren Schlaganfall vermeiden, indem sie eine verstopfte Hirnarterie von einem Blutgerinnsel (Thrombus) befreit. Eine neue Leitlinie empfiehlt in bestimmten Fällen eine Kombination aus bewährter Thrombolyse mit einem Medikament und der mechanischen Methode mittels Katheter.

 

Das mechanische Entfernen von Blutgerinnseln im Gehirn mit einem Katheter (Thrombektomie) setzt sich in Deutschland durch. Die bahnbrechende neue Methode kann schwere Behinderungen nach einem schweren Schlaganfall vermeiden, indem sie eine verstopfte Hirnarterie von einem Blutgerinnsel (Thrombus) befreit. Eine neue Leitlinie empfiehlt in bestimmten Fällen eine Kombination aus bewährter Thrombolyse mit einem Medikament und der mechanischen Methode mittels Katheter.

Die Thrombektomie soll möglichst schnell möglichst vielen Patienten zugutekommen. Dafür habe sich eine enge Zusammenarbeit von Stroke Units und Neurovaskulären Zentren bewährt, teilen die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) mit. Zudem bieten Neuroradiologen, die den Kathetereingriff vornehmen, bereits verstärkt zertifizierte Fortbildungen an.

Rund 80 Prozent aller jährlich 250.000 Schlaganfälle werden in Deutschland durch ein Blutgerinnsel (Thrombus), das ein Blutgefäß verschließt, verursacht. Als Folge können Teile des Gehirns nicht mehr mit Blut versorgt werden. In solchen Fällen bestand bisher die beste Behandlung darin, die Patienten möglichst rasch mit einer Infusion des Medikaments Alteplase (rt-PA) zu behandeln. Der Wirkstoff kann das Blutgerinnsel in den Hirnarterien auflösen. Diese Lysetherapie ist in allen deutschen Schlaganfalleinheiten (Stroke Units) seit Mitte der 1990er-Jahre Standard. Allerdings können mit dieser Therapie tatsächlich nur etwa 50 bis 60 Prozent der großen Blutgerinnsel beseitigt werden.

Neue Ära in der akuten Schlaganfallbehandlung

Aktuell erweitern Kliniken, die eine Stroke Unit besitzen, ihr Angebot um eine neue Therapieoption, die sich kürzlich in fünf Studien als wirksam erwiesen hat: Spezialisierte Neuroradiologen schieben von der Leiste aus einen Katheter bis an die Stelle des Gehirns, wo das Blutgerinnsel eine Arterie blockiert hat. Der Katheter durchbohrt den Thrombus und umschließt das Gerinnsel mit einem Stent wie ein Drahtkäfig. Anschließend kann es über einen Hohlkatheter abgesaugt werden. „Diese Behandlungsmethode, auch mechanische Thrombektomie genannt, wurde in den letzten Jahren so weit verfeinert, dass fast 90 Prozent der Gefäße wieder eröffnet werden können", sagt Professor Dr. Hans-Christoph Diener, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Er verweist auf eine kürzlich in der Fachzeitschrift Lancet publizierte Meta-Analyse, die die Ergebnisse von fünf Studien zusammenfasst und zeigt, dass vielen Patienten durch die mechanische Thrombektomie schwerwiegende Behinderungen infolge des Schlaganfalls erspart blieben.

Aktuelle Leitlinie bewertet die neue Methode

Die beteiligten Fachgesellschaften haben die Studienergebnisse zum Anlass genommen, ihre Leitlinie zu ergänzen. „Die Leitlinie gibt umfassende Anleitungen zu allen Aspekten der neuen Therapie", berichtet Professor Dr. Peter Ringleb, Mitglied im Vorstand der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Leiter der Sektion Vaskuläre Neurologie am Universitätsklinikum Heidelberg. Er ist Erstautor der neuen Leitlinie. „Im Regelfall werden beide Therapien – die Lysetherapie und die mechanische Thrombektomie – miteinander kombiniert", so Peter Ringleb. Im Ärzte-Jargon heißt das „Drip-and-ship". Da eine Katheterbehandlung derzeit nur an bestimmten Kliniken möglich ist, wird der akute Schlaganfallpatient zuerst in die nächste Stroke Unit gebracht, um ohne Zeitverzug mit der Lysetherapie zu beginnen („drip"). Dort entscheiden die Ärzte dann umgehend, ob eine mechanische Thrombektomie in Frage kommt und der Patient mit dem Rettungswagen in eine Klinik transportiert („ship") werden soll, in der die Katheterbehandlung möglich ist.

„Drip-and-ship" als funktionierendes Konzept in der Akutversorgung

„Dass diese Vorgehensweise gut funktioniert, wurde jüngst von dem neurovaskulären Rhein-Ruhr Netzwerk belegt", berichtet Professor Dr. Christoph Groden, Leiter der Abteilung für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Mannheim. Zu dem Netzwerk gehörten zum Zeitpunkt der Studie 17 Stroke Units im Ruhrgebiet, von denen acht 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche eine Katheterbehandlung anbieten. Die gewonnenen Erfahrungen mit 643 Patienten zeigen, dass „Drip-and-ship" im deutschen Gesundheitswesen erfolgreich organisiert werden kann. „Die Überlebensrate der Patienten, die aus anderen Kliniken überwiesen wurden, war vergleichbar mit jenen, die in den Zentren direkt behandelt wurden", so Christoph Groden. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) fordert, dass die Neurovaskulären Netzwerke flächendeckend ausgebaut werden. „Wir sind auf einem sehr guten Weg und haben bereits in kurzer Zeit die Zahl der Neuroradiologen bzw. Radiologen ausgebaut, die in der Thrombektomie erfahren sind", sagt er. Die Thrombektomie wird bereits in vielen Regionen verlässlich angeboten. Um eine flächendeckende Versorgung zu erreichen, bauen die Fachgesellschaften auf die Stroke Units in Verbindung mit den Neurovaskulären Netzwerken.

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Schlaganfall-Netzwerk in Gütersloh

 

Arbeiten zusammen im Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh (von links): Christiane Dammann, Carmen Göbel-Bettermann, Corinna Pook, Chris Vormfenne, Christina Habig, Anette Harnischfeger, Jana Hilmert-Thomas, Bärbel Gaisendrees und Sureya Niemeyer.

8. April 2016: Schlaganfall-Netzwerk in Gütersloh

Ein Schlaganfall-Netzwerk - ergänzend zur Schlaganfall-Lotsin - soll in Gütersloh dafür sorgen, dass Schlaganfall-Patienten in der häuslichen Nachsorge künftig besser versorgt werden.

 
Arbeiten zusammen im Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh (von links): Christiane Dammann, Carmen Göbel-Bettermann, Corinna Pook, Chris Vormfenne, Christina Habig, Anette Harnischfeger, Jana Hilmert-Thomas, Bärbel Gaisendrees und Sureya Niemeyer.

Ein Schlaganfall-Netzwerk soll in Gütersloh dafür sorgen, dass Schlaganfall-Patienten in der häuslichen Nachsorge künftig besser versorgt werden. In den nächsten Wochen wollen die Netzwerkpartner niedergelassenen Ärzten ihre Arbeit vorstellen. Die Schlaganfall-Hilfe hat die Entstehung begleitet und hofft, dass andere Regionen die Idee aufgreifen.

