Schlaganfall im Fernsehen

Ein Schlaganfall bei „Unter Uns“ – Schauspieler Patrick Müller bereitete sich bei der Schlaganfall-Hilfe auf seine Rolle vor.

Ungewöhnliche Kooperation

Am Freitag, 3. Mai, ist es soweit: Anwalt Tobias Lassner bricht im Gerichtssaal zusammen – Schlaganfall! Schauspieler, Produzenten und PR-Team der UFA-Serie „Unter Uns“ (täglich auf RTL, 17:30 Uhr) besuchten zuvor die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Gütersloh und die Selbsthilfegruppe Young Strokers. UFA, RTL und Schlaganfall-Hilfe sind eine ungewöhnliche Kooperation eingegangen. Damit alles realistisch dargestellt wird und die Zuschauer auch etwas mitnehmen, beraten Fachleute der Schlaganfall-Hilfe und Patienten das Filmteam.

Tobias Lassner bricht im Gerichtssaal zusammen. Neurologe Dr. Christoph Kley (rechts) begleitete den Dreh als medizinischer Berater.
Tobias Lassner bricht im Gerichtssaal zusammen. Neurologe Dr. Christoph Kley (rechts) begleitete den Dreh als medizinischer Berater.

Junge Zielgruppen erreichen

„Unter uns“ ist nach „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Marienhof“ die dritte deutsche Daily Soap im Fernsehen und wird seit fast 25 Jahren bei RTL gesendet. 2018 hatte die Serie durchschnittlich 1,07 Mio. Zuschauer pro Folge, insbesondere jüngere. In der Altersgruppe der 14 – 49-Jährigen erreichte sie einen Marktanteil von 11,3 %. „Damit erreichen wir eine Zielgruppe, die wir sonst kaum für unser Thema interessieren könnten“, erklärt Mario Leisle, Pressesprecher der Stiftung, die Kooperation. „Wenn nur ein Teil der Zuschauer dadurch die Symptome eines Schlaganfalls kennenlernt, können wir Leben retten.“

Viel von Betroffenen abgeschaut

Schauspieler Patrick Müller ließ sich von Schlaganfall-Patient Sascha Stachorra erklären, wie man eine Aphasie und eine Halbseitenlähmung spielt. „Dadurch, dass ich jetzt so viel Kontakt zu Schlaganfall-Patienten hatte, denke ich natürlich in erster Linie an die“, sagt Patrick im Interview. „Ich möchte, dass sie vor dem Fernseher sitzen und sagen können: Das, was wir erleben mussten, das transportiert der richtig!“

Von Sascha Stachorra, Schlaganfall-Betroffener aus Flensburg, schaute sich Patrick (rechts) bei einem Besuch der Schlaganfall-Hilfe viel für seine Rolle ab.
Von Sascha Stachorra, Schlaganfall-Betroffener aus Flensburg, schaute sich Patrick (rechts) bei einem Besuch der Schlaganfall-Hilfe viel für seine Rolle ab.

Klinikführung inklusive

Das UFA-Team löcherte die Therapeuten der Schlaganfall-Hilfe und die Mitglieder der Young Strokers mit zahllosen Fragen rund um den Schlaganfall. Und bei einem Besuch im nahegelegenen St. Elisabeth Hospital erklärten Dr. Thomas Kloß und Prof. Dr. Till Alexander Heusner die Akutbehandlung des Schlaganfalls.

Ärztliche Beratung am Drehset

Im Vorfeld war die Schlaganfall-Hilfe bereits am Drehset in Köln-Ossendorf und bei Außenaufnahmen beratend im Einsatz. Die Szene, in der Patrick alias Tobias den Schlaganfall erleidet, wurde im Alten Amtsgericht Grevenbroich im Rheinland aufgenommen. Neurologe Dr. Christoph Kley, Regionalbeauftragter der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, beriet den Schauspieler vor Ort und achtete darauf, dass alles möglichst realistisch wirkte.

Neurologe Dr. Christoph Kley, Regionalbeauftragter der Schlaganfall-Hilfe, erklärt Schauspieler Patrick Müller (Mitte) und Regisseur Markus Hansen, worauf es bei der Darstellung eines Schlaganfalls ankommt.
Neurologe Dr. Christoph Kley, Regionalbeauftragter der Schlaganfall-Hilfe, erklärt Schauspieler Patrick Müller (Mitte) und Regisseur Markus Hansen, worauf es bei der Darstellung eines Schlaganfalls ankommt.

Die Geschichte geht weiter

Mit Ausstrahlung dieser Folge am 3. Mai fängt die „Schlaganfall-Geschichte“ natürlich erst an. „Sie wird sich vom Frühjahr den kompletten Sommer über bis in den Herbst erstrecken“, verrät Produzent Guido Reinhardt im Interview. Tobias Lassner wird an den Folgen also noch lange laborieren. Auch hier legt das UFA-Team viel Wert auf eine realistische Darstellung. „Ein Schlaganfall ist nichts, das nach wenigen Wochen einfach so weggeht,“ sagt Guido Reinhardt.