SAFE - Stroke Alliance for Europe

Forschung mit vielversprechenden Ergebnissen

Die europäische Patientenorganisation „Stroke Alliance For Europe“ (SAFE) setzt sich für die bessere Versorgung von Schlaganfall-Betroffenen ein – unter anderem durch die Beteiligung an verschiedenen EU-geförderten Forschungsprojekten.

Die Behandlung von Schlaganfall-Patienten, vor allem in der Akutphase, hat sich in den vergangenen Jahren enorm weiterentwickelt. Innovative Methoden wie die Thrombektomie werden heute in überregionalen Stroke Units und Versorgungsnetzwerken bereits in vielen Regionen angewendet und retten Menschen das Leben oder bewahren wie vor schwerwiegenden Folgen.

Auch in den kommenden Jahren wird sich in Sachen Schlaganfall-Behandlung noch viel tun. Dafür sorgen unter anderem zahlreiche EU-geförderte Forschungsprojekte, an denen viele deutsche Forschungszentren und auch die europäische Patientenorganisation SAFE beteiligt sind. SAFE ist derzeit Partner von fünf Forschungsprojekten und unterstützt mit seinen Mitgliedsorganisationen die Informationserstellung und -weitergabe an die Öffentlichkeit und die Patienten:

  1. SVD-Studie: Die Erkrankung „Small Vessel Disease“ (SVD) betrifft kleine Arterien im Gehirn und kann Schlaganfälle und Demenz verursachen. Sie ist für die meisten Fälle des hämorrhagischen (blutungsbedingten) Schlaganfalls verantwortlich. Bisher gibt es keine Behandlungsmöglichkeit für die Erkrankung. Im Rahmen der Studie werden Betroffene mit den stärksten und aussagekräftigsten MRT-Geräten untersucht, um den Blutfluss und die Gehirnstruktur in bisher nicht möglichem Detail darzustellen. Das soll bei der Entwicklung von Behandlungsmethoden für die spezielle Form, die zu Demenz und Schlaganfall führt, helfen.
  2. TENSION-Studie: Die Thrombektomie, bei der das Blutgerinnsel mechanisch entfernt wird, kann bisher nur in einem gewissen Zeitrahmen angewendet werden, wenn der Schlaganfall noch nicht zu einer signifikanten Schädigung des Gehirns geführt hat. Die Studie prüft, ob Patienten, die von einem schweren Schlaganfall mit bereits ausgeprägter Hirnschädigung betroffen sind, ebenfalls von dieser Behandlung profitieren und unter welchen Umständen die Thrombektomie auch noch in einem Zeitraum von bis zu zwölf Stunden angewendet werden kann.
  3. PRECIOUS-Studie: In den ersten Tagen nach einem Schlaganfall treten bei vielen Betroffenen Komplikationen wie Infektionen, Fieber oder Schluckstörungen auf. Die Studie erforscht, ob und in welchem Ausmaß Standardmedikamente, die europaweit überall erhältlich sind, die Komplikationen eindämmen können.
  4. PROOF-Studie: Die Studie soll testen, ob eine Hoch-Dosis-Sauerstoff-Therapie, wenn sie den Patienten in der Akutphase zeitnah verabreicht wird, die Folgen des Schlaganfalls reduzieren kann.
  5. PRESTIGE-AF-Studie: In diese Studie sollen Patienten mit Vorhofflimmern eingebunden werden, die eine Hirnblutung erlitten haben. Getestet wird die optimale Medikation, um einen Folgeschlaganfall zu vermeiden.