Allein im Kreis Gütersloh erleiden jährlich über 1.000 Menschen einen Schlaganfall. Nach Krankenhaus- und Reha-Aufenthalt stehen sie und ihre Angehörigen oft vor einem Berg an Herausforderungen: Behandlungen und Therapien müssen organisiert, finanzielle Hilfen beantragt und Wohnräume barrierefrei umgebaut werden. All dies ist nicht leicht. Das Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh will dem begegnen – und so die nachstationäre Versorgung von Schlaganfall-Patienten verbessern. Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung nimmt es jetzt die Arbeit auf. Am Donnerstag haben die Netzwerkpartner eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Sinnvolle Ergänzung zur Arbeit der Schlaganfall-Lotsin

Initiiert von der Diakonie Gütersloh sowie der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, umfasst das Netzwerk aktuell sechs Partner aus den Feldern Pflege, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie. Neben der Diakoniestation Gütersloh haben sich folgende Partner angeschlossen: Logopädische Praxis Carmen Göbel-Bettermann, Logopädische Praxis Bärbel Gaisendrees, Praxis für Logopädie Christiane Dammann, Gemeinschaftspraxis für Prävention – Ergotherapie – Rehabilitation sowie Physio Moving.  

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe unterstützt das Projekt weiterhin beratend. Aus ihrer Sicht stellt es ein gutes ergänzendes Angebot neben der Gütersloher Schlaganfall-Lotsin dar, die mit Unterstützung der Bürgerstiftung Gütersloh am St. Elisabeth Hospital etabliert worden war. Die Lotsin kann zum Beispiel Patienten, die sie aus Kapazitätsgründen nicht betreuen kann, an das Netzwerk verweisen. Zudem arbeitet das Netzwerk mit Ärzten und Kliniken in der Region zusammen.

Therapien sollen einander sinnvoll ergänzen

„Das Ziel, das wir damit erreichen wollen, klingt erst einmal ganz simpel", erläutert Corinna Pook, Leiterin der Diakoniestation Gütersloh an der Kirchstraße. „Jedem Patienten stellen wir einen sogenannten Case Manager, also einen Fallmanager, zur Seite, der ihm bei allen Fragen, auch zu behördlichen Angelegenheiten, weiterhilft und zudem die verschiedenen Therapien und Behandlungen koordiniert." Das sei nötig: „Die meisten Schlaganfall-Patienten haben einen vollen Terminkalender. Physio- und Ergotherapie, logopädische und ärztliche Behandlung – und dazwischen gibt es noch den ambulanten Pflegedienst, der sich um den Patienten kümmert", zählt Bärbel Gaisendrees auf. „Das alles zu koordinieren und abzustimmen, stellt für den Patienten oder seine Angehörigen eine Menge Arbeit dar – und nicht immer ist gesagt, dass sich die verschiedenen Therapien und Behandlungen sinnvoll ergänzen. Schließlich findet in der Regel fast gar kein Austausch zwischen den Beteiligten statt."

Hier will das interdisziplinäre Netzwerk ansetzen und die ambulante Betreuung der Patienten zentral steuern und koordinieren. Mindestens alle drei Monate – im Bedarfsfall jedoch häufiger – stehen verbindliche Treffen für die Partner an. „Hier besprechen wir dann unter anderem, ob Therapien und Behandlungen für den jeweiligen Patienten weiter passen oder ob sich etwas ändern muss", erklärt Corinna Pook, die selbst als Fallmanagerin für das Projekt arbeitet. „Dafür haben sich alle Beteiligten mit Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung auch zur Verschwiegenheit verpflichtet. Alles, was den Patienten betrifft, behandeln wir streng vertraulich." Dieser erhalte zudem eine Mappe, in der Berichte der Therapeuten abgelegt werden und die er bei Arztbesuchen vorlegen kann. „Die Mappe ist das Kommunikationsmedium für alle, die mit dem Patienten zusammenarbeiten", so Logopädin Carmen Göbel-Bettermann.

Um eine bestmögliche Betreuung der Patienten zu gewährleisten, setzen die Initiatoren zudem auf ehrenamtliche Unterstützung. Anette Harnischfeger, Leiterin der Schlaganfall-Selbsthilfe in Gütersloh und darüber hinaus Sprecherin der Selbsthilfegruppen für den gesamten Kreis Gütersloh, wird ebenfalls an den Netzwerktreffen teilnehmen: „Wir wollen die ehrenamtliche und die hauptamtliche Schiene in der Betreuung von Schlaganfall-Patienten weiter verzahnen", erläutert sie. Zusammen mit der Diakonie und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe beteiligt sie sich derzeit an der Schulung ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer, die Betroffenen bei kleinen Dingen des Alltags unter die Arme greifen oder einfach ein offenes Ohr haben. Auch Treffen für Angehörige werden angeboten.

Anfänge des Projekts in 2014

Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zum Schlaganfall-Netzwerk Gütersloh stellt den vorerst letzten Schritt eines Projekts dar, das in seinen Grundzügen bereits Anfang 2014 startete. Seitdem ist Corinna Pook als zertifizierte Case Managerin unterwegs. Als solche half sie in den vergangenen zwei Jahren bereits rund 50 Schlaganfall-Patienten bei Fragen rund um Therapie- und Behördenangelegenheiten, koordinierte die Nachsorge und stand mit Ärzten, Krankenhäusern und Therapeuten in Kontakt. Dafür hatte die Diakonie Gütersloh ihre eigene Schlaganfall-Koordinationsstelle ins Leben gerufen. Auch Betroffene wurden ins Boot geholt: Auf Workshops, ausgerichtet von Diakonie und Stiftung, konnten Schlaganfall-Patienten und ihre Angehörigen schildern, was sie in der Nachsorge vermissen – und worauf es aus ihrer Sicht ankommt. Dem folgten schließlich der Aufbau des Netzwerks und die Suche nach Partnern. „Hier sehen wir uns nun gut aufgestellt", bilanziert Ergotherapeutin Sureya Niemeyer. „Aber natürlich stehen unsere Türen auch weiteren Therapeuten und Medizinern offen."

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Bei Diabetes auf den Blutdruck achten

Weltgesundheitstag

5. April 2016: Bei Diabetes auf den Blutdruck achten

Diabetes ist das Thema der WHO in diesem Jahr, eine der Erkrankungen mit den weltweit größten Zuwächsen. Diabetiker haben ein hohes Schlaganfall-Risiko. Weshalb bei ihnen ein besonderes Augenmerk auf den Blutdruck gelegt werden sollte, erklärt eine aktuelle britische Studie.

 

Am 7. April ist Weltgesundheitstag. Diabetes ist das Thema der WHO in diesem Jahr, eine der Erkrankungen mit den weltweit größten Zuwächsen. Diabetiker haben ein hohes Schlaganfall-Risiko. Weshalb bei ihnen ein besonderes Augenmerk auf den Blutdruck gelegt werden sollte, erklärt eine aktuelle britische Studie.

Fast zwei Millionen Patienten haben die britischen Epidemiologen in ihre Studie eingeschlossen. Untersucht wurden deren Krankheitsdaten aus den Jahren 1997 bis 2010. Im Vordergrund der Studie stand vor allem die Frage, wie sehr Diabetes das Risiko für bestimmte kardiovaskuläre Erkrankungen wie den Herzinfarkt oder den Schlaganfall erhöht. Die Forscher konzentrierten sich dabei auf Patienten mit dem so genannten Typ-2-Diabetes, der mit Abstand häufigsten Form der Zuckerkrankheit.

Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Untersuchung mindestens 30 Jahre alt und litten nicht an kardiovaskulären Erkrankungen. In einem Zeitraum von 5,5 Jahren trat bei einem von 19 nicht diabetischen Studienteilnehmern eine Erkrankung auf. Dagegen traf es in der Gruppe der Diabetiker etwa jeden fünften. Diabetiker hatten also ein vierfach erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Die Forscher wollten es noch genauer wissen und differenzierten nach Krankheitsarten. Am häufigsten trat die so genannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) auf, die Durchblutungsstörungen von Armen oder Beinen verursacht. Überraschend war, dass nicht Herzerkrankungen, sondern Schlaganfälle an zweiter Stelle folgten mit einer gut 70prozentigen Risikoerhöhung.

Wichtig zu wissen: in vielen Fällen weisen Patienten mit Diabetes auch einen hohen Blutdruck auf, der größte Risikofaktor des Schlaganfalls. „Das liegt daran, dass zwei Risikofaktoren des Diabetes und Bluthochdrucks identisch sind: bauchbetontes Übergewicht und Bewegungsmangel", erklärt Dr. Bettina Begerow, Präventionsexpertin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. „Zudem wirkt sich ein chronisch erhöhter Blutzucker negativ auf die Gefäßwände aus und begünstigt damit einen Bluthochdruck. Langfristig betrachtet ist deshalb bei diesen Patienten eine gute Einstellung des Blutdrucks ebenso wichtig wie die Therapie des Diabetes."

In Deutschland leben geschätzt mehr als 6 Millionen Menschen mit Diabetes, mehr als 90 Prozent von ihnen mit dem lebensstilbedingten Diabetes Typ-2. In weniger als 20 Jahren ist die Zahl der Erkrankungen um 38 Prozent gestiegen. Verantwortlich dafür sind unsere veränderten Lebensgewohnheiten, vor allem eine ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung. Rund 50 Prozent der Erkrankten könnten ohne Medikamente leben, wenn sie ihren Lebensstil anpassen würden. „Patienten können selbst sehr viel für ihre Gesundheit tun", sagt Dr. Bettina Begerow. Sie rät: „Drei- bis viermal die Woche Ausdauersport in Verbindung mit einer ausgewogenen, salzarmen Ernährung – das ist die sanfte Art, seinen Blutdruck zu senken und das Risiko für Diabetes zu minimieren".

(Lancet 2015; 385; doi:10.106/S0140-6736(15)60401-9)

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„Das Leben ist nicht gerecht"

Zum Tode Roger Ciceros

29. März 2016: „Das Leben ist nicht gerecht"

Die Nachricht vom Tod des wohl bekanntesten deutschen Swing- und Jazzsängers hat nicht nur die Musikwelt erschüttert. Mit nur 45 Jahren erlag er den Folgen eines Hirninfarktes. Fans des Entertainers sind fassungslos, wie zahllose Kommentare in sozialen Netzwerken zeigen. Cicero hinterlässt einen siebenjährigen Sohn – und viele Fragen.

 

Die Nachricht vom Tod des wohl bekanntesten deutschen Swing- und Jazzsängers hat nicht nur die Musikwelt erschüttert. Mit nur 45 Jahren erlag er den Folgen eines Hirninfarktes. Fans des Entertainers sind fassungslos, wie zahllose Kommentare in sozialen Netzwerken zeigen. Cicero hinterlässt einen siebenjährigen Sohn – und viele Fragen.

„Unfassbar", „ich war geschockt" und „das Leben ist nicht gerecht" lauten nur einige der Kommentare auf Roger Ciceros offizieller Facebook-Seite. Wenn der Schlaganfall jüngere Menschen trifft, ist das Entsetzen groß. Immer noch gilt er bei den meisten als Krankheit älterer Leute. Statistisch ist das richtig, der Großteil der Betroffenen (rund 80 Prozent) ist bereits über 60 Jahre alt. Doch es gibt eindeutige Hinweise, dass auch immer mehr jüngere Menschen betroffen sind.

Die Fachzeitschrift „The Lancet" hat 2014 die Ergebnisse der „Global Burden of Disease"-Studie veröffentlicht. Danach mehren sich Schlaganfälle bei Patienten mittleren Alters auf der ganzen Welt. Eine amerikanische Studie, deren Ergebnisse 2012 erscheinen, weist für den Mittleren Westen der USA nach, dass sich die Anzahl der Schlaganfälle bei den 20- bis 55-Jährigen in nur 12 Jahren fast verdoppelt hat.

Für Deutschland lassen sich diese Aussagen zurzeit nicht bestätigen, dazu ist die Datenlage zu schlecht. Viele Experten allerdings glauben, dass sich der Trend auch bei uns bestätigen wird. Sie machen vor allem unsere veränderte Lebensweise dafür verantwortlich: weniger Bewegung, ungesündere Ernährung und in der Folge mehr Bluthochdruck- und Diabetes-Erkrankungen, zwei wesentliche Risikofaktoren des Schlaganfalls.

Etwas Hoffnung gibt es aber auch: immer weniger Menschen mussten in den letzten Jahren an einem Schlaganfall versterben, weil unsere Akutversorgung so viel besser geworden ist. 280 Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Roger Cicero konnte auch das nicht helfen. Fassungslos müssen wir anerkennen: nicht alles liegt in unserer Macht. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen und Freunden.

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Der Feind des Guten ist das Bessere

Stroke Unit Fachtagung

Redner: Prof. Dr. Darius G. Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit Kommission und stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe

18. März 2016. Der Feind des Guten ist das Bessere

Wer in Deutschland einen Schlaganfall erleidet, wird akut fast überall hervorragend versorgt. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft will dennoch dafür sorgen, dass dies noch besser wird. Mitte März diskutierten die Neurologen in Berlin.

Zwei wichtige, neue Themen der Akutbehandlung und der Sekundärprävention haben sich in den letzten Monaten ergeben.

 
Redner: Prof. Dr. Darius G. Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit Kommission und stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe

Wer in Deutschland einen Schlaganfall erleidet, wird akut fast überall hervorragend versorgt. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft will dennoch dafür sorgen, dass dies noch besser wird. Mitte März diskutierten die Neurologen in Berlin.

280 zertifizierte Stroke Units – Schlaganfall-Spezialstationen – gibt es aktuell in Deutschland. Rund 200 Vertreter nahmen am Stroke Unit Betreibertreffen der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) teil. Die Fachgesellschaft stellt jenen Kriterienkatalog auf, den Kliniken für die Zertifizierung erfüllen müssen. Beteiligt sind darüber hinaus die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Zertifizierungsgesellschaft LGA InterCert (Nürnberg).

Dass Stroke Units eine Erfolgsgeschichte sind, wurde an dieser Stelle schon häufiger berichtet. Dafür gibt es viele lebende Beweise, denn die Ausweitung der Stationen über ganz Deutschland geht einher mit einer konsequent sinkenden Sterberate von Schlaganfall-Patienten. Doch weil der Feind des Guten das Bessere ist, arbeiten die Neurologen weiter an der Qualität ihrer Behandlung.

