Personen unterhalten sich in einer Selbsthilfegruppen-Runde

Schlaganfall-Selbsthilfe: Fördermöglichkeiten nutzen

Informationsmaterialien, Fortbildungen oder Selbsthilfetage - all das kostet Geld. Krankenkassen unterstützen die Gruppen, und auch vor Ort gibt es Institutionen, die Fördermittel vergeben. Hier erfahren Sie, was Sie beachten sollten.

Selbsthilfegruppen - Netze der Hoffnung

Eine ganz wichtige Rolle für das Leben nach dem Schlaganfall kann neben der medizinischen und therapeutischen Behandlung die Selbsthilfe spielen. Selbsthilfegruppen sind selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Betroffenen und deren Angehörigen, die aufgrund von ähnlichen Erfahrungen wertvolle Hinweise zur Bewältigung der neuen Lebensfragen liefern.

Förderung durch die Krankenkasse

Gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen und - organisationen können eine finanzielle Förderung über die gesetzlichen Krankenkassen erhalten. Nach § 20h SGB V sollen im Jahr 2018 pro Versicherten 1,08 Euro für die Förderung der Selbsthilfe zur Verfügung gestellt werden. Regionale Gruppen können Zuschüsse über zwei unterschiedliche Förderarten beantragen: Pauschalförderung und Projektförderung. Der GKV-Spitzenverband hat hierzu einen Leitfaden erstellt. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene sowie Vertretern von Selbsthilfeorganisationen erstellt.

Pauschalförderung jetzt beantragen

Pauschalförderung dient als finanzielle Unterstützung der routinemäßigen Aufgaben. Darunter fallen insbesondere Aufwendungen für Raumkosten, Büromaterialien oder Pflege der Homepage, aber auch regelmäßig erscheinende Verbandsmedien oder Fortbildungen. Ein Antrag muss bis zum 31.03. des jeweiligen Förderjahres an die jeweils federführende Krankenkasse bzw. an die beauftragte Selbsthilfekontaktstelle geschickt werden.

Projektförderung

In Abgrenzung zur Pauschalförderung geht es bei der Projektförderung um gezielte und zeitlich begrenzte Vorhaben. Dies sind Aktivitäten, die über routinemäßige Aufgaben hinausgehen, wie beispielweise Vorträge von Referenten, Selbsthilfetage oder Fachworkshops. Ausgeschlossen von einer Förderung sind reine Freizeitaktivitäten wie z. B. Ausflüge, kulturelle Veranstaltungen oder Urlaubsreisen. Die Förderung fällt je nach Krankenkasse unterschiedlich aus. Deshalb kann es sinnvoll sein, Anträge auf Projektförderung bei jeder Krankenkasse zu stellen.

Nähere Informationen erhalten Sie bei den jeweiligen Krankenkassen oder bei der örtlichen Selbsthilfe- Kontaktstelle.

Auch Bürgerstiftungen fördern Projekte, die Hilfe zur Selbsthilfe leisten

Eine Bürgerstiftung fördert Projekte, die von bürgerschaftlichem Engagement getragen sind oder Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Dabei setzt sie sich für neue Formen des gesellschaftlichen Engagements ein. Gründer sind Bürger, die lokale Zwecke fördern und sich nicht ausschließlich finanziell, sondern auch mit Zeit und Wissen einbringen. Darüber hinaus können Kommunen, Banken und Unternehmen als Stifter auftreten, sie sollten aber eine zurückhaltende Rolle spielen. So ist es in den vom Bundesverband der Deutschen Stiftungen verabschiedeten „Zehn Merkmale einer Bürgerstiftung" festgehalten. In den meisten Städten und Kommunen haben sich in den vergangenen Jahren Bürgerstiftungen gegründet. Oft fördern sie auch gesundheitliches Engagement.

Erkundigen Sie sich vor Ort nach einem Ansprechpartner. Wenn Sie unsicher sind, ob es eine solche Stiftung in Ihrem Ort gibt, kann Ihnen die Stadt- oder Gemeindeverwaltung weiterhelfen.

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Kontakt zu Stefan Stricker