Gesund oder ungesund. Braucht Ernährung eine Kennzeichnungspflicht?

Kennzeichnungspflicht für ungesunde Lebensmittel?

Werden Lebensmittel mit viel ungesunden Bestandteilen farblich gekennzeichnet, geht ihr Kauf deutlich zurück. Das belegt eine neue Studie aus München.

Auf einen Blick erkennen, ob ein Lebensmittel gesund ist

Die Verpackungsrückseite wird selten bei jedem Einkauf im Supermarkt studiert. Doch auch ohne Lesen der Nährwert-Tabelle könnten Verbraucher auf einen Blick erkennen, ob ein Lebensmittel gesund ist. Eine farbliche Kennzeichnung macht es möglich: die Nährwert-Ampel. Wie ausgewogen oder eben auch unausgewogen das Essen ist, signalisieren hier die Farben „grün“, „orange“ und rot“. Nach Portionsgröße wird das Produkt hinsichtlich Gesamtfett, gesättigten Fettsäuren, Zucker sowie Natrium beurteilt und mit der entsprechenden Farbe versehen.

Kein Ampelsystem in Deutschland

In Deutschland wurde das Ampelsystem bisher nicht eingeführt. Neuste Erkenntnisse von Forschern der Ludwig-Maximilian-Universität München belegen jedoch den Vorteil dieser Kennzeichnung. Die Wissenschaftler werteten 58 Studien aus und stellten fest, dass bei einer farblichen Markierung von Softdrinks mit der Ampelfarbe „rot“, der Kauf um bis zu 56 Prozent zurückging. Anders verhielt es sich, wenn die Getränke nicht über Farben, sondern über einen Punktwert markiert wurden – hier ging der Konsum nicht zurück.

Ist der Preis relevant?

Das Forscherteam konnte auch herausfinden, dass sich der Kauf zuckerhaltiger Getränke reduzierte, wenn mehr kalorienarme Getränke zu Hause vorhanden waren. Dies führte bei übergewichtigen Studienteilnehmern sogar zu einer Gewichtsabnahme.

Auch der Preis der Softdrinks stellte sich als relevant heraus: Bei einem höheren Preis griffen die Personen weniger zu den ungesunden Süßgetränken.