Zwei wichtige, neue Themen der Akutbehandlung und der Sekundärprävention haben sich in den letzten Monaten ergeben. Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern, einer der größten Risikofaktoren für den Schlaganfall, kann durch neue Methoden noch besser identifiziert und wirkungsvoller behandelt werden. Und mit der Thrombektomie hat sich eine neue Methode der Schlaganfall-Behandlung etabliert. Dabei werden große Gefäßverschlüsse im Gehirn mittels eines Katheters mechanisch entfernt. Beide Entwicklungen sind grundsätzlich ein Segen für viele Patienten. Doch es braucht Leitlinien, die definieren, wer wann was zu tun hat und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein sollten. Deshalb ging es vor allem um die aktuelle Studienlage und einen Erfahrungsaustausch auf der Tagung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft.

Was man wissen muss: die Tatsache, dass es Stroke Units gibt, ist keine Garantie dafür, dass man nach eínem Schlaganfall auf einer solchen behandelt wird. Zwar hat sich das Konzept durchgesetzt, und nach Schätzung des DSG-Geschäftsführers,  Prof. Otto Busse, werden mittlerweile 70 bis 80 Prozent aller Schlaganfall-Patienten auf Spezialstationen behandelt. Doch Prof. Joachim Röther, Pressesprecher der DSG, wies darauf hin, dass noch vor sechs Jahren 34.000 der rund 270.000 Schlaganfall-Patienten jährlich in Kliniken behandelt wurden, die nicht einmal die Standardtherapie bei einem Gefäßverschluss anboten. Gemeint ist die Thrombolyse, die medikamentöse Auflösung eines Gerinnsels. Insofern gilt: Deutsche Patienten sind überwiegend sehr gut versorgt, doch es existieren weiterhin einige weiße Flecken auf der Versorgungslandkarte.

Eine wichtige Ergänzung der Thrombolyse ist das neue Verfahren der Thrombektomie, das für geschätzte fünf Prozent der Schlaganfall-Patienten in Frage kommt. Es sind diejenigen mit großen Gefäßverschlüssen, und zahlreiche Studien zeigen, dass sie deutlich von der neuen Methode profitieren. Einige dieser Patienten können quasi geheilt entlassen werden, früher wären sie lebenslang behindert gewesen. Aktuell sind es 420 Ärzte an 127 Kliniken in Deutschland, die dieses Verfahren durchführen.

Fast immer sind es Neuroradiologen, teilweise mit einem speziellen Zertifikat ausgestattet. Die Frage, ob es künftig Kriterien dafür geben wird, welche Ärzte dieses Verfahren durchführen und welche Kliniken, wird die DSG in den kommenden Jahren beschäftigen. Deutlich wurde auf der Tagung in Berlin noch einmal, dass die Behandlung auf einer Stroke Unit der erste und wichtigste Erfolgsfaktor für die Patienten bleibt und es auch in Zukunft keine Stationen erster und zweiter Klasse geben soll. Prof. Darius Nabavi, Vorsitzender der Stroke Unit Kommission und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, warb dafür, dass kleinere (regionale) Stroke Units Partnerschaften mit großen Zentren eingehen, in die Patienten verlegt werden könnten, sofern sie für eine Thrombektomie in Frage kommen.

Ein weiteres aktuelles Thema für Neurologen ist die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern. Geschätzt wird, dass jeder vierte Hirninfarkt darauf zurückgeht. Man kann die Erkrankung mittlerweile sehr wirksam behandeln, doch weil diese Flimmerepisoden oft nur phasenweise auftreten, ist es schwer zu diagnostizieren. Ist das Langzeit-EKG die Lösung? Sollte man Patienten auf Verdacht einen sogenannten Event-Rekorder implantieren, der die Herztätigkeit aufzeichnet? Oder kann man allein über Patientenschulungen in der Selbstmessung des Pulses passable Erfolge erzielen? Alle drei Methoden können Erfolge aufweisen, wie unterschiedliche Studien belegen. Einen Königsweg scheint es derzeit (noch) nicht zu geben.

Klar wurde: in den nächsten zwei Jahren kommt viel Arbeit auf die DSG und die Stroke Unit Kommission zu. Über allen Diskussionen steht dabei die Grundbotschaft: Schlaganfall-Patienten in Deutschland sind akut bereits jetzt sehr gut versorgt. Das unterstrich auch Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, zum Ende der Tagung. Deshalb erinnerte er daran, auch die Nachsorge von Schlaganfall-Patienten im Blick zu behalten. Wenn die Therapietreue bei Patienten nachlässt, eine häufige Beobachtung in der Langzeitbetrachtung, drohen die Erfolge der Akutklinik zu verpuffen. Allseitiger Applaus.

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Fokus Kind beim "Rosenball 2016"

 

15. März 2016: Fokus Kind beim "Rosenball 2016"

Kinder, die einen Schlaganfall erleiden, müssen weite Wege auf sich nehmen. Daran möchten Liz Mohn, Gründerin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, und Bertelsmann etwas ändern: Sie laden am 30. April 2016 zum festlichen Rosenball in Berlin, um für den guten Zweck zu sammeln.

Kinder, die einen Schlaganfall erleiden, müssen weite Wege auf sich nehmen. Daran möchten Liz Mohn, Gründerin der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, und Bertelsmann etwas ändern: Sie laden am 30. April 2016 zum festlichen Rosenball in Berlin, um für den guten Zweck zu sammeln.

Die Spenden des Abends – es ist bereits der 12. Rosenball - werden diesmal vor allem in den Aufbau eines Netzwerks pädiatrischer Versorgungszentren fließen, das schlaganfallbetroffenen Kindern künftig flächendeckend die Chance auf eine schnelle, qualifizierte Diagnose und optimale Therapie bieten soll.

 
Frauke Ludowig besucht Dr. Ronald Sträter und traf dabei die kleinen Patientinnen Janina (links) und Fehmke.

Eines dieser Versorgungszentren entsteht in Münster. Auf Einladung von Liz Mohn besuchte jetzt RTL-Frontfrau Frauke Ludowig die dortige Unikinderklinik. Ludowig engagiert sich schon viele Jahre als Botschafterin der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Als Moderatorin des Rosenballs wollte sie sich vor dem großen Event ein aktuelles Bild der Versorgung von Kindern machen. In Münster hat Dr. Ronald Sträter bereits mehr als 1.000 Kinder nach Schlaganfall behandelt. Er arbeitet schon lange eng mit der Schlaganfall-Hilfe zusammen und wird durch sie gefördert.

Zum Rosenball – eine der glanzvollsten Charity-Galas in Deutschland – erwarten Liz Mohn und Bertelsmann Ende April rund 600 namhafte Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur im Großen Ballsaal des Hotels InterContinental. Die Ballgäste können sich dabei auf ein Live-Programm der Extraklasse freuen: Mit der britischen Erfolgs-Band Simply Red um Frontman Mick Hucknall und Nena, eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der deutschen Musikgeschichte, werden gleich zwei echte Pop-Legenden auftreten.

Simply Red erlangte mit Hits wie „Holding Back The Years", „If You Don't Know Me By Now", „Something Got Me Started" oder „Stars" weltweit Kultstatus. Die seit drei Jahrzehnten erfolgreiche Band verkaufte bis heute rund 65 Millionen Tonträger. Nena, Pop-Ikone und künstlerisches Multitalent, landete 1983 mit „99 Luftballons" einen Welthit und ist seither aus der deutschen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Sie hat bis heute zahlreiche erfolgreiche Alben veröffentlicht und sorgte auch als Pop-Jurorin für Furore. Sowohl Simply Red als auch Nena werden von der Bertelsmann-Musiktochter BMG vertreten.

