Ein älterer Mann im Profil.

Depression nach Schlaganfall

Eine Post Stroke Depression – so der Fachausdruck für die Depression nach einem Schlaganfall - kann zwei Quellen haben, wobei die Fachwelt noch keine Einigkeit darüber erzielt hat, welcher die größere Bedeutung zukommt.

Halbseitenlähmung und Sprachstörung sind häufige Folgen eines Schlaganfalls, das wissen die Menschen heute. Aber Depression? 

Zehn Prozent der Bundesbürger erkranken ein- oder mehrmals in ihrem Leben an einer schweren depressiven Episode, wie die Stiftung Deutsche Depressionshilfe ermittelt hat. Bei Schlaganfall-Betroffenen geht man von rund einem Drittel aus.

Ursachen für eine Depression nach Schlaganfall

Eine Post Stroke Depression – so der Fachausdruck für die Depression nach einem Schlaganfall – kann zwei Quellen haben, wobei die Fachwelt noch keine Einigkeit darüber erzielt hat, welcher die größere Bedeutung zukommt.

  • Zunächst der Schlaganfall an sich, der eine Verletzung des Gehirns darstellt und dadurch eine direkte Auswirkung auf die Gefühlswelt des Patienten haben kann.
  • Auf der anderen Seite die Trauer oder das Entsetzen darüber, dass sich das eigene Leben dramatisch und unumkehrbar verändert hat. Fachleute sprechen in diesem Fall von einer reaktiven Depression.

Beobachtet wird, dass schwere Schlaganfälle häufiger zu einer Depression führen als leichtere.

Anzeichen einer Depression

Die Depression hat viele Gesichter. Um von einer Depression zu sprechen, müssen mehrere Krankheitszeichen über mindestens zwei Wochen vorliegen. Dazu zählen unter anderem:

  • eine gedrückte Stimmung
  • Interessen- und Freudlosigkeit
  • ein verminderter Antrieb
  • Schuldgefühle und
  • hartnäckige Schlaf- und Appetitstörungen

Häufig berichten Betroffene von körperlichen Beschwerden wie Tinnitus oder chronischen Rückenschmerzen. Auch diese Symptome können auf eine Depression hinweisen.

Hilfe für Schlaganfall-Betroffene mit einer Depression

Für Patienten mit Anzeichen einer Depression ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen.  Wenn den Patienten selbst die Einsicht oder der Antrieb dazu fehlt, ist es wichtig, dass die Angehörigen dies übernehmen. Der erste Ansprechpartner ist der behandelnde Neurologe, der Rat zur individuellen Behandlung geben kann. Bei vielen Betroffenen kommt eine Kombination aus medikamentöser und neuropsychologischer Therapie beziehungsweise Psychotherapie infrage.

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