Der G-Weg bietet viele Trainingsoptionen

Therapie mal ganz einfach: Training auf dem G-Weg

Auf schmalem Grad zu wandern oder große Schritte zu machen, stellt für viele Schlaganfall-Betroffene schon eine enorme Anforderung dar. Aus dem westfälischen Lippstadt kommt jetzt ein neues Trainingsgerät, das verblüffend einfach ist.

Auf schmalem Grat zu wandern oder große Schritte zu machen, stellt für viele Schlaganfall-Betroffene schon eine enorme Anforderung dar. Aus dem westfälischen Lippstadt kommt ein neues Trainingsgerät, das verblüffend einfach ist.

Training auf dem G-Weg

Donnerstagmorgen im Evangelischen Krankenhaus Lippstadt: Eine Dame und ein Herr schreiten über einen Teppich, ziehen ihre Hüte und grüßen die Umherstehenden mit einem fröhlichen „Bonjour". Die Koordination dieser drei Aktionen bringt sie bereits an ihre Grenzen. Die Mitglieder der Gruppe „Sport nach Schlaganfall" trainieren auf dem „G-Weg".

Manche Idee scheint einfach und zugleich genial. „Früher haben wir die Böden für das Training mit Kreppband abgeklebt", erinnert sich Ulla Schlösser, Rehabilitationswissenschaftlerin und Geschäftsführerin des gemeinnützigen Spomobil e.V. in Lippstadt. Heute nutzt sie den G-Weg, eine Eigenentwicklung von Spomobil, die der Verein jetzt auch vertreibt, um seine Arbeit zu finanzieren.

Was ist der G-Weg?

Der G-Weg ist ein sechs Meter langer und 1,20 Meter breiter, rutschfester Teppich, der sich aufgerollt in einer Tasche transportieren lässt. Der Zeitaufwand für Auf- und Abbau ist minimal, das Trainingsgerät bietet sich also auch für kurze Einheiten an. Zur Orientierung der Schrittlänge sind auf ihm Gehfelder markiert, mit denen der Gang geübt, alltagsorientierte Situationen trainiert und Doppelbelastungen simuliert werden. Zur aktiven Sturzprophylaxe wird der Teppich bereits in ersten Kliniken und Pflegeheimen eingesetzt.

Therapeuten und Pflegende, die mit dem G-Weg arbeiten möchten, erhalten 52 Übungs- und Methodik-Karten. Sie enthalten leicht verständliche Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Bei allen Übungen steht die Alltagsnähe im Vordergrund.

Ermöglicht wurde die Entwicklung des G-Wegs durch eine Spende der Volksbank Beckum-Lippstadt. 2014 hat Ulla Schlösser den Prototypen des G-Wegs auf der internationalen Fachmesse Rehacare in Düsseldorf vorgestellt. Seither verkaufte der Verein 16 Geräte. Spomobil hofft darauf, dass sich der G-Weg zum Verkaufsschlager entwickelt. Das Potenzial ist vorhanden. Und im Vergleich zu teuren technischen Geräten scheint auch der Preis akzeptabel: 1.400 Euro kostet der G-Weg inklusive Tasche und Übungskarten in einer Box.

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