Für eine volle Tanzfläche werden in der Nacht zum 1. Mai der Entertainer Tom Gaebel & His Orchestra sorgen. Die Gäste des Rosenballs können sich außerdem auf ein viergängiges Gala-Menü freuen. Durch den Abend führt das Moderatoren-Duo Frauke Ludowig und Guido Maria Kretschmer – beide sind Botschafter der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe setzt sich bundesweit für die Vorbeugung und Aufklärung über Risikofaktoren sowie für Initiativen zur besseren Versorgung von Schlaganfall-Patienten ein. Die von Liz Mohn initiierte Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe kümmert sich dabei insbesondere um die Belange der jüngsten Betroffenen. Mindestens 300 Kinder, vermutlich aber sehr viel mehr, erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Schlaganfall – oft schon im Mutterleib oder bei der Geburt. Die Dunkelziffer ist so hoch, weil viele kindliche Schlaganfälle gar nicht oder erst Jahre später diagnostiziert werden.

 
Liz Mohn lenkte die kleine Fehmke während der Ultraschalluntersuchung durch Dr. Ronald Sträter ab.

In den kommenden Jahren wird die Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe maßgeblich Kinderkliniken mit ausgewiesener neurologischer Kompetenz fördern, um sie zu spezialisierten Versorgungszentren für den kindlichen Schlaganfall (Pediatric Stroke Centers) auszubauen. Geplant sind etwa zehn Standorte, verteilt über das ganze Bundesgebiet. Ziel ist, dass künftig kein schlaganfallbetroffenes Kind mehr als 200 km für eine optimale Versorgung reisen muss. Die beiden ersten Zentren, die gefördert werden, entstehen um die Unikinderklinik Münster und das Dr. von Haunersche Kinderspital in München. Gefördert werden die Fort- und Weiterbildung von Ärzten, die Forschung und die Ausstattung der Kinderkliniken. Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt der Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe wird auch eine breite Öffentlichkeitsarbeit in den Regionen sein.

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Rote Karte dem Schlaganfall

 

11. März 2016: Rote Karte dem Schlaganfall

Die von Bayer HealthCare initiierte bundesweite Aufklärungskampagne startet ins fünfte Jahr. Einige Neuigkeiten rund um die Schlaganfall-Prävention gab es auf der Pressekonferenz in Leverkusen zu hören.

 

Die von Bayer HealthCare initiierte bundesweite Aufklärungskampagne startet ins fünfte Jahr. Einige Neuigkeiten rund um die Schlaganfall-Prävention gab es auf der Pressekonferenz in Leverkusen zu hören.

In den letzten vier Jahren konnte die Kampagne „Rote Karte dem Schlaganfall" Betroffene, Angehörige und Interessierte erfolgreich mit zahlreichen Informationen, Tipps und Anregungen rund um die Themen Schlaganfall und Vorhofflimmern versorgen. Kampagnenpartner sind die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Deutsche Sporthochschule in Köln. Neben einer Website mit monatlichem Newsletter bietet „Rote Karte dem Schlaganfall" unter anderem zahlreiche Broschüren, zwei Übungsposter und ein E-Book zum Thema.

Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern ist einer der größten Risikofaktoren für den Schlaganfall. Noch immer ist das in der Bevölkerung nur wenig bekannt, und häufig bleibt Vorhofflimmern unentdeckt, bis es zum Schlaganfall kommt. Prof Dr. Harald Darius, Kardiologe am Vivantes Klinikum Neukölln in Berlin, stellte auf der Pressekonferenz der Kampagne aktuelle Studien zu den neuen Antikoagulanzien (Blutverdünnern) vor. Ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Medikamenten seien erwiesen: das Blutungsrisiko sei geringer und die Blutgerinnung der Patienten ließe sich besser einstellen. Damit seien die Patienten sicherer vor einem Schlaganfall geschützt.

Ein Problem sieht Darius nach wie vor in der Anwendung der neuen Medikamente. Niedergelassene Ärzte fürchten das Blutungsrisiko ihrer Patienten nach einem Sturz, deshalb würden viele Patienten die Arznei bewusst unterdosieren. „So können die Medikamente oft nicht ihre volle Wirkung entfalten," meint Darius.. Hinzu käme eine mangelnde Therapietreue vieler Patienten. Eine Zählung bei Krankenkassen hat ergeben, dass die eingelösten Rezepte der Patienten nur für 70 Prozent des Jahres ausreichen. Eine regelmäßige Einnahme ist damit bei vielen nicht gegeben, ein wirksamer Schutz gegen einen Schlaganfall ebenso wenig.

Neben der Behandlung des Vorhofflimmerns gibt es weitere wichtige Maßnahme im Rahmen der Schlaganfall-Prävention. Prof. Dr. Peter Schwarz, Präventionsexperte der Uniklinik Dresden, hat ein verblüffend einfaches Rezept, einen Schlaganfall zu verhindern. „10.000 Schritte pro Tag, ab dem 25. Lebensjahr, und Sie werden keine chronische Krankheit bekommen", lautet seine These nach Auswertung zahlreicher  Studien. Die regelmäßige Bewegung schütze nicht nur vor Schlaganfall und Herzinfarkt, sondern beispielsweise auch vor Diabetes und Demenz.
10.000 Schritte – das entspricht etwa 6,5 Kilometern. Erschreckend viel für den durchschnittlichen Deutschen, der es laut Schwarz gerade einmal auf 2.700 Schritte am Tag bringt. Sein Tipp: Bewegung in den Alltag integrieren. Aufzüge meiden, im Stehen telefonieren, auf der Stelle gehen. „Das funktioniert auch vor dem Fernseher, wenn die Sportschau läuft", so der Experte.

Zunächst rät Schwarz zur Anschaffung eines Schrittzählers. Größtes Manko dürfte jedoch für viele der (schwache) Wille sein. Ein drohender Verlust, das wisse man aus der Forschung, motiviere die Menschen mehr als die Aussicht auf einen möglichen Gewinn. Schwarz rät deshalb zu Motivationstricks, zum Beispiel zu der App „AnkerSteps". Dort kann man virtuell einen Wettbewerb mit anderen Schrittesammlern eingehen, den natürlich niemand gern verlieren möchte.

Informationen zu Schlaganfall und Vorhofflimmern

Seit Beginn der Kampagne sind zwölf kostenlose Broschüren zu den Erkrankungen Schlaganfall und Vorhofflimmern erschienen. Die aktuellste Broschüre „Platzverweis für den Schlaganfall – Bestmögliche Versorgung bei Vorhofflimmern" fasst wichtige Erkenntnisse des im September 2015 vorgestellten Weißbuchs „Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern" zusammen. Darüber hinaus informiert sie über den Zusammenhang von Schlaganfällen und der Herzrhythmusstörung, bietet aktuelle Zahlen und Fakten zu den Erkrankungen sowie Tipps zu Risikoerkennung und Prävention.

Die Broschüren der Aufklärungskampagne können kostenfrei bestellt werden.
Rote Karte dem Schlaganfall/Bayer
Postfach 10 03 61
47703 Krefeld

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Für Notfälle in Europa nur mäßig gewappnet

Deutsche Schlaganfall-Hilfe informiert

9. Februar 2016: Für Notfälle in Europa nur mäßig gewappnet

Hätten Sie es gewusst? In der gesamten EU gilt die 112 als Notrufnummer. 42 Prozent der Deutschen ist das bereits bekannt. Doch im Verhältnis zu ihrer Reisefreudigkeit sind das noch deutlich zu wenig, meint die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages am 11. Februar.

