Eine Gruppe Menschen bei einem Spaziergang.

Mögliche Folgen eines Schlaganfalls

Die Folgen eines Schlaganfalls hängen unter anderem von dem Ort und der Größe des geschädigten Hirnareals ab. Die Akutversorgung hat sich stark verbessert. Dennoch gehört der Schlaganfall zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Die häufigsten Folgen des Schlaganfalls sind neben einseitigen Lähmungen die Sprach-, Schluck-, Seh-, und Gleichgewichtsstörungen sowie Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen. 

Halbseitenlähmung

Die einseitige Lähmung, auch Hemiparese genannt, kann sowohl den Arm, die Hand, das Bein als auch die gesamte Körperhälfte betreffen. Patienten können häufig Tätigkeiten des alltäglichen Lebens wie Waschen, den Toilettengang oder das Treppensteigen nicht mehr oder nur teilweise allein bewältigen. In der Rehabilitation geht es darum, wieder die größtmögliche Selbstständigkeit zu erreichen. Bei einer starken Lähmung kann schon das selbstständige Sitzen ein Ziel sein, bei einer leichten Beeinträchtigung zum Beispiel das Schließen eines Reißverschlusses. Je nach Zielstellung wählt das Behandlungsteam die Therapien aus.

Schluckstörungen

Von einer Schluckstörung (Dysphagie) spricht man, wenn Patienten Nahrung gar nicht oder nur teilweise schlucken können. In der Akutphase ist etwa die Hälfte aller Schlaganfall-Patienten von einer solchen Schluckstörung betroffen, anschließend immer noch ein Viertel. Logopäden und andere Sprachtherapeuten üben mit den Betroffenen das Kauen und Schlucken. Therapietreue ist bei Schluckstörungen besonders wichtig, denn das Verschlucken von Nahrung kann lebensbedrohlich werden.

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Sprach- und Verständnisstörungen

Wird bei einem Schlaganfall das Sprachzentrum im Gehirn beschädigt, kann sowohl das Sprechen als auch das Verstehen beeinträchtigt sein. Auch das Lesen und Schreiben können Probleme bereiten. Die sogenannte Aphasie kommt bei einer Schädigung der sprachdominanten Hirnhälfte (bei den meisten Menschen links) zustande. Patienten und Angehörige müssen viel Geduld aufbringen, um mit diesen eingeschränkten Verständigungsmöglichkeiten umgehen zu können. Logopäden behandeln diese Art der Beeinträchtigungen und geben individuelle Hinweise für den Umgang. Ausführliche Informationen zum Thema Aphasie finden Sie in unserer Broschüre „Aphasie – Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen nach Schlaganfall“ 

Sehstörungen

Die Auswirkungen eines Schlaganfalls können auch das Sehen beeinträchtigen. Manchmal ist die Sehschärfe vermindert oder das Kontrastsehen reduziert. Schwerwiegend können sich Gesichtsfeldausfälle auswirken. Die Patienten nehmen ihr Umfeld nur noch eingeschränkt wahr. Dadurch entstehen Gefahren, beispielsweise im Straßenverkehr.

Neuropsychologische Störungen

Diese Störungen sind in ihren Ausprägungen nicht immer so offensichtlich. Sie können Patienten im Alltag jedoch ebenso stark beeinträchtigen wie körperliche Behinderungen. Der Schlaganfall ist eine Verletzung des Gehirns. Sie kann zu Aufmerksamkeitsstörungen oder zu vermindertem Denkvermögen führen. Aufmerksamkeit ist wichtig für die Handlungsfähigkeit im Alltag und im Beruf. Sie befähigt einen Menschen, die vielen Sinneseindrücke zu verarbeiten, zu filtern und daraus eine Handlungsplanung abzuleiten. Bei vielen Schlaganfall-Patienten ist diese Fähigkeit beeinträchtigt, das führt zu Einschränkungen in der Bewältigung der alltäglichen Aufgaben. 

Halbseitenvernachlässigung / Neglect

Ist die Aufmerksamkeit für die betroffene Körperhälfte gestört, also wird diese nicht mehr richtig wahrge¬nommen, spricht man von einem Neglect. Diese Störung kann alle Sin-nesorgane betreffen. Sie ist schwer zu behandeln, weil der Patient durch die fehlende Wahrnehmung der be¬troffenen Seite kein Bewusstsein für seine Störung entwickeln kann.

Gestörte Handlungsplanung

Ist die sinnvolle Handlungsplanung gestört, spricht man von einer Apraxie. Die Betroffenen sind nicht in der Lage, eine komplexe Handlung in den richtigen Schritten nacheinander zu tätigen,  zum Beispiel das Kochen eines Gerichts.

Depression und andere psychische Folgen

Eine Depression nach einem Schlaganfall kann zwei Ursachen haben, die sich manchmal überlappen. Der Schlaganfall ist eine Verletzung des Gehirns, welche direkte Auswirkungen auf die Gefühlswelt des Patienten haben kann. Darüber hinaus kann eine Depression als Reaktion auf den dramatischen Einschnitt im Leben entstehen. Schwere Schlaganfälle führen dabei häufiger zu einer Depression als leichtere. Andere Persönlichkeits- und Verhaltensveränderungen nach einem Schlaganfall können Stimmungsschwankungen oder eine verminderte Belastbarkeit sein. Auch Unruhe, Impulsivität und Aggressivität treten in einigen Fällen auf. Betroffene sind nicht immer in der Lage, die eigenen Krankheitsfolgen zu erkennen oder zu verstehen.Schlaganfall-Patienten durchlaufen häufig unterschiedliche Phasen der Krankheitsbewältigung. Angst, Mutlosigkeit, Erschöpfung und depressive Verstimmungen können auch nur zeitweise auftreten.