 

Hätten Sie es gewusst? In der gesamten EU gilt die 112 als Notrufnummer. 42 Prozent der Deutschen ist das bereits bekannt. Doch im Verhältnis zu ihrer Reisefreudigkeit sind das noch deutlich zu wenig, meint die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe anlässlich des Europäischen Notruftages am 11. Februar.

2008 wurde der EU-weite Notruf 112 eingeführt. Er funktioniert in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten aus dem Festnetz und dem Mobilfunknetz. Anfangs hinkten die Deutschen ihren europäischen Nachbarn im Wissen um die EU-weite Notrufnummer hinterher, jetzt liegen sie im Schnitt (EU gesamt: 41 Prozent). Das ist das Ergebnis des „Eurobarometers 414", eine repräsentative Umfrage unter EUBürgern.

„Doch wenn man sich die Reisefreudigkeit der Deutschen anschaut, müssen wir an dieser Stelle noch deutlich mehr Aufklärung leisten", meint Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Hilfe. Tatsächlich reisen 52 Prozent der Deutschen mindestens einmal jährlich in ein anderes EU-Land. Berücksichtigt man auch dies in der Statistik, liegen die Deutschen nur noch auf Rang 21.
Das Ringen der Schlaganfall-Hilfe um mehr Notfallwissen hat einen ernsten Hintergrund: Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Seit Jahren propagiert die Schlaganfall-Hilfe ihren Leitsatz „Jede Minute zählt".

Das Eurobarometer ist eine regelmäßige Erhebung im Auftrag der Europäischen Kommission. Für die repräsentative Umfrage werden in den aktuell 28 Mitgliedsstaaten jeweils 1.000 Bürgerinnen und Bürger befragt. Den 11. Februar hat die EU-Kommission in Anspielung auf das Datum (11.2.) zum europäischen Notruftag erklärt, um das Wissen über die Notrufnummer zu verbreiten.

Mehr Informationen zum Notrufwissen der Europäer und über den Schlaganfall unter www.schlaganfall-hilfe.de oder im Service- und Beratungszentrum der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, Tel. 05241 - 97700.

Quelle: Special Eurobarometer 414, Europäische Kommission

 

Unser Service für Sie

Tabelle Reisehäufigkeit von EU-Bürgern in Mitgliedsstaaten und Korrelation mit dem Wissen um die EU-weite Notrufnummer 112

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Alkohol vernebelt die Diagnose

Rettungsdienste sensibilisieren

28. Januar 2016: Alkohol vernebelt die Diagnose

3.700 Schlaganfälle werden sich voraussichtlich allein zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag in Deutschland ereignen. Doch wer in dieser Zeit lallt, schwankt und schielt, fällt nicht immer auf. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mahnt deshalb, Schlaganfall-Symptome in den kommenden Tagen besonders ernst zu nehmen.

3.700 Schlaganfälle werden sich voraussichtlich allein zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag in Deutschland ereignen. Doch wer in dieser Zeit lallt, schwankt und schielt, fällt nicht immer auf. Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mahnt deshalb, Schlaganfall-Symptome in den kommenden Tagen besonders ernst zu nehmen.

 

 

Selten fließt so viel Alkohol in Deutschland wie in diesen Tagen. Wen wundert es da, wenn angetrunkene Jecken die Kontrolle über ihren Körper verlieren? „Alkohol birgt immer die Gefahr, andere Diagnosen zu verschleiern", warnt Privatdozent Dr. Andreas Bohn. Er ist Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Münster. Gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sensibilisiert er insbesondere zur Karnevalszeit die Bevölkerung, aber auch das Rettungspersonal für die Symptome eines Schlaganfalls.

„Deutschland hat eines der besten Rettungssysteme der Welt", lobt Bohn Notärzte und Sanitäter. „Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen: man ist am Einsatzort immer geneigt, sich von der Umgebungssituation beeinflussen zu lassen". Körperliche Ausfälle sollten nicht zu schnell auf Alkoholkonsum geschoben werden. „Bewährte Verfahren wie der so genannte FAST-Test bei Schlaganfall-Verdacht funktionieren auch bei alkoholisierten Patienten zuverlässig", so der Notarzt.

 

Statistiken gibt es keine, doch viele Rettungs- und Intensivmediziner können von Fällen berichten, in denen die richtige Diagnose zu spät gestellt wurde - teilweise mit tragischen Konsequenzen. Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Deshalb sollte bei jedem Verdacht der Notruf 112 gewählt werden. Ein kostenloses Notfall-Infopaket ist erhältlich bei der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Tel. 05241 9770-0 oder info@schlaganfall-hilfe.de

Häufige Anzeichen eines Schlaganfalls sind plötzlich auftretende:

  • Sehstörungen,
  • Sprach- und Sprachverständnisstörungen,
  • Lähmungen und Taubheitsgefühle,
  • Schwindel mit Gangunsicherheit.


An dieser Stelle finden Sie mehr Wissen über den Schlaganfall und seine Symptome.

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Fachtagung kindlicher Schlaganfall

 

22. Janaur 2016: Fachtagung kindlicher Schlaganfall

Über 120 Anmeldungen verzeichnete der 2. Pediatric Stroke Tag im Dr. von Haunerschen Kinderspital München.
Aktuelle Studien wurden auf der Fachtagung ebenso besprochen wie Fallbeispiele.

 

Über 120 Anmeldungen verzeichnete der 2. Pediatric Stroke Tag Mitte Januar im Dr. von Haunerschen Kinderspital München. Der Schlaganfall des Kindes ist deutlich komplexer als beim Erwachsenen, sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie. Die Ursachen sind zum Teil noch nicht ausreichend erforscht, und auch in der Anwendung von Therapien gibt es noch viele offene Fragen.

Aktuelle Studien wurden auf der Fachtagung ebenso besprochen wie Fallbeispiele. Neben verschiedenen ärztlichen Fachrichtungen (Pädiatrie, Kinderneurologie, Kinderneuradiologie, Kinderkardiologie) waren viele Pflegende, Therapeuten sowie Rettungsassistenten vertreten.

Seit rund dreieinhalb Jahren widmet sich das Dr. von Haunersche Kinderspital intensiv den Fragen des kindlichen Schlaganfalls. 2014 gründete die Klinik die erste Schlaganfallstation für Kinder bundesweit. Auf der Kinder-Intensivstation stehen rund um die Uhr zwei Betten für kleine Schlaganfall-Patienten zur Verfügung.
Die Münchner Experten um Prof. Florian Heinen und seine Oberärztin Dr. Lucia Gerstl arbeiten gemeinsam mit Fachleuten in ganz Deutschland daran, die Ursachen des kindlichen Schlaganfalls besser zu erforschen und Leitlinien für Diagnostik und Therapie aufzustellen.

Die Schlaganfall-Hilfe mit ihrer Aktion Kinder Schlaganfall-Hilfe unterstützt diese Ziele. Sie will in den kommenden Jahren beim Aufbau weiterer Kompetenzzentren in Deutschland helfen, die Forschung und Bildung vorantreiben sowie eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema forcieren. Noch immer erhalten betroffene Familien häufig viel zu spät eine Diagnose.

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Die Kraft der Illusion

Spiegeltherapie wirkt

Foto: Schmieder-Kliniken

15. Januar 2016: Die Kraft der Illusion

Ein Spiegel kann zum Therapiegerät werden. Was viele Schlaganfall-Patienten schon am eigenen Leib erlebt haben, bestätigt nun eine neue Studie aus der Türkei. Betroffene können durch ihn lernen, ihren Arm wieder besser zu bewegen.

 
Foto: Schmieder-Kliniken

Ein Spiegel kann zum Therapiegerät werden. Was viele Schlaganfall-Patienten schon am eigenen Leib erlebt haben, bestätigt nun eine neue Studie aus der Türkei. Betroffene können durch ihn lernen, ihren Arm wieder besser zu bewegen.

Die Halbseitenlähmung gehört zu den häufigsten Folgen des Schlaganfalls. Patienten können Arm und Hand einer Seite meist nicht kontrolliert bewegen. Seit einigen Jahren setzen Ergotherapeuten in der Rehabilitation dieser Patienten zunehmend die Spiegeltherapie ein.
Dabei wird der Körper des Betroffenen in der Mitte gespiegelt, die betroffene Seite sieht er nicht. Mit der gesunden Hand macht der Greif- und Bewegungsübungen. Der Blick in den Spiegel täuscht das Gehirn und vermittelt den Eindruck, als bewege sich der betroffene Arm. Diese simple Illusion zeigt eine verblüffende Wirkung, wie türkische Ärzte jetzt in einer Studie eindrucksvoll belegten.

Eine Gruppe von 30 Schlaganfall-Patienten wurde unterteilt. Die Hälfte erhielt eine intensive konventionelle Rehabilitation, die andere Hälfte zusätzlich 30 Minuten Spiegeltherapie pro Tag. Beide Gruppen erzielten innerhalb von vier Wochen große Fortschritte, doch in der Gruppe mit Spiegeltherapie waren die funktionellen Verbesserungen deutlich größer. Zusätzlich empfanden diese Patienten auch weniger Schmerzen.

Viele Rehabilitationskliniken und niedergelassene Ergotherapeuten setzen die Spiegeltherapie bereits ein. Patienten den positiven Effekt dieser Übungen zu vermitteln ist jedoch nicht immer ganz einfach. Sie sind es gewohnt, ihre betroffene Körperseite zu trainieren. Doch gerade bei der Spiegeltherapie ist es wichtig, dass Patienten sich auf sie einlassen und konzentriert mitarbeiten. Therapeuten dürften also über die neue Studie jubeln. Nun haben sie einen Beweis mehr in der Hand, um ihre Patienten von der Wirksamkeit einer Therapie zu überzeugen, die im Grunde auf Illusion beruht.

(Arch Phys Med Rehabil 23. Dezember 2015; doi: 10.1016/j.apmr.2015.12.008)

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Neue Perspektiven entwickeln

Langzeit-Rehabilitation

15. Janaur 2016: Neue Perspektiven entwickeln

Im Norden Berlins ging Ende des Jahres ein innovatives neurologisches Rehabilitationszentrum ans Netz. Finanziell, architektonisch und therapeutisch setzt es Maßstäbe und könnte richtungsweisend werden für weitere Projekte in Deutschland.

 

Im Norden Berlins ging Ende des Jahres ein innovatives neurologisches Rehabilitationszentrum ans Netz. Finanziell, architektonisch und therapeutisch setzt es Maßstäbe und könnte richtungsweisend werden für weitere Projekte in Deutschland.
 
Über 35 Millionen Euro hat die Fürst Donnersmarck Stiftung aus Eigenmitteln in die Entwicklung des neuen P.A.N. Zentrums investiert. Fünf Jahre mussten Bewohner und Mitarbeiter dafür auf einer Baustelle leben und arbeiten. Doch am Ende sind alle einer Meinung: der Einsatz hat sich gelohnt. „Dieses Zentrum soll ein Leuchtturm werden", sagte Wolfgang Schrödter, Geschäftsführer der Stiftung, zur Eröffnung.

Langzeitrehabilitation mit hoher Erfolgsquote

P.A.N. steht für Post-akute Neurorehabilitation. Was das Zentrum leistet, ist im sozialrechtlichen Sinn nicht die klassische medizinische Rehabilitation. In Frohnau werden Menschen aufgenommen, die oft schon eine lange Reha hinter sich haben, aber so schwer beeinträchtigt sind, dass sie kein eigenständiges Leben führen können. Manche gelten als „austherapiert", glauben aber ebenso wie die Therapeuten des Zentrums an ihr Potenzial. Zurecht, denn schon in den alten Räumlichkeiten wies die Einrichtung eine beeindruckende Erfolgsquote vor. Rund zwei Drittel der Patienten werden am Ende der Maßnahme in die eigene Wohnung oder eine ambulant betreute Wohnform entlassen. Knapp die Hälfte von ihnen sind Schlaganfall-Patienten. Hirnblutungen sind dabei überrepräsentiert, das liegt am verhältnismäßig jungen Klientel. Das Programm zielt vorrangig auf die Altersgruppe der 18 bis 55jährigen.

Architektur trifft Therapie

 

Vom Neubau verspricht sich die Einrichtung jetzt noch mehr positive Effekte.
„Enriched Environment" lautet der Fachbegriff für das Raumkonzept: eine reizreiche und komplexe Gestaltung soll positiven Einfluss auf die Therapie haben. Die Architektur ist licht und großzügig, Raumanordnung und Wegeführung erlauben auch Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten, sich selbständig zu bewegen. Großzügiger Mittelpunkt und Verbindung zwischen dem Wohn- und dem Therapiebereich ist der so genannte „Marktplatz". Hier trifft man sich, kommuniziert, spielt, liest, surft im Internet, trinkt seinen Kaffee allein oder mit anderen. Therapeuten und Rehabilitanden waren von Beginn an in den Planungsprozess eingezogen.

Ein neuer Lebensabschnitt

Im August 2011 erlitt Karola V. eine schwere Hirnblutung. Es folgte eine lange Odyssee aus Akutkrankenhaus, Operationen, verschiedenen Reha-Stationen. Die Perspektive schien klar: ein Leben in einer stationären Einrichtung. Doch damit fand sich die agile junge Frau nicht ab. Vor der Erkrankung war sie stellvertretende Filialleiterin eines Modeherstellers und ging in ihrem Job auf. Im P.A.N. Zentrum nahm sie einen letzten Anlauf.
 
Es wurde ein langer Lauf und manches Mal war sie kurz davor, die Brocken hinzuwerfen. „In diesem Phasen hat mich der Urlaub bei meiner Familie immer wieder motiviert, da konnte ich mich erholen", macht die Rehabilitandin deutlich, dass der Aufenthalt im P.A.N. Zentrum nicht Kur, sondern harte (Therapie-)Arbeit ist. Gut drei Jahre nach ihrer Aufnahme bereitet sie sich jetzt auf ihren Auszug vor. „Bald habe ich meine eigene, kleine 2-Zimmer-Wohung im Märkischen Viertel", freut sie sich. „So, wie ich mir das gewünscht habe. Komplett behindertengerecht, Ärzte und Therapeuten sind gleich gegenüber."
 
Falls nötig, kann sie weiter ambulante Unterstützung in Anspruch nehmen. Doch Karola V. will es selbst schaffen. „Ich habe da keine Angst mehr vor, ich bin hier in den letzten Monaten sehr gut auf ein selbständiges Leben vorbereitet worden". Seit anderthalb Jahren lebt sie bereits zur Probe in einem Appartement auf dem Gelände. Sie kann wieder kürzere Strecken laufen, hat gelernt, die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin zu nutzen, kann einkaufen und mit einer Hand Essen zubereiten. „Freitags koche ich immer mit meiner Nachbarin. Heute machen wir Pilze, mit Spinat gefüllt und Gorgonzola überbacken".
 
Und noch etwas hat die Mode-Fachfrau in der Rehabilitation gelernt. Sie kann jetzt mit einer Hand nähen, hat bereits ihr gesamtes Umfeld mit selbst entworfenen Taschen versorgt. Karola V. hat eine neue Leidenschaft entdeckt und kann sich vorstellen, dass mehr daraus wird als ein Hobby. „Vielleicht kann ich mir daraus sogar eine neue Existenz aufbauen", sagt sie. Eine schöne Perspektive, die vor drei Jahren noch undenkbar war.

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Schlaganfall-Lotsen sind die Zukunft

Patientenbeauftragter informierte sich

Karl-Josef Laumann (2. von rechts) besuchte jetzt das EvKB und sprach mit (von links) Dr. Michael Brinkmeier, Schlaganfall-Lotsin Petra Tarrach-Rieks, Geschäftsführer Dr. Rainer Norden und Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Chefarzt Neurologie). Foto: Manuel Bünemann

12. Januar 2016: Schlaganfall-Lotsen sind die Zukunft

Schlaganfall-Lotsen können die Versorgung von Patienten deutlich verbessern. Davon hat sich jetzt auch Staatssekretär Karl-Josef Laumann bei seinem Besuch im Ev. Krankenhaus Bielefeld überzeugt.

 
Karl-Josef Laumann (2. von rechts) besuchte jetzt das EvKB und sprach mit (von links) Dr. Michael Brinkmeier, Schlaganfall-Lotsin Petra Tarrach-Rieks, Geschäftsführer Dr. Rainer Norden und Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Schäbitz (Chefarzt Neurologie). Foto: Manuel Bünemann

Schlaganfall-Lotsen können die Versorgung von Patienten deutlich verbessern. Davon hat sich jetzt auch Staatssekretär Karl-Josef Laumann bei seinem Besuch im Ev. Krankenhaus Bielefeld überzeugt.

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, hatte Laumann eingeladen, sich persönlich ein Bild von der Arbeit der Schlaganfall-Lotsen zu machen. Als Patientenbeauftragter der Bundesregierung liegt Laumann die gute Versorgung von Schlaganfall-Betroffenen am Herz. Viele Patienten fallen nach der Entlassung aus der Klinik in ein tiefes Loch. Sie verstehen die Krankheit und ihre Therapie nicht, sind psychisch labil und nur schwer zu motivieren. In dieser Situation sind sie mit der Steuerung ihrer weiteren Behandlung völlig überfordert.

Die Schlaganfall-Hilfe hatte deshalb das Projekt „Schlaganfall-Lotsen in Ostwestfalen-Lippe" gemeinsam mit regionalen Partnern auf den Weg gebracht. Im vergangenen Jahr betreuten fünf Schlaganfall-Lotsinnen in Bielefeld, Herford, Bad Oeynhausen und Gütersloh insgesamt 300 Patienten. Eine Befragung der Patienten und ihrer Angehörigen zeigte, dass die Betreuung zu deutlich mehr Information, Sicherheit und Zufriedenheit führte.

Petra Tarrach-Rieks, Schlaganfall-Lotsin am Ev. Krankenhaus Bielefeld, schilderte Laumann eindrucksvoll alltägliche Erlebnisse aus ihrer Arbeit. Viele ihrer Patienten seien ohne fachliche und menschliche Begleitung kaum in der Lage, wieder zurück in ein normales Leben zu finden. Für Karl-Josef Laumann sind Modelle wie die Schlaganfall-Lotsen zukunftsweisend. Angesichts der demographischen Entwicklung werde es noch deutlich mehr Formen dieser aufsuchenden Hilfe brauchen.

Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe möchte die Notwendigkeit von Schlaganfall-Lotsen in der Modellregion Ostwestfalen-Lippe nachweisen. Derzeit verhandelt sie mit den Krankenkassen in OWL über eine weitere Finanzierung der Lotsen.

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Welcher Zielwert ist gesünder?

Diskussion um Bluthochdruck-Therapie entfacht

8. Januar 2016: Welcher Zielwert ist gesünder?

Schon wieder Neues vom Bluthochdruck: Mehr als 600.000 Patientendaten flossen in eine Studienanalyse, deren Ergebnisse kurz vor Weihnachten veröffentlicht wurden. Immer wahrscheinlicher wird nun, dass künftig deutlich mehr Patienten gegen Bluthochdruck behandelt werden.

 

Schon wieder Neues vom Bluthochdruck: Mehr als 600.000 Patientendaten flossen in eine Studienanalyse, deren Ergebnisse kurz vor Weihnachten veröffentlicht wurden. Immer wahrscheinlicher wird nun, dass künftig deutlich mehr Patienten gegen Bluthochdruck behandelt werden.

27 Prozent weniger Schlaganfälle, 13 Prozent weniger Sterbefälle – das ist das Ergebnis, wenn Bluthochdruck- Patienten ihren Blutdruck dauerhaft um 10 mmHg senken. Zu diesem Schluss kommt Professor Kazem Rahimi vom George Institute of Global Health in Oxford (England), der mit seinem Team 123 Studien auswertete. Überraschend an seiner Analyse ist vor allem dies: der Effekt scheint relativ unabhängig vom Ausgangswert zu sein.

Bislang gehen Ärzte davon aus, dass eine zu starke Blutdrucksenkung ihren Patienten eher schadet als nützt. Dieser Effekt lässt sich auch grafisch darstellen, Fachleute sprechen von einer so genannten „J"-Kurve. Das bedeutet, bei zu stark gesenktem Blutdruck steigt das kardiovaskuläre Risiko wieder leicht an. Deshalb liegt der Zielwert für den systolischen (oberen) Wert in der Behandlung von Bluthochdruck-Patienten bei maximal 140 mmHg.

Doch bereits im vergangenen September sorgte die USamerikanische SPRINT-Studie für Aufsehen in der Fachwelt. Sie verglich zwei Patientengruppen miteinander und kam zu dem Ergebnis, dass eine Senkung des oberen Werts auf unter 120 mmHg dazu führt, dass etwa ein Viertel weniger Bluthochdruck-Patienten an Schlaganfall oder Herzinfarkt versterben. Seither wird darüber diskutiert, die Behandlungsleitlinien anzupassen.

Die Ergebnisse der neuen Meta-Analyse aus England stützen die Aussagen der SPRINT-Studie. „Die potenziellen Konsequenzen sind erheblich", sagt Philipp Grätzel von Grätz. Für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe beobachtet der Berliner Arzt und Wissenschaftsjournalist seit Jahren die weltweite Schlaganfall-Forschung. Sollten sich die Ergebnisse weiter bestätigen, „dann gibt es gute Argumente, bei allen kardiovaskulären Risikopatienten unabhängig vom Blutdruck blutdrucksenkende Medikamente zu verordnen".

(The Lancet 23. 12. 2015; doi: 10.1016/S0140-6736(15)01225-8)